Bibernell-Spinat-Gnocchi


Bibernell-Spinat-Gnocchi

Überlebenschancen haben bei mir nur Pflanzen, die ohne meine Pflege auskommen. Dazu gehört der Bibernell (Pimpinelle, kleiner Wiesen-knopf). Der wächst bei mir in der Mähwiese. Erst vor 3 Jahren habe ich realisiert, was sich da für ein Schatz in meiner Wiese breitmacht. Bibernell im GärtchenDer nussig adstringierende Bibernell galt früher als Heilmittel gegen Pestilenz „Eßt Durmedill und Bibernell, dann sterbt ihr nit so schnell“, gemäss dem Spruch aus dem Pestjahr 1348. Mein Beitrag für den Gärtner-blog-event: Ich mache klassische, robuste Spinat-Gnocchi und ergänze den Spinat mit frischem Bibernell unblanchiert. Nicht zuviel, wegen dessen Adstringenz. In dieser Form kommt der nussige Geschmack des Bibernells schön zur Geltung.
zum Rezept: Bibernell-Spinat-Gnocchi weiterlesen

Gartenstraflager

Nicht dass ich gerade einen grünen Daumen hätte. Wer immer sich in meine gärtnerische Obhut begibt, wird einem schlimmen Ende entgegenserbeln. Aktuelle Beispiele gefällig ? Links meine Geranien von einem selten leuchtenden Braun-Rot, rechts die Johannisbeeren, die auch heuer wieder eine Grossernte von etwa 3-4 Beerenrispen erwarten lassen.
Geranien in voller BlüteJohannisbeeren ???
Derartige Unbotmässigkeiten lasse ich mir natürlich nicht gefallen. Wer nicht pariert, wird ausgerissen und lieblos in ein Straflager, ein leerstehendes Gartenbeet versetzt, genauer verscharrt. Ohne Wasser. Und Brot schon gar keins. Und doch: Kaum meiner gärtnerischen Fürsorge entronnen, beginnen die undankbaren Pflanzen sich zu erholen, gedeihen, blühen. Beispiel: die Straflagerecke des Gartens. Salbei, Thymian, wildes Bohnenkraut, Lysimachien.
Gartenstrafkolonie
Auch die Wildpflanzen und all das sonstige Unkraut, das sich im Garten eingenistet hat, gedeihen prächtig, dürfen sie doch, unbehelligt von mir vor sich hin wuchern. So auch der Bibernell, der sich frech mitten in der Mähwiese anfängt breitzumachen. Da er mir schmeckt, komme ich ihm immerhin etwas entgegen, indem ich ihn mit dem Rasenmäher in gehörigem Abstand umfahre. Gartenschuhe ab, Kochschürze an

Daraus leite ich die Legitimation ab, am laufenden Garten-Blog-Event: Wildkräuter erstmalig mitzumachen. Das Rezept kommt Morgen. Bibernell-Spinat-Gnocchi. In die Stiefel Herr L.! Ich bin dabei !

Crème de fenouil au Pernod

Creme de fenouil au PernodFenchelsuppe. Köstliches Suppenrezept aus Elfie Castys Kochbuch „Mit einer Prise Leidenschaft„, nachgekocht von Frau L. passend zum wieder etwas kühleren Wetter. Der Anisgeschmack des Fenchels wird mit einem Schuss Pernod verstärkt. Gemüse-crèmes lassen sich einfach und rasch zubereiten und schmecken erst noch gut. Somit wäre der Kaufpreis des Buches bereits amortisiert. zum Rezept: Crème de fenouil au Pernod weiterlesen

Ciliege al Aceto Balsamico

Ciliege al Aceto BalsamicoKirschenkompott an Balsamicosauce. Ein ernstes Wort an meine Leser: Ich bitte Euch, nein, ich flehe Euch an, gehet hin, kaufet die Zutaten und kocht dieses Kompott nach. Einfaches Rezept, wenig Drumherum, aber das Resultat ist unglaublich. Nicht einfach die Summierung der zugesetzten Aromen, da entsteht etwas Neues. Besser sind Kirschen nur noch direkt ab Baum. Und wahrscheinlich hier. Das Rezept habe ich aus einem Kochkurs von Lucas Rosenblatt mitgebracht, original ist es nur Beilage zu Cannoli. Für mich ist das Kompott so stark und so selbstständig, dass es keine Begleitung um sich braucht. Das Rezept steht auch in Rosenblatts Buch Balsamico ISBN 3-03780-221-9. zum Rezept: Ciliege al Aceto Balsamico weiterlesen

Ravioli al limone

Ravioli al limone
Die besten Zitronenraviolis Mitteleuropas gibts bei Mario Gamba in München, im Restaurant Aquarello. Ich war zwar noch nie dort, aber ein geübter Rezepteleser merkt ja sofort, was ein Rezept hergibt. Die zweitbesten Zitronenravioli gibts bei mir. Wen wunderts, ich mach sie ja frei nach dem Rezept von Mario Gamba. Und da ich diese Raviolis seit 2 Jahren etwa alle 3 Monate herstelle, weiss ich mittlerweile auch, auf was es dabei ankommt. All das, was dazu in Gambas Buch Cucina del sole, ISBN-3-89910-216-9, nicht steht, ist hier bei mir nachzulesen. Wer die Zitronenravioli lieber etwas herzhafter, alpenländischer, gesünder hätte, wird bei Genussmousse fündig. Vielleicht sind auch das die Besten. Hab sie nur noch nicht probiert. Ravioli al limone weiterlesen

Wurst-Käsesalat mit Lindenbaumblättern

Wurst- Käsesalat mit LindenblätternWurst-Käsesalat wird wie andere einfache Dinge meist unterschätzt. Dem Biergarten zugewiesen. Dabei liegt dessen Raffinesse gerade in seiner Einfachheit, vorausgesetzt die Qualität der Zutaten stimmt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Spitzenköche jeden Sommer wieder mit diesem Thema befassen. In jüngster Zeit wieder Karl-Josef Fuchs in Nachgesalzen mit comments die sich wesentlich interessanter lesen als die vergangenen Nachrichten von der G-7-Konferenz. In der „NZZ am Sonntag“ vom 27. Mai 2007 meldet sich Stefan Wiesner vom Gasthof Rössli in Escholzmatt zu Wort. Der verschlossene Tüftler aus dem Entlebuch, Erfinder der geräucherten Schneesuppe und anderer skurriler Einfälle, präsentiert einen witzigen Wurst-Käsesalat mit Apfelwürfeln, Baumnüssen und Lindenbaumblättern. Da ein solcher Baum vor unserm Hause steht, der Nachschub für die nächsten 50 Jahre somit gesichert ist, ein Grund mehr, das Rezept auszuprobieren. Wer Zeit hat, kann sich das Video des Schweizer TV anschauen (link im Abschnitt Reise zu den 4 Jahreszeiten) um zu sehen, wie Stefan Wiesner Schnee räuchert. Verrückt ? Genial ? zum Rezept: Wurst-Käsesalat mit Lindenbaumblättern weiterlesen

Türggenribel

Türggenribel mit RatatouilleChristoph Columbus entdeckte den Mais in der Karibik und brachte die ersten Pflanzen nach Europa. Zunächst wurde er in Spanien und Italien angebaut, ersetzte wegen des höhern Ertrags in armen Schichten der Bevölkerung den teuren, raren Weizen. Später gelangte er in den Orient und zuletzt auch nach Mitteleuropa. Im 17. Jahrhundert langte er im föhnigen Rheintal an. Hier fand die wärmeliebende und robuste Maispflanze klimatisch ideale Bedingungen vor. Allmählich wurde der Türggen (von der Bezeichnung «grano turco», türkischer Weizen) rasch das Hauptnahrungsmittel der ärmeren, bäuerlichen Bevölkerung. Mit der neuzeitlichen Ernährung (Pasta) wäre er fast verschwunden, wurde als Arme-Leute-Gericht (Spottname: Hühnerfutter) zunehmend verschmäht. Dem Einsatz der Vereinigung Rheintaler Ribelmais ist der Beginn einer Renaissance zu danken, die in der Erlangung des AOC-Labels im August 2000 einen grossen Erfolg zeitigte. zum Rezept: Türggenribel weiterlesen

Ofen-Ratatouille

Ratatouille rohSeit Wochen hab ich den Eindruck, dass ein unheimlicher, virulenter Ratatouille-Virus umgeht. Ratatouille in Bolli’s Kitchen, Chausson de Ratatouille in Berlin Kitchen, Ratatouillepüree in EinfachKöstlich usw. usw. Da ich mich gern von solchen Viren anstecken lasse, muss ich meine Virus-Variante halt auch noch rausbringen: Ofenratatouille nature oder als Nudelsalat. Meine Ratatouille ist eher trocken, leicht confiert und caramelisiert. Ratatouille, das im Gemüsesaft schwimmt, hab ich weniger gern, damit verknüpfen sich mir schreckliche kulinarische Kindheitserinnerungen. zum Rezept: Ofen-Ratatouille weiterlesen

Migros Anna’s Best: Thai Green Beef-Curry

Vor 2 Wochen hab ich im post Mehr Zeit zum Leben die Offensive der Schweizer Grossverteiler zur Verkaufsförderung ihrer Convenience-Produkte glossiert. Das appetitliche Green Beef-Curry auf dem Migros-Plakat hat mich zum Sündenfall verleitet: Ich habe eine solche Packung gekauft und klammheimlich für mich zubereitet und gegessen. Bild links das Plakat. Bild rechts mein Tellerchen. Der Macis Liebstöckel ist aus meinem Garten, Blattkoriander hatte ich keinen.
Meh Zeit zum LebenMigros Annas Best Thai Green Beef-Curry

Damit meine Leser am Genuss teilhaben können, habe ich das Resultat der Verkostung protokollarisch festgehalten: Migros Anna’s Best: Thai Green Beef-Curry weiterlesen

TGRWT #3 is here !

Blog-Event TGRWT #2Evelin aus Talinn von bounteous-bites hat das hosting der neuesten Runde des food-pairing events übernommen. Diesmal geht es darum Erdbeeren mit Koriander zu kombinieren.

Sie schreibt: „Never heard of the event? Really? Or just curious whether it really is what you think it is? Well, TGRWT is about pairing ingredients that have similar volatile aroma compounds. Or in less words – smell alike. It is about bringing together certain ingredients just because chemistry tells you to do so. Why are we talking about smell, but not taste? It’s been discovered that only 20% of what we „taste“ is perceived by the tongue and 80% by the receptors in the nose. Ingredients that have similar volatile aroma compunds should, in theory, go together well. Wanna test?

Bild anklicken und Ihr seid auf dem Blog von Evelin mit den Teilnahme-bedingungen. Ich werde auch wieder teilnehmen. Weiss auch schon was ganz Lustiges.

Koch-blog für Geniesser. Rezepte. Gourmandisen. Hintergrundwissen