Archiv der Kategorie: Pikantes Gebäck

Remake: Erbsenwähe

Erbsliwähe
Erbsliwähe

Erbsenwähe gabs hier vor langer Zeit auf englisch, und weil der Tiefkühler (freezer) dringend abgetaut werden sollte, mussten die angeeisten Erbsen ihren Platz räumen. Ab sofort gibts die Wähe hier zweisprachig. Eine Wähe (tarte) für alle Fälle, die paar Zutaten sind immer zur Hand.

Zutaten
für den geriebenen Teig (pâte brisée):
200 g Weissmehl
100 g Butter
1/2 Tlf. Salz
ca. 50 ml Wasser, nach Bedarf
1 Eigelb zum Bestreichen des Wähenbodens und -randes

für die Füllung:
250 g tiefgefrorene Erbsen
50 g Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
1 Elf. Petersilie, gehackt
100 g Kochschinken in feinsten Scheiben in etwa 5×5 cm grosse Flecken geschnitten

für den Guss:
2 Tlf. Maizena
2 grosse Eier
2.5 dl Halbrahm
Salz, Pfeffer, Muskat, Muskatblüte

Rändeln
Rändeln
Belegen mit Käse und Schinken
Belegen mit Käse und Schinken

Vorbereitung
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Knethaken montieren, Wasser in kleinen Portionen zugeben, möglichst kurz weiterrühren bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer kleinen Scheibe formen und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Erbsen auftauen und abtropfen lassen.
(4) Guss zubereiten, Maizena mit 1 Elf. Wasser anrühren, übrige Zutaten hinzurühren, würzen.

Zubereitung
(5) Teig in ein rundes Backbleck von 24cm auswallen. Stupfen, mit Eigelb einstreichen, dann mit Reibkäse bestreuen, Schinkenflecken auslegen, Erbsen und Petersilie einlegen, vorsichtig mit der Gusslösung ausgiessen.
(6) 30 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220°C (unterste Rille) ausbacken.

fehlt noch der Guss
fehlt noch der Guss
nur noch essen
nur noch essen

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Nachgekocht: Lauchschnecken

Lauchschnecken von Genial Lecker
Lauchschnecken von Genial Lecker

Drei Stangen Lauch vom ungeliebten grünen Teil sind mir vom Lauch-event verblieben. Der untere Teil durfte sich im Lauch-event in Risotto in frühlingshaftem Grün-Weiss präsentieren. Der dunkelgrüne Teil wird Blätterteigschnecken zum Frass vorgeworfen. Das Rezept habe ich bei Rike in Genial Lecker Pikante Blätterteigschnecken gesehen und schon lange auf der Nachback- und -kochliste gehabt. Meine einzigen Änderungen am Rezept waren die Mengen, Schweizer Käse, Speck vor dem Lauch angebraten und, Atem anhalten, ganz wichtig: der Lauch statt in Scheiben in Streifen geschnitten. Heut war ich mal wieder unglaublich innovativ.

Zutaten
für etwa 10 Schnecken:
150 g Lauch in 2 cm lange, feine Streifchen geschnitten
80 g fein gewürfelter Räucherspeck
Abrieb einer kleinen, halben Biozitrone
2 Elf. Olivenöl
1 Tlf. frischer, abgerebelter Thymian
Salz, Pfeffer
1 Blatt Butter-Blätterteig ausgewallt 42×26 cm Fertigteig (Migros)
80 g geriebener Gruyèrekäse
1 kleines Ei
1 Elf. Milch

Schwein im Lauchheu
Schwein im Lauchheu
Lauchheu zetteln
Lauchheu zetteln

Zubereitung
(1) Lauch putzen, in 2-3 cm dicke Zylinder, dann in feinste Streifen schneiden. Speckwürfel fein hacken.
(2) Olivenöl in einer Pfanne erhitzen, den Speck darin anbraten, bis er leicht angeröstet ist, dann die Lauchstreifen zugeben und darin etwa 5 Minuten anschwitzen, Deckel auflegen, damit er schneller weich wird, vom Herd nehmen. Thymian und Zitronenabrieb untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(3) ein Backblech mit Backpapier auslegen und den Ofen auf 200°C Ober-/Unterhitze vorheizen.
(4) den kalten Blätterteig ausbreiten, den abgekühlten Lauch und den geriebenen Käse auf dem Blätterteig verteilen. Dabei an den Aufroll-Enden jeweils einen Zentimeter Rand stehen lassen.
(5) Das Ei trennen, mit dem Eiweiß den schmalen Rand bepinseln und den Blätterteig längs, eng aufwickeln. Jeweils in etwa 1,5 cm dicke Scheiben schneiden und diese mit Abstand auf das Blech setzen. Das Eigelb mit der Milch verquirlen und die Schnecken damit bestreichen.
(6) Im vorgeheizten Ofen auf mittlerer Schiene etwa 25 Minuten backen, bis sie schön gebräunt sind.

eckig und roh
eckig und roh
rund und gebacken
rund und gebacken

Anmerkung
Danke Rike. Sie waren sehr gut und wurden im ersten Anlauf weggegessen.

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Wunschkochen (8): Chäschüechli für Poulette

Chäschüechli zartschmelzend
Chäschüechli zartschmelzend

Da war die Anfrage von Poulette nach dem Geheimnis der so unglaublich cremig-leckeren Chäschüechli, die sie einst in Zürich gegessen habe. Ich kenne die Antwort nicht. Ich habe weder bei Sprüngli noch Honold je Käseküchlein gegessen. Käseküchlein sind hierzulande oft penetrant übelriechende Erzeugnisse aus Ausschusskäse. Wer das nicht glaubt, gehe an Messen, Chilbi, Kirmes und ähnliche Lustbarkeiten und nehme dort eine Nase voll. In guten Confiserien sind sie zweifellos gut oder sogar sehr gut. Nur kenne ich das Rezept nicht und bin im Internet auf die Schnelle auch nicht schlauer geworden. Aber der Versuch, sich an zarte Käseküchlein zu wagen, war die Anfrage schon wert.
Um unsere bewährten hauseigenen Käseküechli etwas weniger käselastig und zartschmelzender zu machen, will Frau L. den Käse mit Béchamelsauce „verdünnen“. Meine Idee wäre gewesen, die Käsefüllung mit Quark (Topfen) und Eierrahm zu strecken, aber bei Gebäck beharre ich nicht auf dem letzten Wort 🙂
Frau L. plant, organisiert und leitet den Hilfskoch beim Backen an: das Experiment ergab zartschmelzende, heiss, warm und kalt angenehm essbare, gute Käseküechli. Klar, die Wahl der Käsesorten (rezent oder mild) beinflusst die Milde. Aussehen tun sie etwas dunkel und zerknittert, das hat aber mehr mit der Ausführung durch den Hilfskoch als mit dem Rezept zu tun. Irgendwann werde ich meinen Vorschlag auch noch ausprobieren.

Zutaten
für 12 Chäschüechli Durchmesser 6 cm, Hauptspeise für 4 Personen
für den geriebenen Teig:
200 g Weissmehl
100 g Butter
1/2 Tlf. Salz
ca. 1 dl Wasser

für die Füllung:
Béchamelsauce aus
20 g Butter
15 g Mehl
2.5 dl Milch
Muskatnuss, Lorbeer, weisser Pfeffer
Salz, bzw. mein Gemüsesalz

250 g Käse, hier Emmentaler und Greyerzer zu gleichen Teilen, beste Qualität, mit schlechtem Käse riechen Chäschüechli ordinär
1 ganzes Ei
2 Elf. Rahm

frisch befüllt
frisch befüllt
gebacken und geteilt
gebacken und geteilt

Zubereitung
für den Teig:
(1) Gesiebtes Mehl und das Salz in eine vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks geben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem K-Haken zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren. Dann das Wasser in kleinen Portionen unter Rühren zugeben, bis der Teig klumpt. Den Teig nicht lange kneten und quälen. Von Hand rasch zu einer Kugel formen, etwas flach drücken und in eine Folie eingewickelt zwei Stunden in den Kühlschrank stellen. 1/2 Stunde vor Gebrauch herausnehmen.
(2) Teig zwischen Teighölzern 2 mm dick auswallen und 12 Rondellen von 10 cm ausstechen, diese in Muffinformen mit 6cm Vertiefungen auslegen, mit Eigelb bepinseln, stupfen und kalt stellen.
(3) Béchamelsauce mit den oben angegebenen Mengen nach diesem Rezept zubereiten.
(4) Käse reiben, in der heissen Béchamel auflösen, etwas abkühlen, das Ei und Rahm untermischen. Nachwürzen.
(5) Ofen auf 220°C vorheizen (Unter-/Oberhitze, Schiene 2). Die gekühlten Teigböden kurz vor dem Backen zu 2/3 mit der Käsemasse befüllen und ca. 15 Minuten ausbacken.

Anmerkung
Wir haben die Böden entgegen der Angabe im Rezept vorher blind gebacken (20 min/180°C) und tiefgefroren. Aufgetaut und dann befüllt. Drum sind sie etwas dunkel gebacken. Zu den Chäschüechli gabs Bohnensalat.

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Restenstrudel

Restenstrudel
Restenstrudel

Frau L. bemängelt (nicht zum erstenmal) meine unhaushälterische Koch- und Einkaufspraxis: Einkaufen-Anbrauchen-Restenvergessen-Nächstes Rezept. Sie will nicht dauernd meine Resten verbrauchen müssen. So hat sich wieder einiges im Kühlschrank angesammelt, das den Platz verstellt und zu vergammeln droht. In einer umfassenden Aktion verpacke ich alles, alles in einen Strudel. Abgeguckt vom Kartoffelstrudel bei crazycook von kochsinn.

Zutaten
Restenverwertung für 2 Personen:
3 Blätter Strudelteig
3 Elf. Quark
4 Elf. Vollrahm
1 grosse Kartoffel (250 g)
je eine Handvoll tiefgekühlte, eisverkrustete Erbsen und Bohnen

dazu aus dem permanenten Vorrat:
50 g Parmesan, frisch gerieben
1 Peperoncino
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel
natives Olivenöl
flüssige Butter

das appetitliche Füllmaterial
das appetitliche Füllmaterial

Zubereitung
(1) Kartoffel schälen, in 3 mm dicke Scheiben schneiden und beidseitig langsam in wenig Olivenöl sorgfältig anbraten, übereinanderliegende Scheiben vermeiden. Wenn sie hellbraun sind, beiseite stellen.
(2) den in Streifen geschnittenen Peperoncino in derselben Pfanne leicht anrösten, die gefrorenen Gemüse dazugeben -das Eis zischt kräftig- und kurz mitgaren, salzen, pfeffern.
(3) „Guss“ verkleppern aus einem Ei, den Quark- und Rahmresten, dem Reibkäse, würzen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und wenig Kümmel.
(4) erstes Strudelblatt auf ein Tuch auslegen und mit flüssiger Butter bepinseln, zweites Blatt auflegen, ebenfalls bepinseln, dasselbe mit dem dritten Blatt. 2/3 der Fläche mit dem „Guss“ bestreichen, die erkaltete Gemüse/Kartoffelmischung draufgeben und mit Hilfe des Tuchs zusammenrollen. Den Strudel dick mit Butter einpinseln.
(5) 30 Minuten auf einem mit Backpapier belegten Blech bei 170°C (Umluft) backen. Zwischendurch etwas Butter nachpinseln.

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Salsiccia in camicia

Salsiccia in camicia
Salsiccia in camicia

Kleine Cipollatawürstchen umhüllt mit Rohessspeck und Salbei und von Frau L. in Blätterteig eingebacken. So kommen auch arme Würstchen zu einem Hemd (camicia). Üblicherweise sieht man sie sonst, sogar tagsüber, in Schlafröcken umherlaufen oder gar nackt wie hier.

Zutaten
16 Cipollatawürstchen
2 Platten ausgewallter Fertigblätterteig 25x42cm
8 Tranchen ungeräuchter Rohessspeck
16 Salbeiblätter
2 Elf. Dijonsenf, vermischt mit 1 Tlf. Piment d’Espelette
1 Eigelb zum Bestreichen

vorher
vorher
nachher
nachher

Zubereitung
(1) Würstchen stupfen. Die im Kühlschrank gekühlte Blätterteigplatte auslegen und in 8 Rechtecke schneiden. Belegen mit je einem Salbeiblatt, einer halben Tranche Speck und dem mit der Senfmischung eingestrichenen Würstchen.
(2) zusammenklappen, andrücken und mit dem Teigrad umfahren, bestreichen mit Eigelb, stupfen und 30 Minuten kühl stellen. Mit der zweiten Platte fortfahren.
(3) Im vorgeheizten Ofen bei 200°C (Schiene 2, Ober-/Unterhitze) ca. 20-25 Minuten ausbacken. Herausnehmen und auf Gitter abkühlen lassen.

Was nicht gleich gegessen wird (zu Salat) frieren wir ein.

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Kürbiskerncookies

Kürbiskerncookies
Kürbiskerne machen bekanntlich süchtig. Wer von diesen Kürbiskern-Käse-cookies jemals genascht hat, wird ihnen rettungslos verfallen. Ich ja auch. Hedonistin von Low Budget Cooking hat bereits versucht, das Suchtpotential der Kekse auszuloten, konnte aber ohne das synergistisch wirkende Lorbeerblattpulver die Wirkung nur angenähert erreichen.

Zutaten
135 g Weissmehl (Type 405)
15 g Hartweizendunst (Teigwarenmehl)
3 Elf. guten Sbrinz, frisch gerieben, notfalls Parmesan
1 Msp. Lorbeerblattpulver (äquivalent einem Blatt, feinstgehackt oder zerrieben)
1/2 Klf. Salz
100 g Butter, kalt in kleinen Stücken
3 Elf. Kürbiskerne, grob gehackt, ungeröstet
2 Eigelb
1-2 Elf. Halbrahm
Kürbiskerncookies Teigstange

Zubereitung
(1) Mehl, Salz, Parmesan und Lorbeerpulver in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Gehackte Kürbiskerne und die Eigelbe unter Rühren zugeben, Rahm in kleinen Portionen zugeben bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer Rolle von ca. 3 cm Durchmesser formen und in Klarsichtfolie einwickeln. Alternativ: in die mit Folie belegte 450 ml Dreiecksform von Staedter drücken (füllt die Form nicht ganz aus). 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
(3) Stange in 4-5 mm dicke Scheiben schneiden, auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen.
(4) im auf 190°C vorgeheizten Ofen (Ober-/unterhitze, mittlere Schiene) ca. 15 Minuten ausbacken. Auf Drahtgitter etwas abkühlen lassen.

Anmerkung
Können kalt oder lauwarm gegessen werden. Bis sie erkaltet sind, wird jedoch nichts mehr da sein.

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Schaffhauser Bölletünne

Boelletuenne

Schaffhauser Zwiebelkuchen. Onion pie. Neben Munot und Rheinfall das kulinarische Wahrzeichen der Stadt. Frau L. hat einige Jugendjahre in der Munotstadt verbracht und bäckt eine leicht-beschwingte Bölletünne, die nach dem Essen keineswegs schwer im Magen liegt.

Schaffhausen Munot

Zutaten
für den Teig:
200 g Weissmehl
80 g Butter
10 g Frischhefe,
50-80 ml Wasser
1/2 Tlf. Salz

für die Fülle:
450 g Zwiebeln
80 g Speckwürfel
1 Elf. Olivenöl
3-4 Elf. Sbrinz, frisch gerieben (oder Parmesan)

für den Guss:
3 dl Halbrahm
2 Eier
2 Tlf. Maizena mit wenig Wasser angerührt
1 Tlf. Salz, Muskatnuss

Zwiebeln und Speck Guss und Fülle eingefüllt
Zwiebeln und Speck Guss und Fülle eingefüllt

Vorbereitung
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem K-Haken zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Die in wenig Wasser angerührte Hefe in kleinen Portionen zugeben, dann noch soviel Wasser einrühren, bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer Kugel formen und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Die feingehackten Speckwürfel in einer beschichteten Bratpfanne hellbraun rösten, Speckwürfel rausnehmen. Noch leichter wird die Tünne, wenn das ausgelassene Fett mit Küchenpapier ausgerieben wird.
(4) Olivenöl in der gleichen Pfanne heiss werden lassen, die mittelfein gehackten Zwiebeln zugeben und langsam dünsten, bis sie glasig sind ohne Farbe angenommen zu haben. Das braucht Zeit und Geduld, dafür liegt aber das Gebäck nicht so schwer auf.
(5) Zutaten zum Guss verquirlen, Zwiebeln und Speckwürfel darin verrühren.

Zubereitung
(6) Teig in ein rundes Backbleck von 26cm auswallen. Stupfen, mit Reibkäse bestreuen, dann die Gussmasse einfüllen.
(7) 40 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220°C (unterste Rille) ausbacken.

Noch ein Stück ? Danke, ich hab noch genug im Glas
Noch ein Stück ? Danke, ich hab noch genug im Glas

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Gemüse-Jalousie im Blätterteig

Gemüsejalousie gebacken

Gemüse eingezäunt. Die Spielregeln sind einfach: Nicht mehr als 3 Gemüse, egal was, aber zueinanderpassend. Gegart nach Belieben. Kräuter. Reibkäse. Butter-Fertig-Blätterteig. Backofen. Alles ohne Eier-Rahm-Guss. Knusprig, kein durchfeuchteter Teig. Geschmackvoll.
Gemüse aufgebahrt

Zutaten
1 Butter-Fertig-Blätterteig (Migros) 42x26cm
Je 100 g Gemüse nach Belieben (ich habe frische Kefen sowie Ruebli und Fenchel wie hier verwendet)
50 g Sbrinz (oder Parmesan) frisch gerieben
2 Elf. frische Kräuter nach Belieben (ich habe Petersilie, Liebstöckel verwendet)
1 Eigelb mit wenig Halbrahm verdünnt

für das Garen meiner Gemüse:
Butter, Noilly-Prat, Currypulver, Salz, Pfeffer

Frei und eingefangen
Gemüse Gemüsejalousie gebacken>

Zubereitung
Die gewählten Gemüse nach Belieben garen und gut abtropfen lassen. Meine Gemüse:
(1) Kefen und Fenchel putzen und 3 Minuten auf dem Dampfsieb garen, in kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und in Streifen schneiden.
(2) Ruebli schälen, der Länge nach halbieren und schräg schneiden. In einem Topf in wenig Butter anziehen lassen, mit einem Schuss Noilly-Prat und etwas Wasser ablöschen, Messerpitze Curry und Salz dazugeben und knackig gar kochen bis die Flüssigkeit eben verdampft ist.
(3) Gemüse gut abtropfen lassen, dann mit dem Käse mischen und würzen.
(4) Blätterteig entrollen, in 2 Streifen schneiden: Boden 40×12 cm, Deckel 40×14 cm. Bis zum Gebrauch kühl stellen.
(5) Boden mit Eigelbrahm bestreichen, Gemüsefüllung draufgeben, Rand freilassen.
(6) Den Deckel bemehlen, der Länge nach falten und mit einem scharfen Messer im Abstand von 1 cm einschneiden. Auseinander falten und vorsichtig auf das Gemüse legen. Die Ränder gut andrücken und die Teigoberfläche mit Eigelbrahm bepinseln.
(7) Die Jalousie im vorgeheizten Backofen bei 210°C zirka 30-40 Minuten backen (Unter-/Oberhitze, unterste Schiene). Warm servieren.

Gemüsejalousie angeschnitten

Anmerkung
Ich habe die Einschnitte des Deckels zu lang gemacht, der Transfer des Gitters entsprechend mühevoll. Beim nächstenmal nur noch kurze Schnitte machen oder den Deckel erst auf dem Gemüse mit Hilfe einer Rasierklinge einschneiden. Blätterteig aus gehärteten Industriefetten wäre einfacher zu handhaben, schmeckt aber auch danach. Dass sich auch Käse einzäunen lässt, kann man hier nachlesen.

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пирожки итальянские

Piroggen0_redc2008_1646
Russische Piroggen mit einer italienisch verbrämten Ricotta- und Mortadella-Füllung. Frau L. stopft unbekümmert um die politischen Folgen Italienisches in russische Hüllen und setzt dem Ganzen noch eine Zarenkrone auf. Das klingt in meinen Ohren wie Don Camillo und Beppone, auf kulinarischer Ebene. Wer erinnert sich nicht an den streitbaren Geistlichen mit dem Pferdegrinsen und den unversöhnlich roten, kommunistischen Bürgermeister. Beide lagen sich andauernd in den Haaren und passten doch irgendwie zusammen. Russisch haben die aber sicher nicht gesprochen.

Zutaten
für den geriebenen Ricotta-teig:
300 g Weissmehl
1 Tlf. Salz
150 g kalte Butter
150 g Ricotta, abgetropft

für die Füllung:
150 g Ricotta abgetropft
2 Elf. Marsala
100 g Mortadella, fein gehackt
1/2 Bund glatte Petersilie
1/2 Tlf. Herbes de Provence oder italienische Gewürzkräuter
1/2 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
Cayennpfeffer, Piment d’Espelette
3 Elf. Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
1 Eiweiss, leicht verklopft zum Verkleben der Taschen
1 Eigelb, zum Bestreichen

Dreifache Faltigkeit des Teiges Mortadella: rot angehaucht
Piroggen1_redc2008_1635 Piroggen2_redc2008_1637

Vorbereitung
für den geriebenen Ricotta-teig:
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Ricotta zugeben, kurz weiterrühren bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer Kugel formen und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Teig ca. 3 mm dick wie bei einem Blätterteig zu einem langen, rechteckigen Band auswallen, in 3 Teile falten, mit Folie zudecken und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(4) Das Teigpaket, Faltkante links und rechts, nochmals zu einem langen, rechteckigen Band auswallen, in 3 Teile falten, mit Folie zudecken und nochmals 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen. Der Teig ist mit diesen beiden einfachen Touren gebrauchsfertig .

für die Füllung:
(5) Ricotta in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken und mit den Zutaten mischen. Würzen.

Füllung und Krönung Salbung mit Eigelb
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Zubereitung
(6) Den Teig halbieren und dünn, ca. 2 mm dick auswallen. Mit einem 8cm und einem 10cm Ausstecher die gleiche Menge kleine (Deckel) und grosse Rondellen (Böden) ausstechen.
(7) Füllung auf die grossen Böden verteilen, Ränder mit Eiweiss bestreichen. Deckel darüberlegen, vorstehenden Ränder umlegen, mit kleinen Falten an die Deckel drücken. Mit Eigelb bestreichen und mit einer Gabel einstechen.
(8) Im auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze, mittlere Schiene) ca. 20 Minuten backen.

Anmerkung
Ausbeute: 15 Piroggen. Gegessen haben wir sie als Beilage zu Spargelgemüse. Gute, Mortadellawürzige Füllung. Die Piroggen gehen schön rund auf. Das Rezept wurde u.a. durch Quark-Piroggen in Betty-Bossy, Backen pikant, inspiriert. Etwas Füllung blieb übrig, die ergab einen guten Brotaufstrich.

Piroggen000_redc2008_1648

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Agretti-Wildspargelwähe

spargelagrettikuchen0_redc2008 01 Mrz_1011

Offensichtlich sind die Italiener derzeit mit der Säuberung ihrer Sandstrände für die bevorstehende Tourismus-Saison beschäftigt. Unkraut wie zB Mönchsbart (barba di frate, agretti) wird entfernt und den Kochtöpfen zugewiesen. Nur so kann ich mir das derzeitige Angebot erklären. Das ist natürlich eine boshafte Unterstellung. Aber wenn ich mit meinem Rezept einen Beitrag zur Strandverschönerung leisten kann, bitte. Wieder einmal die bewährte, schinkenbelegte Wähe mit Guss. Erstaunlich, wie sich der Mönchsbart geschmacklich gegenüber dem Grünspargel behauptet. Wer keinen Mönchsbart findet, nimmt nur Grünspargel.

Zutaten
für den geriebenen Teig (pâte brisée):
200 g Weissmehl
100 g Butter
1/2 Tlf. Salz
ca. 50 ml Wasser, nach Bedarf

1 Eigelb zum Bestreichen des Wähenbodens

für die Füllung:
1/2 Bund Wildspargel (unter wilden Folien gewachsen ?)
1 Bund Mönchsbart
4 Elf. frisch geriebener Sbrinz oder Parmesankäse
100 g Kochschinken in feinsten Scheiben in etwa 5×5 cm grosse Flecken geschnitten

für den Guss:
2 Tlf. Maizena
2 grosse Eier
2.5 dl Halbrahm
Salz, Pfeffer, Muskat

Wähe mit Käse und Schinken belegen Wähe mit Grünzeug belegen
spargelagrettikuchen1_red2008 01 Mrz_994 spargelagrettikuchen2_red2008 01 Mrz_998

Vorbereitung
für den geriebenen Teig:
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Knethaken montieren, Wasser in kleinen Portionen zugeben, möglichst kurz weiterrühren bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer Kugel formen und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Wildspargel an den Enden einkürzen, dann im Dampfsieb etwa 3-4 Minuten garen, herausnehmen, in kaltem Wasser abschrecken und mit Küchenpapier sehr gut trocknen.
(4) Barba di Frate Wurzelenden etwa 3-4 cm hoch abschneiden. Stengel um Stengel waschen und putzen. Im Dampfsieb etwa 1 Minute garen. Abschrecken und mit Küchenpapier sehr gut trocknen.
(5) Guss zubereiten, Maizena mit 1 Elf. Wasser anrühren, übrige Zutaten hinzurühren, würzen.

Wähe mit Guss begiessen Wähe mit Messer und Gabel zerlegen
spargelagrettikuchen3_red2008 01 Mrz_1004 spargelagrettikuchen4_red2008 01 Mrz_1023

Zubereitung
(6) Teig in ein rundes Backbleck von 24cm auswallen. Stupfen, mit Eigelb einstreichen, dann mit Reibkäse bestreuen, Schinkenflecken auslegen, Gemüse einlegen, vorsichtig mit der Gusslösung ausgiessen.
(7) 30 Minuten im vorgeheizten Backofen bei 220°C (unterste Rille) ausbacken.
spargelagrettikuchen00_redc2008 01 Mrz_1020

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Feuilletée au jambon

schinkentorte00_redc2008_0621
Schinkenpastete in Blätterteig. Schinkenblätter mit aromatischer Béchamel umhüllt in Blätterteig eingebacken. So ähnlich machts die erste Confiserie in Basel und so mach ichs auch. Die Béchamel habe ich mir in Bolli’s kitchen entliehen. Danke. Die Oberfläche ist nicht so schön geraten wie die aus der Confiserie, aber das Innenleben mit der guten Béchamel dafür umso schmackhafter. zum Rezept Feuilletée au jambon weiterlesen