
Das hätte eine Terrine zu Weihnachten geben sollen. Hätte. Eine vom sparsamen Hausvater L. ökonomisch gestreckte Terrine, in der im Zentrum wenig Gänseleber eingeplant war. Wenig deshalb, weil die verwendete, rohe Leber von Produzenten stammt, die keine Stopfmethoden anwenden und sich die dadurch kleineren Lebern mit Gold aufwiegen lassen. Eine wunderbar ausgedachte Weihnachtsterrine. Wenn nicht Herr L. ausgerechnet dabei seinen überheblich-schludrigen Tag eingezogen und die Terrine in den Sand gesetzt hätte. Jetzt hat er wenigsten die lange gewünschte, neue Tag-Rubrik: Kuechenkatastrophen. Die Gäste mussten mit einer gekauften Terrine vorliebnehmen. Gemüseterrine mit Gänselebereinlage weiterlesen
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Weihnachtsdiorama 2007

Weihnachten. Unser Krippen-Diorama. Gefüllt mit dem bekannten Personal. Dieses Jahr erstmals mit einer modern-eleganten Bogenbrücke über den Jordan, von mir aus den Einlagen von Bordeaux-Weinkisten gebastelt. Darüber durften die heiligen drei Könige schreiten. Ihnen darf man keine nassen Füsse zumuten. Danach wurde die Brücke von streitenden Schafböcken in Beschlag genommen. Der Hintergrund ein von mir selbstgemalter, etwas bombastisch geratener Prospekt, hügelige Toskana, Spätmittelalter, die Palmen aus dem Orient, Schafe aus dem Tirol, handgeschnitzt, aus Gips gegossene aus dem frühen 20. Jhdt, rustikal-modern geschnitzte aus Brienz. Nichts, das zueinander passen will. Ein Abbild der Welt im Kleinen. Weihnachtsdiorama 2007 weiterlesen
CH-4000 Basel: Weihnachtsmarkt

Dem Weihnachtsrummel gehe ich seit Jahren aus dem Wege. Zuviel Kommerz. Den vom Tourismusbureau initiierten Basler Weihnachtsmarkt habe ich heuer zum ersten Mal besucht. Der liegt mir sozusagen vor der Haustüre und Nürnberg ist weit weg. Der Platz rund um die Barfüsserkirche ist mit Holzbuden nett hergerichtet und wirkt nach dem Eindunkeln recht stimmungsvoll. CH-4000 Basel: Weihnachtsmarkt weiterlesen
Vegetable Terrine
My contribution to the best of 2007 foodblogger’s recipe collection. Short english translation of a post, originally written in german: An easy vegetable terrine, something for the feast repertoire, not difficult to make at all. And even on the day before. Vegetable Terrine weiterlesen
Berner Haselnussleckerli

Eines der Paraderezepte von Frau Curtius. Wir haben letztes Jahr in der führenden Berner Confiserie Leckerli gekauft und mit unsern verglichen. Bern ist nicht mehr, was es einmal war. Trotzdem immer noch eine wundervolle Stadt. Für Berner Leckerli braucht man aber nicht nach Bern zu fahren. zum Rezept Berner Haselnussleckerli weiterlesen
Vanillebrezel
So perfekt wie dieser Gehülfe einer Bäckerei in dem malerischen, mittelalterlichen Städtchen Stein am Rhein schlinge ich meine Vanillebrezeln nicht. Ich schlinge sie überhaupt nicht, das geht nicht bei diesem buttrigen Teig. Verschlingen ginge hingegen… zum Rezept der Frau Curtius Vanillebrezel weiterlesen
Schalottenconfit mit Kalbsfrikadellen

Gemüse ist von Beruf stets Beilage. Immer steht es hinter, nie vor dem „mit“ auf den Speisekarten der grossen Köche. Ich werte die ewigen Zweiten zum Mittelpunkt des Tellers auf. Langsam in Rot- und Portwein confierte, gewürzte Schalotten. Zwiebel-Fans müssen halt meine Frikadellen mit in Kauf nehmen. Die gibts gratis dazu, als Bonus. zum Rezept Schalottenconfit mit Kalbsfrikadellen weiterlesen
Sauerkrautweggen

Eben geht mit einem Teller, Frau L. persönlich in den Keller, dass sie von dem Sauerkohle, ein Beutelchen sich hole… Herr L. flugs drauf, schnitt den Beutel auf, wickelt ihn behende, in Teig und Schinken ein, danach der Weggen aufgewärmt, wovon Herr L. sehr schwärmt. So das wärs, Busch verzeihe mir den Vers. Wir mögen sie, die einfach und schnell zubereiteten Sauerkrautweggen. Und ihn auch, den Wilhelm. zum Rezept Sauerkrautweggen weiterlesen
Basler Brunsli oder: don’t call me Brownie
Basler Brunsli sind ein typisch Schweizerisches Weihnachtsgebäck. Relativ jung, meine Basler Kochschule aus dem Jahre 1908 kennt sie nicht. Das richtige Rezept ist Glaubenssache. Brunsli-teige unterscheide ich deshalb in 3 Typen: konservative, fortschrittliche und richtungslose. Die konservativen werden mit Kakaopulver und Eiweiss zubereitet, die fortschrittlichen mit Schokolade (dafür gibts sogar Brunsli-Schokolade) und die übrigen mit Fertigteig. Unser Rezept stammt von Frau Curtius. Und die hatte es aus einer guten Basler Feinbäckerei, die aber schon seit etwa 40 Jahren nicht mehr existiert. Unsere Brunsli ? konservative natürlich, sie stehen dem Himmel näher, wie das Bild zeigt. 🙂 zum Rezept Basler Brunsli oder: don’t call me Brownie weiterlesen
Ollucos y tirabeque al gratén

Kommt mir auch spanisch vor. Denn ich spreche kein Wort spanisch. Ollucos gabs im Warenhaus, frisch, diesmal ganz errötet, musste ich aus Neugier mitnehmen. Zuhause: Was mach ich damit ? Frau L.: Dein Problem, sieh zu was Du damit machst ! Zwei Probekartöffelchen, unter ordinäre Raclette-Kartoffeln gemischt, schaffen Klarheit: etwas zwischen Kartoffeln und Karotten, nussig, wenig Stärke. Die Lösung: ich mische das zu tirabeque, google: meinten Sie arabesque ? nein, ich meine nicht Arabeske, ich meine Zuckerschoten. Das sind es denn auch. Gewöhnliche pois-mange-tout, gutschweizerische Kefen, aus dem Tiefkühlschrank. Ollucos und Zuckerschoten zu einem Gratin vereint. Resultat: Sehr gut. Sogar Frau L. wundert sich, wie ich die Kurve gekriegt habe. Das Rezept gibts nur bei mir, googeln zwecklos. zum Rezept Ollucos y tirabeque al gratén weiterlesen
Glühweinbirnen mit weisser Lebkuchenmousse
Kakaobutter ohne Kakao kommt mir vor wie Schweinefett ohne Schwein. Desserts mit weisser Schokolade sind deshalb gar nicht mein Ding. Bei diesem Rezept erlaube ich mir eine Ausnahme. Der würzige Lebkuchengeschmack eines braunen Gebäcks in einem weissen Mousse schmeckt aberwitzig. Zubereitet in der Dessertgruppe der Basler Kochschule, deren Kurse ich seit ein paar Jahren besuche. Kursleiterin: Doris H. Das Rezept stammt aus A. Wildeisen „Gästemenus zum Vorbereiten“ zum Rezept Glühweinbirnen mit weisser Lebkuchenmousse weiterlesen
Kulinarisches Gruselkabinett (1)
Kunst schafft neue Sichtweisen. Am Wegrand begegne ich immer wieder Statuen, Plastiken, Skulpturen, Kunstwerken, die mir durch überzeugende Gestaltung und ausdrucksvolle künstlerische Aussage aufgefallen sind. Sie werben meist für irgendetwas Essbares oder eine Fress-Stätte. Wobei Fress-Stätte für einmal wörtlich gemeint ist. Da sieht man kraftvoll hingeworfene Farben, eine formale Geschlossenheit des skulpturalen Aufbaus, wie zufällig hingeworfene Löcher im Käse. Durchdringend gestaltete künstlerische Expression ! Wozu sich an Vernissagen die Ohren mit solchem Geschwätz vollschwurbeln lassen ? Am Strassenrand ist die wahre Kunst zu finden. Ein Dank an die Schweizer Restaurantbetreiber für die Pflege dieses Kulturguts.
Wäre ich jünger, würde ich die Kunstwerke einsammeln, ein Museum erbauen und sie darin ausstellen. Meldet sich jemand für die Führung des Museumsbistrots ? Allenfalls.
In dieser Reihe werde ich in loser Folge ein paar der vom PC-crash geretteten Köstlichkeiten aus meinem Kunstkabinett des kulinarischen Grauens vorstellen.




