Muss mich beeilen, wenn ich die 100 Gruselköche noch voll bekommen will. Schon wieder gibt einer auf.
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Baumnuss-Knöpfli mit Bohnen
Vom Schweizer Mühlentag, siehe meinen Bericht, war ich im Frühjahr mit einem Fläschchen Baumnussöl und einem Kochbüchlein „Das goldene Buch der Baumnuss„, Erica Bänziger, Fona-Verlag, heimgekommen. Darin eine interessante Variation der geliebten Spätzle. In D heissen Baumnüsse Walnüsse. Das Wort leitet sich aus dem althochdeutschen Walah (S.841 unten) ab: Wälscher. Wal-hnot: Welsche Nuss. Und weil ich immer noch ein paar Walnüsse vom Bodensee habe und der neue Walnuss-event wunderbarerweise nach Walnüssen verlangt, war das ein Grund, die Knöpfli auszuprobieren. Da beim event ein Aufenthalt im Ofen verlangt wird, mir selber ein solcher aber zu heiss ist, biegen wir das Rezept zurecht und rösten die Nüsse im Ofen, bevor wir sie mahlen. Schmeckt so eh besser.
Zutaten
350 g Dinkelruchmehl (l: Weizenruchmehl)
75 g Baumnüsse
1.5 Tlf. Meersalz
2 dl Milch
4 Eier
1.5 Elf. Baumnussöl
2 Elf. Olivenöl
abgezupfte Thymianblättchen
gehackte Rosmarinnadeln
600 g grüne Bohnen (l: Bobby)
2 mittlere, rote Zwiebeln
geriebener Sbrinz oder Parmesan
Zubereitung
(1) Baumnüsse im Ofen auf Sicht bei 190°C kurz anrösten, dann mahlen. Mehl, die geriebenen Nüsse und Salz in der Küchenmaschine mischen. Milch, Eier und Nussöl nach und nach zugeben und den Teig etwa 10 Minuten rühren bis er Blasen wirft. Zugedeckt 30 Minuten ruhen lassen.
(2) Bohnen fädeln, über Dampf knackig garen, kalt abschrecken, je nach Grösse halbieren oder dritteln.
(3) In einem grossen, hohen Topf reichlich Salzwasser zum sieden bringen. Den Teig portionsweise durch ein Knöpflisieb streichen, warten, bis die Knöpfli an die Wasseroberfläche steigen, mit einer Siebkelle herausnehmen und in kaltem Wasser abschrecken, damit sie nicht zusammenkleben.
(4) Die Zwiebeln halbieren und in feine Streifen schneiden, in einer weiten Bratpfanne in einem Elf. Olivenöl anbraten, beiseite stellen.
(5) Das restliche Olivenöl in der Pfanne erhitzen, Knöpfli zugeben und bei mittlerer Hitze braten. Kräuter, Bohnen und Zwiebeln zugeben, 2-3 Minuten weiterbraten. Anrichten. Käse darüber raffeln.
mein Beitrag zum Walnuss-event. Ohne Teilnahme am Wettbewerb um die Küchenmaschine.
Lila-Sauerrahmeis
Endlich eine Anwendung für die doppelwandigen, italienischen Thermogläschen, die ich unlängst zu einem Drittel des bei dum.Bo verlangten Preises erstanden hatte. Das Sauerrahmeis schmeckt wunderbar zitronig, frisch, mit leichtem Beerenaroma und lässt sich auch nach einer Woche bei minus 23°C im Tiefkühler durchgefroren problemlos portionieren. Lila oder Altrosa ? Es schmeckt ausgezeichnet.
Zutaten
½ dl Vollrahm
1 Becher Saurer Halbrahm 500 g
90 g Zucker
60 ml Invertzuckersirup
Feingeriebene Zitronenschale von ½ Zitrone
4 Elf. Zitronensaft
10 Brombeeren
10 Himbeeren
1 Elf. Heidelbeeren (echte)
Zubereitung
(1) Zucker mit der Zitronenschale und -Saft verrühren, auf 60° erwärmen, bis der Zucker gelöst ist. Erkalten lassen.
(2) Beeren und Invertzuckersirup mit dem Stabmixer mixen. Absieben hätte nicht geschadet.
Danach die Zucker Zitronen-lösung und die beiden Rahmsorten untermixen. Kaltstellen und im Glacegerät zu Eiscreme frieren.
Als Fruchtsauce habe ich ein Handvoll Heidelbeeren mit einem Elf. Zucker und einem Schuss roten Portweins aufgekocht, mit wenig Maizena eingedickt und erkalten lassen.
ein Beitrag aus den Ferien zum Farbenevent von Uwe:
CH-4302 Augst: Augusta Raurica

Die Gemeinde in der Nähe von Basel trägt den Namen des ersten römischen Kaisers Augustus (63 v. Chr-14 n.Chr.). In der Folge der Eroberung der Zentralalpen und Ausweitung der Reichsgrenzen bis zu Rhein und Donau kam es hier um 15 v. Chr. zu einer Koloniegründung. Soldaten wurden nach dem Ende ihrer Dienstzeit als Veteranen mit einer Landparzelle abgefunden und in den neu eroberten Gebieten angesiedelt. Jede Kolonie verfügte über ein beträchtliches Umland mit mehreren Siedlungen und Gutshöfen.

Augusta Rauricorum liegt auf einer Hochfläche, nahe des Rheines. Der Ort entwickelte sich zu einer lebhaften, römischen Stadt mit zeitweise über 10’000 Einwohnern. Während der langen Friedenszeit vom 1. bis zum 3. Jahrhundert n.Chr. wurde Augusta Raurica zu einem wichtigen Wirtschafts- und Handelszentrum. Die Stadt lag am Knotenpunkt von drei wichtigen Verkehrsrouten. Hier trafen sich die Süd-Nord-Verbindung über den Grossen St. Bernhard in die nordwestlichen Grenzgebiete des Reiches, die West-Ost-Verbindung von Gallien an die obere Donau und nach Rätien. Ein Grossteil des Personen- und Warenverkehrs gelangte hier an den Rhein, der selbst einen wichtigen Verkehrsweg bildete. In der Antike wurden Güter, wenn immer möglich, auf dem Wasserweg transportiert.


Augusta Raurica bot seinen Einwohnern alles, was zum römischen Leben gehört. Blühendes Handwerk, Kunstschaffen, Delikatessen aller Art: Schinken, Speck, Brot, Wein. Zur Unterhaltung gab es für die Gebildeten ein Theater, für die Unterschichten ein Amphitheater, verschiedene Foren, gedeckte Einkaufszentren, diverse Tempel, mehrere öffentliche Bäder und eine unterirdisch geführte Kloake.

Die verkehrsgeografische Lage und das fruchtbare Umland brachten der Stadt bis gegen die Mitte des 3. Jahrhunderts n. Chr. einen kaum unterbrochenen Aufschwung. Das überbaute Gebiet umfasste schliesslich mehr als 100 ha. Siehe Stadtplan
Ein Grossteil der Bevölkerung der Kolonie lebte in den zahlreichen Gutshöfen der näheren und weiteren Umgebung. Was diese Gutshöfe über ihren Eigenbedarf hinaus produzierten, wurde in der Stadt gehandelt oder weiterverarbeitet. Archäologisch belegt sind neben Händlern insbesondere Bäcker, Metzger, Gerber, Beindrechsler und -schnitzer, die alle auf landwirtschaftliche Erzeugnisse angewiesen waren. Aber auch das Kleingewerbe lässt sich belegen, u.a. durch Töpfer, Ziegler, Bronzegiesser, Schmiede, Maler, Schreiner und Zimmerleute und Glasbläser.


Im Mittelpunkt römischer Koloniestädte stehen stets öffentliche Bereiche und Bauten. Jedes wichtige Gebäude erhielt seinen Platz angewiesen. Zentrum der Stadt war der Marktplatz (forum) mit Jupitertempel und Rathaus (curia). Während die Gebäude in de Gründungsjahren noch mehrheitlich aus Holz erstellt waren, wurden ab den Jahren 50-80 n. Chr., hauptsächlich in Stein gebaut.




Die Gründe für den Niedergang der Koloniestadt sind vielfältig. Die Krise des römischen Reiches führte zwangsläufig auch in der Provinz zu einem politischen, wirtschaftlichen und sozialen Niedergang. Mit dem Fall des Obergermanisch-Rätischen Limes im späten 3. Jahrhundert n.Chr., musste die Reichsgrenze aufgrund des militärischen Drucks der nach Süden drängenden Germanen wieder an die Ufer von Donau, Iller und Rhein zurückgenommen werden. Die häufigen Alemanneneinfälle führten zu massiven Zerstörungen in der Oberstadt, zu einer Abnahme und Verarmung der Bevölkerung. Manche der Verbliebenen zogen sich in den Schutz des inzwischen stark befestigten Kastells am Rhein zurück.

Das Ende der Römerzeit an der Rheingrenze begann mit dem Abzug der Truppen im Jahre 401. Doch lassen sich römische Traditionen und Strukturen bis ins frühe Mittelalter nachweisen. Augusta Raurica diente der Stadt Basel über Jahrhunderte als Bezugsquelle für behauene Steine.
Noch heute lassen sich bei einem verstohlenen Blick in die Gärtchen der Einfamilienhäuser im heutigen Augst wahre antike Kunstschätze entdecken. Kunst ist eben zeitlos ;-).

Quellen:
Augusta Raurica
Postkarte aus den Ferien
Spaghetti mit Zucchini und Zucchiniblüten
In meinem von Italienen bevorzugten Warenhaus bin ich dieser Tage auf frische Zucchiniblüten gestossen. 1 Schachtel mit rund 20 Blüten kostete etwa gleichviel wie 2 einzelne Blüten auf dem Basler Markt. Da muss man zugreifen. Ich habe mich durch Arianes gelbes Rezept von Zucchiniblüten an pasta inspirieren lassen, hab jedoch noch Zucchini-spaghetti eingearbeitet und die Menge an Safran und Speck reduziert, damit der zarte Zucchinigeschmack nicht völlig untergeht. Ein ausgewogenes, feines Gericht.
Zutaten
Vollmahlzeit für 2 Personen
190 g Spaghetti
2 mittlere Zucchini
30 kleinere Zucchiniblüten
120 g Pancetta (L.: 50 g Kirschcarrée von Maurer, immer wieder !)
1 Schalotte (fein gewürfelt)
2 Elf. Olivenöl extra
200 ml Gemüsefond, selbstgemacht
150 ml Sahne (L.: 100 ml Halbrahm)
1 Gläschen Safranfäden (0,5 g, L.: etwa 200 mg)
weißer Pfeffer (frisch gemahlen)
3 Elf. Parmesan, frisch gerieben
Zubereitung
(1) Die Stiele der Zucchiniblüten abschneiden, äussere Kelchblätter und Stempel entfernen, längs in Streifen reissen.
(2) Zucchini mit dem Gemüse-Hobel in Spaghettidicke Gemüsestreifen hobeln. Kernhaus verwerfen.
(3) Die dünnen Speckscheiben in Streifen schneiden und in einer grossen Pfanne in Olivenöl anbraten, die Schalottenwürfel zufügen und leicht anschwitzen. Die Zucchiniblütenstreifen hinzugeben, kurz mitdünsten, dann mit dem Gemüsefond ablöschen.
(4) Drei Minuten köcheln lassen, dann den Rahm, die Zucchinistreifen, den Parmesan und die in etwas Wasser eingeweichten Safranfäden hinzufügen, mit Salz und Pfeffer abschmecken und nochmals 2 Minuten köcheln lassen. Der Sugo darf füssig sein. Die „al dente“ gekochten Spaghetti abgiessen und mit dem Sugo in der Pfanne vermischen.
Anmerkung
Für diese Gericht brauchts sehr viele Blüten, da sie beim Kochen ziemlich zusammenfallen. Bei der Zubereitung ist mir eingefallen, dass der Sugo, ähnlich wie bei einer Carbonara, mit einem Eigelb hätte gebunden werden können. Beim nächsten Mal.
Kalbsfilet mit Körnersenf-Sabayon
Das rote Stück Kalbsfilet hatte ich für ein vitello tonnato anbraten wollen. Die Dose Thunfisch lag schon bereit zum Öffnen, als mich der arme Fisch in der Dose erbarmte. Schon wieder eine/r weniger. Die salsa verde und das Senf-Sabayon (die Senf Zabaione) sind ebenso rasch zubereitet und… ebenso gut.
Weisses Kalbfleisch galt vielen Verbrauchern als besonders zart und gesund. Dabei ist die helle Farbe einzig auf den Eisenmangel zurückzuführen, der bei den Jungtieren durch einseitige Ernährung mit eisenarmer Milch und Stroh verursacht wird. Hiesige Kälbermäster müssen, je nach Einkäufer, nach wie vor Abzüge beim Preis hinnehmen, wenn das Fleisch ihrer Kälber zu rot ist. Dass rötliches Kalbfleisch schmackhafter, aber keineswegs weniger zart ist, als weisses, soll nun durch die Revision der Schweizerischen Tierschutzverordnung in den Köpfen der Produzenten und Verbraucher verankert werden. Danach müssen Kälber ab 1. September 2013 ab zwei Wochen nach der Geburt Heu, Gras oder Silage sowie frisches Wasser (!) zur freien Verfügung gestellt werden. Erfreulich, dass die Kalbfleischqualität künftig nicht mehr über die Fleischfarbe definiert wird.
Zutaten
für 2 Personen
für das Fleisch:
300 g Kalbsfilet
Olivenöl, Butter
Thymian
fleur de sel
für das Senfsabayon:
(hätte für 4 Personen gereicht, aber das Maschinchen will soviel haben)
2 Eigelbe
1 ELf. Körnersenf
1 Tlf. Kräutersalz
1 dl Gemüsebrühe, selbst gemacht
2 Elf. Weisswein
1 kleiner Bund Schnittlauch, in Röllchen geschnitten
für die salsa verde:
2 Freilandeier
3 geschälte, zerdrückte Knoblauchzehen
2 Sardellenfilets
1 Scheibe Toastbrot ohne Rinde
1/2 grüne, entkernte Chilischote
1 Bund glatte Petersilie (15 g)
30 g Salatspinat
1 Elf. Salzkapern (Essigkapern müssten gewässert werden, sonst ginge das Grün der salsa kaputt)
8 Blätter Minze, ca 5 g
1 Bund Schnittlauch, ca. 10 g
ca. 100 ml Zitronenöl
schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Prise Zucker
für das Gemüse:
20 Stück grüne Bohnen (Bobby)
2 Karotten, der Länge nach geviertelt, in Stücken
2 kleine, junge Zucchini, der Länge nach geviertelt, in Stücken
Butter
Salz, Pfeffer
Noilly Prat
Zubereitung
(1) Fleisch 4 Stunden vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen, Ofen mit einem Kuchengitter auf 90°C vorheizen. Fleisch in Olivenöl-Buttergemisch mit 2 Thymianzweigen rundum anbraten (5 Minuten) dann auf dem Kuchengitter auf ein Backblech legen, Thermofühler einstecken und ca. 80 Minuten niedergaren.
(2) Eier in Essigwasser 6 Minuten kochen, kalt abschrecken. Die Eigelbe in den Cutter geben. Knoblauch, Sardellen, Toastbrot und Chilischote klein schneiden und in den Cutter geben. Kräuter von den Stielen zupfen, grob hacken. Mit dem Zitronenöl, Pfeffer und Zucker zu den andern Zutaten im Cutter geben und bei maximaler Drehzahl pürieren. Abschmecken mit Fleur de Sel.
Lässt sich in Gläschen mit Olivenöl überdeckt gut mehrere Tage im Kühlschrank aufbewahren.
(3) Gemüse rüsten. Bohnen auf dem Dampfsieb weich garen. Karotten in Butter anbraten, mit Noilly-Prat ablöschen salzen, pfeffern und knackig garen. Zucchini in Butter knackig anbraten, salzen, pfeffern.
(4) 2 Eigelbe, Kräutersalz, Körnersenf mit 2 Elf. Weisswein in der Cooking Chef bei max. Geschwindigkit schaumig rühren. Dann die Temperatur auf 60°C stellen und die Gemüsebrühe bei Geschwindigkeit 6 langsam dazugeben, Temperatur auf 80°C erhöhen und zu einem dicklfüssigem Schaum rühren. Abschmecken und Schnittlauchröllchen unterrühren.
Anrichten
einen Löffel salsa verde in die vorgewärmten Teller geben, das Gemüse darauf verteilen. Das Senf-Sabayon draufgeben, zum Schluss das tranchierte Fleisch obenauf legen, mit fleur de sel würzen.
In den Mund gelegt (32)
Kalte Tomatensuppe aus rohen Tomaten mit Zucchiniblüten im Grappateig
To hot for love. Kalte Küche. Suppe aus rohen Zutaten, kalt gemixt und damit sich niemand verkühlt, wenigstens eine warme Suppeneinlage: Zucchiniblüten, in Tempurateig (nach Eline) ausgebacken. Mit Grappa. Es geht auch ohne Wodka. Auf einem Vorspeisenbuffet serviert, wären die knusprigen Blüten im Nu weg, so gut schmecken sie.
Zutaten
für 2 Personen
etwa 800 g reife Tomaten mit wenig Kernen, halb/halb Ochsenherz und Ramati
4 kleine Frühlingszwiebeln, Grün und Weiss separat gehackt
1 Peperoncinoschote entkernt, gehackt
2 Knoblauchzehen, gehackt
2 Toastbrotscheiben, entrindet
1 Zweig Origano
etwa 10 Blätter Basilikum
1 kleine Zucchinifrucht, fein gewürfelt
4 Zucchiniblüten
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette
für den (wirklich tollen) Tempurateig:
50 ml Eiswasser
25 ml Grappa
40 g Weissmehl
9 g Reismehl
½ Tlf. Backpulver (knapp)
kein oder nur ganz wenig Salz
Olivenöl zum ausbacken
Zubereitung
(1) Tomaten kreuzweise einschneiden, kurz blanchieren, Haut abziehen, würfeln. Tomaten mit dem Zwiebelweiss, den Toastbrotwürfeln, dem Peperoncino, Knoblauch und den Kräutern zu einer Suppe mixen. Würzen. Ein Schuss Olivenöl schadet auch nicht.
(2) Suppe mit den Zucchiniwürfeln und dem Zwiebelgrün bestreuen (wegen knack und damit die Einlage nicht ersäuft)
(3) Die Zutaten für den Tempurateig unmittelbar vor Gebrauch mit dem Stabmixer mixen, Blütenkelchblätter, -stempel und Stiel der Zucchinblüten entfernen und die Blüten durch den Teig ziehen und in Olivenöl ausbacken. Überschüssiges Öl mit Küchenpapier entfernen, salzen.
Na ja, ein Messer muss zum Löffel mitserviert werden.
mein Beitrag zum Tomatenevent vom Gaertnerblog, betreut durch die nimmemüde Sus vom Corumblog.
und weil wir gerade so schön am Abarbeiten von Pflichtevents sind, hier der von Barbara alljährlich ausgerufene, wiederkehrende Ausblick aus dem Küchenfenster. Im Sommer 2012, im Frühjahr 2011, im Winter 2010, im Frühjahr 2009. Jahr für Jahr derselbe Ausblick, wie das eben bei sesshaften Menschen der Fall ist.
Freitagstexter: Die Kür des Gewinners
Die Selektion ging diesmal in Ferienstimmung locker und entspannt vor sich. Nach sorgfältiger Auslese war die Angelegenheit rasch geklärt. Gewinner sind in diesem Wettbewerb alle. Die Frage nach dem witzigsten Kommentar zum Bär im Bett mit Ballerina braucht aber einen Gewinner, der die Tradition des Freitagstexters weiterführt.
Und das sind die Worthelden dieser Woche:
Platz 3
Abgründig, aber nicht ganz jugendfrei:
sorry, mit Bärenkostüm wars auch nicht besser.
von Manfred Weis
Platz 2
nach der Devise: Silber ist das neue Gold.
Nicht traurig sein. Beim nächsten Frosch klappt es bestimmt.
von bebal (@bebal)
Platz 1
Der goldene Wanderpokal geht an eine tiefenpsychlogische Neuinterpretation des Grimmschen Märchens von Schneeweißchen und Rosenrot:
Schneeweißchen, mein Herz, wir MÜSSEN es Rosenrot sagen
Micha von grain de sel
Auf Wiederlesen am Freitag, 24. August 2012 im Blog grain de sel zur nächsten Runde der Freitagstexter !
Der Fotokünstler Gregory Mafiotis hat das Thema übrigens, einem Fressblog würdig, auf eine etwas andere Art einem Ende zugeführt. Guten Appetit !
Bildquelle: Gregory Maiofis, russischer Fotokünstler via Because the light
Gefüllte Zucchiniblüten auf Gemüsesauce
Ganze 4 kleine Zucchiniblüten waren auf dem Basler Markt noch erhältlich. Das lohnt den Aufwand kaum, aber wenn ich Quark im Kopf habe, ist Quark drin und nichts anderes. Gefüllt sind die Blüten, wie schon gesagt, mit Quark, bzw. im Originalrezept mit Topfen, der mit Knoblauchöl und Parmesan aromatisiert und mit Eiweiss verfestigt wird. Quelle: Herbert Hintner, Meine Südtiroler Küche, ISBN 978-3-85256-371-8.
Zutaten
4 grosse Zucchiniblüten, ich hatte nur 4 kleine, habe deshalb vom nachfolgenden Originalrezept der Füllung nur die Hälfte verwendet.
200 g Topfen gut ausgedrückt (L.: Halbfett-Quark, nicht ausgedrückt, das war ein Fehler)
40 g Parmesan, feinst gerieben
2 Eiweiss
1 Tlf. Knoblauchöl
Salz, Pfeffer
für die Gemüsesauce:
2 kleinere Zucchini
1 feste, aber reife Tomate, enthäutet, entkernt, gewürfelt
1 geschmortes Peperonifilet, in Würfeln
4 Taggiasca Oliven, ohne Stein gehackt
für die Buttersauce:
30 ml Gemüsebrühe
50 g frische Butter
Salz, Pfeffer
5 Basilikumblätter
Zubereitung
(1) Den Topfen gut ausdrücken, mit Salz, Pfeffer und Knoblauchöl abschmecken (leicht überwürzen). Parmesan unterrühren.
(2) Eiweiss steif schlagen und vorsichtig unter die Topfenmasse heben.
(3) Die Blütenstempel der Zucchiniblüten entfernen (mit einer Pinzette abdrehen) und die Blüten mit der Masse füllen. Das sollte man nicht wie ich, alleine machen. Sonst fehlt eine Hand. Zudrehen.
(4) Blüten 10 Minuten im Dampfgarer bei 100°C (L.: im Dampfsieb in einem Topf) garen.
(5) für die Buttersauce den Gemüsefond aufkochen und die eiskalte Butter unterschlagen. Würzen.
(6) Zucchini in Scheiben schneiden, in Olivenöl ca. 5 Minuten ansautieren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Tomaten- und Peperoniwürfel sowie die Oliven in die Buttersauce geben und erwärmen. Zum Schluss den frisch geschnittenen Basilikum unterziehen.
(7) Zucchinischeiben auf den Teller geben, Sauce darübergeben und die Blüten daraufsetzen. Mit Parmesanspänen und Petersilienöl dekorieren (der Parmesan ging vergessen, das Öl schenkte ich mir)
Anmerkung
Eine leichte, elegante Vorspeise, auch wenn sie mir nicht ganz gelungen ist. Grosse Blüten verwenden und unbedingt Topfen. Schweizer Quark ist viel zu wässrig, dadurch wird die Masse für das Befüllen zu dünnflüssig, obwohl sie sich während des Garprozesses gut verfestigt.
Bei der momentanen Hitze wird hier die nächsten Tage nicht mehr gekocht werden.
CH-6403 Küssnacht: Durch diese hohle Gasse muss sie kommen…
…es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.
Hier Vollend ichs – Die Gelegenheit ist günstig.
Dort der Holunderstrauch verbirgt mich ihr,
Von dort herab kann sie mein Blitz erlangen,
Des Weges Enge wehrt den Gaffern.
Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Frau,
mit etwas Glück wird es nicht regnen
Denn heut will ich den Schnappschuss wagen,
und das schönste Bild mir
Im ganzen Umkreis des Gebirgs gewinnen.
auf dass wir still und harmlos weiterziehen können,
Denn fünf nach fünfe fährt das Schiff
Nach einem Bierchen ziehn wir unsres Weges fort,
Böses denkt, wer denkt an Mord.
(frei nach Schiller)

In der Hohlen Gasse soll Wilhelm Tell 1307 den habsburgischen Landvogt Hermann Gessler erschossen haben. Nach Aegidius Tschudi (1505-1572), dem ersten Schweizer Geschichtsschreiber, wurde um die 1530 zur Erinnerung an die Tat an der Hohlen Gasse ein Heilig Hüsli (Kapelle) erbaut, die 1638 vollständig neu errichtet wurde. Die heutige Hohle Gasse war einmal die Strasse von Küssnacht nach Immensee. Als der Verkehr zunahm, wurde 1937 eine Umfahrungsstrasse gebaut, welche die Hohle Gasse vom motorisierten Strassenverkehr entlastete. Die alte Strasse wurde mit Steinblöcken verengt.


Der ach so romantische Name Küssnacht lässt sich ganz banal auf eine Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius zurückführen, die um das Jahr 830 dem Kloster St. Leodegar in Luzern vermacht wurde. Später nahm der Einfluss von Luzern ab, als sich die Schwyzer hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten.

1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu kurzzeitigen Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen. Küssnacht galt von jeher als berühmte Reisedestination. Goethe und Uhland statteten Küssnacht einen Besuch ab. Auch der bayrische König Ludwig II. sowie der portugiesische König Dom Luis weilten hier. Die belgische Königin Astrid verunglückte 1935 in der Nähe. Was die hier alle suchten, ist mir nicht bekannt. Die Aussicht auf den See ist zwar durchaus hübsch. Der Seeplatz ist jedoch mit Autos verstellt. Das Luzerner Eichhof-Bier aus dem Heineken-Konzern ist trinkbar. Am Seeplatz und im Unterdorf liegen mehrere Gasthöfe, Bürger- und Fachwerkhäuser. Alle proper und nett.




















![Garten-Koch-Event August 2012: Tomaten [31.08.2012]](https://i0.wp.com/farm9.staticflickr.com/8283/7724712808_d9d020048b.jpg)






