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Lasagne aus Auberginen, Zucchini und Tomaten

Lasagne di Melanzane 0_2009 06 17_0820

Und noch ein Rezept von Eckart Witzigmann aus Gourmet 65/1992: Lasagne aus Auberginen, Zucchini, Tomaten und Parmesan als Tapas serviert. Bei uns ergab das gleich eine Vollmahlzeit für 2 Personen. Ich hatte zwar eine Heidenmühe, die Zucchini mit den Brotbröseln trocken zu panieren. Wenn ich mir das Bild im Gourmetheft anschaue, könnte ich mir vorstellen, dass da noch ein Ei im Spiel war. Im Rezept stand nichts davon. Trotzdem hat uns das Gericht ausgezeichnet geschmeckt.

Zutaten
1 Aubergine (260 g)
2 Zucchini (300 g)
ca. 100 g Weissmehl zum mehlieren
ca. 100 g Weissbrotbrösel zum panieren
3 Tomaten (400 g)
100 g Parmesan, frisch gerieben
Salz, Pfeffer
1 Knoblauchzehe, gewürfelt
1 Basilikumzweig für die Garnitur
Olivenöl: insgesamt ca. 1 – 1.5 dl

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Auberginen gebraten
Lasagne di Melanzane 2_2009 06 17_0808
Zucchini gebraten

Zubereitung
(1) Aubergine und Zucchini auf dem Gemüsehobel der Länge nach in dünne Streifen (2 bis 3 mm) schneiden. Die Auberginenstreifen mehlieren, die Zucchinischeiben in den Brotbröseln panieren. Die Scheiben in Olivenöl portionsweise ausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen.  (Die Brösel kleben schlecht auf den Zucchini). Leicht salzen.
(2) Tomaten kreuzweise einschneiden, in kochendem Wasser 1 Minute blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken, schälen, vierteln und entkernen; die Hälfte davon für das Concassée reservieren. Die andere Hälfte in dünne Scheiben schneiden.
(3) Gebackene Auberginen-, Zucchinischeiben sowie Tomatenscheiben abwechselnd mit Parmesan in eine passende Gratinform wie Lasagne einschichten. Zuoberst Zucchini- oder Auberginenstreifen und eine etwas dickere Schicht Parmesan.

Lasagne di Melanzane 3_2009 06 17_0813

(4) Im gut vorgeheizten Ofen (200°C, U-/O-hitze, Schiene 2) während 15 Minuten ausbacken.
(5) Inzwischen die andere Hälfte der Tomatenviertel in einem Elf. Olivenöl andünsten, mit Salz, Pfeffer und Knoblauch würzen.
(6) Die Lasagne in Stücke schneiden, mit dem Tomatenconcassée anrichten und mit Basilikum garnieren.

Weitere Rezepte mit Auberginen:

Melanzane Don Lisander
Verdure in barchetta
Nachgekocht: Rouget barbet mit Escalivada catalana

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Verdure in barchetta

Zucchinistreifen, confierte Tomaten und Mozzarella im Gemüseschiffchen
Zucchinistreifen, confierte Tomaten und Mozzarella im Gemüseschiffchen

Gemüse, in einem Schiffchen aus Auberginen. Einsteigen bitte. Das flache Schiffchen in Form einer Schuhsohle ist zwar kaum seetüchtig, aber was solls ? Dazu singen wir das Tessiner Lied „Vieni sulla barchetta“, zum Üben Pfeiltaste drücken:

Die Ladung: Confierte Tomätchen, Zucchinistreifen und Büffelmozzarella. Gute Schwimmkenntnisse empfohlen.

Auberginenscheiben am Rösten
Auberginenscheiben am Rösten
Fracht geladen
Fracht geladen

Zutaten
1 mittlere Aubergine
3 kleinere Zucchini
14 Kirschtomätchen (Datterini)
1 Büffelmozzarella
2 Knoblauchzehen
1 kleines Zweiglein Rosmarin
Puderzucker
Pfeffer, Salz
Olivenöl extra

Zubereitung
(1) Kirschtomätchen halbieren, mit einer in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe und einigen Rosmarinnadeln auf ein Blech legen und mit wenig Puderzucker fein bestäuben. Salzen, Pfeffern, mit einem Schuss Olivenöl begiessen und ca. 60 Minuten bei 105°C im Ofen confieren.
(2) Aubergine längs in ca. 6-8 mm dicke Scheiben schneiden, beidseitig mit Olivenöl einpinseln und in zwei hitzebeständige Glasteller legen (ich nehme die verwaisten Deckel von Pyrexschüsseln). Im vorgeheizten Backofen bei 220°C (Grill) beidseitig grillieren, bis sie hellbraun und fast gar sind. Salzen. Ofen auf 200°C (Ober- und Unterhitze) schalten.
(3) Die grüne Haut der Zucchini mit einem Julienneschneider oder einer Mandoline zu feinen Spaghetti schneiden.
(4) Mozzarella in kleine Würfelchen schneiden und abtropfen lassen.
(5) confierte Tomätchen, rohe Zucchinispaghetti, feinst gewürfelte Knoblauchzehen und Mozzarella auf die Auberginenscheiben auslegen, salzen und pfeffern, mit einem Faden Olivenöl begiessen und im Ofen überbacken bis der Käse geschmolzen ist (5-8 Minuten). Auf den (heissen) Glastellern servieren.

fertig gebacken
fertig gebacken
auch Resten dürfen ins Bild
auch Resten dürfen ins Bild

Auberginenabschnitte, skalpierte Zucchini in Scheiben und sonstige Resten in Olivenöl anbraten und würzen: gibt den Nachschlag.

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Fettucine alle zucchine

Fettuccine con zucchini
Nudeln mit Zucchini. Mache ich sonst immer nach dem Rezept von genussmousse. Kürzlich waren wir Essen im Malakoff in Bellinzona. Dort wurden sie nur ganz kurz in viel Olivenöl angezogen und mit den Nudeln und Basilikum vermischt. Das war alles so frisch und knackig und leicht, trotz des vielen Olivenöls, dass ich sie gleich nachgekocht habe. Nachkochen musste.

Zutaten
200 g Nudeln (gekaufte)
2 mittlere Zucchini (gerüstet 250 g)
1-2 Knoblauchzehen in Streifen geschnitten
1 kleiner Bund Basilikum
ca. 1 dl natives Olivenöl
Salz, Pfeffer

Zucchine und Olivenöl Zucchine kurz im Öl angezogen
Zucchine und Olivenöl Zucchine kurz Anbraten

Zubereitung
(1) Zucchini längs halbieren. Mit einem Pariserlöffel den weichen Kernhausteil entfernen, dann in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Davon etwa 4 cm lange Streifen schneiden.
(2) Nudeln in Salzwasser kochen bis sie al dente sind. Indessen
(3) grosse Bratpfanne leer erhitzen (7/9), ca. 0.3 dl Olivenöl zugeben, Öl anwärmen lassen, Knoblauchstreifen reingeben, kurz anbraten, dann die Hälfte der Zucchini zugeben und unter Wenden maximal 1 Minute anbraten. Dann bleiben sie knackig. In eine vorgewärmte Schüssel geben. Nochmals etwas Olivenöl zugeben und den Rest der Zucchini wiederum max. 1 Minute anbraten. Vereinigen. Salzen. Am Schluss die abgezupften Basilikumblätter zugeben. Nudeln abgiessen und heiss unter die Zucchini mischen. Restliches Olivenöl zugeben, Umschwenken. Würzen. Servieren.

Anmerkung
Das von der fress:publica08 mit nach Hause getragene Olivenöl von hier zeigte sich unserer dreimal teureren, langjährigen Hausmarke als ebenbürtig.

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Zucchine dalla griglia con formaggio di capra tiepido

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Grillierte Zucchini mit warmem Ziegenkäse

Gegrillte Zucchinischeiben an einer Honig-Balsamessigsauce mit warmem Ziegenkäse. Mein Beitrag zum Zucchini-Gurken-Event im Gärtnerblog. Das haben wir in den Ferien in einem Restaurant in Pontresina gegessen und es hat uns so gut geschmeckt, dass ich mir den Namen des Gerichtes von der Menukarte abgeschrieben und die einfache Vorspeise zuhause gleich nachgekocht habe.

Gurken und Zucchini
Barbara

Zutaten
für 2 Personen:
1 mittlerer Zucchini, ca. 300g
natives Olivenöl
2 Ziegenfrischkäslein
Fleur de sel

für die Vinaigrette:
2 Elf. weisser Balsamessig (Gölles)
1 Tlf. Honig
1 Elf. natives Olivenöl
Salz, Piment d’Espelette

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Einölen
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Grillen

Zubereitung
(1) Zucchini auf einem Gemüsehobel der Länge nach in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Olivenöl dünn bepinseln. Die Streifen auf einer Grillplatte im auf 220°C vorgeheizten Ofen beidseitig angrillieren bis sich das Muster abzeichnet (je 2 Minuten).
(2) Die Streifen auf einem vorgewärmten Teller sternförmig auslegen, den Ziegenkäse in die Mitte legen, dann den Käse und das Gemüse mit der Vinaigrette aus Honig, Balsamessig, Olivenöl und Piment d’Espelette beträufeln. Mit Fleur de sel salzen.
(3) Den Teller im Ofen bei 70°C etwa 5 Minuten leicht anwärmen, dann servieren.

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Zucchine ripiene

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Ein Gemüsegratin aus gefüllten Zucchini. Die Füllung aus Ricotta mit Kräutern und Bergkäse. Das ausgekernte Zucchinifleisch gibt der Tomatensauce Bindung. Wenig Sardellen liefern der Sauce die Würze. Keine verbleibenden Gemüseresten. Auch keine Gratinresten, der wurde von uns gleich aufgegessen. Ab einer alten Rezeptkarte von Frau L., inspiriert aus den Anfängen von Betty-Bossy, als sich die virtuelle Dame noch mit Kochen beschäftigt hat.

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Zutaten
Hauptspeise für 2-3 Personen
4 gleichgrosse Zuchini zu je ca. 200 g
Salz

für die Füllung:
300 g Ricotta
1 ganzes Ei, verquirlt
100 g würziger Bergkäse (unserer vom Gotthard)
1 Elf. Parmesan frisch gerieben
1/2 Bund Petersilie
2 Zweige Basilikum
1/2 Tlf. Herbes de Provence
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Piment d’Espelette
etwas geriebenen Parmesan und Butterflöckchen zum überstreuen.

für die Tomatensauce:
1 Elf. natives Olivenöl
1 Elf. gute Butter
1 Schalotte fein gehackt
2-3 Knoblauchzehen fein gehackt
Aushöhlmaterial der Zucchini, fein gehackt
1 Dose pomodori pelati ca. 400 g
1-3 Sardellenfilets, kurz gewässert und gehackt
Salz, Pfeffer, Piment d’Espelette, 1 Stück Bio-Zitronenrinde
2 Zweige Basilikum

Zucchinihälften, sauber ausgehöhlt Gefüllte Zucchini in der Tomatensauce
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Zubereitung
(1) Ricotta in ein Leinentuch legen, dieses in ein Sieb, das mit ein paar Lagen Küchenpapier belegt ist. Gut zusammendrücken und 1 Stunde stehen lassen.
(2) Zucchini längs halbieren, das Innere mit einem Pariser Ausstecher aushöhlen. Aushöhlmaterial hacken. Die Zucchini leicht einsalzen, nach einigen Minuten das gezogene Wasser mit Küchenpapier auftrocknen und das Prozedere nochmals wiederholen.
(3) Olivenöl und Butter schmelzen, Schalotten und Knoblauch andünsten, ohne Farbe nehmen zu lassen, dann das Aushöhlmaterial der Zucchini zugeben, nochmals etwa 5 Minuten weiterdünsten, dann die Dosentomaten zugeben und 5 Minuten kochen lassen. Den Tomaten-Zucchinibrei durch ein passevite drehen damit eine glatte Sauce entsteht. Feingehackte Sardellen zugeben (eben soviel, dass man sie als Würze wahrnimmt, es soll keine Fischsauce daraus entstehen). Abwürzen, weitere 5 Minuten leise kochen lassen, dann abkühlen.
(4) Den Ricotta mit einer Gabel zerdrücken, das Ei untermischen, kräftig würzen, dann die Käsewürfelchen und die Kräuter zumischen.
(5) Die Füllung in die Zucchinischiffchen verteilen, die Zucchinihälften in eine grosse, gebutterte und mit der Tomatensauce belegte Gratinform legen, Parmesan überstreuen, Butterflöckchen auflegen.
(6) im auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze, Schiene 2) während 30 Minuten gratinieren. Am Schluss noch kurz den Grill zuschalten.

Füllung, soweit das Auge blickt Fertig gratiniert
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Gemüseterrine in gestörtem Dreiecksbehältnis

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Peperonistreifen in Stracchinokäse eingebettet zu einer Tomatenvinaigrette. Der Stracchino war perfekt reif, leicht zerfliessend, genauso wie ich ihn liebe. Genauso wie er für diese Terrine nicht geeignet ist. Wie das in meinem Dreiecks-Terrinen-Behältnis zusammenhalten soll ? Ich habs vermutet. Es hält nicht zusammen. Ein Rezept von Elfie Casty aus dem Buch: Mit Liebe, Lust und Thymian. Dass die Terrine in der Zubereitung heikel ist und der Zusammenhalt von der Schnittfestigkeit des verwendeten Frischkäses abhängt, hat allerdings Frau Casty schon erwähnt. Am Schluss des Rezeptes. Trotzdem habe ich sie gemacht… trotzdem hat sie delikat geschmeckt, die Terrine, bzw. die Frischkäsezubereitung. Zuwachs für den tag Küchenkatastrophen.

Zutaten
für die Terrine:
2 mittlere Zucchetti
1/2 rote Peperoni
1/2 gelbe Peperoni
1 Knoblauchzehe
300 g Frischkäse Stracchino
Salz, Pfeffer
1 Peperoncino (Casty: Chili), entkernt, fein geschnitten
Dreiecksform Staedter

für die Vinaigrette:
2 Tomaten
1 Frühlingszwiebel
ein Majoranzweig
Rotweinessig
natives Olivenöl
Salz, Pfeffer

Stracchino aus der Packung gedrückt Gemüse blanchiert am Trocknen
Gemüseterinne1_red2008_0397 Gemüseterinne2_red2008_0400

Zubereitung
(1) Die Dreiecksform leicht einbuttern, dann mit Küchenfolie auslegen.
(2) Die Peperoni entlang der Einbuchtungen aufschneiden, schälen, Samen und Trennwände entfernen. In einer Bratpfanne die Peperoniteile mit der ungeschälten Knoblauchzehe in wenig Olivenöl anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen. Solange dünsten bis das Gemüse gar ist. Peperoni auf Küchenpapier auslegen und trocknen.
(3) Zucchetti waschen und mit einem Sparschäler möglichst breite und lange Streifen von der grünen Schale und der darauffolgenden Schicht schneiden. Diese dienen dem Auskleiden der Form. Von den geschälten Zucchetti weitere 12 Streifen abziehen. Diese sind als Trennschicht im Innern der Terrine vorgesehen. Die weissen Streifen in mässig gesalzenem Wasser kurz blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken, dann auf einem Küchentuch gut trocknen (pressen). Wasser nachsalzen und die grünen Streifen kurz (max. 1 Minute) blanchieren, abschrecken, ebenfalls gut trocknen.
(4) Den Käse in einer kleinen Schüssel cremig schlagen und mit Salz und Pfeffer würzen, dann den Peperoncino unterrühren.

Terrine halb gefüllt Terrine halb verschlossen
Gemüseterinne3_red2008_0404 Gemüseterinne4_red2008_0405

zum Füllen der Terrine:
(5) Terrine mit den grünen Bändern in der Querrichtung vollständig auslegen, die Streifen sollen sich leicht überlappen. Die Enden überragen die Form und sind zum Schliessen vorgesehen.
(6) Zuerst etwas Käsemasse, dann weisse Zucchetti-Streifen, wieder Käse, rote Peperonistreifen, Käse, gelbe Peperoni, Käse einfüllen, gut andrücken.
(7) Mit den überragenden grünen Streifen die Terrine verschliessen. Die überragende Folie überziehen, die Füllung gut einpressen. Deckel drauf und über Nacht in den Kühlschrank stellen.

für die Vinaigrette:
(8) Tomaten häuten, vierteln, Kerne und Gelee entfernen, trockentupfen. Salzen und 1/2 Stunde stehen lassen. Erneut trocknen, dann möglichst fein würfeln. Pfeffern, dann mit Essig und Olivenöl mischen.
(9) Frühlingszwiebeln in feinste Streifen schneiden und mit ein paar Majoranblättchen unter die Tomaten mischen.

Anrichten
Die Terrine vorsichtig auf ein Brett stürzen. Waterloo. So gut es geht in Scheiben schneiden und auf die Teller legen und mit der Vinaigrette umgiessen.

Anmerkung
Der Käse hatte sich über Nacht verflüssigt. Kaum schneidbar. Am Tag darauf war der Inhalt der Terrine noch suppiger. Ein hinterhältiger Angriff irgendwelcher Gemüseenzyme oder Reifungsbakterien auf das Käseeiweiss. Jedenfalls ein Aprilscherz.

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Fiori d’amore: aphrodisische Gaumenfreuden

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Mit hochgeschlagenem Mantelkragen und aufgesetzter Sonnenbrille habe ich mir bei einbrechender Dämmerung eine Packung moschusduftenden Büffelmozzarella gekauft. Ihn mir diskret unter der Ladentheke in die geöffnete Einkaufstasche schieben lassen. Atemlos zuhause angekommen, verheisst schon das Öffnen der verschliessenden Cellophanfolie knisternde Spannung. Endlich offen bzw. aufgerissen entfaltet sich ein erotischer Anblick, der sich nur dem reinen Kunstfreund erschliesst: der von keiner Hand verstellte Blick auf die Venus von Mozzarella, wenn auch nur auf den oberen Teil. Wer mag da noch kochen ? Nur die rauhe Wirklichkeit des aktuellen Kochtopf-events kann mich von weiteren Kunstbetrachtungen losreissen. Für mein Rezept brauchts Büffelmozzarella, Mozzarella di bufala oder wie ich ihn lieber nenne: fior d’amore. Nicht etwa den banalen, kuheutrigen fior di latte, den Kuhmozzarella.
Blog-Event XXXII - Aphrodisische Gaumenfreuden

Zutaten
ca. 250 g Mozzarella di Bufala, siehe Anmerkungen
2 Zucchetti mittelgross
1 junge Knoblauchzehe
2 rote oder gelbe Peperoni
2 Peperoncini auch rot
natives Olivenöl
Beurre ramolli (weiche Butter)
Salz, Pfeffer

Mise en place Zucchinibänder schamlos angegrillt
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Zubereitung
(1) Peperoncini der Länge nach halbieren, entkernen und in feinste Brunoise schneiden. Knoblauch in feinste Würfelchen schneiden.
(2) Zucchetti mit einem Gemüsehobel längs in ca. 3 mm dicke Streifen schneiden. Die Streifen in einer heissen Grillpfanne ohne Öl beidseitig anbraten bis ein Grillmuster entsteht. Die Streifen noch heiss mit wenig Olivenöl sanft einpinseln, pfeffern und salzen. Behutsam auf die Seite legen.
(3) Zwei eherne Ringe (8cm) innen mit beurre ramolli einstreichen. Den innern Rand mit 3-4 kräftigen Zucchettistreifen auslegen und jeden Ring auf eine gebutterte kleine Gratinform legen. Den fior d’amore (Büffelmozzarella) in flache Stücke schneiden und mit den Zucchettistreifen, Knoblauch und Peperoncinowürfelchen schneckenartig aufrollen und den Ring damit satt auslegen. Grob pfeffern. Mit den übriggebliebenen Mozzarellastücken bedecken und mit Peperoncinowürfelchen bestreuen. Schon halbfertig sehen sie doch aus wie Venusblumen:
Kochtopf_aphro00_redc2008_1366

(4) Peperoni den Einbuchtungen entlang aufschneiden, entkernen und mit einem Sparschäler von allen Hüllen befreien. In Streifen schneiden. Dann in Olivenöl andünsten, salzen, pfeffern und mit einem Tlf. Honig süssen. Bei mittlerer Hitze dünsten bis sie gar sind und die Flüssigkeit eingekocht ist, etwa 10 Minuten.
(5) Parallel dazu die Venusblumen liebevoll in die Gluthitze eines von oben und unten auf 200°C vorgewärmten Ofens stellen und unter dem Grill etwa 10-15 Minuten schmelzen lassen. Ein voyeuristischer Blick durch das Guckfenster, auf dass sich das makellose Weiss des Büffelmozzarella nicht schamrot verfärbe. Auf dem Höhepunkt der Verschmelzung die Ofentüre öffnen, die Venusblumen herausziehen, den Ring abziehen, mit dem Beigemüse verzieren und dann genüsslich mit dem Vernaschen beginnen. Leider sind die Hügel durchs Schmelzen flach geworden und der letzte Bissen erkaltet und mozzarellaschlaff, ganz wie im richtigen Leben.

Venusblume, halb gefüllt Venusblume, frisch erblüht auf dem Teller
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Anmerkung
Büffelmozzarella einzukaufen ist gar nicht so einfach. Die einen sind durch wilde Abfallverbrennungen Dioxinverseucht, andere von venerischer Brucellose befallen oder von der Mafia kontrolliert siehe hier. Der neue Blog Fressen und Trinken empfiehlt uns ausschliesslich tagesfrischen im Latium oder der Campagna zu kaufen und erklärt alles andere als Schwachsinn. Ich empfehle in der Schweiz wohnenden den Schweizer Büffelmozzarella, von diesen Tieren, den würde zwar kein Neapolitaner essen wollen. Dafür ist er Brucellose-, Dioxin- und Mafiafrei. Nur die hübschen Zipfelchen gibts halt leider nur bei der Importware. Ich alter Narr.
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Strozzapreti alle zucchine e pomodori

Strozzapreti

Die italienische Geistlichkeit galt früher als äusserst verfressen. Strozzapreti (in andern Regionen Italiens auch Strango­lapreti genannt) konnten schon mal den einen oder andern Prälaten beim Herunterschlingen der köstlichen Dinger im Halse würgen. Daher, so die Legende, der Name „Pfaffen­würger“. Je nach Region kursieren unterschiedliche Zubereitungen, die allesamt auf antiklerikale Befindlichkeiten unterschiedlichster Art zurückzuführen sind. Während es sich dabei in der Emilia-Romagna und der Toskana um eine handgeformte Pasta handelt, benennt man damit im Trentino eine Art Spinatgnocchi. Während des Tridentiner Konzils sollen diese das Lieblingsgericht der versammelten Klerisei gewesen sein. Ob nördliche oder südliche Variante, ersticken kann man an beiden. Ich mache die südliche Version, weil sie mich an meine Pici erinnert. zum Rezept: Strozzapreti alle zucchine e pomodori weiterlesen

Gnocchi di ricotta con pesto di zucchini

Gnocchi di ricotta di capra

Gnocchi aus frischem Ziegenmilch-Ricotta, serviert an einem Zucchini-Baumnuss-Basilikum-Pesto. Eine Spezialität aus dem Ristorante Al Fornello da Ricci in Cegli Messapica, Nähe Brindisi. Ich war noch nie dort, das Rezept stammt aus meinem Schnipselhaufen, stark vergilbt, ausgeschnitten aus einer alten NZZ am Sonntag. Die Kunst besteht darin, den Ricotta ohne Mehl- und Ei-zusatz zu kompakten Kugeln zu verfestigen, die beim Kochen nicht auseinanderfallen. Ziegenricotta ist in der Stadt schwieriger aufzutreiben als Trüffel, wer ihn gefunden hat, wird bei diesem Gericht dafür mit ein ein paar Scheiben Sommertrüffel belohnt. Der Sommertrüffel hat wieder einmal sehr gut geduftet, der Geschmack erinnerte mich wieder einmal, an …trockenen Karton. zum Rezept Gnocchi di ricotta con pesto di zucchini weiterlesen

Tomaten-Zucchini-Wähe

Tomaten-Zucchini-Wähe essbereit

Frau L.s provisorischer Beitrag zum Blogevent XXVI Tomaten im Koch-topf. In Anlehnung an ihr gutes, altes Fülscher-Kochbuch (Ausgabe: 1960) gebacken. Aus einer Zeit als man sich unter mediterraner Küche allenfalls Tomatenspaghetti vorstellen konnte und eine Wähe eine Wähe und noch keine Tarte war. Schnittlauch statt Basilikum. Schinken statt Pancetta. Und doch hat sie uns so gut geschmeckt, dass ich jetzt gänzlich verunsichert bin, ob ich meine (geniale) Tomatentarte überhaupt noch einreichen soll. Aber es bleibt ja noch Zeit. zum Rezept Tomaten-Zucchini-Wähe weiterlesen

Ofen-Ratatouille

Ratatouille rohSeit Wochen hab ich den Eindruck, dass ein unheimlicher, virulenter Ratatouille-Virus umgeht. Ratatouille in Bolli’s Kitchen, Chausson de Ratatouille in Berlin Kitchen, Ratatouillepüree in EinfachKöstlich usw. usw. Da ich mich gern von solchen Viren anstecken lasse, muss ich meine Virus-Variante halt auch noch rausbringen: Ofenratatouille nature oder als Nudelsalat. Meine Ratatouille ist eher trocken, leicht confiert und caramelisiert. Ratatouille, das im Gemüsesaft schwimmt, hab ich weniger gern, damit verknüpfen sich mir schreckliche kulinarische Kindheitserinnerungen. zum Rezept: Ofen-Ratatouille weiterlesen