Archiv der Kategorie: Besuch in..

CH-7504 Pontresina: verspätete Postkartengrüsse

Postkartengrüsse
Postkartengrüsse

Pontresina ist ein idealer Ferienort. Wenn es regnet und man im Nebel keine 100 m weit sieht, kann man sich im örtlichen Kiosk Postkarten mit besonnten Bildern der umliegenden Berge anschauen. Welcher Ferienort an der Adria bietet mir bei Sonnenwetter Postkarten mit Regenfotos ?

Der Ferienort hält die unterschiedlichsten Unterkünfte für die unterschiedlichsten Geschmäcker bereit:

Nobel-Gediegen
Nobel-Gediegen
Imperial-Alpin
Imperial-Alpin
Rustikal-Luftig
Rustikal-Luftig
m. fl. k. u. w. Wasser
m. fl. k. u. w. Wasser

Sehenswert die alte Bergkirche Santa Maria mit ihren freigelegten Malereien und Fresken aus dem 13. und 15. Jahrhundert. Mein liebster Aufenthaltsort in Pontresina: der Friedhof von Santa Maria mit den so konzentriert und ernsthaft blickenden Engeln. Stundenlang könnte ich ihnen beim Blumenstreuen zuschauen. Sie reden nicht viel und ich muss Ihnen die Welt nicht erklären.

Chiesa Santa Maria Pontresina
Chiesa Santa Maria Pontresina
Engel weiblich
Engel weiblich

In einem Bergort stehen Berge. Das lässt sich nicht ändern. Das gibt einerseits Gelegenheit für schöne Aussichten, ist andererseits mit viel lästigem Auf- und Abwärtswandern verbunden, immerhin verheissen die Wanderwegweiser Trinkkelche, gute Zeichen:

Aus- und Fernsichten
Aus- und Fernsichten
Oberengadiner Seen
Oberengadiner Seen
Bernina und Biancograt
Bernina und Biancograt

Verhungern muss man auch nicht, der Ort weist einige taugliche Essstätten auf:

Rindsbraten an Barolo
Rindsbraten an Barolo
Essterrasse geschlossen
Essterrasse geschlossen

Das allerbeste an Pontresina aber ist die Engadiner Torte von Kochendörfer, die möchte ich nachbacken können. Drei dünne Nussmürbeteigschichten, dazwischen Butter-Kirschcreme, zuoberst ein Deckel aus Mandelkrokant, Pinoli und Sultaninen. Nicht zu verwechseln mit der Engadiner Nusstorte.

Engadinertorte
Engadinertorte

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I-23030 Bianzone: Trattoria Altavilla

Anna Bertola ?
Trattoria Altavilla: Anna Bertola ?

Im verschlafenen Oberdorf von Bianzone führt Anna Bertola einen kleinen Laden, Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs, eine Trattoria und eine Pension mit rund einem Dutzend Zimmern. Begrüsst wird man in wechselnder Reihenfolge und sehr freundlich von Hund Olaf, dem flachen Modell der Wirtin, der Wirtin selbst und ihrer Mutter. Der Hund hat es bei drei Besuchen immer als Erster geschafft.

Speisesaal mit Hochaltar
Speisesaal mit Hochaltar
Blumenterrasse
Blumenterrasse

Gegessen haben wir lokale Spezialitäten aus dem Veltlin, verschiedene Sorten Bresaola, geräuchert und ungeräuchert. Die berühmten Sciatt, in Buchweizenteig frittierte Käsewürfel, dann ausgezeichnet schmeckende Buchweizenravioli mit Walnuss und Bresaola gefüllt, Kalbsroulädchen mit Rohschinken und Bittokäse gewürzt und zum Dessert den Sorbetto di Amaro Braulio. Anna Bertola, die Herzlichkeit in Person, kennt ihre Veltlinerweine und spricht gerne und kompetent darüber.

Bresaola vom Rind, Pferd und Hirsch
Bresaola vom Rind, Pferd und Hirsch
allerköstlichste Sciatt
allerköstlichste Sciatt
Buchweizenravioli mit Walnüssen
Buchweizenravioli mit Walnüssen
Rotoli di vitello
Rotoli di vitello

Solche Lokale machen das Essen zur unbeschwerten Freude und zum Genuss. Das Auffinden von Haaren in der Suppe überlasse ich an solchen Orten Kritikern, die davon leben. Starkochrummel, Sterne und Effekthascherei gibts hier nicht. Klar, dass wir nicht die ersten sind, die dieses Lokal aufgespürt haben. Siehe z.B.: hier, mit Foto der Anna Bertola. Ich bin ja auch nicht ganz zufällig in dieses verschlafene Nest gekommen.

Morgen wird gekocht: Die Sciatt der Anna Bertola.

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I-23030 Bianzone: Weingut La Gatta

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Bianzone, Weingut La Gatta

Wenige Kilometer westlich von Tirano, an den südlich ausgerichteten Steilhängen der Zone Valgella, liegt das Weingut La Gatta. Vor 500 Jahren im Besitz der Dominikaner, gelangte das Gut zunächst in die Hände der namensgebenden Adelsfamilie del Gatto, später in den Besitz eines Puschlaver Weinhändlers. Seit 1969 gehört es den Fratelli Triacca, dem grössten Puschlaver Weinproduzenten mit rund 45 ha eigenen Reben im Veltlin. Die Gebrüder Triacca haben in den vergangenen 40 Jahren viel Bewegung in den in Traditionen erstarrten Weinbau des Veltlin gebracht. Als Erste begannen sie, das Traubengut durch aufwändige Klon-Selektion zu verbessern und die arbeitsintensiven Steillagen durch Terrassierung auf den rationelleren Querbau umzustellen.

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Bianzone Weingut La Gatta

Der Produktionskeller befindet sich in einem modernen Bau in Villa di Tirano, der Ausbau der Spitzenweine erfolgt in den Kellern von La Gatta. Dem empfehlenswerten Büchlein „Vie e Vini della Valtellina“ von Reto Thoerig, ISBN 3-9522969-0-2, habe ich entnommen, dass grössere Gruppen auf Voranmeldung mit Pizzoccheri verköstigt werden. Schüchterne Anfrage, ob man allenfalls… Die Familie L. , bestehend aus 2 Personen, wurde leider nicht als Gruppe anerkannt, dabei hatte ich Hunger für weitere 3 Personen angemeldet. Immerhin wurde uns erlaubt, die Keller zu besichtigen und ein Kistchen Prestigio zu kaufen. Auch das ein „verstärkter“ Wein, hier werden die Trauben vor der Ernte tief unten am Trieb abgeschnitten und einige Tage am Stock hängend getrocknet.

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La Gatta Barriquekeller
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La Gatta Barriquekeller

Hunger ! Selbst Frau L. fängt mit einem Zitat von K. Kraus an zu murren: „Vater, gibts heut wieder nix zu essen ?“ In Palästen ein offensichtlich schwieriges Unterfangen.. Hunger ! Verheissen da nicht Gäbelchen und Messerchen Rettung ? Das Schild angerostet. Familienpension ? Trattoria ? Hmmm ? Ob wir nicht lieber nach Teglio fahren sollen ? Ach was. Scharf nach links und den Berg hoch in den oberhalb Bianzone gelegenen Dorfteil. Hinein. Offene Tore. Weit offen. Dazu ein Aphorismus von Kurt Haberstich, einem Schweizer Autor: Es ist beglückender, durch die offenen Tore eines einfachen Hauses zu treten, als vor dem verschlossenen Tor eines Palastes zu stehen. Mehr dazu demnächst.

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I-23037 Tirano: geistige und weltliche Paläste

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Tirano Palazzo Salis

Tirano, einer der ältesten Ortschaften des Veltlins, liegt am Ausgang des Valposchiavo, unmittelbar an der Schweizer Grenze und bildet im Tal eine Art Grenze zwischen dem mittleren und oberen Veltlin. Die für mich schönste Anreise nach Tirano ist jene mit der Berninabahn von St. Moritz über den Berninapass (entlang des Lago bianco) in das 1800 m tiefer gelegene Städtchen. Aber nur wenn es nicht zuviele Touristen drin hat. Gebaut wurde die Bahntrassee 1907 bis 1910, die höchste Adhäsionsbahn der Alpen mit vielen Kurven und Gefällevernichtungs-Schleifen. Am Bau waren viele Italiener beschäftigt, deshalb wurde damals in Poschiavo eine Spaghettimanufaktur gegründet.

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Berninabahn am Lago di Poschiavo
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Madonna di Tirano

Wir sind mit heute mit dem Auto da und geniessen den ersten espresso am caffè Duomo bei der Wallfahrsbasilika Madonna di Tirano, einem mächtigen, zwischen Renaissance und Barock schwankenden Bauwerk. Erbaut an der Stelle, wo ein Bauer eine Marienerscheinung gesichtet haben soll. Die Bahn fährt am Talende des Valposchiavo hart an der Kaffebar vorbei und entlädt die Touristen weiter unten am Grenzbahnhof zu Hunderten in die Stadt. Die Allee bis zur Altstadt ennet dem Flüsschen Adda ist eine trostlose, endlose Champs Elysée: „Menu turistico“ in allen Preislagen. Zum Verhungern. Die Altstadt dagegen ist hübsch, mit einigen schönen Palazzi, der schönste davon der Palazzo Salis.

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Altstadt Richtung Piazza Cavour
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Palazzo Salis Blick in einen Cortile

Der Stammsitz der Familie Salis, ursprünglich aus der Lombardei stammend, befindet sich in Soglio. Einer der daraus hervorgegangenen Familienzweige siedelte sich in der Bündner Herrschaft in Zizers an. Giovanni Salis-Zizers wurde 1637 als Statthalter nach Tirano entsandt und beauftragte die Untertanen mit dem Bau eines standesgemässen Einfamilienhauses. Seit 1665 wird im Palast Wein produziert. Die Weine wurden auch am Hofe Leopolds I in Wien getrunken. Die letzte Nachfahrin der Solis verliess 1908 das Schloss Richtung Mailand, gab den Weinbau auf und sorgte für Blutauffrischung durch einen Vertreter minderen Adels aus der Familie Sertoli. Ein Urenkel begann 1987 erneut mit der Weinproduktion (aus zugekauften Trauben). Die Salis-Sertoli-Weine sind qualitativ ausgezeichnet. Aushängeschild ist der Corte della Meridiana, ein mit der Rinforzomethode verstärkter Wein, bei dem ein Teil der Trauben normal vergoren, der andere Teil getrocknet, separat vergoren und später dem normalen Wein zugesetzt wird. Der Palazzo kann nur auf Voranmeldung in Gruppen besichtigt werden. Die in einem kleinen Cortile zugängliche Weinbar serviert Antipasti, ist aber nur Samstags geöffnet. Kein Einlass. Der Hausdrachen wimmelt da unerbittlich ab. Auch der Hinweis auf meine blaublütige Abstammung (Edler von Hammerschlag), die sich an meinem blauen Ringfinger ganz deutlich beweist, konnte die Dame nicht erweichen. Also ab durch die Porta Poschiavina über die Adda und weiter. Den gesuchten Corte della Meridiana 2001 habe ich mir dann nachträglich im Handel verschafft.

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Blaublütig am Ringfinger
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Porta Poschiavina und Addabrücke

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Grenzland zweite Auflage

Grenzland Veltlin Bergell Valposchiavo
Grenzland Engadin Veltlin Bergell Valposchiavo

Auch heuer waren wir wieder im Grenzland Engadin in den Ferien. Eine wunderschöne Gegend, hell, hoch gelegen. Wenn es, wie zu Beginn kalt und regnerisch ist, laden die südlichen Alpentäler, insbesondere das Veltlin, zu einem Besuch ein. Ist es dort unten zu heiss, bleibt man lieber oben. Letztes Jahr habe ich im Blog die Geschichte des Veltlins kurz zusammengefasst. Neulesern möchte ich diese Lektüre ans Herz legen. Sie erleichtert das Verständnis für diese in Europa einst so zentrale, heute so abgelegene Region.
In den nächsten Wochen werde ich, wie letztes Jahr, sporadisch kleine Reiseberichte alternierend mit Rezepten aus der Region zusammenstellen. Diesmal gehts in umgekehrter Richtung. Zunächst von Tirano nach Bianzone. Dabei stossen wir uns die Nase platt am Palazzo Salis, tauchen in die Weinkeller des ehemaligen Klosters La Gatta. Landen ausgehungert in der Trattoria der Anna Bertola und lüften das Geheimnis ihrer berühmten Sciatt.  Der secondo piatto, Rotoli di vitello und ein merkwürdiges Softeis aus dem Veltliner Magenbitter Amaro Braulio werden gleich nachgekocht. Danach geht die Reise weiter über Teglio durch die Weinberge nach Sondrio und in das antike Veltliner Gourmetparadies, zu den Fratelli Ciapponi in Morbegno. Aus dem dort gekauften Caserakäse kochen wir uns zuhause eine Polenta Taragna. Via Comersee geht die Reise nach Chiavenna, nicht ohne dort in der Macelleria del Curto Bresaola und Salami eingekauft zu haben. Taroz muss irgendwann auch noch auf den Tisch. Und wer wird den sagenhaft guten Rosmarinrisotto aus Soglio nachkochen ? Eine oder zwei kleine Wanderungen im Engadin. Ein Ausflug über den Ofenpass ins Münstertal, einer nach Glurns zum Kaffee und zum Mittagessen zu Herbert Hintner in Eppan. Ach Gott, was ich mir da alles zu Schreiben vorgenommen habe. Das wird ja Weihnachten. Stay tuned. Die letztjährigen Einträge hier unter dem Tag Grenzland.

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Im Laden der Fratelli Ciapponi

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CH-4058 Basel: Bois de Boulogne

4058 Basel Bois de Boulogne
Das Gebiet heisst überhaupt nicht Bois de Boulogne, sondern Lange Erlen. Und das Titelbild zeigt nicht die Riviera, sondern ein kleines Flüsschen, die Wiese: entsprungen im Schwarzwald. Auenwald, Naturschutzgebiete, bewirtschaftete Wiesen und Äcker, Sickerfelder, viele von Menschenhand geschaffene kleine und kleinste Bächlein, Tümpel, Pumpwerke: die Stadt bezieht hier einen Teil des kostbaren Trinkwassers. Daneben ein frei zugänglicher Tierpark mit einheimischen Tierarten und zugezogenen Affen. Mit dem Tram von der Stadtmitte in 10 Minuten erreichbar. Unser Naherholungs- und Spaziergebiet. Geliebt von Badefreunden, Joggern, Hundehaltern, Spaziergängern, Rollschuhläufern, Grillfreunden und Bärlauchsammlern. Hier ein paar Bildimpressionen:

strammer Blick nach Deutschland sprudelnde Bächlein
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Wege, Brücken, Bäche Familienfreundliche Weiher
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Bewässerungssysteme Verbote
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Grenzen Gedeckte Sitzbank unten ohne
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Kaffee im Freien Rucola gibts hier gratis, keiner will ihn
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D-78462 Konstanz: Auf Insel und Festland

Konstanz Inselhotel mit Zeppelin NT
Nach mehreren Regentagen in Woche 17 eine etwas freundlichere Prognose. Die lamiacucina GmbH brauchte wieder mal frische Luft und externe Verköstigung. Konstanz hiess das Ziel, das wir erwählten. Mittagessen auf der Insel im Hotel der Bergsteigerkette, in dem wir vor 15 Jahren mal eine Woche schöner Ferien mit schönster Aussicht verbrachten. Die Dominikanerstube wegen Umbau geschlossen, essen wir halt im Speiserestaurant an einem Tisch mit wunderschönem Blick auf den noch nebelverhangenen See. Der Zeppelin auf dem Titelbild schwebte erst später über die Insel.

Regennasse Seeterrasse Der Rücken einer Kurtisane
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Wir essen schwäbisch: Rinderbrühe mit Leberspätzle, Zwiebelrostbraten mit Spätzle. Die Bergsteigerspätzle schmecken eher nach Hochzeiterspätzle. Küche und Bedienung haben in den letzten 15 Jahren keine erkennbaren Fortschritte gemacht, aber hieher kommt man der Aussicht wegen oder weil die Firma eine Tagung ausrichtet. Für die beiden Rezepte halte ich mich lieber an: Ilka und Rike.

die Leberspätzlesupp Zwiebelrostbraten mit Spätzle
Konstanz_Leberspätzlesupp Konstanz4_Zwiebelrostbraten

Nach dem Essen ein Stadtbummel. Ich bin erstaunt, die ganze Altstadt verwandelt. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren in ein hübsch hergerichtetes Fussgängerparadies verwandelt. Ob die Kanalisation immer noch die Gassen verstinkt, könnte schlüssig erst nach ein paar heissen Tagen beantwortet werden.

Münster in farbigem Rahmen Münster unten. Oh Mensch, knie nieder
Konstanz5_Münster Konstanz6_Münster

dann weiter ins pralle Leben der Wessenbergstrasse. Die mittelalterliche Altstadt ist nahezu lückenlos erhalten, da die Stadt in den beiden Weltkriegen verschont blieb. Schöne Strassenzüge mit Patrizier- und Zunfthäusern der mittelalterlichen Bürgerstadt.

Münster mit Brezel Strassenbild Wessenbergstrasse
Konstanz7_Münster & Brezel Konstanz13_Wessenbergstrasse
Gastarbeiter, mangelhaft bekleidet Katze mit Reichsadler
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Immer wieder zeigen sich schön erhaltene Häuser, wie das barocke Haus zum Wolf, das Rathaus, das Haus zum Hohen Hafen. Und immer wieder regnets mal kräftig.

Bar-ock. Haus zum Wolf Bar-barossa deutschtümelnd in Farbe
Konstanz14_Barock Konstanz10_Barbarossa

Die Altstadt endet westlich am Schnetztor, heute noch Ausfalltor Richtung Schweiz. Wir kehren via Rosgartenstrasse zur Marktstätte und durch unzählige Altstadtgassen via Konzilsgebäude auf die Insel zurück. Ausbeute: 1 wmf-Bratpfanne, 1 Pullover für Frau L. Wir beschliessen wiederzukommen. Ein hübsches Städtchen.

Schnetztor Marktstätte
Konstanz9_Schnetztor Konstanz8_Marktstätte

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D-60388 Frankfurt: fress:publica08

D-60388 Frankfurt Goldener Engel
Geendet hat der gemütliche Abend hier, im Goldenen Engel in Bergen-Enkheim Marktstraße 60, 60388 Frankfurt am Main. fressack lud ein. Rund 30 genussfreudige BloggerInnen, mit und ohne Gehülfen, haben sich hier zum essen, trinken, austauschen getroffen. Doch schön alles der Reihe nach:

Zwei Stunden Aufenthalt in der regennassen Stadt reichten aus für 30 Minuten Kultur&Sehenswürdigkeiten, 30 Minuten shoppen und 60 Minuten Marktbesuch in der Kleinmarkthalle. Der Markt sehenswerter als das Goethedenkmal.

Samstagsberg im Regen Hauptwache im Regen
D-60388 Frankfurt_Samstagsberg D-60388 Frankfurt_Hauptwache
Kirche oder Kebab-house ? Goethe mitten im Gebirge im Regen
D-60388 Frankfurt_Kebab-House D-60388 Frankfurt_Herr von
Kleinmarkthalle Hessenkeule oder Leberkäs?
D-60388 Frankfurt_2_Kleinmarkthalle D-60388 Frankfurt_3_Kleinmarkthalle
Kleinmarkthalle, Mönchsbart ausverkauft Kleinmarkthalle, Goethes Delight
D-60388 Frankfurt_4_Kleinmarkthalle D-60388 Frankfurt_5_Grüne Soss

Danach der Abend im Engel. Unterschiedlichste Mitbringsel der Teilnehmer, Blutwurst.. Brownies.. Kieler Sprotten.. Käsespezialitäten.. Langenburger Wibele.. undund…, ergänzt durch Äppelwoi und Frankfurter Tapas des Hauses, sorgten schon vor Beginn des Abendessens für nachhaltige Sättigung und Stimmung. Danach drei köstliche Hauptgänge mit dem Thema Leckereien vom Schwein. Unten der erste Gang: Grüne Sosse-Risotto, Schweinernes mit caramelisiertem Speck. Zum Dessert Brotauflauf vom grosszügigen Gastwirt und ein reich garnierter Frankfurter Kranz XXXL vom Blog Schnuppschnüss.

Jutta (Schnuppschnüss) beim Nachtessen Petra (Chili & Ciabatta) beim Nachtessen
D-60388 Frankfurt_9_Jutta D-60388 Frankfurt_10_Petra

Mehr Bilder gibts bei Notizen für Geniesser und verschiedenen anderen blogs oder bei flickr unter dem tag fress:publica08. Nachschauen ! Danke an den Organisator. Danke an die Teilnehmer und die Stifter von Leckereien aller Art. Bis zur fress:publica09 im 2009.

CH-2882 St. Ursanne

St. Ursanne Brücke
Der Besuch liegt zwar schon gut 4 Wochen zurück, wir wollten hier nur zum Mittagessen einkehren, doch alle halbwegs akzeptablen Gasthäuser waren gleichzeitig geschlossen. Die einzige offene, verrauchte Bierkneipe haben wir auf dem Absatz drehend gleich wieder verlassen. Gelegenheit, sich das Besucher- und Gastronomieentleerte Städtchen wieder einmal in aller Ruhe näher anzusehen, wenn auch mit knurrendem Magen. Wir haben uns am Abend zuhause an einem Käsefondue schadlos gehalten. Rauchfrei. CH-2882 St. Ursanne weiterlesen

CH-3312 Fraubrunnen und CH-3412 Heimiswil: Landgasthöfe

CH-3312_00red_2008_Heimiswil
Suure Mocke mit Härdöpfustock, Sauerbraten mit Kartoffelstock. Ein Emmentaler Nationalgericht. Bevor wir hier unsern eigenen suure Mocke servieren, wollten wir ihn zuerst einmal in den führenden, hiesigen Institutionen probieren und mit unserem vergleichen.  Wir haben zwei Landgasthöfe aufgesucht, die ihn das ganze Jahr auf der Karte haben und dafür weitherum bekannt sind und sogar ihre Rezepte auf dem Internet anbieten:

In Heimiswil den Gasthof zum Löwen, der villecht bescht Suur Mocke vor Wält ! (Titelbild)
In Fraubrunnen der Gasthof zum Brunnen, der bescht Härdöpfustock vor Wält ! (unten)

CH-3312_0red_2008_Fraubrunnen

Kein leichtes Unterfangen, da beide vorab gleich Anspruch auf das weltbeste Rezept anmelden. Und wir mittendrin, mit unserm eigenen Rezept, für das ich rein vorsorglich, wie immer ganz ohne Selbstzweifel, sofort ebenfalls Anspruch auf einen Platz unter den Weltbesten erhebe.

Hotel zum Brunnen, Fraubrunnen Gasthof z. Löwen, Heimiswil
CH-3312_1red_2008_0965 CH-3312_2red_2008_1146

Hotel zum Brunnen, Fraubrunnen

Das Restaurant ist Innen wie Aussen etwas in die Jahre gekommen. Lang ist es her, dass General Napoleon Bonaparte hier auf dem Weg nach Rastatt übernachtet hat. Die Sitzpolster teilweise etwas abgewetzt. Auch die Diplome und Auszeichnungen (Koch des Jahres 1994, Kocholympiaden, Goldene und Silberne Medaillen noch und noch) erscheinen irgendwie angegilbt. Und doch, Alexander Rufibach kanns. Wir essen hier hin und wieder den „Suure Mocke“, für den er so berühmt ist. Ein bodenständiges Stück Rindsschulter, tagelang in Wein eingelegt und lange gekocht mit einem himmlischen „Härdöpfustock“. Anderes haben wir hier noch nie gegessen. Das Fleisch mag noch so langfaserig sein, wenns auf den Teller kommt, schmeckt es zart. Die Sauce bodenständig und gut. Nachschub an Sauce kommt in einem kleinen Kaffeekännchen. Eine zauberhafte Idee, die zielgenaues Verteilen der Sauce erlaubt. Wie er den Kartoffelstock hinbringt, weiss ich nicht. Zart und luftig und doch buttrig. Preis: mittel. zum Rezept.

Gasthof z. Löwen, Heimiswil

Hier sind Intérieur und Service eindeutig nobler. Ist auch nicht Jahrhunderte her, seit hier Fürst Rainier von Monaco und andere Prominente hier gegessen haben. Hier wird das gleiche Fleischstück aus Daniel Lüdis Küche im Schatten eines bleichen Selleriezweiges serviert. Das rote Ding auf dem Foto war eine Rotweinbirne. Das Fleisch auch hier zart, etwas weniger langfaserig, klar die bessere Fleisch-Qualität als in Fraubrunnen. Frau L., heikel in solchen Dingen, meint aber einen goût herauszuschmecken, der vermutlich in der extrem langsamen Garmethode zu suchen ist: 18h bei 80° C für Schmorfleisch ist eine doch sehr lange Garzeit. Dazu noch der 14-tägige Aufenthalt in der Marinade. Sehr gute, kräftige Sauce. Der Kartoffelstock ist gut, für unser Empfinden aber etwas kompakt. Preis: gehoben. zum Rezept

Fazit

Sieger des Vergleichs: Napoleon hat besser gewählt, d.h. Vorteil für Fraubrunnen. Rufibach kocht den Sauerbraten für unsern Geschmack souveräner. Morgen bin ich an der Reihe mit meinem Sauerbraten. Unkritisch und voreingenommen von mir selbst beurteilt.