Fische und Delikatessen by Adidas

Bianchi ComestibiliBianchi. Das stolze Delikatessengeschäft in Zürich. Wie lange ist das her, seit ich hier letztmals weisse Trüffel erstanden habe ? Offensichtlich bin ich schon seit geraumer Zeit nicht mehr auf der rechtsufrigen Seite der Limmat vorbeispaziert. Heute handelt in diesem Laden die Firma Adidas mit Schlappen und Lumpen (de: Fuss- und Ober-bekleidung). Ein Abbild der Prioritäten unserer Gesellschaft ?

Bianchi by Adidas

Von Alpenrosen und Gratins

AlpenrosenBezaubernd sehen sie aus, die kleinwüchsigen rostblättrigen Alpenrosen. Eben war da noch Schnee, und schon beginnen sie zu blühen. Zuerst in den tiefern Lagen, dann höher. Sie duften apart und zart. Irgendwo meine ich einmal ein Kochrezept mit Alpen-rosen gelesen zu haben, finde in meinem meter-hohen Zettelhaufen natürlich nichts.  Bei der letzten Fahrt über den Gotthard habe ich ausser einem kleinen Strauss noch eine Handvoll Blüten abgezupft, lege sie zuhause in Rahm eingebettet für 2 Tage in den Kühlschrank. Mal schauen, vielleicht gibts einen Alpenrosengratin. Ein Eigelb und etwas Zucker einrühren und ab in den Ofen. Sehr schön anzuschauen. Ein fast poetisches Bild. AlpenrosengratinGottseidank hab ich während des Backens noch bei Wiki reingeschaut: GIFTIG Es sind schon Vergiftungen beim Menschen durch den übermäßigen Genuss von Honig aus Alpenrosen aufgetreten. …. es kann verlangsamte Herztätigkeit, schwacher Puls bis hin zum Koma und Tod durch Atemstillstand eintreten. Naja, wieder mal Glück gehabt. Bei meinem verlorenen Rezept handelte es sich vermutlich um den Schweinsbraten aus dem Restaurant-Hotel „Alpenrose“. Schade um den Gratin. Schade um den Beitrag für den Wildkräuter-Event des Gärtner-Blogs.

Artischocken mit Sauce Béarnaise

Artichauds BéarnaiseSeit einigen Wochen ist die grosse, grüne, runde Camus de Bretagne Artischocke wieder auf dem Markt. Das dortige milde, durch den Golfstrom beeinflusste Klima begünstigt den Anbau dieser wärmeliebenden Pflanze. Eigentlich sind die Artischocken erst mit Katharina von Medici 1533 nach Frankreich gekommen und waren dort über Jahrhunderte ein vornehmes Luxusprodukt. Ich hab sie gerne mit Vinaigrettes oder, damit diese auch wieder mal zum Zuge kommt, mit einer Sauce Béarnaise. Klassisch. Unspektakulär. Aber gut. zum Rezept: Artischocken mit Sauce Béarnaise weiterlesen

Insalata di fagioli (e tonno)

Insalata di fagioliIn der warmen Jahreszeit esse ich immer wieder gerne den klassischen Bohnensalat, der vor vielen Jahren in Rom im „Er fagiolaro“ an der Via dei Pastini, direkt hinter dem Pantheon, im Angebot stand. Eine einfache Keller-Pinte, die nicht ausschliesslich, aber doch mehrheitlich Bohnen-gerichte auf der Karte hat und sogar noch heute existiert. Zum Bohnensalat gibts separat servierte Dosen-Thonfilets oder Fleisch-pastetchen, je nach Stand des Restenabteils im Kühlschrank. zum Rezept: Insalata di fagioli (e tonno) weiterlesen

Wunschkochen (1): Caramelle di Bresaola for Bolli’s Kitchen

Caramelle di Bresaola

Nach Fremdkochen (bei hüttenhilfe), Gastkochen (demnächst) auch noch Wunschkochen (hier und jetzt). Erfüllt werden Kochwünsche von Lesern. Einschränkung: Ich habe nur ein beschränktes Kochrepertoire. Sachen, die ich weniger mag (Meeresgekröse, Innereien) oder nicht kann, muss ich ablehnen oder umbiegen: anstelle von Haifisch-schwanzflossensuppe gibts dann einfach Tomatenspaghetti. Abstürze sind wahrscheinlich, das Risiko nehme ich auf mich, ich muss es ja selbst auslöffeln. Die ersten 5 Kochwünsche, die man mir in die comments schreibt, werde ich erfüllen. Auch für Leser die keinen Blog haben. Solltens mehr werden, muss ich selektionieren.

Der erste Wunsch geht an Bolli’s Kitchen, meiner fleissigsten Leserin: etwas aus Mario Gambas neuem Kochbuch „Pasta !“ Das trifft sich gut, ich hab noch nie Caramelle gemacht, und im Buch steht ein Rezept für Mortadella-Caramelle mit Pistazienpesto. Mortadella mag ich nicht besonders, also machen wir Rohschinken-Caramelle. Gekauft hab ich dann Bresaola, der Prosciutto hat nicht so schön ausgesehen. Und weil wir schon beim Bresaola sind, mach ich dazu, neben dem Pesto, noch eine zum Veltlin passende Maissauce (ohne espelette). zum Rezept: Wunschkochen (1): Caramelle di Bresaola for Bolli’s Kitchen weiterlesen

Fettucine Alfredo Glaronese

Fettucine Alfredo GlaroneseEine Weltneuheit ! Ich habe meine perfektesten, allerfeinsten, cremigsten Alfredonudeln mit Glarner Schabziger vermählt (das darf man heute durchaus, wir sind ja eine liberale Gesellschaft). Für Ausser-schweizer: Der Schabziger ist ein trockener Kuhmilch-magerkäse (< 0.5% Fett) der mit Zigerklee, einem Verwandten des Hornklee, aromatisiert ist. Ein uraltes Produkt aus dem Schweizerischen Glarnerland, das bis 1395 im Besitz des Stiftes Säckingen (immer diese Habsburger !) stand. Da der weisse Magerkäse, ein Teil des „Zehnten“, den Stiftsdamen zu wenig würzig war, mischten sie dem Käse Hornklee aus dem Klostergarten bei. Der verleiht dem Käse die grünliche Farbe und den starken Duft und würzigen Geschmack. Seit 1463 trägt der Schabziger einen Herkunftsstempel. Vom 15. Jahrhundert an wurde er in der ganzen Eidgenossenschaft verkauft. Dieses Monopol hat sich bis heute gehalten. In USA wird er unter dem Namen „Sap Sago“ verkauft.
Gschwellti (Pellkartoffeln) ohne Schabziger sind für mich undenkbar. Ein interessantes Würzmittel. Pasta mit Schabziger (Zigerhörnli) gibts hierzulande seit es Fabrik-Pasta gibt. In meinem Rezept wird daraus eine création, die auch auf den Tischen gehobener Restaurants Erfolg hätte. Aber die lesen meinen Blog nicht. Dafür habe ich mir einen schön italienisch klingenden Namen für das Gericht ausgedacht. Auch was. zum Rezept: Fettucine Alfredo Glaronese weiterlesen

Bibernell-Spinat-Gnocchi


Bibernell-Spinat-Gnocchi

Überlebenschancen haben bei mir nur Pflanzen, die ohne meine Pflege auskommen. Dazu gehört der Bibernell (Pimpinelle, kleiner Wiesen-knopf). Der wächst bei mir in der Mähwiese. Erst vor 3 Jahren habe ich realisiert, was sich da für ein Schatz in meiner Wiese breitmacht. Bibernell im GärtchenDer nussig adstringierende Bibernell galt früher als Heilmittel gegen Pestilenz „Eßt Durmedill und Bibernell, dann sterbt ihr nit so schnell“, gemäss dem Spruch aus dem Pestjahr 1348. Mein Beitrag für den Gärtner-blog-event: Ich mache klassische, robuste Spinat-Gnocchi und ergänze den Spinat mit frischem Bibernell unblanchiert. Nicht zuviel, wegen dessen Adstringenz. In dieser Form kommt der nussige Geschmack des Bibernells schön zur Geltung.
zum Rezept: Bibernell-Spinat-Gnocchi weiterlesen

Gartenstraflager

Nicht dass ich gerade einen grünen Daumen hätte. Wer immer sich in meine gärtnerische Obhut begibt, wird einem schlimmen Ende entgegenserbeln. Aktuelle Beispiele gefällig ? Links meine Geranien von einem selten leuchtenden Braun-Rot, rechts die Johannisbeeren, die auch heuer wieder eine Grossernte von etwa 3-4 Beerenrispen erwarten lassen.
Geranien in voller BlüteJohannisbeeren ???
Derartige Unbotmässigkeiten lasse ich mir natürlich nicht gefallen. Wer nicht pariert, wird ausgerissen und lieblos in ein Straflager, ein leerstehendes Gartenbeet versetzt, genauer verscharrt. Ohne Wasser. Und Brot schon gar keins. Und doch: Kaum meiner gärtnerischen Fürsorge entronnen, beginnen die undankbaren Pflanzen sich zu erholen, gedeihen, blühen. Beispiel: die Straflagerecke des Gartens. Salbei, Thymian, wildes Bohnenkraut, Lysimachien.
Gartenstrafkolonie
Auch die Wildpflanzen und all das sonstige Unkraut, das sich im Garten eingenistet hat, gedeihen prächtig, dürfen sie doch, unbehelligt von mir vor sich hin wuchern. So auch der Bibernell, der sich frech mitten in der Mähwiese anfängt breitzumachen. Da er mir schmeckt, komme ich ihm immerhin etwas entgegen, indem ich ihn mit dem Rasenmäher in gehörigem Abstand umfahre. Gartenschuhe ab, Kochschürze an

Daraus leite ich die Legitimation ab, am laufenden Garten-Blog-Event: Wildkräuter erstmalig mitzumachen. Das Rezept kommt Morgen. Bibernell-Spinat-Gnocchi. In die Stiefel Herr L.! Ich bin dabei !

Crème de fenouil au Pernod

Creme de fenouil au PernodFenchelsuppe. Köstliches Suppenrezept aus Elfie Castys Kochbuch „Mit einer Prise Leidenschaft„, nachgekocht von Frau L. passend zum wieder etwas kühleren Wetter. Der Anisgeschmack des Fenchels wird mit einem Schuss Pernod verstärkt. Gemüse-crèmes lassen sich einfach und rasch zubereiten und schmecken erst noch gut. Somit wäre der Kaufpreis des Buches bereits amortisiert. zum Rezept: Crème de fenouil au Pernod weiterlesen

Koch-blog für Geniesser. Rezepte. Gourmandisen. Hintergrundwissen