Archiv der Kategorie: Gourmandisen

Frühling vor dem Küchenfenster

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Küchenausblick auf Blauglockenbaum

Küchenfensterausblicke ? Hatten wir das nicht schon zweimal ? Will Barbara uns Blogger schon wieder auf Dinge neugierig machen, die wir schon kennen ?
Mit Neugier ist nicht zu spassen. Umsomehr wenn es um die Privatspäre geht. Wer sie preisgibt, muss sich genau überlegen, was und wieviel er offenlegen will. Nach Rochefoucault gibt es zweierlei Arten von Neugier: die eine aus Eigennutz, die uns antreibt zu erfahren, was uns nützen kann; die andere aus Stolz, die dem Trieb entspringt, zu wissen, was andere nicht wissen.  Ich will nicht darüber sinnieren, ob hier überhaupt einer dieser Beweggründe zutrifft, sondern liefere meine Bildchen loyal ab, jedoch so fotografiert, dass sie einzig die Aussage zulassen, dass ich alte Bäume und alte Dächer liebe. Mir selber hat der Event sehr genützt. Ich weiss nun, dass ich mein Makroobjektiv als Teleobjektiv einsetzen kann 🙂

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Arbeitszimmerausblick auf Linde
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Schlafzimmerausblick auf Kastanie
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Esszimmerausblick auf Blaues und Weisses Haus
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Wohnzimmerausblick auf Linde und Rhein
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Arbeitszimmerausblick auf die im Frühjahr gefällte Kastanie, traurig, traurig
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Derselbe Ausblick auf hoffnungsvollen Nachwuchs: Pfefferminz, Estragon etc.

Spargelpredigt

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weisse Spargelspitzen im Bratschlauch gegart an Brösmelibutter

Liebe Lesegemeinde !

Da ich mir in jüngster Zeit den Ruf eines Sektenpredigers zugezogen habe, will ich denn auch zu Beginn der Spargelernte in Städten und Dörfern umherziehen und die Lehre des wahren Spargelgenusses unter euch Ungläubigen verbreiten.
Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über. (Matthäus 12.34).

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zu kurz gestochene Spitzen

Spargeln sind geduldig wie Lämmer, lassen sich zusammentun mit jedweder Frucht, jedwedem Gemüse, das der Acker hervorbringt, mit jedwedem Fleisch, sogar unreinem Schweinefleisch. Doch solches ist des Teufels. Das nenne ich schon die Axt den Spargeln an die Wurzel gelegt. Sehet zu und hütet euch vor fettem Schinken, dicken und fetten Saucen. Der reine, wahre Spargelgeschmack wird sich alleine demjenigen erzeigen, der die Spargel in grösster Reinheit isst. Die ersten Spargeln, die der Frühling hervorbringt, sollt ihr essen mit reiner Nussbutter und Bröseln aus weissem Brot.

Zu derselben Stunde traten einige Adepten zu mir und stellten mir die Frage: Wer ist doch die Beste im Spargelreich ? Und ich erwiderte Ihnen: Wahrlich, die Spargelspitzen sinds, die reinen weissen, die zu kurz gestochen wurden, um als I-Klassware gelten zu dürfen. Sehet zu, daß ihr nicht jemand von diesen Kleinen verachtet. (Matthäus 18.10)

Da ich solches mit Ihnen redete, trat die Tochter eines Vaters auf mich zu und frug mich: Warum faste ich so viel, und deine Adepten fasten nicht ? (Matthäus 9.14)
Ich wandte mich um und sprach: Sei getrost, meine Tochter; dein Glaube hat dir geholfen. (Matthäus 9.20)

Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, euch vor dem Verzehr von unreinem Fleisch zu bewahren, das Gesetz oder eure Vorschriften aufzulösen. Ein jeder werde nach seinem Glauben selig. Doch wer sich mir anschliesst, dem verheisse ich den Einzug ins Spargelreich.

Und sie aßen alle und wurden satt; und hoben auf, was übrig blieb von den Spargelstangen.  (Matthäus 14.20)

Aber es waren keine sieben Körbe voll, wie verheissen.

Hier eine kleine Auswahl meiner liebsten Spargelrezepte, einfach Bild anklicken:

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Claudios Grünspargel-Risotto

Spargel-Canneloni-Schnecken 0_2010 05 13_6848
Cannelloni gefüllt mit grünem Spargel

Roséspargel mit Vinaigrette
Rosa Spargel an Grünspargelvinaigrette

Asperges Sauce à l'orange
Asperges Sauce à l’orange

Spargeln mit Morchelmousseline
Spargeln mit Morchelmousseline

Spargeln polnische Art
Spargeln polnische Art

Asperges Sauce Maltaise
Asperges Sauce Maltaise

Asparagi alla Milanese
Asparagi alla Milanese

Mehr Rezepte mit Spargeln unter dem tag Spargel

Produkttest: Rührkellen

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Schnurlose Rührkelle der Firma Rührkelle mit echtem Astloch

Als mir die Werbeagentur der Firma Rührkelle in einem freundlichen Mailwechsel das Testen der neuen, schnurlosen Holzrührkelle angeboten hat, habe ich zuerst gezögert. Als meinen Lesern verpflichteter Blog kommen für mich nur solche Produkttests in Frage, bei denen ich meine Meinung ehrlich und schonungslos äussern darf. Nachdem mir dies versichert wurde, habe ich sehr schnell zugesagt, weil ich jeden Tag in irgendwelchem Schlamm herumrühre und überhaupt: kabellos und somit steckdosenunabhängig klingt schon mal gut.

Bereits vier Tage später hielt ich das Päckchen in der Hand und war erst mal von der ausführlichen, 100 Seiten umfassenden Gebrauchsanweisung überrascht. Die Technik hat offensichtlich nicht nur auf dem Gebiet der Atomtechnologie unglaubliche Fortschritte gemacht. Auch die Rührkellen sind vom menschlichen Genius weiterentwickelt worden. Wie mein Testexemplar zeigt: eine wundervolle, aus echtem Schweizer Föhrenholz handgeschnitzte  Rührkelle; das präzise geschnittene Loch wird durch einen Ast gebildet, der vor dem ersten Gebrauch herausgedrückt werden muss. Das  garantiert die Unversehrtheit der Kelle vor dem ersten Gebrauch. Das Astloch ist millimetergenaue Präzisionsarbeit, wie wir das sonst nur von Schweizer Uhrwerken kennen. Die genaue Passform des Lochs sorgt zusammen mit der Quernut für den richtigen Mix aus turbulenter und laminarer Strömung bei gleichzeitig minimalstem Kraftaufwand. Das Gerät ist auch in heissen Flüssigkeiten (Suppen und dergl.) problemlos einsetzbar. Die natürliche Farbe des Holzes und das besonders hochwertige Material sorgen für Akzente und Effekte in jedem Haushalt.

mein bisheriger Eindruck: ein geniales Küchengerät, dessen Einsatz wirklich Spaß macht und das wirklich gut durchdacht ist.

Eine mögliche Schwachstelle ist die bereits erwähnte Quernut (siehe Bild). Als absolut unabhängiger  und kritischer Tester möchte ich hier doch anmerken, dass sich in dieser Nut Speisereste verhaken können, die sich bei einer oberflächlichen Reinigung schlecht entfernen lassen.

Nicht unerwähnt will ich lassen, dass mich die Firma freundlicherweise und ohne jede Verpflichtung eingeladen hat, ihrer Forschungsabteilung einen Besuch abzustatten. Nach einem Mittagessen bei einem 3-Sternekoch (darüber werde ich später berichten) wurde ich direkt in das Herz der Firma Rührkelle geführt: Das Labor. Hier wurde mir eine revolutionäre Neuentwicklung gezeigt, die demnächst auf dem Markt angeboten wird:

Die DosaSpaghetti Mehrzweck-Rührkelle.

Die Firma erlaubte mir, schon vor der Vermarktung des Gerätes ein Foto davon aufzunehmen und es hier zu veröffentlichen. Ich war sprachlos, ein  absolut sensationelles Gerät, das die Küchenarbeit revolutionieren wird. Die DosaSpaghetti Mehrzweck-Rührkelle erlaubt nicht nur das grammgenaue Abmessen von Spaghetti  für 1 – 3 Esser. Nein.nein.nein. Die Mehrzweckrührkelle rührt auch, und wie. Die drei eingebohrten Präzisionslöcher sorgen dafür, dass das Rührgut nicht nur auf der Höhe des Bodentopfes, wie etwa bei herkömmlichen Rührkellen, sondern auch weiter oben im Topf umgewirbelt wird !!! Ferner kann man die Spaghetti mit Hilfe der kunstvoll eingesetzten, gerippten Holzdübel elegant aus dem Salzwasser heben, ohne dass sie abrutschen. Alles High-Tech. Meinen Einwand, ob sich denn die Dübel in kochendem Wasser nicht lösen könnten, konnten die  kompetenten Ingenieure völlig entkräften.  Dieses Gerät lässt keine Wünsche offen.

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High-Tech Mehrzweckrührkelle der Firma Rührkelle

Anmerkung
Wenn die Wirklichkeit ironisch wird, übertreibt sie. Dennoch sind die grellsten der hier gemeldeten Begebnisse und Taten nichts anderes als Zitate.

Wanderer, kommst Du nach L’Aquila…

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Lesern von Genussblogs ist die Geschichte der 2009 erdbebengeschädigten Fabrik der Sorelle Nurzia bekannt. z.B aus den Blogs der gebürtigen Abbruzzesi Alex oder Claudio in Anonyme Koeche. Und einen solch köstlichen Nougatblock durfte ich kürzlich von Claudio, dem „jüngeren der beiden Schweizer„, als Geschenk in Empfang nehmen. Danke ! In Deutschland sind sie im Internethandel  erhältlich. Wir Schweizer müssen uns wohl selbst nach L’Aquila  bemühen. Dabei stellt sich mir jedoch eine Frage. Neben den Sorelle Nurzia gibt es in L’Aquila noch ein weiteres Geschäft für Nougat, die Fratelli Nurzia. Schwestern und Brüder berufen sich mit ihren Rezepturen beide auf dieselbe Gründerdynastie Gennaro 1835 und später seinen Neffen Ulysse.  Da wo die Geschichte  wirklich interessant  zu werden verspricht, verliert sie sich leider im Dunkel…  Wird wohl sein wie bei Sprüngli und Lindt&Sprüngli.

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Stanser Fladä. Kuhfladen.

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Ein Besuch in Stans war uns Anlass, am Ort des Entstehens eine Schachtel Stanser Fladä zu kaufen. Perfekt reif. Nach dem Abheben des Deckels zeigte sich der Inhalt als durchgehend honigartig-flüssig fliessender, löffelfähiger Dessertkäse. Ein Vacherin Mont d’Or-ähnlicher, vollfetter Kuh-Rohmilchkäse, der in Spanschachteln von ca. 400-500 g verkauft wird. Der Käse steht einem guten Vacherin Mont d’Or kaum nach. Das Stanserhorn ist unser Mont d’Or.

Der Käse ist längst kein Geheimtipp mehr. Seit er auch mit Unterstützung des Maître Fromager Rolf Beeler unter dem zugräftigen Namen Chuehflade verkauft wird, ist die Produktion von 1’000 auf 20’000 Kilo angestiegen.

Wintergemüse

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Luzern im Januar

So trüb und trostlos kann ein Januarsamstag aussehen. Insbesondere in Luzern. Leichtes Schneerieseln. Husch in die warme Backstube nach Meggen, wo uns Lucas Rosenblatt erwartet. Die Samstagswerkstatt steht unter dem Titel Wintergemüse und Trüffel treffen auf Frischling. Das freut Teilzeitvegetarier wie mich !

Das Gemüse mise en place lässt schon mal Winterliches erwarten

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Einheimische Winterfreuden

ein wenig lugt aber auch schon der Frühling aus Italien herein:

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Importierter Frühling aus Italien

Schwere Erdfarben dominieren die Gerichte

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Zwiebelcappuccino

Das schwarze Bigorre-Schwein wartet auch schon auf seine Zubereitung:

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Le noir de Bigorre

Die Blumen auf dem schön eingedeckten Tisch sorgen für die Farbtupfer:

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Interessante und köstliche Rezepte, demnächst auf diesem Blog.

Hacken und Wursten

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Und schon wieder ein neuer Kurs, den ich an einem Januarsamstag in der Kochwerkstatt von Lucas Rosenblatt besucht habe: Wenn es hackt und wurstet. Und es hat gehackt und es hat gewurstet. Und wie ! Hier ein paar Fotoimpressionen:

Ohne sauberes parieren der Fleischstücke geht nichts in der Heimwursterei. Während die Blitzhacker der Metzger jeden Schrott klaglos feinhacken, sind unsere Küchenmaschinen anspruchsvoller, Flexen mögen sie nicht, die sind für die Brühe.

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Das sauber parierte Fleisch wird kleingeschnitten, die Zutaten mit Handarbeit untergemischt, da kommt man mit dem Holzlöffel nicht mehr durch. Anschliessend mindestens eine Stunde im Kühlschrank mariniert, dann noch gute 10 Minuten in den Tiefkühler gestellt, damit das Fleisch den Wolf rasch passiert und dadurch weniger erwärmt wird.

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Ein leistungsfähiger Fleischwolf ist von Vorteil.

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Je nach gewünschter Feinheit, wird ein Teil oder die Gesamtmenge nochmals gekühlt, dann ein zweites Mal durch eine feinere Lochscheibe des Wolfs gelassen oder zu einem Brät gecuttert, wie hier das Zanderwurstbrät.

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Gewässerter Darm in zur Wursttülle passender Grösse wird aufgezogen.

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Jeder macht seine eigene Wurst. Unter scharfer Beobachtung.

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Lucas Rosenblatt an der Drehorgel Wurstpresse.

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Es ist vollbracht. Die Bauernbratwurst.

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Das Programm, demnächst hier nachzulesen, wie hier üblich mit viel Gelaber (Süddeutsche Zeitung) drum herum:

Beef Tatar, mit Servieranleitung
Zanderwürstchen an buntem Sauerkraut
Merguez auf Chermoula
Kaninchen-Chipolata mit Trüffel und Kartoffelpuffer
Kotelett Pojarski mit Karottensauce und geschmortem Radicchio
Bauernbratwurst mit Zwiebelschwitze

Kirschstengeli und die Heiligen Märtyrer

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rechtes Limmatufer und Grossmünster

Der Sage nach soll Karl der Grosse einst einen Hirsch von Aachen bis nach Zürich verfolgt haben, als sein Pferd plötzlich in die Knie gegangen sei, um den hier vergrabenen Gebeinen der Märtyrer Felix und Regula die Reverenz zu erweisen.

Auch wir haben eine Hirschfährte, bzw. Kirschfährte bis nach Zürich verfolgt. Die Pirsch nach den zuckerkrustenfreien Kirschstengeli, auf die mich ein paar Kommentare bei meinem Kirschstängelivergleich von letzter Woche gestossen haben.

Gleich nach der Grabstelle von Felix und Regula im Grossmünster und dem Schuhhaus „Inh. W. Gräb“ an der engen Rössligasse finden wir das zur Nummer passende Altstadthaus. Erst den Klingelknopf  „J. W. Schwerzmann Kirsch-Stengeli“ drücken und den Wunsch nach Kirschstengeli in die Gegensprechanlage rufen. Geöffnet wird uns aber nicht von Frau Kirsch-Stengeli, sondern persönlich von der freundlichen Tochter des Erfinders, die zusammen mit ihrem Mann (und einer Handvoll Angestellter) nunmehr die Produktion (mehr als eine Million Stück pro Jahr) der Stengeli übernommen hat. Wir probieren uns durch das Sortiment. Frau L. trifft die Wahl, zwei Grosspackungen Kirschtengeli und Williamsstengeli. Ich zahle.

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Frau L. bei der Sicherung der erbeuteten Stengeli

Zurück zu Karl dem Grossen. Felix und Regula gehörten der Thebäischen Legion an, die im 3. Jahrhundert in dem heutigen Saint-Maurice, wegen ihres Übertritts zum Christentum kollektiv den Märtyrertod erlitten. Beide konnten nach Turicum (Zürich) fliehen, wo sie aber von den Häschern des Maximinius erwischt, und ebenfalls hingerichtet  wurden. Jahrhunderte später habe Karl der Grosse nach dem Kniefall seines Pferdes die Gebeine der Märtyrer heben lassen und zur Ehre der Heiligen die Kirche und ein Augustiner-Chorherrenstift über ihren Gräbern gestiftet.

Frau L. war danach zu kalt, wollte nichts mehr von Kultur wissen, sondern einen warmen Cappuccino im Schober geniessen. Trotz fleissigem Ausschauhalten nach links und rechts sind mir weder im Ober- noch im Niederdorf  (dem Zürcher Amüsierviertel) weitere Heilige begegnet.

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links die Zwölf-Botenkapelle und Grossmünster

Zuhause dann die Prüfung der erlegten Beute. Im Unterschied zu den klassisch-französisch mit Zuckerkruste hergestellten Stengeli ist bei den Schwerzmannschen der Zucker/Kirsch-sirup in einer zylindrischen Schokoladenhülse eingesperrt. Die vermutetete Verschlusskappe ist sehr sauber eingesetzt, mit dem Vergrösserungsglas sind keine Verbindungsstellen erkennbar, obwohl die Hülsen nicht mit Kuvertüre überzogen sind. Der Kirschgehalt (Kirsch von Räber, Küsnacht) liegt mit 7 %  etwas tiefer als bei jenen der Confiserie Krattiger, aber die krustenfreie Umhüllung hat auch was für sich. Kurz: Die Stängeli lassen sich schwer vergleichen. Beide haben ihre Vorzüge. Frau L. zieht die Schwerzmänner vor, ich liebe das Krachen der Krattiger.

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Der schlanke, geometrisch gerade Kirsch-Zylinder