Schwarz. Dreimal.

Wasserbüffel in Schangnau
Ungehalten, schnaubend und trampelnd sind sie auf mich harmlosen Touristen zugestürmt. Mit einem olympiareifen Satz über den Elektrozaun konnte ich Leben und Kamera gerade noch retten. Dabei wollte ich von den temperamentvollen, schwarzen Wasserbüffeln in Schangnau im Emmental nur ein Foto schiessen und anschliessend in der Käserei eine Ration Büffelmozzarella einkaufen. So geht man doch mit einem guten Kunden nicht um ! Hornlos wie sie waren, hätt ich sie ja nicht einmal bei den Hörnern packen können. Schwarz. Dreimal. weiterlesen

Das war Tells Geschoss

Das war Tells Geschoss

Falsch. Schiller lässt Gessler im Präsens sprechen: „Das ist Tells Geschoss“. Zudem stammt die Bild-Idee (leider) nicht von mir. Stephan Bundi, einer der ganz grossen Schweizer Grafiker, hat sie vor ein paar Jahren in einem Plakat für das Stadtheater Bern erdacht und gemalt. Ich will damit nur die Werbetrommel für meine Lieblingsäpfel rühren: Rubinette. Eine Schweizer Züchtung von Walter Hauenstein. Süss, gleichzeitig sauer, voll apfelfruchtig, an Cox-Orangenrenette erinnernd, saftig. Ich kenne keinen besseren Apfel. Der Paradiesapfel der Eva muss ein Rubinette gewesen sein ! Leider gibt es ihn nur kurze Zeit. Ab September bis Dezember (bei professioneller Lagerung). Bei ungeeigneter Lagerung wird er mehlig und welkt rasch. Wilhelm Tell, von Friedrich Schiller, wird ab 27. Oktober im Bremer Theater, gewiss über Dezember hinaus, gegeben. Karten daselbst. Wie Ihr zu den Äpfeln kömmt, müsst Ihr selbst schauen. Sie werden auch ausserhalb der Schweiz angebaut.

Aperto-Open

Aperto
Urlaub vorbei. Ab Montag, 8. Oktober wird hier wieder gekocht, ab sofort wieder berichtet werden. Etwa im Sinne des bekannten Ausspruchs von Günther Grass: „Es gibt nur ein Vergnügen, das größer ist als die Freude gut zu essen, das Vergnügen, gut zu kochen.“

Den Schnee haben wir im Fex-tal (Oberengadin) angetroffen, am 26. September 2007. Wem zu kalt ist draussen, darf sich in der warmen Küche hinzusetzen ! Wenigstens virtuell.

Chiuso-Closed

chiuso per ferie

Wiedereröffnung/Re-opening Montag 8. Oktober. Lesen ist weiterhin möglich und sogar erwünscht. 🙂  Kommentare auf bestehende posts sind möglich, aber wegen dem vielen spam auf Moderation geschaltet. Ich werde sie einmal pro Woche freigeben.

Die Welt ist klein geworden. Alles Wichtige und noch viel mehr Unwichtiges wurde beschrieben, gefilmt, fotografiert. In Hochglanz-Reiseprospekten, Reiseführern und Merian-Heften dokumentiert. Gibt es da noch etwas zu entdecken ?
Uns fehlt es an der notwendigen Fantasie und Energie, um konkrete Ferienpläne zu entwickeln. Was sollen wir Nichtsportler auf einem Segelschiff in der Aegaeis ? was an einem Trekking durch Nord-Burma, was auf einer Mittelmeer-Kreuzfahrt mit Sibylle Sager, der Köchin der Nation, was auf einer Alphütte ohne Wasser ? Chiuso-Closed weiterlesen

Pasta e lenticchie all’arancia

Pasta e lenticcie all'arancia
In meinem Kühlschrank befinden sich noch genau 3 Stangen Staudensellerie, ein paar Tomätchen und eine halbe Frühjahrszwiebel. Nicht mal Petersilie. Gähnende Leere. That’s it. Und damit sollte/möchte ich noch schnellschnell am Garten-Koch-Event Linsen teilnehmen. empty-fridge-kitchen ? Na denn. Herr L., teilnehmen ist ja nicht verboten.

Im südlichen Italien (Puglia, Sicilia) gehören Linsengerichte zum traditionellen Neujahrsessen. „Mangiare le lenticchie a Capodanno porta un nuovo anno pieno di soldi…“ Wobei die Linsen ja nur der Auftakt sind…  Spaghetti hats immer im Haus. Linsen auch, Tomatendosen auch. Nur am Gelde fehlts trotz der Linsen. Pasta mit Linsen sind ja ein Klassiker, Linsen mit Orangenschale hat auch schon jemand erfunden, also werfen wir beides zusammen. Den Zampone gibts dann zu Neujahr. zum Rezept Pasta e lenticchie all’arancia weiterlesen

Involtini ai funghi porcini

Involtini di funghi porcini

Kalbfleischvögel, jedesmal werden sie bei mir anders gefüllt. Abhängig von den Zutaten, die sich gerade im Kühlschrank befinden. Diesmal mit Rohschinken, Dörrtomatenstreifen und grossen, getrockneten Steinpilzscheiben, eingeweicht in Marsala, statt in Wasser. Diesen Trick hab ich bei genussmousse da und da abgeschaut. Angebraten und dann in Weisswein, dem Einweich-Marsala und Kalbsfond geschmort. Als Beilage dazu die Gnocchi di polenta e zucca. Beides sehr gut, nur die Arbeit für die involtini hätte ich mir ersparen können. Beim Schreiben dieses Textes finde ich im Internet unter Involtini einen Hersteller, der meine (meine?) Involtini in Kartons zu 3×1 kg, entsprechend 60 Röllchen fixfertig als convenience anbietet. Eingefroren. Auf den Grill damit und fertig ! d.h. doch nicht ganz meine. Sauce hats dort keine dran, Marsala auch nicht. Das macht vielleicht den Unterschied!  Tag gerettet. zum Rezept Involtini ai funghi porcini weiterlesen

TGRWT #6: the blue apple

apple and lavender
They go really well together food blogging event (TGRWT) is all about flavour pairing, that is combining ingredients and flavours that wouldn’t usually be put together and seeing how it turns out. Ingredients to pair this time are: Apple & Lavender. For the sixth event (TGRWT #6), hosted by Inge at vanielje kitchen, I present an apple-lavender sorbet with a sensational taste, served with crispy dried slices of apples. To tell you the truth, the sorbet is not blue, rather dusky pink. Blue is my T-shirt beneath the dish.

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TGRWT #6: der blaue Apfel

apple and lavender
In der sechsten Auflage des TGRWT (They go really well together food blogging event) geht es um die Kombination der Aromen von: Apfel & Lavendel. Der Event wird durch Inge von vanielje kitchen gehostet. Ich mache ein elegantes Apfel-Lavendelsorbet mit einem unglaublich guten, leicht altmodischen Geschmack, serviert mit knusprigen Apfelchips. Das Sorbet ist, offen gestanden, nicht blau, eher alt-rosa. Blau ist mein T-shirt, das unter dem Glasteller liegt.

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Gnocchi di polenta e zucca

Gnocchi di polenta e zucca Abstreifen
Mais-Kürbis-Gnocchi. Einmal anders zubereitet. Für meine Verhältnisse Presto. Prestissimo. Teig in den Spritzsack. Drücken. Mit der Haushaltschere abschneiden und im kochenden Salzwasser garen. Nicht ganz so zart wie meine Kartoffelgnocchi, aber eine herzhafte und schmackhafte Beilage für Pilzgerichte und Fleisch mit Sauce. Ist ja Herbst oder ? Aussehen tun sie ähnlich wie die schwäbischen Buebespitzle. Nur mit der Schere verkürzt. Schnipp. zum Rezept Gnocchi di polenta e zucca weiterlesen

Fiori di ricotta e mirtilli

Fiori di ricotta e mirtilliKleine Strudelteig-Törtchen mit Ricotta und Heidelbeeren gefüllt. Nur schwach gesüsst mit Honig. Dazu eine geniale Sauce von Zitrusfrüchten, Honig und Szechuanpfeffer. Das Originalrezept stammt aus dem Buch Aroma pur von Tanja Grandits, 2006 Schweizer Köchin des Jahres (aus Deutschland). Wir haben es in der Kochschule nachgekocht. Im Original Frühlingsrollen, in Öl ausgebacken. Die haben mir nicht gefallen. Zu fett. In einem zweiten Versuch zuhause hab ichs mit Rollen in Strudelteig probiert, die im Ofen mit sanftem Pfluff explodiert sind. Im dritten Anlauf ist mir ein Dessert gelungen, das uns begeistert hat. Die Sauce ist so gut, dass man sie alleine essen kann. Der balsamische, mild-scharfe Geschmack des Szechuan-pfeffers erinnert mich ganz entfernt an die Ysop-pflanzen in meinem Gewürzgarten, oder an Tigerbalsam ? Und die Beilage, das Törtchen, schmeckt wirklich gut. zum Rezept Fiori di ricotta e mirtilli weiterlesen

es weihnachtet bald…

Kochbuch Cover
und wie jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: was schenke ich meiner/m Liebsten ?  Kleiner Tipp: meinen grössten Schenkerfolg (seit den Trauringen vor fast vierzig Jahren) habe ich kürzlich mit einem Buchgeschenk an Frau L. eingeheimst: ein Kochbuch mit meinen Kochrezepten. Und persönlicher Widmung. Auflage 1 Stück. Unverkäuflich. Unbezahlbar. Bekanntere foodblogger haben natürlich schon „richtige“ Bücher herausgegeben wie Claudia von FoolforFood, oder arbeiten daran, wie Nicky und Oliver von delicious days. Aber auch ein Gelegenheitsblogger freut sich mit seiner Frau, wenn ein eigenes Buch im Regal steht.

Viele Händler, Buchbinder, Fotolabors bieten heute die Möglichkeit, sich mit Hilfe von Gratis-SW Fotobücher off-line mit eigenen Fotos und Texten zusammenzustellen. (googlesearch: Fotobuch). Der Spass ist nicht ganz billig, 80 Seiten kosten zwischen 50-80 Euro mit farbigem Hardcover, Klebebindung, je nach Anbieter auch mit Fadenbindung. Für das Geld gäbe es die kulinarische Enzyklopädie von Alain Ducasse zu kaufen. Aber der Ducasse ist eben nicht das eigene Kochbuch. es weihnachtet bald… weiterlesen

und ausserdem

Canapées lamiacucina

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wurden bei uns wieder einmal Canapées (belegte Brötli) zubereitet und auf dem Kanapee gegessen. Ohne Rezept. Von links nach rechts:

(1) Thoncrème mit Zwiebeln, Paprika und Kapern
(2) Salami mit Essiggurke und Ei auf Senfbutter
(3) Camembert mit scharfen Senffrüchten
(4) Gurke mit Dill auf Frischkäse
(5) nochmals Thoncreme
(6) nochmals Salami
(7) Glarner Schabzigerbutter (Zibu) mit Nuss

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