Der TGRWT #2 Round-Up ist bei Tara in Should You Eat That? on-line gestellt. Da hat es recht originelle Kombinationen und Kreationen zwischen Banane und Petersilie dabei.
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Bier-Windbeutel mit P-O-K-K-Quark
Restenverwertung war angesagt. Der halbe Kühlschrank mit Bier-Windbeuteln verstellt. Der auf die Schnelle dazu angerührte Peperoni-Oliven-Kapern-Kräuter-Quark ergab eine ausgezeichnet passende Füllung. Bei den grünen Blättchen der Dekoration handelt es sich um Blätter der Weinraute, die ich (selten) zu Käsegerichten esse. Die Weinraute ist, ähnlich wie der Waldmeister, ein Aroma-Hammer den man nur in homöopathischen Dosen einsetzen kann. Viele mögen das Aroma überhaupt nicht. In meinem unwirtlichen Gewürzgarten im Jura gedeiht die Weinraute Jahr für Jahr ohne jegliche Pflege und erfüllt dort brav ihre primäre Aufgabe: als Katzenschreck. zum Rezept: Bier-Windbeutel mit P-O-K-K-Quark weiterlesen
Verkehrsschildersalat
Ein Verkehrszeichen ist eine behördliche Anordnung, die von Verkehrsteilnehmern eigenverantwortlich beachtet werden muss. Ein Verkehrsschild ist ein Schild, das Verkehrszeichen zeigt. (Quelle: Wiki). In Waldenburg bin ich am nebenstehenden Schild vorbeigefahren. Spargeln. Was tun ? Vollstopp ? Vollgas ? Abbremsen ? Verkehrsschildersalat weiterlesen
Kochbuch-Belletristik (5:1)
Bild links: Kochbuch-zeile Buchhandlung Thalia Basel: Seltsam, wie sich das Gesicht unserer Buchhandlungen allmählich verändert. Im gleichen Mass, wie die Belletristik auf Nischenplätze verdrängt wird, macht sich die einstige Kochbuchecke breit, ja bläst sich dermassen auf, dass sogar die ebenso aufgeblähte Abteilung für Lebenshilfe um ihr Recht als Platzhirsch fürchten muss. Könnte man den kulinarischen Bildungsstand der Bevölkerung an der Zahl der angebotenen Kochbücher bemessen, stünden wir unmittelbar vor dem Einzug ins Schlaraffenland.
Bild rechts: Convenience-zeile Grossverteiler Migros Basel: Schlaraffenland ? Ich habe da meine Zweifel. Wenn ich mich im Lebensmittel-Supermarkt umschaue, was für Ramsch denn die Leute so alles in ihre Wägelchen stopfen, komme ich eher zur Vermutung, dass die Qualität der Koch- und Esskultur einer Gesellschaft sich umgekehrt proportional zur Anzahl der in Buchhandlungen angebotenen Kochbücher verhält. Ob meine hirnverbrannte Behauptung einer wissenschaftlichen Betrachtung standhält, weiss ich nicht. Lassen wirs bis zum Beweis des Gegenteils mal so stehn.
weekend-cat-blogging #104
It’s a rainy day. It’s boring. Looking all the day on old river rhine. Today no ducks on the river. Rain. Rain. My lounge is the living space. I have little relation to these greedy kitchen cats. My name is Baroness Lisa. Baroness, please.
This weekend cat blogging is hosted by Amar and Luna at CatSynth
Waldmeister
Auch botanisch wenig erfahrene Leser werden bemerkt haben, dass das Bild keinen Waldmeister, sondern gewöhnlichen Kopfsalat zeigt. Was man nicht sieht, aber riecht (Nase an den Bildschirm halten): der Kopfsalat ist mit einem Waldmeister-Dressing angemacht. Ein angenehmes Aroma, an einem Kopfsalat unerwartet, überraschend effektvoll. Waldmeister (Quelle: Wiki) findet man zwischen April-Juni an schattigen Stellen in Nadel- und Buchenwäldern. Waldmeister ist ein dominanter Bursche. In meinem Rezept wird das Waldmeister-Aroma mit Pflanzenöl extrahiert und die Salatasauce damit angemacht. Waldmeister verdankt sein Aroma dem Inhaltsstoff Cumarin, das in der Pflanze glykosidisch (an einen Zucker) gebunden, vorliegt. Beim Welken oder durch Überfrieren wird das Cumarin freigesetzt und das Aroma dadurch intensiviert. Das nützen wir für den Salatdressing aus. Zum Rezept: Waldmeister weiterlesen
Bier-Windbeutel mit Bier-Schaum gefüllt
Windbeutel, aus einem Bier-Brühteig, gefüllt mit einem Bier-Sabayon. Auf französisch würde das schon eleganter benannt werden: choux au sabayon de bière. Auch ein sgonfiotto al zabaglione di birra würde mir gut gefallen. Haben aber nicht die Franzosen erfunden. Die Italiener schon gar nicht. Ich bringe, vermutlich zum ersten Male in der Geschichte des Biers, die von Klosterbrüdern längst erfundenen Bier-Windbeutel mit einem, von andern Klosterbrüdern ebenfalls längst erfundenen Bier-Sabayon zusammen. Die zartherben choux schmecken wirklich gut und sind erst noch rasch zubereitet. Prost auf diesen Meilenstein in der Geschichte des Biers. Damit erhoffe ich mir, wenigstens den Schweizer Bier-Orden „ad gloriam cerevisiae“ verdient zu haben.

zum Rezept: Bier-Windbeutel mit Bier-Schaum gefüllt weiterlesen
Filets de rouget à la crème de romarin
Nach einem Rezept von Fredy Girardet, gemäss Joêl Robuchon „der grösste der grossen Chefs auf unserem Planeten“. Wir hatten das Privileg, in unserm Leben etwa ein Dutzend mal in seinem Restaurant in Crissier essen zu dürfen. (Was mich jedesmal einen Monat lang in tiefe finanzielle Depressionen gestossen hat). FG beherrschte die Technik des Kochens in seltener Perfektion und verfügte über eine absolute Stilsicherheit bei der Komposition seiner Gerichte, die man heute nur noch bei ganz wenigen Köchen findet. Ein Genie. Und dazu immer bescheiden und immer am Herd bzw. am Pass. 1996 hat er die Kochlöffel seinem Küchenchef, Philippe Rochat übergeben, der das Haus seither mit grossem Erfolg weiterführt. Das Rezept stammt aus dem von Catherine Michel an seinem Herd mitgeschriebenen Buch (FG wollte nie eines selber schreiben) „La cuisine spontanée“, editions Robert Laffont, 1982, ISBN-2-221-00913-4. Ich habe mich bemüht, das Rezept einigermassen würdig nachzukochen. Habe aber versäumt die Filets mit dem Spachtel niederzuhalten. Sowas hätte FG nie und nimmer durchgehen lassen. zum Rezept: Filets de rouget à la crème de romarin weiterlesen
Ravioli con Ricotta „Osteria Malakoff“
Ravioli, ausschliesslich mit Ricotta gefüllt, sind nicht gerade etwas, wofür ich eine lange Reise mache. 
Mittwoch letzter Woche war ich kurz in Bellinzona im Tessin (bei 33°C) und ass, zum erstenmal hier, in einer kleinen Osteria. Freundliches Wirtepaar. Die Frau des Hauses, Rita Fuso, kocht. Der Name Malakoff kommt von den Käsebeignets, die ich meinen 5 Lesern der ersten Stunde schon einmal vorgestellt hatte. Heute werden hier keine Malakoffs mehr serviert. Nur der Name ist geblieben. Stattdessen ein schönes Pasta-Angebot, ausgezeichneter Vitello tonnato von gebratenem Magatello sowie ein sensationelles Orangen-Tiramisù. Die Ricotta-Ravioli hatten einen Hauch von Safran in der Fülle, wenig Zitrone, serviert an Salbeibutter. Das hat die kleinen Langweiler zu einer kleinen Delikatesse erhoben. Und schon sind sie kopiert.
zum Rezept:
Ravioli con Ricotta „Osteria Malakoff“ weiterlesen
Rindfleischvögel „Genussmousse“
In Anpassung an das regnerische und kühle Wetter nachgekocht. Das Rezept stammt von der Genussmousse-Crew. Mit copy/paste abgekupfert (hoffentlich verletze ich damit kein tirolerisches Urheberrecht) und nach meinen Koch-usanzen etwas verändert, bzw. an mein Vorrats-Inventar angepasst. Wie bei Genussmousse nicht anders zu erwarten: als sehr gut befunden. Wie immer gleich 6 Stück gemacht, zwei zum Sofort-Essen, vier zum Einfrieren. Nebenher lief die Ravioliproduktion zur Äufnung der Vorräte auf Hochtouren. zum Rezept: Rindfleischvögel „Genussmousse“ weiterlesen
Aschenputtel gesucht
Um eines gleich klarzustellen: bei diesem Beitrag handelt es sich um eine seriöse Koch-Glosse, nicht um eine Kontaktanzeige.
Für einmal habe ich mich in der Lebensmittelabteilung eines Basler Warenhauses nachhaltig amüsiert. Steht doch da ein Gestell mit 8 Sorten Hülsenfrüchten im Offenverkauf. Fave, Borlotti-Bohnen, Linsen usw. Die Kistchen präsentieren sich dem Kunden in Schräglage, sind jedoch tief aufgestellt, bis zum Boden hin. Kommt ein entlaufener, junger Mann (etwa 3 Jahre alt) daher, entdeckt die zum Abfüllen bereitliegenden Plastikschaufeln, und beginnt—, zu schaufeln. Sandkasten. Farbiger Sandkasten. Grüne Linsen zu Fave, Borlotti zu roten Linsen. Ich freue mich des Anblicks mit schadenfrohem Behagen, bis der Grossvater den Jungen wieder abholt und vorsichtig den Tatort verlässt. Ich mag die Primitivität meines Verhaltens nicht in Abrede stellen und hoffe auf Nachsicht. Vielleicht sucht das Warenhaus jetzt ein Aschenputtel, das den Schaden durch fleissiges Sortieren wieder ausbügelt. Ob sich dann ein Prinz hinter dem Gestell verbergen wird, weiss ich nicht.
Mezza Melone con Marsala
Für heisse Tage: sooo einfach, sooo gut. Melone halbieren, Kerne entfernen, vorsichtig Segmente einschneiden, mit gutem (wirklich gutem) Marsala füllen. Das grüne Kraut war diesmal Melisse. Die Charantais-Melone kam aus Marokko und war verblüffend gut. Wenn ich hingegen heute Montag in der Morgendämmerung aus dem Fenster schaue, dann regnet es. Ist kühl. Auch gut. Die Melone schmeckt auch bei Regen.



