
Kommt mir auch spanisch vor. Denn ich spreche kein Wort spanisch. Ollucos gabs im Warenhaus, frisch, diesmal ganz errötet, musste ich aus Neugier mitnehmen. Zuhause: Was mach ich damit ? Frau L.: Dein Problem, sieh zu was Du damit machst ! Zwei Probekartöffelchen, unter ordinäre Raclette-Kartoffeln gemischt, schaffen Klarheit: etwas zwischen Kartoffeln und Karotten, nussig, wenig Stärke. Die Lösung: ich mische das zu tirabeque, google: meinten Sie arabesque ? nein, ich meine nicht Arabeske, ich meine Zuckerschoten. Das sind es denn auch. Gewöhnliche pois-mange-tout, gutschweizerische Kefen, aus dem Tiefkühlschrank. Ollucos und Zuckerschoten zu einem Gratin vereint. Resultat: Sehr gut. Sogar Frau L. wundert sich, wie ich die Kurve gekriegt habe. Das Rezept gibts nur bei mir, googeln zwecklos. zum Rezept Ollucos y tirabeque al gratén weiterlesen
Archiv der Kategorie: Kochrezepte
Glühweinbirnen mit weisser Lebkuchenmousse
Kakaobutter ohne Kakao kommt mir vor wie Schweinefett ohne Schwein. Desserts mit weisser Schokolade sind deshalb gar nicht mein Ding. Bei diesem Rezept erlaube ich mir eine Ausnahme. Der würzige Lebkuchengeschmack eines braunen Gebäcks in einem weissen Mousse schmeckt aberwitzig. Zubereitet in der Dessertgruppe der Basler Kochschule, deren Kurse ich seit ein paar Jahren besuche. Kursleiterin: Doris H. Das Rezept stammt aus A. Wildeisen „Gästemenus zum Vorbereiten“ zum Rezept Glühweinbirnen mit weisser Lebkuchenmousse weiterlesen
Rehmedaillons mit Zimt und Sternanis

Ob meiner vielen Pasta- und Gemüsegerichte komme ich kaum mehr dazu, Fleisch zu braten. Eine gefährliche und ungesunde Entwicklung. Am letzten Abend in der Kochschule habe ich mit grössten Vergnügen Steaks aus dem Rehrücken machen dürfen. Das verdient hier festgehalten zu werden, auch wenn das noch ungesicherte Foto vom fertigen Teller beim Crash meiner Festplatte verschwunden ist. Das Fleisch war von selten guter, zarter Qualität, das Gericht etwas ungewohnt gewürzt, aber kurz vor Weihnachten ist das erlaubt und geschmeckt hats harmonisch, wie eine kleine Jagdmusik. zum Rezept Rehmedaillons mit Zimt und Sternanis weiterlesen
Orecchiette al pomodoro

Unlängst bei einem Edel-Italiener gegessen. Hausgemacht mit Tomatensauce. Und über allem eine grosse, luftige, fast schwebende Schaumkugel aus weissem Tomatenschaum. Wie eine Faust aufs Auge. Ach du heiliger Molekularius. Muss das sein ? Heute war mir nach normalen Orecchiette zumute. Rosa von yummy-yums hat im August welche hergestellt. Schöne Bilder prägen sich bei mir unauslöschlich ein. Warum nicht mal selber machen ? Einmal im Leben ? Ich war erstaunt, wie rasch das geht. Vielleicht etwas zu rasch, wie sich hinterher zeigte. zum Rezept Orecchiette al pomodoro weiterlesen
Spaghetti cacio e pepe
Dass hier während eines Jahres noch nie Spaghetti gekocht wurden, ist ja kaum zu glauben. Dabei setzt die lamiacucina GmbH jede Woche eine Packung Spaghetti um. Das muss ändern. Spaghetti mit Pecorino und viel Pfeffer. Anders als die Römer, bei denen der Käse in wenig Kochwasser angerührt wird, ziehe ich die nördliche Variante vor, die wir im Ristorante Don Lisander in Mailand kennengelernt haben. Da werden die Spaghetti durch ein Schmelze des Pecorino in Rahm gezogen und mit viel grob gemahlenem Pfeffer angerichtet. Einfachste Küche. Mit einem guten, süsslichen Pecorino und viel Pfeffer unglaublich köstlich. zum Rezept Spaghetti cacio e pepe weiterlesen
Badener Chräbeli
Anis-Chräbeli aus dem Rezeptbuch von Frau Curtius. Ein klassischer Anis-Springerleteig mit Anissamen. Ohne Anisöl. Ohne Backmittel. Die Chräbeli waren früher unser Sorgenkind. Sind doch „Änisbrötli ohne Fuessli ein Ärgernis“, wie schon ein altes Basler Kochbuch weiss. Mittlerweile haben wir durch Misserfolge gelernt, wie den Fusskrankheiten der Chräbeli abzuhelfen ist. zum Rezept Badener Chräbeli weiterlesen
Gemüseterrine
Hier ist sie endlich: die fantastische Gemüseterrine aus dem Restaurant Gotthard in Gurtnellen, das Originalbild hier. Mein erster Versuch, sie freihand zu kopieren, ist gleich gelungen. Etwas für das Festessen-Repertoire, gar nicht schwierig zuzubereiten. Und das schon am Tage davor. zum Rezept Gemüseterrine weiterlesen
Haferschleimsuppe IGITT

Hin und wieder beutelt einen das Leben: Alter, Gesundheit, Hunger, die Seele oder sonstwas. Für diese Fälle haben wir eine Suppe als Allheilmittel im Küchenschrank. Rezeptfrei und deshalb nicht krankenkassenpflichtig, aber voll wirksam. Gerade weil mensch in solchen Situationen nicht mehr lange Hühner auskochen mag, ist die Suppe einfach zuzubereiten, die Brühe aus der Tüte, etwas beruhigende Schnippelarbeit und etwas Rühren. Erstaunlich an der Suppe: Sie wirkt kurativ in beiden Richtungen, also sowohl für als gegen. Die Suppe hat einen Namen. Danke an Taufpatin Bolli. Er ist aber völlig unpassend. An unserm Haferschleim ist nichts igitt. zum Rezept Haferschleimsuppe IGITT weiterlesen
Nachgekocht: Parmentier aus Topinambur mit Blutwurst anderer Art

Ich habs geschafft. Endlich mal was nachgekocht aus der Rezeptsammlung der talentierten Köchin aus Paris. Die kleine Rezeptänderung möge Sie mir verzeihen. Von mir aus hätte es durchaus Blutwurst sein dürfen. Aber Frau L., ohnehin im Moment gesundheitlich reduziert, mags lieber ohne Blutwurst. Drum lass ich die Blutwurst zur Rande (Austria: Rohne) mutieren. Mit Blutwurstgewürz nachgebessert. Blut trieft im Teller. Und doch, trotz rünstiger Optik…. mir fehlt die Wurst. zum Rezept Nachgekocht: Parmentier aus Topinambur mit Blutwurst anderer Art weiterlesen
Ragù di verze e marroni

Wirsing und frisch gebratene Marroni als Ragout an einer Gemüserahmsauce. Seit ich Grünkohl und Wirsing besser auseinanderhalten kann, finde ich zunehmend Gefallen an daraus zubereiteten Gerichten. Die Marroni hole ich mir beim Marronibrater Salvatore Puglisi in der Stadt. Die auf seinen Marroni-Säcken angegebene Zahl steht für das Kaliber, gibt also Auskunft über Gewicht und Grösse: 70 bedeutet, dass man pro kg etwa 70 Marroni erhält. Das entspricht einer sehr guten Essqualität. Leider gibts viele Händler, die zum gleichen Preis bis Kaliber 90 oder 95 verkaufen. Diese Kaliber sind nicht schlechter, aber sie trocknen rascher aus und der Schalenanteil ist höher. In der Produktebeschreibung eines Schweizer Marronigrosshändlers liest sich das als: „Geeignet für Standorte mit starker Kundenfrequenz“. Andersrum: minderwertige Qualität für Kunden die täglich wechseln. Man merkt die Absicht und meidet solche Standorte. zum Rezept Ragù di verze e marroni weiterlesen
Triglie con fagioli e paté di olive
Rotbarbe an weissen Bohnen mit schwarzen Augen und der Rosmarin-Olivenpaste, die mir bei meinen Taglierini so gefallen hat. Mein bislang schönstes Rotbarbenrezept. Sieht ja fast nach Dreisternelokal aus, ist aber gar nicht so schwer selber zuzubereiten. Zudem kann einiges vorbereitet werden. Wieder eine Verwendung für meinen (einzigen) viereckigen Teller. Die Rotbarben waren diesmal schön klein, fest, frisch, drum wollten sie unbedingt als Trio mit mir nach Hause. Frei nach einer Rezeptidee von Angelo Redditi (Vicolo del Contento) I-52020 Castelfranco di Sopra. Weil wir diese Fische so mögen, habe ich den Tag „rotbarbe“ angelegt. Mit andern Worten: es wird noch mehr Rezepte mit Rotbarben geben. zum Rezept Triglie con fagioli e paté di olive weiterlesen
Nürnberger Lebkuchen

Lebkuchen und Bratwürstchen. Traumatische Erinnerung an einen mehrtägigen Aufenthalt in Nürnberg vor 20 Jahren. Tellergross und Mehlstaubtrocken die einen, fett-triefend, fett-dampfend die andern. Wir haben die Stadt täglich nach kulinarischem Trost abgesucht, vergeblich. Das mag an fehlenden Spürhundqualitäten unsrerseits liegen. Nachdem ich gestern an Palettentürmen importierter Nürnberger Ramsch-Lebkuchen entlanggestolpert bin, mit denen mir meine COOP-Filiale den Weg zur Kasse verstellt, habe ich meine Zweifel, ob sich in der Nürnberger Lebkuchenindustrie in 20 Jahren was geändert hat.
Dabei gibt es eine Alternative. Unsere. 🙂 Der Stern unter Frau Curtius‘ Plätzchen. Jene, die als erste aus dem Sortiment herausgeklaubt werden. Und das will schon was heissen. Deutsche Bekannte, an die Biertellergrossen Kuchen aus Nürnbergs Lebkuchenindustrie adaptiert, spötteln zwar jedesmal über unser „Konfekt“. Zu klein. Bucklicht statt flach. Spottet nur. Es hat noch genügend Tellerkuchen für Euch auf den COOP-Paletten. Mehrtägige Sättigungsgarantie inbegriffen. zum Rezept Nürnberger Lebkuchen weiterlesen




