Alle Beiträge von lamiacucina

Chemie-Ingenieur. Passionierter Koch-Dilettant. Mediterrane Küche, Molekulargastronomie.

TGRWT #6: der blaue Apfel

apple and lavender
In der sechsten Auflage des TGRWT (They go really well together food blogging event) geht es um die Kombination der Aromen von: Apfel & Lavendel. Der Event wird durch Inge von vanielje kitchen gehostet. Ich mache ein elegantes Apfel-Lavendelsorbet mit einem unglaublich guten, leicht altmodischen Geschmack, serviert mit knusprigen Apfelchips. Das Sorbet ist, offen gestanden, nicht blau, eher alt-rosa. Blau ist mein T-shirt, das unter dem Glasteller liegt.

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Gnocchi di polenta e zucca

Gnocchi di polenta e zucca Abstreifen
Mais-Kürbis-Gnocchi. Einmal anders zubereitet. Für meine Verhältnisse Presto. Prestissimo. Teig in den Spritzsack. Drücken. Mit der Haushaltschere abschneiden und im kochenden Salzwasser garen. Nicht ganz so zart wie meine Kartoffelgnocchi, aber eine herzhafte und schmackhafte Beilage für Pilzgerichte und Fleisch mit Sauce. Ist ja Herbst oder ? Aussehen tun sie ähnlich wie die schwäbischen Buebespitzle. Nur mit der Schere verkürzt. Schnipp. zum Rezept Gnocchi di polenta e zucca weiterlesen

Fiori di ricotta e mirtilli

Fiori di ricotta e mirtilliKleine Strudelteig-Törtchen mit Ricotta und Heidelbeeren gefüllt. Nur schwach gesüsst mit Honig. Dazu eine geniale Sauce von Zitrusfrüchten, Honig und Szechuanpfeffer. Das Originalrezept stammt aus dem Buch Aroma pur von Tanja Grandits, 2006 Schweizer Köchin des Jahres (aus Deutschland). Wir haben es in der Kochschule nachgekocht. Im Original Frühlingsrollen, in Öl ausgebacken. Die haben mir nicht gefallen. Zu fett. In einem zweiten Versuch zuhause hab ichs mit Rollen in Strudelteig probiert, die im Ofen mit sanftem Pfluff explodiert sind. Im dritten Anlauf ist mir ein Dessert gelungen, das uns begeistert hat. Die Sauce ist so gut, dass man sie alleine essen kann. Der balsamische, mild-scharfe Geschmack des Szechuan-pfeffers erinnert mich ganz entfernt an die Ysop-pflanzen in meinem Gewürzgarten, oder an Tigerbalsam ? Und die Beilage, das Törtchen, schmeckt wirklich gut. zum Rezept Fiori di ricotta e mirtilli weiterlesen

es weihnachtet bald…

Kochbuch Cover
und wie jedes Jahr stellt sich die gleiche Frage: was schenke ich meiner/m Liebsten ?  Kleiner Tipp: meinen grössten Schenkerfolg (seit den Trauringen vor fast vierzig Jahren) habe ich kürzlich mit einem Buchgeschenk an Frau L. eingeheimst: ein Kochbuch mit meinen Kochrezepten. Und persönlicher Widmung. Auflage 1 Stück. Unverkäuflich. Unbezahlbar. Bekanntere foodblogger haben natürlich schon „richtige“ Bücher herausgegeben wie Claudia von FoolforFood, oder arbeiten daran, wie Nicky und Oliver von delicious days. Aber auch ein Gelegenheitsblogger freut sich mit seiner Frau, wenn ein eigenes Buch im Regal steht.

Viele Händler, Buchbinder, Fotolabors bieten heute die Möglichkeit, sich mit Hilfe von Gratis-SW Fotobücher off-line mit eigenen Fotos und Texten zusammenzustellen. (googlesearch: Fotobuch). Der Spass ist nicht ganz billig, 80 Seiten kosten zwischen 50-80 Euro mit farbigem Hardcover, Klebebindung, je nach Anbieter auch mit Fadenbindung. Für das Geld gäbe es die kulinarische Enzyklopädie von Alain Ducasse zu kaufen. Aber der Ducasse ist eben nicht das eigene Kochbuch. es weihnachtet bald… weiterlesen

und ausserdem

Canapées lamiacucina

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wurden bei uns wieder einmal Canapées (belegte Brötli) zubereitet und auf dem Kanapee gegessen. Ohne Rezept. Von links nach rechts:

(1) Thoncrème mit Zwiebeln, Paprika und Kapern
(2) Salami mit Essiggurke und Ei auf Senfbutter
(3) Camembert mit scharfen Senffrüchten
(4) Gurke mit Dill auf Frischkäse
(5) nochmals Thoncreme
(6) nochmals Salami
(7) Glarner Schabzigerbutter (Zibu) mit Nuss

CH-6535 Roveredo: Salumeria Fagetti

Salami FagettiAm untersten Ende des Misox, einem Bündner Südtal, liegt Roveredo. Der Ort zweigeteilt durch die Nationalstrasse 13. Wer in Richtung Süden, ins Tessin oder nach Italien reist, oder sich auf der Heimfahrt befindet, wird hier kaum anhalten wollen. Ein Bericht im NZZ Folio 5/2007 hat mein Augenmerk auf eine Besonderheit dieser Ortschaft gelenkt. Im Ort finden sich gleich zwei traditionelle Metzgereien, also etwa gleichviel wie in der Möchtegern Kultur- und Grosstadt Basel. Die eine, Macelleria Fagetti, ist im Tessin bekannt ob ihrer südalpinen Fleisch-spezialitäten. Salami vom Hausschwein, Wildschwein, Pferd, Esel, dann Luganighette, Rauch- und Trockenfleisch-spezialitäten.  Wenn schon die Tessiner nach Roveredo reisen, um sich mit diesen Köstlichkeiten einzudecken, ist mir der Weg dahin nicht zu weit. Auf dem Gotthard der erste Schnee. -2°C. Aber wenn Herr L. Salami im Kopf hat, hats für anderes keinen Platz mehr. (Zitat Frau L.) Dann fährt er auch mit Sommerreifen durch Schneematsch. CH-6535 Roveredo: Salumeria Fagetti weiterlesen

Scaloppine di vitello al limone

Scaloppine di vitello al limone
Der Beitrag von genussmousse hat uns das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Perfekt, klassisch. Letzten Sonntag gabs auch bei uns scaloppine al limone. Wo wir unser Rezept herhaben, wissen wir nicht mehr. Sicher kein italienisches Rezept. Vielleicht stammt es von einem Meisterkoch, der den Italienern beibringen wollte, wie man gute „Zitronenschnitzel italienische Art“ zubereitet ? Seis drum, uns schmecken sie, seit Jahren immer wieder. Ich mariniere das Fleisch roh im Zitronensaft während 3 Stunden. Danach wird angebraten, aus dem Bratfond eine kurze Sauce angerührt und blanchierte Zitronenjulienne dazu serviert. Sehr zitronig, durch und durch. Ob der Zitronensaft durch den Abbau von Bindegewebe das Schnitzel noch zarter macht ? So die Theorie. Ich hab nichts davon gemerkt. Es war trotzdem zart. Und gut. Gut wie immer meistens. zum Rezept Scaloppine di vitello al limone weiterlesen

Filets de Rougets aux tomates et olives

Filets de Rouget barbet im Teller

An diesem Rezept gefällt mir die Einfachheit der Zubereitung, es stammt von Dominique Le Stanc aus Zeiten, in denen er noch in Monaco gekocht hat. Heute führt er in Nizza das winzige Bistrot La Merenda. Rotbarbenfilets gebraten mit einem kurz angezogenen Gemüse aus Tomaten und schwarzen Oliven mit Petersilie und Basilikum. Mein Lieblingsfisch. zum Rezept Filets de Rougets aux tomates et olives weiterlesen

Risotto al Brunello

Risotto al vino rosso

Rotwein-Risotto inspiriert von einem Rezept in Dania Luccherinis Buch La cucina toscana della Chiusa, ISBN 3-85502-336-0. Dazu braucht es nicht unbedingt einen teuren Brunello di Montalcino, aber ein gutes Resultat erhält man nur, wenn man einen geeigneten Wein verwendet. Geeignet sind aromatische, „süsse“ Weine (mit „süss“ meine ich nicht den Gehalt an Zucker): dazu gehören viele italienische, spanische und portugiesische Weine, aber auch mit Cabernet-Merlot Blends oder Merlots aus Übersee kann man ein gutes Ergebnis erzielen. Unbefriedigend wird das Resultat mit Weinen, die entweder durch ihre Jugend, ihren Traubencharakter oder ihren Ausbau Säure-, Tannin-, oder Barrique-betont sind. zum Rezept: Risotto al Brunello weiterlesen

Tafelspitz an Kürbiskernölschaumsauce

Tafelspitz an Kernölschaumsauce
Restenverwertung nach Matthäus 26,41 ? Da steht doch: „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“. Im Gegenteil ! Das Fleisch (mein Tafelspitz) ist stark und mein Gast (Frau L.) ist willig (an der Fleischverwertung teilzuhaben). Tafelspitzresten an einer improvisierten Schaumsauce aus Kürbiskernöl, dazu Stampfkartoffeln (écrasée de pommes de terre à l’huile de courge). Da kann ich nur nochmals in die Kiste geflügelter Worte greifen: FELIX AUSTRIA.  zum Rezept Tafelspitz an Kürbiskernölschaumsauce weiterlesen

Plädoyer für RezCard-Verwaltung, Version 1967

Rezeptkarte

Frau L., die allzeit ordnungsliebende, braucht keine Computer. Die Verwaltung ihrer Rezepte beruht auf Karteikarten. Seit 1967. Änderungen sind rasch nachgetragen. Sie hat sie immer zur Hand, auch am Kochherd, es sei denn, Herr L. hätte sie unter falschen Buchstaben abgelegt. Kochzeitschriften enthalten in der Regel kaum mehr als ein einziges brauchbares Rezept, das wird ausgeschnitten und auf die Karteikarte aufgeklebt. Der Rest kommt ins Altpapier. Plädoyer für RezCard-Verwaltung, Version 1967 weiterlesen