Alle Beiträge von lamiacucina

Chemie-Ingenieur. Passionierter Koch-Dilettant. Mediterrane Küche, Molekulargastronomie.

Mehr Zeit zum Leben

Mehr Zeit zum LebenUnter diesem nicht mehr ganz taufrischen Slogan wirbt Grossverteiler Migros in der Schweiz für seine Convenience-food Linie Anna’s Best. Mit ganz appetitlich aussehendem Green Curry Beef. Ähnlich bewirbt Coop unter seinem Lifestyle-Label Idee Betty Bossy die young urban people, deren Koch- und Essgewohnheiten durch den Berufsalltag geprägt sind (auch das ein Zitat):

Essen mit viel Genuss, aber ohne grossen Aufwand, diese Einstellung liegt im Trend. Und der hat einen Namen: „Frischconvenience“…  usw.

Was ist denn Leben ? Gehört hingebungsvolles Kochen denn nicht mehr zum Leben ? Zeit haben, für was denn, bitte ? Für laufende Standortdurchsagen am Handy, den weekend-trip in die Karibik ? SuperStar am TV ? Warum sich nicht Zeit nehmen ?  Zeit um eigene Pasta zu machen, eigenen Teig, eigene Fonds. Viele werden mir jetzt entgegenhalten:  Woher denn die Zeit nehmen ? Meine Antwort: vom auch nicht mehr ganz taufrischen, italienischen Sprichwort

A tavola non si invecchia mai.

Während man tafelt, altert man nicht. Wer das begriffen hat, braucht keine „Frischconvenience“.

Meme: Les quatre vérités

Da sendet mir Bolli ein Meme aus Frankreich zu. Ich blogge ja erst seit Kurzem, bin zwar schon da und dort auf diese Fragebögen gestossen, kenne aber die Regeln nicht und mache deshalb, was alle andern  tun: Ich beantworte die Fragen und werfe es weiter.  Memes werden zugeworfen, nachgeworfen und angeworfen. Soviel weiss ich schon. Zunächst bin ich erschrocken, hab das Ding aber gerade noch auffangen können. Meine Antworten: Meme: Les quatre vérités weiterlesen

Risotto printanier au vin jaune

Risotto printanier au vin jauneVin Jaune. Ein eigenartiger Weisswein aus dem französischen Jura. Jahrzehnte lagerfähig. Im Geschmack ähnlich einem Sherry. Richtiger Sherry erhält seinen Charakter durch das Aufspriten mit Branntwein und dem oxidativen Ausbau in offenen Fässern mit dem Solera-Verfahren. Ganz anders der vin jaune: klassische Weinzubereitung, kein Aufspriten, lange Lagerung in verschlossenen Holzfässern. Beim vin jaune ist die weisse Traubensorte „Savagnin“ für den Geschmack verantwortlich. Der Wein wird in sperrige Flaschen, die clavelins, abgefüllt. Vor drei Jahren assen wir im Restaurant Jean Paul Jeunet in Arbois (F) einen denkwürdigen Risotto au vin jaune. Und da ich von einem Besuch in Chateau Chalon noch solche, in kein Gestell passende Flaschen im Keller habe, lag es nahe, sich an diesem Luxus-Risotto zu versuchen. Ein Risotto, den man in Restaurants nur ganz selten antrifft. Mit den frischen Frühlingsgemüsen aber eine Entdeckung. zum Rezept: Risotto printanier au vin jaune weiterlesen

weekend-cat-blogging #103

Buesi between parsley and rosemary

It is my turn this week. I am Büsi. My owners bought me, fairly shabby through a hawker where I lived near the roadside. Amidst of exhaust gases. Now, I live in the kitchen, on the fridge and watch its door. From time to time I sit on the window sill and smell the wonderful odour from the rosemary and parsley pots. Sorry, it is time to return on the fridge. The impudent cats from the living room despoil the fridge.

This weekend cat blogging is hosted by the The House of the (mostly) Black Cats.

Banana Gremolata Terrine (TGRWT #2)

Banana Gremolata Terrine finishedThey go really well together food blogging event (TGRWT) is all about flavour pairing, that is combining ingredients and flavours that wouldn’t usually be put together and seeing how it turns out. Ingredients to pair this time are BANANA & PARSLEY. For the second event (TGRWT #2), hosted by Tara of Should You Eat That, I present a terrine, filled with Basmati-rice together with italian Gremolata, which is here a mixture of finely chopped parsley and lemon peel (without garlic). And as the core of the terrine: banana. Zusammenfassung in Deutsch siehe Schluss. for the recipe: Banana Gremolata Terrine (TGRWT #2) weiterlesen

Sommerlicher Reissalat

Sommerlicher ReissalatGestern gabs bei der lamiacucina GmbH nur kalte Küche, weil:
a) Temperatur zu heiss.
b) wir ein Paket erhalten haben: 4m lang, 2m breit etwa 1.7m hoch. (Das Erhalten von Paketen ist ja derzeit bei Kochblogs sehr en vogue). In solchen Fällen gibts bei uns Reis-salat mit bunten Zutaten, was die Küche grad so hergibt, angemacht mit Olivenöl mit Zitrone und Obstessig. NB. Das Paket grillt nicht, es kocht nicht, es rührt keinen Teig, mäht auch keinen Rasen, der einzige, kulinarisch ableitbare Zusammenhang besteht aus einem Trinkbecherhalter aus Kunststoff. Mit 4 Rädern. Ein fahrbarer Trinkbecherhalter sozusagen. Die Freude war aber nur kurz. Das in Regensburg (Bayern) gefertigte Gerät steht wegen Klappergeräuschen bereits wieder beim Auslieferer. Der schmackhafte Reissalat eignet sich auch als Beilage für Grilladen oder zum Füllen roher Tomaten. zum Rezept
Sommerlicher Reissalat weiterlesen

Catalogna alla Siciliana

Catalogna alla SicilianaMutig hatte sich Frau L. beim Italiener einen Riesenbusch frischen Catalogna (Blattzichorie) erstanden. Die Saison hat ja eben erst angefangen. Er sah so taufrisch aus. Bei einer Miss-Wahl hätte man ihn der Siegerin ohne Weiteres anstelle der üblichen Gladiolen in den Arm legen dürfen. Die Miss Catalogna gibts vermutlich ebenso gewiss, wie es eine Miss Kuhfladen gibt. Catalogna wird bei uns nur von Italienern gekauft. Was macht man aus Catalogna ? Marcella Hazan’s Bücher brachten für einmal keine Erleuchtung. Das im Beitrag Von fast vergessenen Gemüsen erwähnte Kochbüchlein würdigte das Gemüse mit diesem Rezept. Statt ihn zu zerkleinern, hat Frau L. ihn gleich ganz blanchiert. Dann im Ofen mit Frühlingszwiebeln, Peperoni, Sultaninen, Pinienkernen und Parmesan kurz überbacken. Der Strauch reichte uns gerade als Hauptgericht. Die süsslichen Beilagen passen gut zum bitterlichen Geschmack des Catalogna. zum Rezept:

Catalogna alla Siciliana weiterlesen

Spargeln polnische Art

Spargeln polnische ArtWeil die Spargelsaison früher als sonst begonnen hat, gönnen besonnene Spargelbauern ihren Pflanzen jetzt schon die verdiente Pause. Drum zum Abschluss ein letztes Spargelrezept: Spargeln à la Polonaise, ebenfalls ein Klassiker. Beim grossen deutschen Koch Alfred Walterspiel waren das einfach Spargeln, übergossen mit gebräunter Brösel-butter. Meist kommt heute (in Anlehnung an die sauce polonaise ?) auch noch hartes Ei und Petersilie dazu, und um das Chaos zu vollenden, fügen wir auch noch etwas Parmesan bei.  Es schmeckt, wer frägt nach Namen ? zum Rezept Spargeln polnische Art weiterlesen

Burrata con pomodori

Burrata con pomodori

Der Burrata ist ein aus Kuhmilch hergestellter, frischer Weichkäse vom Typus Filata-Käse, zu der auch der Mozzarella gehört. Burrata hat, anders als der normale Mozzarella, ein Innenleben: ausgefranste Filata-stränge mit dickem, buttrigem Rahm. Wie alle Frischkäse sollte er rasch gegessen sein, zunächst schmeckt er rahmig-mild, beim Reifen wird er rezenter, irgendwie zwischen reifem Stracchino und Büffelmozzarella. Er wird rund oder birnförmig abgedreht und in kleinen Säckchen abgefüllt, die mit einem grünen Lilien-Blatt umwickelt sind (was sehr ansprechend aussieht und den Preis um mindestens 1 anhebt). BurrataIch stelle ihn heute ins Zentrum, garniert mit gerösteten Pinienkernen, confierten Tomaten, Rucola und Fave, die für ein Lachsgericht gedacht waren, aber mangels Lachs anderweitig verwertet werden mussten. Alles wird abgerundet mit dem besten Olivenöl und noch besserem Aceto balsamico.  zum Rezept: Burrata con pomodori weiterlesen

Soufflee di Parmigiano

Soufflee di ParmigianoMeine heimliche Liebe gilt den Soufflées. Bislang eine ganz und gar einseitige Liebe. Dabei widme ich Ihnen soviel Zuwendung. Pfluff…. ihre Antwort. Damit ist jetzt Schluss. Haben wir Béarnaise und Hollandaise physikalisch-chemisch in den Griff bekommen, sollte dies doch auch mit diesen Schäumen zu machen sein. Ich bleibe an diesem Thema. In der Zwischenzeit schmökere ich schon mal in Shakespeares Der Widerspenstigen Zähmung, der hat am selben Thema gearbeitet und sollte es ja wissen. Fehlanzeige. Bis ich mich durch den Wust an einschlägiger Soufflée-literatur gearbeitet habe, eine kleine Fingerübung: ein zarter, eleganter Parmesan-Soufflée mit Grünspargel an Walnuss-Butter-Sauce. Man kann ja nicht nur von Wurstbroten leben. Das Rezept ist aus dem Buch „Cucina del Sole“ von Mario Gamba, Collection Rolf Heyne. Diesmal wortwörtlich befolgt. zum Rezept: Soufflee di Parmigiano weiterlesen

Tomatenschälen

TomatenschälerEs gibt sie noch, die unscheinbaren, witzigen Küchenhelfer. Eine Art Sparschäler, mit dem man locker Tomaten schälen kann. Ohne sie erst überbrühen zu müssen. Oder Paprika/Peperoni. Keine Inbetriebnahme eines Flammenwerfers nötig (wie bei Lea Linster). Kein Backen im Ofen und Befeuchten mit nassen Handtüchern (wie bei Johann Lafer). Keine Brandblasen an den eigenen Händen mehr (wie bei mir). Zudem ein Sparschäler, der wirklicht spart, obschon er nicht von der Firma SPAR, sondern von Betty Bossi vertrieben wird. Dort ist er zu haben, d.h. war zu haben. Er ist ausverkauft, d.h. im neuen, völlig überflüssigen Männerkochheft bossi ist er wieder zu haben. Komme da einer draus bei dieser umtriebigen Dame.

Ernsthaft: Funktioniert bei Früchten mit glatter, fester Oberfläche. Bei heftigen Ein- und Ausbuchtungen, wie etwa Ochsenherztomaten, wirds schwierig. Peperonis kann man je nach Verwendung noch überlisten, indem man sie entlang der Rundungen in Schnitze schneidet, so dass man mit dem Schäler rankommt.

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Gemüsespaghetti nach Leonardo da Vinci