Alle Beiträge von lamiacucina

Chemie-Ingenieur. Passionierter Koch-Dilettant. Mediterrane Küche, Molekulargastronomie.

Kartoffelgnocchi, zäh oder zart ?

Kartoffelgnocchi

Ich hab mir mal einige meiner Lieblingskochbücher vorgenommen, die Rezepte für Kartoffelgnocchi herausgeschrieben, Zutaten und Mengen verglichen. Unglaublich ! Die Kochbuchautoren scheinen die Rezepte ihrer Grossmütter unbesehen und unreflektiert abzuschreiben. So nett die Erinnerung an die Nonna sein mag, den tradierten Rezepten fehlt oft jede Logik. Alle Autoren beanspruchen aber unisono, mit ihrem Rezept leichte, luftige, eben perfekte Gnocchi herzustellen. Höchste Zeit, dass ich mich der Kartoffelgnocchi annehme ! Zu den Fakten: Kartoffelgnocchi, zäh oder zart ? weiterlesen

Wunschkochen (5): Ochsenschwanzravioli für Sebastian

Ochsenschwanzravioli serviert

Sebastian von hüttenhilfe hat sich Ochsenschwanzravioli gewünscht. Ein etwas aufwendigerer Wunsch, drum hats länger gedauert, aber ich mach sie nicht zum ersten Mal. Dieses Mal aber besonders gut. Die aus dem Ochsenschwanz gezogene, wunderbare Rotwein-Madeira-Sauce hab ich gleich vollständig und reichlich zum Gericht serviert. Die übrigen, eingefrorenen Ravioli gibts dann, ohne Trüffel, mit Tomatensauce oder alla turca. zum Rezept Wunschkochen (5): Ochsenschwanzravioli für Sebastian weiterlesen

Sorbetto di uva americana

Sorbetto di uva americana
Meine Taktik ist aufgegangen. 3 kg uve americane eingekauft. Frau L. kapituliert mangels Platz im Eiskasten. Und ich mache aus 1 kg Trauben ein Sorbet. Die Rezeptidee stammt von Philippe Rochat aus dem Buch „La cuisine sublime“, AT-Verlag. Dieser macht das Sorbet aber mit Muscat Trauben und verwendet 3mal mehr Zucker als ich. Wir habens lieber herber, drum hab ich das Rezept ignoriert. zum Rezept Sorbetto di uva americana weiterlesen

CH-6422 Steinen: Restaurant Adelboden

 Restaurant AdelbodenDas Adelboden von Franz Wiget stand schon lange auf meiner Besuchsliste. Steht doch ein erfahrener Koch mit Auszeichnungen (17 GM, 1 Michelin) am Herd. Sehr freundlicher Empfang durch Personal und der Frau des Hauses. Auf unsere Platzwünsche wird mit professioneller Selbstverständlichkeit eingegangen. Wir haben das Tagesmenu mit kleinen Änderungen bestellt. Zum Aperitiv und als Amuse-geules werden viele winzige Kleinigkeiten aufgetragen, u.a. Bretzelchen, süss-salzig geröstete Kürbiskerne, ein Schraubdeckelgläschen mit 10 ml hausgemachtem Ziegenmilchjoghurt, eine winzige Minibulette auf winzigem Auberginen-gemüse, ein Ministück Edel-Schwartenmagen (mit Gänseleber), ein Fetzchen Kalbfleisch mit Thonsauce, ein haselnussgrosses Stück weisses Tomatensorbet auf einem gleichgrossen Tomatenriemchen. Alles in puppenstubenhaften Portionen und winzigen Geschirrchen. An den Nebentischen Aaah… und Oooh… Bei uns eher Ratlosigkeit und Konsternation. CH-6422 Steinen: Restaurant Adelboden weiterlesen

Uva Americana

Uva Americana
Diese Americana-Trauben hätten zu einem würzigen Sorbet verarbeitet werden sollen. Aber wie jedes Jahr…, kaum sind welche im Haus, sind sie auch schon weggegessen. Ich brauche mich nicht zu bemühen, den Eismaschinenbehälter im Tiefgefrierer zu versorgen: sinnlos. Es sind wunderbar aromatische Tafeltrauben. Die Aroma-Bezeichnungen fragolino (Erdbeer), framboisier (Himbeere), Cassis (schwarze Johannisbeere, aber auch foxy (Fuchston, nach nassem Fuchsfell), Wanzengeschmack, Katzenseicher und Tessineraroma geben von der unterschiedlichen Geschmacks-rezeption einen Eindruck. Man mag sie… oder dann eben nicht. Wir mögen sie. Uva Americana weiterlesen

Gnocchi di ricotta con pesto di zucchini

Gnocchi di ricotta di capra

Gnocchi aus frischem Ziegenmilch-Ricotta, serviert an einem Zucchini-Baumnuss-Basilikum-Pesto. Eine Spezialität aus dem Ristorante Al Fornello da Ricci in Cegli Messapica, Nähe Brindisi. Ich war noch nie dort, das Rezept stammt aus meinem Schnipselhaufen, stark vergilbt, ausgeschnitten aus einer alten NZZ am Sonntag. Die Kunst besteht darin, den Ricotta ohne Mehl- und Ei-zusatz zu kompakten Kugeln zu verfestigen, die beim Kochen nicht auseinanderfallen. Ziegenricotta ist in der Stadt schwieriger aufzutreiben als Trüffel, wer ihn gefunden hat, wird bei diesem Gericht dafür mit ein ein paar Scheiben Sommertrüffel belohnt. Der Sommertrüffel hat wieder einmal sehr gut geduftet, der Geschmack erinnerte mich wieder einmal, an …trockenen Karton. zum Rezept Gnocchi di ricotta con pesto di zucchini weiterlesen

Russisches Ei

Russisches Ei
Als russische oder Fabergé-Eier werden Schmuckgegenstände in Form von Ostereiern bezeichnet, die von Carl Peter Fabergé (oder besser seiner Werkstatt) in St. Petersburg zwischen 1885 und 1917 angefertigt wurden. Kleine Meisterwerke in Gold, Email und Edel-steinen oder feinstem Porzellan. „Russisch Ei“ ist aber auch ein altes Gericht der kalten Küche. In den 70-er Jahren als Dosengemüse-klassiker noch sehr beliebt, wird das Gericht heute in Restaurants kaum mehr angeboten. Als Dosenmischgemüse ist es noch erhältlich, wenn man sich in den Läden tief bückt. Frisch und gut zubereitet ist es aber ein leichtes, wohlschmeckendes Sommergericht. Und erst noch kalorienarm.  zum Rezept Russisches Ei weiterlesen

Tomaten-Paprika-Tarte

Bell Peppers - PaprikaMein Beitrag zum Paprika-Event des Gärtner-Blogs. Eine Drei-Stern Tomaten-Paprika-Tarte für Gourmets. In Anlehnung an ein Rezept von Joël Robuchon in Paris (Restaurant Jamin) aus „Gourmet“ 52 (1989). Die Tarte besteht aus einem blindgebackenen Boden aus 5 Lagen Strudelteig. Der Boden wird bestrichen mit einer Tomatensosse, die aus den Tomaten-abschnitten gekocht wurde. Belegt wird die Tarte mit ausgestochenen Tomaten- und Paprika-rondellen. Eine geniale Tarte mit einem leichten Nichts von Boden, der schön knusprig bleibt und nicht durchweicht.
Tomaten-Peperoni-Tarte
zum Rezept Tomaten-Paprika-Tarte weiterlesen

Schinkenkrapfen

Schinkenkrapfen fertig

Schinkengipfel in Krapfenform. Bei uns eine beliebte Beilage zu Gemüsen, auf Wanderungen als Picknick oder als Aperitiv-gebäck bei Einladungen (die gehen immer zuerst weg) oder spätabends nach dem Theater als Gutenacht-Imbiss. Wir machen sie immer auf Vorrat und halten sie bis kurz vor dem Verbrauch im Tiefkühler. Trotz Schlankheitswoche musste der Nachschub für den Herbst alimentiert werden. zum Rezept
Schinkenkrapfen weiterlesen

Knödelschleuder

Knödelschleuder
Ich habe eine Erfindung gemacht. Sieht aus wie eine Knödelschleuder. Wenn man mit voller Wucht auf die eine Seite mit dem kurzen Hebelarm tritt, wird der auf der Seite mit dem längern Hebelarm liegende Gegenstand weggeschleudert. Richtung Paris versteht sich. Ernsthaft: diese ingeniöse Erfindung dient dazu, die Sonne, die mir in meiner Dachwohnung im Sommer wegen des hohen Sonnenstandes nicht mehr so recht in die Wohnung scheinen will, einzufangen. Mit der langen, nach aussen verschiebbaren Platte kann ich angerichtete Teller im besten Sonnenlicht fotografieren. Vorausgesetzt die Sonne scheint. Professionelle Fotografen machen das mit indirektem Blitz und/oder starken Lampen. Ich arbeite mit Bio-Sonne, ganz Natur. Und bin daher auch vom Bio-Rythmus der Sonne abhängig. Mein Fotoapparat, eine billige japanische Kompaktkamera, macht den Rest ohne mein Zutun. Wenns regnet, sehen meine Fotos halt verregnet aus.

Das ist aber nur eines der Probleme, die ich als Jung-Fotograf zu meistern habe. Bei uns gibts immer zwei Teller: der schöne Foto-Teller mit wenig drauf, weils besser aussieht, und der überfüllte Essteller für Frau L.. Bis ich die Foto im Kasten habe, ist der Foto-Teller kalt und kaum mehr geniessbar. Das ist der wahre Grund, warum ich langsam verhungere und laufend an Gewicht verliere, währenddem Frau L. an Gewicht eher zulegt. Weiss jemand unter den erfahrenen Foodbloggern Rat ? Foodbloggen macht schlank, das steht jedenfalls fest.