
Ob meiner vielen Pasta- und Gemüsegerichte komme ich kaum mehr dazu, Fleisch zu braten. Eine gefährliche und ungesunde Entwicklung. Am letzten Abend in der Kochschule habe ich mit grössten Vergnügen Steaks aus dem Rehrücken machen dürfen. Das verdient hier festgehalten zu werden, auch wenn das noch ungesicherte Foto vom fertigen Teller beim Crash meiner Festplatte verschwunden ist. Das Fleisch war von selten guter, zarter Qualität, das Gericht etwas ungewohnt gewürzt, aber kurz vor Weihnachten ist das erlaubt und geschmeckt hats harmonisch, wie eine kleine Jagdmusik. zum Rezept Rehmedaillons mit Zimt und Sternanis weiterlesen
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Kabelsalat an Soft-Vinaigrette

Kabel, nicht Kabeljau. Das ging ja schneller als ich dachte. Montag früh hab ich mir eine tera-grosse externe Hardisk mit einem neckisch kleinen PC-Tower bestellt, den hab ich am Donnerstag abend erhalten und seither versuche ich, Ordnung in den Kabelsalat zu bekommen; seit Thomas A. Edison hat sich in dieser Technik offensichtlich nicht viel bewegt. Heute gehts nahtlos weiter… Danke für all die herzlichen Wünsche zu einem geruhsamen Advent, Beileidsbezeugungen und freundlichen Telefonate. Ich bin jetzt mit Datenschutzmitteln für die nächsten 50 Jahre versehen. Weniger Kochen, mehr Datensichern, Anleitungen Studieren. Aus mit der erzwungenen Adventsgeruhsamkeit. Eure Kommentare werde ich im Lauf des Tages beantworten.
Was verloren ist, kann ich noch nicht abschätzen, die Backup-software ist mit dem neuen Betriebssystem nicht mehr kompatibel. Toll. Immerhin: meine handgeschriebenen Rezeptkarten, Bücher und Zeitschriftenstapel sind ja alle noch da und was sonst im Kopf rumgeisterte dazu. Warum werden Zivilstandsbücher und Sterberodel heute noch von Hand in Buchform geführt ? Warum wohl ?
Orecchiette al pomodoro

Unlängst bei einem Edel-Italiener gegessen. Hausgemacht mit Tomatensauce. Und über allem eine grosse, luftige, fast schwebende Schaumkugel aus weissem Tomatenschaum. Wie eine Faust aufs Auge. Ach du heiliger Molekularius. Muss das sein ? Heute war mir nach normalen Orecchiette zumute. Rosa von yummy-yums hat im August welche hergestellt. Schöne Bilder prägen sich bei mir unauslöschlich ein. Warum nicht mal selber machen ? Einmal im Leben ? Ich war erstaunt, wie rasch das geht. Vielleicht etwas zu rasch, wie sich hinterher zeigte. zum Rezept Orecchiette al pomodoro weiterlesen
Spaghetti cacio e pepe
Dass hier während eines Jahres noch nie Spaghetti gekocht wurden, ist ja kaum zu glauben. Dabei setzt die lamiacucina GmbH jede Woche eine Packung Spaghetti um. Das muss ändern. Spaghetti mit Pecorino und viel Pfeffer. Anders als die Römer, bei denen der Käse in wenig Kochwasser angerührt wird, ziehe ich die nördliche Variante vor, die wir im Ristorante Don Lisander in Mailand kennengelernt haben. Da werden die Spaghetti durch ein Schmelze des Pecorino in Rahm gezogen und mit viel grob gemahlenem Pfeffer angerichtet. Einfachste Küche. Mit einem guten, süsslichen Pecorino und viel Pfeffer unglaublich köstlich. zum Rezept Spaghetti cacio e pepe weiterlesen
Badener Chräbeli
Anis-Chräbeli aus dem Rezeptbuch von Frau Curtius. Ein klassischer Anis-Springerleteig mit Anissamen. Ohne Anisöl. Ohne Backmittel. Die Chräbeli waren früher unser Sorgenkind. Sind doch „Änisbrötli ohne Fuessli ein Ärgernis“, wie schon ein altes Basler Kochbuch weiss. Mittlerweile haben wir durch Misserfolge gelernt, wie den Fusskrankheiten der Chräbeli abzuhelfen ist. zum Rezept Badener Chräbeli weiterlesen
Gemüseterrine
Hier ist sie endlich: die fantastische Gemüseterrine aus dem Restaurant Gotthard in Gurtnellen, das Originalbild hier. Mein erster Versuch, sie freihand zu kopieren, ist gleich gelungen. Etwas für das Festessen-Repertoire, gar nicht schwierig zuzubereiten. Und das schon am Tage davor. zum Rezept Gemüseterrine weiterlesen
Haferschleimsuppe IGITT

Hin und wieder beutelt einen das Leben: Alter, Gesundheit, Hunger, die Seele oder sonstwas. Für diese Fälle haben wir eine Suppe als Allheilmittel im Küchenschrank. Rezeptfrei und deshalb nicht krankenkassenpflichtig, aber voll wirksam. Gerade weil mensch in solchen Situationen nicht mehr lange Hühner auskochen mag, ist die Suppe einfach zuzubereiten, die Brühe aus der Tüte, etwas beruhigende Schnippelarbeit und etwas Rühren. Erstaunlich an der Suppe: Sie wirkt kurativ in beiden Richtungen, also sowohl für als gegen. Die Suppe hat einen Namen. Danke an Taufpatin Bolli. Er ist aber völlig unpassend. An unserm Haferschleim ist nichts igitt. zum Rezept Haferschleimsuppe IGITT weiterlesen
vorübergehend geschlossen
Gestern Nachmittag ist der Lesekopf meiner Harddisk zu nahe getreten. Englisch: harddisk-crash. Unbeschreiblich, das Gefühl danach. Nächste Woche soll ich mich ins Weihnachtsgewühl stürzen, einen neuen PC kaufen ? Den PC in tagelanger, ach so benutzerfreundlicher Arbeit wieder aufsetzen ? Nachsehen, was noch wiederherzustellen ist. Wozu ?
Ich schreibe hier am Internetanschluss eines MacDonald-Restaurants. Eine Strafe ist offenbar nicht genug. Einträge habe ich noch bis nächsten Freitag automatisch eingeplant, kommentieren werde ich jedoch nicht mehr können, danach ist für einige Tage Ruhe hier. Euch wünsche ich vorzeitig schöne Festtage. Vielleicht schaff ich es, Anfang Januar bei Punkt Null wieder weiterzumachen.
Dieser Beitrag ist unter Gourmandisen abgelegt. Schöne Gourmandise das. Eher eine vorzeitige Bescherung. Dafür mach ich keinen neuen tag.
Champagne gegen Champagne: Dramolett in 3 Akten, einem Prolog und einem Epilog
Ort der Handlung
Champagne, ein kleines Dorf am westlichen Ufer des Neuenburgersees. Nähe Grandson. Nahe am Schlachtfeld, bei dem 1476 die Eidgenossen Karl dem Kühnen das erstemal eine Schlacht geliefert und gewonnen haben.
Die Personen der Handlung
Kläger: Das allmächtige Syndicat Général des Vignerons de la Champagne (F), vertreten durch a) Rechtsanwalt Nicolas Sarkozy, derzeit Staatspräsident, b) den hohen Gerichtshof der Europäische Union.
Beklagte: 40 kleine Weinbauern im oben erwähnten Schweizer Dorf Champagne.
Souffleur: Karl der Kühne, Herzog von Burgund, 1433-1477, begraben zu Brügge.
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Neo-Postalisches

Schon wieder hat die Schweizerische Postzollstelle Arbeit erhalten. Da haben wir den Käse. Neue Zolldeklaranten und -assistenten werden gesucht, um der Arbeitsflut Herr zu werden. Kurz: Die talentierte Köchin aus Paris… auf den link klicken um zu erfahren wer das ist :-), hat uns schon wieder mit einem Paket bedacht. Das ist sehr nett von ihr und wird von uns hochgeschätzt und herzlich verdankt. Das Paket enthielt eine kleine, feine Auswahl erlesener Käslein, ganz links der Trappe d’Échourgnac aus dem Périgord, der mit Nusslikör affiniert wird und schon entsprechend köstlich riecht, dann die Ziegenkäse Pélardon aus dem Languedoc-Roussillon, einen chèvre frais und einen chèvre frais cendré. 
Alles abgabenfrei. In meinem Keller habe ich als Wein dazu einen Schweizer Viognier ausgewählt. Sancerre oder Weissburgunders würden zu den Ziegenkäsen auch passen. Der Pélardon ist reserviert für ein warmes Gericht, die andern gibts heut abend, mit etwas Salat und wenig Rösti.
Danke Frau Bolli. Mein Gegenpaket kommt bald, hier ticken die Uhren langsamer als in der Weltstadt. Auf dass die technischen Probleme in Deinem Blog bald wieder gelöst sind.
Nachgekocht: Parmentier aus Topinambur mit Blutwurst anderer Art

Ich habs geschafft. Endlich mal was nachgekocht aus der Rezeptsammlung der talentierten Köchin aus Paris. Die kleine Rezeptänderung möge Sie mir verzeihen. Von mir aus hätte es durchaus Blutwurst sein dürfen. Aber Frau L., ohnehin im Moment gesundheitlich reduziert, mags lieber ohne Blutwurst. Drum lass ich die Blutwurst zur Rande (Austria: Rohne) mutieren. Mit Blutwurstgewürz nachgebessert. Blut trieft im Teller. Und doch, trotz rünstiger Optik…. mir fehlt die Wurst. zum Rezept Nachgekocht: Parmentier aus Topinambur mit Blutwurst anderer Art weiterlesen
Ragù di verze e marroni

Wirsing und frisch gebratene Marroni als Ragout an einer Gemüserahmsauce. Seit ich Grünkohl und Wirsing besser auseinanderhalten kann, finde ich zunehmend Gefallen an daraus zubereiteten Gerichten. Die Marroni hole ich mir beim Marronibrater Salvatore Puglisi in der Stadt. Die auf seinen Marroni-Säcken angegebene Zahl steht für das Kaliber, gibt also Auskunft über Gewicht und Grösse: 70 bedeutet, dass man pro kg etwa 70 Marroni erhält. Das entspricht einer sehr guten Essqualität. Leider gibts viele Händler, die zum gleichen Preis bis Kaliber 90 oder 95 verkaufen. Diese Kaliber sind nicht schlechter, aber sie trocknen rascher aus und der Schalenanteil ist höher. In der Produktebeschreibung eines Schweizer Marronigrosshändlers liest sich das als: „Geeignet für Standorte mit starker Kundenfrequenz“. Andersrum: minderwertige Qualität für Kunden die täglich wechseln. Man merkt die Absicht und meidet solche Standorte. zum Rezept Ragù di verze e marroni weiterlesen


