Archiv der Kategorie: Kochrezepte

Basler Sunnereedli

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Sunnereedli (Sonnenräder) wurden 1925 von einem Basler Bäcker erfunden. Ein Buttergebäck, ausgestanzt aus dünnem Teig in Form einer kleinen, etwa 6 cm langen Brezel. Bestreut mit Kümmel und grobem Salz. Ein ideales Apérogebäck. Hat man einmal angefangen, davon zu naschen, kann man nicht mehr aufhören, bis alles weg ist. Danach vorgesehene Mahlzeiten kann man sich glatt sparen.  zum Rezept: Basler Sunnereedli weiterlesen

Bärlauch-Hirseküchlein an Paprikasauce

HirseküchleinDie hübschen, grün-goldenen Hirseküchlein in der März-Ausgabe 2007 der Saisonküche (dem Kochheft des Schweizer Grossverteilers Migros) haben Frau lamiacucina direkt angelacht. Eben aus dem Wald mit einem grossen Bund Bärlauch zurückgekommen, mussten wird das Mittagessen nicht mehr diskutieren. Das Kochheft präsentiert die Küchlein würg-trocken. Da wir uns den Körnerfressern nicht zugehörig fühlen, haben wir dazu eine wunderbare Paprikasauce gemacht. (Das Rezept stammt aus dem Saucen-Kochkurs von Lucas Rosenblatt). Die Sauce ist so gut, dass selbst eingefleischte(!) Vegetarier hemmungslos zugreifen würden. Das macht der gute Kalbsfond. Die Küchlein sind schmackhaft, das hätte ich einem „Hirsebratling“ wirklich nicht zugetraut. Bärlauch-Hirseküchlein an Paprikasauce weiterlesen

Bad Osterfinger Spätzli mit Kalbfleisch

Kalbsgeschnetzeltes und SpätzliHeute wird mein Lieblings-gericht im Bad Osterfingen nachgekocht. Rezepte werden in Osterfingen keine rausgerückt, aber das tut uns ja nicht weh. Ein Rezept, das dem Original nahekommt, findet sich in Rezeptezentrale. Während des Kochens hat es mich dann aber doch gepackt. Statt brav nachzukochen, habe ich „angewendet“ (wie es auf Berndeutsch so schön heisst), bis eine wunderbare Rahmsauce entstanden ist, die mit jener in Osterfingen aber nur noch die Idee gemeinsam hat. Bad Osterfinger Spätzli mit Kalbfleisch weiterlesen

Seezunge mit Salbei

Sogliola alla salviaSeezungen ganz
Die lamiacucina GmbH hat beschlossen, künftig einmal die Woche Meerfisch, wenn meerfrisch erhältlich, zu essen. Der Vorsatz, dem Leerfischen der Meere Einhalt zu gebieten, wird mangels Wirkung über Bord geworfen. Als richtige „landlubbers“ bewegen wir uns bei Fischen auf fremdem, glibbrigen Territorium, alle Vorsicht ist deshalb geboten. In Basel frischen Fisch zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Der edelste Lebensmittelhändler der Stadt verkauft praktisch nur noch filetierte Fische, die Damen der Gesellschaft machen sich nicht gerne die Hände schmutzig. Die beste Ware gibt es in dem von Italienern so gern besuchten Warenhaus in meiner Nähe. Gestern hatte es ganze, frische Seezunge. Ich habe sie in Butter mit Salbei gebraten. Eine selten anzutreffende Kombination, kein italienischer Klassiker, aber trotzdem wunderbar. Dazu Petersilien-Intarsien in Salzkartöffelchen (oder umgekehrt). zum Rezept:

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Linsensalat

Linsensalat Herr Geheimrat Schlüter hätte Freude daran. Am Linsensalat von Frau lamiacucina. Für einmal kein „Insalata di lenticchie“, weder aus umbrischen Montuccio-Linsen noch aus lentilles du puy. Grüne, kleine, ganz gewöhnliche Bio-Linsen. Und dazu gute Würstchen. Meine sind aus der Metzgerei Jentzer in Arlesheim, einer kulturell bemerkenswerten Ortschaft mit eigenem Blog, in 30 Minuten Tramfahrt von Basel aus erreichbar. Wenn ich schon die weite Reise für ein Paar Würstchen auf mich nehme, gehts gleich noch ins Café Brändli am Dorfplatz zu einem Kaffee und einem Stück Sachertorte. (Teure Würstchen geworden). Zurück zum Linsensalat, dieser ist der Hauptakteur, die Würstchen nur Statisten. Der Salat passt ebensogut zu kalten Terrinen oder Pasteten. zum Rezept: Linsensalat weiterlesen

Crespelle di funghi porcini

Crespelle di funghi porciniHauchdünne Pfannkuchen, gefüllt mit einer zarten Steinpilzcrème. Der berühmte Delikatess-Laden Peck in Mailand hat sowas ähnliches im Sortiment, nur sind meine besser. Ich habe das Rezept, leicht verändert, aus dem Buch „La cucina toscana della Chiusa“ von Dania Luccherini, AT-Verlag Aarau, Stuttgart, entnommen. Die Steinpilze friere ich mir im Herbst, wenn sie in guter Qualität zu haben sind, selbst ein. Sauber geputzt, 5mm dick aufgeschnitten, Scheibe für Scheibe auf einem Teflon-Kuchenblech eingefroren, dann vom Blech gelöst und in einer Vorratschachtel im Tiefkühler versenkt. Crespelle di funghi porcini weiterlesen

Crespelle a strati con ragù alla bolognese

SchichttorteEine Schichttorte, gebaut aus Lagen von dünnen Pfannkuchen (Crespelle) mit Ragù alla bolognese und Besciamella dazwischen. Damit die Fleischtorte gut wird, müssen ein erstklassiges Ragù und gute Tomaten verwendet werden. Die Torte gibt etwas Arbeit, schmeckt aber himmlisch. Adaption eines Rezeptes von Marcella Hazan in: „Die klassische italienische Küche“, Wilhelm Heyne Verlag.

zum Rezept Crespelle a strati con ragù alla bolognese weiterlesen

Involtini di vitello con prosciutto e salvia

Kalbsinvoltini lamiacucinaVor ein paar Tagen habe ich mit dem Teufel im post Migros-Sélection eine Wette abgeschlossen. Nachdem die Migros mit ihrem Edelprodukt „Sélection Kalbfleisch-Involtini“ in meinem Test kläglich abgeschnitten hat, habe ich mir zum Ziel gesetzt, mit den genau gleichen Zutaten, wie sie Migros ausweist, etwas nachzukochen, das besser schmeckt. Besser als die mediokre Kantinenkost, die uns Migros andrehen möchte. Um das Ergebnis gleich vorweg zu nehmen: der Teufel muss sich seine Satisfaktion bei der Migros holen. Es hat sich wieder mal bestätigt: mit guten Zutaten muss man sich schon anstrengen, was Schlechtes zu kochen. zum Rezept Involtini di vitello con prosciutto e salvia weiterlesen

Gemüsebeignets „Irish Hearts“

Green or Irish

Nochmal was für Gemüsefreunde als zweiter Beitrag zu St. Pat’s Day. Der erste Beitrag  Green Pea, Ham and Guiness Pie war mir einfach zu wenig grün. Hier nun ein mit Bierteig ausgebackenes Gemüsebeignet (das Irische Herz) an einem Petersiliencoulis. Die Füllung des Beignet besteht aus weiss-grün-orangem Gemüse, die farbliche Parallele zur Flag of Ireland ist natürlich rein zufällig. Gewürzt ist der Inhalt mit Ingwer, Kurkuma, Knoblauch und Pfeffer. Das in grosser Hektik entstandene Bild zeugt davon, dass ich einer kulinarischen Katastophe nur knapp entronnen bin. Im letzten Moment hat’s dann doch noch geklappt, das bereits in Aussicht genommene Salamibrot durfte auf der Ersatzbank bleiben.
Gemuesebeignets

zum Rezept:
Gemüsebeignets „Irish Hearts“ weiterlesen

Patate, Prugne e Scalogne in padella

Kartoffel-Schalotten-Zwetschgen-Eintopf

Ein köstlicher Kartoffel-Schalotten-Pflaumen-Eintopf mit Schinken für die Fastenzeit. Entdeckt von Frau lamiacucina in einem piemontesischen Weinheft. Während ich mit dem Weinhändler verhandelte, memorierte meine Frau das Rezept. Der Name des Gerichtes und seine Herkunft gingen vergessen. Geblieben ist ein (für mich unerwartet) begeisterndes Gericht, das die Aussage eines Basler Gastronomen widerlegt: „Eintöpfe sind mir ein Greuel. Diese Art zu kochen hat keine Berechtigung. Alles in einen Topf schütten und davonlaufen, nein, das kann nichts Gutes geben“. Ob es wohl am Davonlaufen oder nur am Namen „Eintopf“ liegt? zum Rezept: Patate, Prugne e Scalogne in padella weiterlesen

Stachys du knolliger Ziest

StachysWer vermutet, dass der Titel ein Zitat aus Richard Wagners Ring des Nibelungen sein könnte, liegt falsch. Letzte Woche habe ich bei meinem Gemüsebauern (meinem? nein, ich muss ihn mit andern teilen) die letzten Stachys dieser Saison gekauft. Stachys gehören zur Familie der Lamiaceae (kann man alles bei Wiki nachlesen) und werden in der Schweiz von ein paar alternativen Gemüsebauern angebaut. Ein etwas teures Gemüse mit zartem Geschmack, irgendwo zwischen Artischocken, Schwarzwurzeln und Kartoffeln. Stachys du knolliger Ziest weiterlesen

Fragole con salsa di lamponi

Fragole con salsa di lamponiDie letzten Dörrbirnen sind aufgegessen. Auf dem Markt gibt’s schön aussehende und duftende Erdbeeren. Bescheuert. Aber ich greife zu, 2 Monate später werden sie auch nicht besser sein. Kurze Schelte von Frau lamiacucina. Erdbeeren waschen und probieren. Die Erdbeeren schmecken… nach Gurken. Textur etwa wie Kohlrabi. Nur duften tun sie gut. Nach naturidentischem Aroma von Givaudan oder Haarmann-Reimer. Es bestätigt sich: Nichts bleibt ungestraft im Leben. Wir greifen wieder mal in die Notapotheke und retten die teuren Beeren mit einem Rezept für Erdbeeren, die zwar wie Erdbeeren aussehen, aber keine Erdbeeren mehr sind. Vermutlich könnte man damit selbst aus Kohlrabi ein tolles Dessert machen. Gute Erdbeeren gibt’s fast nur noch aus dem eigenen Garten. Richtige Sortenwahl vorausgesetzt. Dann schmecken sie am Besten „al limone“: wenig Zucker und etwas Zitronensaft. zur Notapotheke: Fragole con salsa di lamponi weiterlesen