
Bald werden es 5 volle Jahre sein, in denen ich hier meinen Tante Emma-Blog führe. Vor fünf Jahren war ich noch richtig im Saft. Noch vor vier Jahren täglich in der Küche stehend. Vor einem Jahr vorzeitig gealtert, bringe ich es heute noch knapp auf einen Beitrag alle zwei Tage. Es geht dem Ende entgegen. Beinahe 5 Jahre hat es gedauert, bis Marketing-Unternehmen gemerkt haben, dass ich für sie uninteressant bin. Das ist eine der wenigen Annehmlichkeiten, die mein Alter mir störrischem Alten bietet. Warum sollte ich plötzlich Handmixer testen, wenn ich lieber von Hand rühre ? Warum sollte ich Weine empfehlen, so gut sortiert wie mein Weinkeller noch ist ? Warum Kochbücher probelesen, da ich mir doch alle Informationen und Rezepte aus dem Internet hole ? Warum Kochkurse in Hamburg besuchen, wenn ich doch viel lieber zu Hause bleibe ? Fragen, die keine Antworten mehr brauchen.
5 Jahre sind genug. Ausrufezeichen. Meint Frau L.. Immer lauter wird auch im Unterholz des Internets mein Rücktritt verlangt. Die junge, aufstrebende lamiacucina-Konkurrenz scharrt unüberhörbar und ungeduldig in den Startlöchern 😉
Darunter und allen voran Jamie Oliver, der Wegwerfkoch. Unübersehbar und lautstark unterstreicht er seinen Anspruch auf das Alleinerbe durch sein Buch La mia cucina. Gedruckt in Millionenauflage und 89 Uebersetzungen. Wo Geld verdient wird, will auch der Spaghettikoch mit Heiligenschein, Sante de Santis, nicht abseits stehen. Auch er verlangt seinen Anteil und wirft seinen Schmöker La mia cucina hintennach. Für Frauengleichstellung kämpft Dania Luccherini und bringt sich mit ihrem Buch La mia cucina ins Spiel um mein Erbe.
Aus der Ecke der sonst so lauten Twitterer ist es für einmal merkwürdig still. Der ohnehin wortkarge Tom scheint mit @lamiacucina wohl kalte Füsse bekommen zu haben. Facebook kann man vergessen. Da guck ich schon gar nicht mehr hinein. Da wimmelts nur so von la mia cucinas. Von ganz anderem Kaliber ist hingegen der junge, sympathische Konditorlehrling aus der Schweiz mit La mia cucina. Eine professionell aufgemachte, aufstrebende Seite. Go ahead Alessandro!
Aber ich kann nicht aufhören. Noch nicht. Nicht bevor ich eines meiner Lebensziele erreicht habe. Damit ist kein Lorbeerkranz gemeint. Wer im Wettbewerb um Lorbeerkränze den Sinn seines Lebens sieht, lebt am Leben vorbei. Oh, nein. Meine Lebensziele waren immer bescheiden, so auch hier: Einmal, nur einmal möchte ich chinesische Nudeln herstellen können. Ja, die Nudeln, die man durch die Luft schwingt und dabei fein auszieht. In einem Buch eines Schweizer Koch-Journalisten, der in China lebte, habe ich gelesen, dass dafür eine mehrjährige Ausbildung bei einem Nudelmeister notwendig sei. Zeit, die ich nicht mehr habe. Ach, wieviele chinesische Kochbücher (in deutsch) habe ich schon durchsucht. Nie habe ich eine Anleitung gefunden ausser der, wie man fertige Nudeln in die Suppe wirft. Aber ich gebe mich nicht geschlagen. Ich bin nahe dran. Und falls ich es fertigbringe, die Nudeln selber zu machen, dann werde ich mir nochmals überlegen, ob ich aufhören will 😉
Ich wünsche allen, die hier häufig, weniger häufig oder überhaupt nie vorbeikommen, ein gutes, gesundes, neues Jahr. Ist die Gesundheit da, schafft man alle Anforderungen, die uns das Leben bereithält. Auf Wiederlesen. Im Januar.






















































