Dieses Rezept ist im Kochkurs von Lucas Rosenblatt spontan entstanden, genau genommen ohne Rezept. Die Füllung besteht aus angebratenen Schweinswürstchen, die solange gebraten wurden, bis das Fett weitgehend ausgelaufen war. Danach wurde das Fleisch im Cutter mit Ricotta und ein paar Löffeln der zubereiteten pesti zu einer Paste gecuttert und in den Rosmarinteig gehüllt. Serviert zur klassischen Tomatensauce. Herrlich würzige, rustikale Ravioli. So einfach ist kochen, wenn einmal alle Zutaten bereit stehen 🙂
für die Füllung:
4 Luganighe, Tessiner Schweinswürstchen, roh
ca. 100-150 g Ricotta
1 Elf. Grüner Pesto von hier
2 Elf. Knoblauchpesto von hier
Salz, Pfeffer
für die Sauce:
Klassische Tomatensauce von hier. Dazu als Garnitur etwas Basilikumöl von hier.
aus der Haut gefahrenFett auslassen
Zubereitung
(1) Die Würste aus der Pelle drücken, mit der Bratschaufel möglichst fein zerteilen und in einer Bratpfanne langsam und mit Geduld anbraten, etwa 10 Minuten, bis das Fett aus der Wurst ausgetreten ist.
(2) Wurstmasse auf ein Sieb legen, abtropfen und erkalten lassen. Das Fleisch im Cutter mit dem Ricotta und den Knoblauch- und grünen Pesto versetzen, cuttern, salzen und pfeffern.
Füllung vor dem cutternTeigbahn
(3) Den Pastateig auf volle Breite fein auswalzen und je 1 Tlf. Füllung doppelreihig auf die Bahn verteilen. Ränder mit Wasserpinsel leicht befeuchten. Zweite Bahn drauflegen und mit einem Raviolistempel ausstechen. Eingeschlossene Luft zwischen den flachen Handflächen herauspressen.
(4) in leise kochendem Salzwasser 4 Minuten ziehen lassen, herausheben und auf warmer Tomatensauce servieren.
Früher oder später führen alle Wege nach Rom. Oder wieder zurück nach Rom ? So auch mich. Obwohl ich damit keine Kindheitserinnerungen verbinde und ich die Tomaten in Rom vielleicht ganze 3 Mal gegessen habe, sind mir von dieser einfachen Beilage doch beste Erinnerungen verblieben. Wiederentdeckt habe ich sie zuerst bei Jutta von Die Lorbeerkrone, danach hat sie Alex von foto e fornelli in ihrer eigenen Variante nachgekocht. Das darf ich mir nicht entgehen lassen. Ich habe dazu Zackentomaten verwendet, eine mildwürzige Fleischtomate mit mittelgroßen stark gerippten Früchten, schnittfest, wenig Kerne, sehr gut zum Füllen geeignet. Derzeit als Bioware unter Pro Specie Rara im Angebot.
Zackentomaten
Zutaten
4 große Tomaten und 1 mittelgrosse
8 Elf. Risottoreis (Carnaroli)
1 Knoblauchzehe
1 Handvoll Basilikumblätter
Salz und Pfeffer
Olivenöl
4 große Kartoffeln
1 Elf. Rosmarin, fein gehackt
Die Zahnräder der Zacken-TomatenDas fertige Gericht
Zubereitung
(1) Die Kartoffeln schälen, in Spalten schneiden und in eine große Auflaufform (bei mir ein Bräter) geben. Salz, Olivenöl und den gehackten Rosmarin zugeben und von Hand intensiv mischen.
(2) Die Tomaten waschen, von den großen Tomaten den Deckel abschneiden und beiseite legen. Die Tomaten aushöhlen und das Fleisch auffangen. Die mittelgroße Tomate schälen, kleinschneiden und dazugeben. Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer sowie ein Elf. Olivenöl hinzugeben und alles sehr fein pürieren. Zum Schluss den feingeschnittenen Basilikum untermischen. Den Reis in den Tomatensugo geben. Ich habe die Mischung in einem Pfännchen ca. 30 Minuten auf eine ausgeschaltete, aber noch warme Herdplatte gestellt.
(3) Danach die Tomaten mit dem Reissugo füllen. Was übrigbleibt, auf die Kartoffeln verteilen. Den Deckel wieder auf die Tomaten legen, die Tomaten neben die Kartoffeln verteilen und im vorgeheizten Ofen bei 200°C ca. 1 Stunde garen, bis der Reis weich, die Kartoffeln und Tomaten leicht angebräunt sind. Warm oder kalt servieren. Am besten schmecken sie am zweiten Tag. Da waren sie aber alle schon gegessen.
wenns am Ende so aussieht, kanns nicht schlecht gewesen sein
Das Basel Tattoo ist einzigartig in der Schweiz und weltweit eines der grössten und erfolgreichsten Open Air Tattoos überhaupt. Seit 2006 wird es heuer zum fünften Male durchgeführt. Da ich gleich neben dem historischen Kasernenareal wohne, kam ich allabendlich bei offenem Fenster in den Hörgenuss des ganzen Programms. Die 85’000 Tickets sind letzten Dezember innert 36 Stunden verkauft worden. Am letzten Tag des Tattoos wird in der Stadt eine Parade der über 1‘300 Mitwirkenden durchgeführt. Hier ein paar Stimmungsbilder von der Parade.
Pipes & Drums Royal Corps of SignalsFanfarekorps Koninklijke Landmacht NL
Farbtupfer mit lateinamerikanische Rhythmen und Tänzen der Aguiluchos Marching Band & Compãnia De Danza Tenochtitlan aus Mexiko.
Aguiluchos Marching Band MexicoZugehörige Mexikanische Tanzgruppe
Neben den Mexikanern wirken die Uniformen des Garmisch-Partenkirchener Gebirgsmusikkorps und der Schweizerischen Kavallerie 1972 ausgesprochen farblos.
Gebirgsmusikkorps Garmisch in FeldgrauOffizier Schweizer Kavallerie Schwadron
Nicht dass ich jedem Rock hintennach schauen würde, aber wenn er so schön farbig ist…
Pipes and Drums of the Royal Corps of Signals
Ein weiteres Highlight, HM King’s Guard Band and Drill Platoon aus Norwegen, die mit einer stupend präzisen Gewehrartistikshow aufwarteten.
HM King's Guard Band & Drill Platoon NORoyal Air Force Pipes and DrumsBerittene Artilleriemusik SolothurnZuschauer
Basel – die unbestrittene Trommelmetropole der Schweiz. Da erstaunt es wenig, dass sich vor rund 20 Jahren eine Gruppe junger, ehrgeiziger Trommler nach einer neuen Herausforderung umgesehen hat, um ihre Trommelkünste zu perfektionieren. Durch das Vermischen verschiedener Trommelstile entstand ein neuer, eigener Stil aus schnellem und anspruchsvollem Trommeln, gepaart mit präzise ausgeführten, visuellen Effekten.
sicht- und hörbare Präzision der Basler Tambourengruppe Top Secret
Diesmal durften auch Trommler und Pfeifer verschiedener Basler Cliquen mitmachen. 240 kostümierte Trommler und Piccolospieler aus mehreren Basler Fasnachts-Cliquen traten bei sommerlichen Temperaturen am Tattoo auf.
Im Takt von 12 TambourmajorenPfeiferinnen, die Trommler sind vorbei
Das Personal der Tattoo Security Organisation Basel mit Hellebarden.
Basler Hellebardiere
Einmal mehr ein schöner Anlass.
Band of HM Royal Marines
Zum Abschluss die Publikumslieblinge mit dem Alpaufzug:
Das war ausgesprochen nett von den Greyerzer Sennen. In meinen Besuchsberichten habe ich schon über Appenzeller und Glarner Alpaufzüge berichtet. Da wir derzeit keine weiten Ausflüge machen können, sind sie für uns nach Basel gekommen, sozusagen vor unsere Haustüre und haben uns mit ihrem Alpaufzug eine grosse Freude gemacht.
Paarhufer in Tramschienenich komm ja schon !das Hütchen keck auf dem Hauptwo ist denn die Wiese ?
Auch für die laufende Entfernung der hinterlassenen Alpen-Pizzen war gesorgt.
Aufnahmen vom Aufmarsch zum friedlichen Basel Tattoo Ende Juli. Mehr darüber Morgen. Falls ich die 18 Tonnen Feuerwerkskörper, welche die ach so grüne, umweltfreundliche Stadt Basel heute Nacht über mir detonieren lässt, heil überstehe.
Frau L. sieht in der neuesten Ausgabe der Saisonküche 08/2010 ein schönes Bild mit Ghacktem und Hörnli. DAS will sie haben. SOFORT. NOTFALL. Genauso wie im Heft beschrieben. Verbittet sich ausdrücklich Edelvarianten und Abweichungen. Soll sie haben. Als Hauskoch muss man flexibel sein, der Gast ist König und ich mag das ja selber auch. Ist zwar eine Unverschämtheit, solche Rezepte zu publizieren, aber dieser Blog ist mein Kochtagebuch, da darf ich. Zumal ich das Rezept noch nie verbloggt habe und derartige Notfälle bei uns in letzter Zeit unvermittelt und gehäuft auftreten. Das Rezept stammt aus der Landbeiz Geeren in Gockhausen. „Gut und echt – Gilt als recht“ hängt als Sinnspruch in der Gaststube. Das kann ich bestätigen. Nicht zuletzt darum gehören die Zutaten für dieses Gericht zwingend in den Notvorrat jeder Schweizer Familie.
Zutaten
Hauptgericht für 2-4 Personen
1 Zwiebel
2 Elf. neutrales Öl
600 g mageres Rindfleisch (bei uns 500 g)
1 Knoblauchzehe
1/2 – 1 Elf. Tomatenpüree
1 Lorbeerblatt
1 Nelke
1 dl gebundene Bratensauce, normalerweise nehme ich 60 ml von meinem konzentrierten Kalbsfond, etwas Wasser und ein Tlf. Speisestärke
40 ml Rotwein
Salz, weisser Pfeffer
300 g Hörnli, fein
2 Elf frische Butter
160 g geriebener Käse, Emmentaler, Greyerzer [bei mir 100 g Sbrinz]
Zubereitung
(1) Zwiebel hacken, Öl in einer Pfanne erhitzen, Fleisch unter Rühren anbraten. Hitze reduzieren. Zwiebel zufügen, Knoblauch dazupressen, Tomatenpüree kurz mitrösten, Lorbeerblatt und Nelke zufügen.
(2) Mit der Bratensauce ablöschen und ca. 10 Minuten köcheln. Rotwein zufügen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
(3) Inzwischen Hörnli in schwach gesalzenem Wasser al dente kochen, gut abtropfen lassen. Butter in Flocken zufügen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. In Tellern anrichten, Käse draufgeben und das Fleisch darüber anrichten.
Wer will, serviert dazu Apfelmus.
Anmerkung
Der Trick mit dem Käse auf die Hörnli und überdecken mit dem Fleisch, damit der Saft nicht gleich in die Hörnli tropft, ist nicht schlecht. Schon wieder was gelernt. Warum bin ich es jedesmal, der in die Nelke beissen muss ?
Ein Paket meines selbsthergestellten Blätterteiges aufgetaut, ausgewalzt, belegt mit confierten Tomätchen und Zucchini. Alles im Ofen gebacken, und schon haben wir ein Sommergericht zu einem Salat. Entdeckt bei Eva Deichrunner. Inzwischen bereits nachgekocht durch Petra von Brot und Rosen und Päm von mestolo.
Zutaten
für 2 Personen mit einem Salat
300 Gramm Datteltomaten, ab Juli von der schweizerischen Oberzolldirektion mit sFr. 8.-/kg Importzoll belegt ! Aber sie schmecken halt besser als schweizerische Glashaustomaten.
Salz
Schwarzer Peffer
1 Knoblauchzehe
1 Tlf. Puderzucker (brauchts nicht bei diesen Tomätchen)
1 schlanke Zucchini, total 180 g
300 g Blätterteig, selbstgemacht, Fertigprodukt geht ebenso
1 Eigelb
1 Elf. Milch
2 Elf. Olivenöl
1 Elf. Zitronenthymianblättchen (bei mir gewöhnlicher Thymian)
Grobes Meersalz
ein paar kleine Basilikumblättchen
12 Schwarze Oliven (in Spalten oder Hälften)
Zubereitung
(1) 2 Backbleche mit Backpapier auslegen. Datteltomätchen längs halbieren und mit der Schnittfläche nach oben auf das Blech legen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Knoblauch mit dem Trüffelhobel hauchdünn auf die Tomätchen hobeln und auf den Tomatenhälften verteilen.
(2) Tomaten in den Backofen (unterste Schiene schieben, dann auf Heissluft 160°C stellen. Inzwischen die Zucchini in 3 mm dicke Scheiben schneiden. Auf das zweite Blech legen, salzen und pfeffern und nach 10 Minuten zu den Tomaten in die nächsthöhere Einschubleiste schieben. Gemüse weitere 20-30 Minuten confieren, dann erkalten lassen.
(3) Ein Serviertablett, welches Platz hat im Kühlschrank, mit Backpapier belegen. Selbstgemachten Blätterteig auswallen, Ich habe das mit Hilfe der Pastawalze gemacht (Stellung 4), geht bei Hitze schnell und liefert gerade die benötigte Breite. Oder Fertigblätterteig ausrollen und in sechs ca. 8×12 cm grosse Stücke schneiden und nebeneinander auf das Tablett legen. Jedes Teigstück in der Mitte mehrfach dicht nebeneinander mit einer Gabel einstechen, dabei den Rand bleistiftbreit unberührt lassen. Eigelb mit Milch verquirlen, auf die Teigstücke streichen. Darauf achten, dass nichts über den Teigrand läuft. Teigstücke während 30 Minuten in den Kühlschrank stellen.
(4) Den Backofen mit einem Backblech in Schiene 2 wieder aufheizen. (Ober-/Unterhitze 200°). Jedes Teigstück zuerst mit Zucchinischeiben, dann mit den Tomaten (Schnittfläche nach oben) dicht belegen. Die Teigstücke mit dem Papier auf das heiße Backblech ziehen und die Tartelettes 15-17 Minuten backen.
(5) Gemüse auf den gebackenen Tartelettes mit Öl bepinseln, mit Thymianblättchen, Pfeffer, grobem Meersalz und Basilikum bestreuen, mit Olivenspalten garnieren. Noch warm servieren.
Nein, geeister Gazpacho oder geeiste Melonensuppe kommen mir nicht auf den Tisch. Ich mag weder Magenkrämpfe noch innere Gefrierschäden. Einen einfachen Salat aus Wassermelone, Gurke und Zwiebeln ziehe ich vor. Mit Zitrone und Olivenöl zimmerwarm serviert, erfrischt er nicht nur ebensogut wie die gefrorene Konkurrenz, er schmeckt auch nach etwas. Die einfachsten Dinge sind oft nicht die schlechtesten. Und die einfachsten Dinge kommen meist aus Italien. Die Idee dazu habe ich gefunden im italienischen Blog unafinestradifronte.
Mein Beitrag zum kochtopf-event Melone, diesmal betreut von estrellacanela.
Zutaten
1/2 Mini Wassermelone
1 mittlere Nostrano Gartengurke
1 mittlere Cipolla di Tropea oder sonst eine milde Zwiebel
Saft einer ganzen Zitrone
1 Elf. Olivenöl extra
1 Peperoncino
2-3 Zweiglein Pfefferminze
Salz
dazu habe ich noch 2 Elf. abgetropfte Salzzitronenwürfel von hier gegeben, ist aber nicht zwingend.
Zubereitung
(1) Melone waschen, halbieren, in Schnitze und dreieckige Stücke schneiden, die grüne Lederhaut lass ich nicht dran, Gurke schälen, ebenfalls in mundgerechte Stücke teilen. Die Zwiebel und den Peperoncino fein würfeln. Die Pfefferminzblätter mit der Schere zu feinen Streifen schneiden.
(2) In einer grossen Schüssel mit dem Saft der Zitrone und dem Olivenöl gut mischen, Salzen und etwa 2 Stunde marinieren lassen.
Anmerkung
Der Salat wirkt sehr erfrischend und leicht, trotz dem Saft der ganzen Zitrone ist er nicht sauer. Neuesten genetischen Forschungsergebnissen zufolge, stammt die gemeinsame Urform der Melone (Cucumis melo) und ihrer Cousine, der Gurke (Cucumis sativus), aus Asien (Indien, Himalya). Siehe Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA. Es passt gut zusammen, was zusammengehört.
Ganzjahressorbet mit eingebautem Frostschutz. Nichts für Kinder und werdende Mütter. 3 % Alkohol. Ein wunderbares, charaktervolles, nicht allzusüsses Sorbet mit Rotwein, Cognac und Grand Marnier. Kurz: Ein Sorbet für Frauen und Männer. Wie die Himbeeren zum Namen Rothschild kamen, weiss ich nicht, kann ich nur vermuten.
Baron James de Rothschild
Die Rothschilds waren im 19. und 20. Jahrhundert eine Bankiersfamilie jüdischer Herkunft, deren Stammhaus Mayer Amschel Rothschild & Söhne in Frankfurt stand. Der jüngste Sohn des Mayer Amschel, Jakob Rothschild (1792–1868) ging 1812 nach Paris und etablierte dort Rothschild Frères zu einer der ersten Bankadressen Frankreichs. Seit er zum Baron erhoben wurde, nannte er sich James de Rothschild. Als Berater von zwei französischen Königen wurde er der einflussreichste Bankier des Landes. Der bedeutende französische Koch, Marie-Antoine Carême (1784-1833) arbeitete in seinen letzten Jahren im Hause Rothschild. Vielleicht stammt die Idee zu dieser Sauce von ihm ?
Ich mache die Sauce seit Jahren zu Erdbeeren. Erst bei Recherchen bin ich neulich darauf gestossen, dass diese Kombination in Dessertbüchern aus den achtziger Jahren diesen illustren Namen trägt. Die Sauce schmeckt mir derart gut, das ich daraus ein Sorbet gebastelt habe. Das war eine gute Idee.
Zutaten
500 g Himbeeren (aufgetaute)
75 g Puderzucker
75 g Traubenzucker (Glukose)
Saft von 1 Orange (100 ml)
1 dl Rotwein (Douro oder Rioja ohne Eichenholzausbau, es muss kein Chateau Lafite Rothschild sein)
1 Elf. Cognac (10 ml)
2 Elf. Grand-Marnier (20 ml)
Zubereitung
(1) Die aufgetauten, noch kalten Himbeeren mit dem Zucker mischen und 30 Minuten ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb streichen, Orangensaft und Wein mit der Himbeer-pulpe mischen, kurz stehen lassen und nochmals durchstreichen.
(2) Die restlichen Zutaten zum Saft geben, mischen und eiskalt stellen.
(3) In der Eismaschine zu Sorbet drehen.
Tage später bei Sonnenschein
Anmerkung
Das Sorbet ist anfänglich sehr weich (wegen dem Alkohol), beim Durchkühlen im Tiefkühler wird es fester, bleibt aber cremig und wird auch bei minus 25°C nicht zum Eisblock.
Wem das Sorbet zu weich ist, kann 1 g Agar oder ein halbes Blatt Gelatine in dem Orangensaft unter Erwärmen lösen und hinzugeben, damit das Sorbet noch etwas fester wird. Mir wars recht so.
Mit einem Schuss Himbeergeist serviert schmeckts auch bei kaltem Wetter gut. Sehr gut. Mein bisher bestes Sorbet. Je mehr man davon isst, desto wärmer wirds einem ums Herz. Überzeugt, Päm ?
Der Geschmack von Zucchini/Zucchetti ist nicht so ausgeprägt, dass er lange im Gedächtnis haften bliebe. Vielmehr ist es ihre Anpassungsfähigkeit an andere Aromen, die ihre Qualität ausmacht. Leider ist die Frucht auch enorm anpassungsfähig, was ihre Grösse betrifft. Riesenkeulen Marke Gärtnerstolz. Keulen, die sich durch ein schwammiges Gewebe und äusserst faden Geschmack auszeichnen. Ein Graus.
Leserin Susanne aus Zürich hat mir ihr Rezept zugesandt, das aus solchen Riesenkeulen ein kleineres Gourmetwunder entstehen lässt. Sie hat schon alles mögliche unternommen, um ihr Rezept bekanntzumachen, Empfehlungen gegeben, es schon an Kochzeitschriften gesandt. Nirgends ein Echo. Ignoriert. Schubladisiert. Ich habe es nachgekocht… und wir waren platt. Für Frau L. und mich die besten Zucchetti, die wir je gegessen haben. Wir sind begeistert. Durch das lange Backen bei angelehnter Ofentüre verlieren die Zucchetti viel (mind. die Hälfte, wenn nicht mehr) Wasser, der schwache Eigengeschmack wird aufkonzentriert. Zusammen mit Käse, Rahm und den Gewürzen gibt das eine wunderbar schmeckende Beilage oder gleich ein Hauptgericht. Danke Susanne !
Mindestgrösse
Zutaten
Gemüsebeilage für 4 Personen oder Vollmahlzeit für 2 Personen
eine Riesenzucchetti (Riesenzucchini), etwa so lang wie eine Hand mit Unterarm, mit Schale
Salz, Pfeffer, Kräutermischung und/oder Oregano, ich habe noch ein Knoblauchzehe feinst gewürfelt darüber verteilt
geriebener Sbrinz oder Greyerzerkäse, allenfalls Parmesan, wenns sein muss
Rahm oder Halbrahm
Butterflöckchen
backbereit
Zubereitung
(1) Riesenzucchetti (eine Keule) längs halbieren, mit Schale (verstärkt den Zucchettigeschmack, wird nicht ledrig beim Garen) und, je nach Verholzungsgrad der Kerne mit oder ohne Kerne, in ca. 2,5-3 mm breite Scheiben hobeln und ziegelartig in Bahnen, relativ dicht aufeinander, auf ein gebuttertes grosses, rechteckiges Blech legen. Pro Blech hat eine halbe Riesenkeule Platz.
(2) Mit den Gewürzen bestreuen, salzen, den Käse und wenig Rahm und ein paar Butterflocken über das Gemüse verteilen.
In Abweichung vom Rezept habe ich (aus Platzgründen) die Keule nicht halbiert, die Scheiben aus der ganzen Keule gehobelt, dafür jede Lage auf Backpapier gelegt, mit ganz wenig Käse, Oregano und Knoblauch bestreut, bevor ich die nächste überlappende Lage Zucchetti draufgelegt habe. Wenig Salz, Halbrahm und Butterflocken habe ich dann zum Schluss drüber gegeben.
(3) Ofen auf ca. 250° (U-/O-hitze, Schiene 2) vorwärmen, die Zucchetti während ca. 40 Minuten backen, Ofentüre leicht angelehnt mit einer Holzkelle, so dass die Feuchtigkeit entweichen kann. Der Ofen soll permanent etwa 225°C heiss sein.
Die Zucchetti sind dann fertig, wenn Zucchetti, Rahm, die Butter und der Käse weitgehend miteinander verschmolzen und eingetrocknet sind und ein wenig braun-caramellisiert aussehen.
Wir haben die ganze Keule aufs Mal gegessen, dazu noch Fleisch.
Anmerkung Wer dieses Gericht einmal gegessen hat, will nur noch Riesenkeulen ! Wer den Mut zur Grösse aufbringt, findet bei Claus ein weiteres Gericht für Riesenkeulen.
zum Schluss noch ein Originalbild von Susanne, so wie es richtig aussehen soll. Hier wurden die Zucchini geschält, was aber nach ihrer Aussage nicht nötig ist.
Ungern, höchst ungern überschreite ich die Grenze nach Deutschland. Hier ist alles anders als bei uns, die Architektur, die Sprache, die Preise, das Geld, die Polizeimützen. Ich, Schweizer Kleinvariante des Ilja Iljitsch Oblomow, jeder Änderung des gewohnten Lebens abhold, dem alles Fremde fremd erscheint, bleibe am liebsten zuhause. Wenigstens bei Hitze. Samstag morgen vor einer Woche habe ich mich aufgerafft, ja übermannt, habe die Grenze überschritten. Ganz in der Frühe, damit mich niemand als Ausländer erkennt. Wenigstens kann ich vom Badischen Bahnhof Basel aus, in einer durch die Schweizerischen Bundesbahnen betriebenen S-Bahn, in Schweizer Wagen, mit funktionierender Klimaanlage bis direkt ins Herz von Lörrach fahren.
StadtkircheBurghof, Kulturzentrum
Lörrach ist eine Kreisstadt im Südwesten Baden-Württembergs. Knapp 50’000 Einwohner. Knapp 5 km von Basel entfernt. Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung ist Lörrach eine vergleichsweise junge Stadt. Einer der Gründe, wieso Lörrach im Vergleich zu anderen Städten weder architektonisch außerordentlich prägnante Gebäude, noch eine homogene Altstadt aufweist. Was Lörrach jedoch vor Basel auszeichnet, das ist sein Bauernmarkt, der seinen Namen verdient. Mehrere Dutzend Marktteilnehmer, wovon die überwiegende Anzahl Selbsterzeuger aus dem umliegenden Markgräflerland sind. Das ist ein Mehrfaches des Basler Marktes.
Zucchiniblüten im MorgenlichtKäsekuchen à l'orange nix für michGurken in gelben Kistenselbst die Kirschen sind gelb
Frau L. will nämlich kleine Zwiebelchen einmachen. Nach eingehender Befragung verschiedener Basler Marktfrauen, die kleine Zwiebelchen offensichtlich nur noch vom Hörensagen kennen, ein letzter Versuch auf dem Markt in Lörrach. Und siehe da. Hier gibt es sie. Darüberhinaus Gurken und Gürkli in allen Grössen, Dillblüten, die es bei uns in Basel kaum mehr gibt (weil sie keinen Platz in den Plastiktütchen haben) in Hülle und Fülle.
Dill in voller Blüteirgendetwas Disteliges, bin botanisch wieder mal überfordert
Mit vollen Taschen, einem Gladiolen-ähnlichen Festbukett von Dill sowie einem Kilogramm Sauerkirschen war ich morgens um 10 Uhr rechtzeitig zum Kaffee wieder zuhause. Vielleicht gebe ich mir einen Stoss und ziehe die Planung eines erneuten Marktbesuchs ernsthaft in Erwägung 🙂
Etwas viel pasta bei mir derzeit, ich weiss. Aber was will man bei Hitze von einem pastakoch anderes erwarten ?
Heute ein typisches Gericht aus der sizilianischen Küche. Mit Macco di fave wird ein Püree bezeichnet, das in der Urform aus getrockneten Bohnen und Olivenöl gekocht wird. Das Püree habe ich vor einiger Zeit bei Anice e Canella entdeckt. Zubereitet wird es zum Namensfest des San Giuseppe (in der Schweiz Seppitag). Es ist ein einfaches Gericht der bäuerlichen Kultur, das angeblich in der Römerzeit schon bekannt war, das aber nicht nur am 19. März gut schmeckt. Ich mache es aus frischen Bohnen, mit Gewürzfenchel aromatisiert, zu pasta. Gewürzfenchel und Fave passen sehr gut. Wer Fenchel nicht mag, wird bei mestolo mit einer Salbei-version fündig. Damit ist Schluss mit Fave für dieses Jahr. Leider, leider.
il macco di fave
Zutaten
1.5 kg frische fave (dicke Bohnen mit Hülsen)
1 kleine Zwiebel
1 Peperoncino
2 Zweige Gewürzfenchel (wilder Fenchel)
1/2 Tlf. Fenchelsamen, zerdrückt
Olivenöl
Salz, Pfeffer
200 g pasta corta, am besten kleine Ditali
Zubereitung
(1) Die fave enthülsen, die Kerne 3 Minuten im Wasserdampf angaren, dann aus der Haut schnipsen.
(2) Für das soffritto die feingehackte Zwiebel in zwei Elf. Olivenöl langsam andünsten. Die Kerne der fave, den feingehackten, entkernten Peperoncino, Fenchelsamen und etwas wilden Fenchel zugeben und mitdünsten lassen. Salzen, pfeffern und wenig Wasser zugeben, die Bohnen sollen zu 2/3 bedeckt sein. Bei leichter Hitze weiterköcheln, bis die Bohnenkerne anfangen zu zerfallen. Notfalls mit einem Stössel teiweise zerdrücken. Vorsicht, dass sie nicht anbacken.
(3) Indessen die Pasta in Salzwasser nach Vorschrift des Herstellers al dente garen, die pasta mit dem Bohnenpüree mischen, ggf. einen Schöpfer des Nudelkochwassers zugeben. Mit wildem Fenchel garnieren.
Anmerkung
Frau L. moniert, dass ich für ein Arme Leute Gericht sehr wohl die vorhandenen Hörnli statt der extra zugekauften Ditali hätte verkochen können. Sparsamkeit in Ehren, für den Blog lasse ich mich nicht lumpen.
Koch-blog für Geniesser. Rezepte. Gourmandisen. Hintergrundwissen