Die Klosteranlage von Muri gehört, mit den Klöstern Königsfelden und Wettingen, zu den wichtigsten Kulturdenkmälern des Kantons Aargau. Die Gründung geht auf das Jahr 1027 zurück. Ita, Gräfin von Lothringen, Gattin des Grafen Radbot von Habsburg, stiftete ihre Morgengabe in Form von Grundbesitz zur Gründung des Klosters. Ein Sühneopfer, weil dieser Besitz unrechtmässig in die Hände der Habsburger gelangte, anders gesagt geklaut war. Benediktinermönche aus Einsiedeln besiedelten das Kloster. Während acht Jahrhunderten entwickelte sich die Benediktinerabtei zur heutigen Form und Grösse.
Das Herzstück des Klosters ist ein im Barockstil gebauter, oktogonaler Zentralbau aus dem 17. Jahrhundert, der der Kirche ihre einzigartige Ausstrahlung gibt. Dazu musste die aus dem 11. Jhdt. stammende romanische Basilika teilweise abgerissen werden. Querschiff, Chor und Krypta sind romanischen Ursprungs. Die weiss schimmernde Kuppelkirche, einer der grössten Kuppelzentralbauten der Schweiz, mit ihren ringsum begleitenden Nadelhelmen von Türmen und Dachreitern ist in der Hügellandschaft des Freiamtes weitherum sichtbar.
Nach der Schlacht von Sempach im Jahr 1386 brandschatzten die Eidgenossen das Kloster; nach der Eroberung des Aargaus im Jahr 1415 übernahmen sie die Schutzherrschaft von den Habsburgern. Während der Reformation wurde das Kloster 1531 durch bernische, reformierte Truppen verwüstet. Die Bekanntschaft des damaligen Abtes mit dem Zürcher Reformator Heinrich Bullinger rettete das Kloster vor der Auflösung..
Unter der Führung von Abt Johann Jodok Singisen (1596–1644) erlebte das Kloster eine zweite Blütezeit. 1701 wurde die Abtei in den Rang einer Fürstabtei (mit Sitz unter den Reichsfürsten) erhoben. Damals galt Muri als das reichste Kloster der Schweiz. 1750 wurde die Klosterkirche mit Rokoko-Elementen ausgestattet. Die Zeit der Aufklärung überstand das Kloster unversehrt.
Nach der Ausrufung der Helvetischen Republik im Jahr 1798 wurde das Kloster aufgehoben. Die Franzosen beschlagnahmten den Klosterschatz, entliessen die Untertanen in die Freiheit und verboten die Aufnahme neuer Novizen. 1803 erfolgte die Wiederherstellung des Klosters. Nach religiös motivierten Unruhen beschloss das Aargauer Kantonsparlament 1841 die Auflösung des Klosters. Ein Teil der Mönche zog nach Sarnen. Ein anderer Teil des Konvents liess sich 1845 in Gries bei Bozen/Südtirol nieder. Bekannt ist der dortige Ableger u.a. auch durch seine Weine, insbesondere den hervorragenden Lagrein, der von Kellermeister Bruder Christian Werth mit Traditionsbewusstsein und konsequentem Qualitätsdenken produziert wird. Moment, ich gehe gleich in den Keller. Seit 1961 leben wieder Benediktiner im Hospiz in Muri.

Im Kreuzgang befindet sich die Habsburger-Gruft. Hier ruhen bzw. liegen die Herzen des letzten Kaiserpaars der österreichischen Monarchie, Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita von Bourbon-Parma und einiger weiterer Mitglieder der Habsburgerfamilie. Beeindruckender sind die bedeutenden Renaissance-Glasmalereien, die von geistlichen und weltlichen Würdenträgern, den sieben eidgenössischen Schirmorten, Städten und Privaten dem Kloster geschenkt wurden. 19 dreiteilige Masswerkfenster mit 57 Kabinettscheiben und Masswerkscheiben schmücken die drei Arme des Kreuzganges. Die meisten der Scheiben stammen von Carl von Aegeri (ca. 1510-1562) und Heinrich Leu, seinem ehemaligen Lehrling. Im Gewölbekeller sind die Gemälde des Alpenmalers Caspar Wolf (1735-1783), der aus Muri stammte, zu sehen.
Quelle: wiki und Klosterkirche Muri
Hier ein paar Beispiele der prachtvoll farbigen Scherben:





























































