Ein lange gehegter Wunsch hat sich mir erfüllt: Berlin in 3 Tageswanderungen. Mehr war nicht möglich. Frau L. durch die Spitex versorgt, ich sorgenfrei unterwegs. Meine paar Dutzend Instagram- und facebook-Follower haben einige der Bilder schon gesehen. Die drei Tage habe ich für meinen Blog und zu meiner Erinnerung aufgearbeitet, durch weitere Bilder und Text ergänzt, so wie ich mich durch Berlin habe treiben lassen: ein paar Fixpunkte, sonst weitgehend ungeplant, chaotisch, assoziativ. Alles Handybilder aus der Hüfte. Eine nüchterne Aufzeichnung, kein Reiseführer. Wenn sich jemand diese Diaschau antun will, bitte. Namensnennungen sind unbezahlt, unverlinkt und keine versteckte Werbung.
Noch mit dem gelben Rollkoffer an der Hand stolpere ich an der Schönhauser Allee (nicht ganz zufällig) über schöne Graffiti.
Und über Kaffeesäcke: Zufallsentdeckung. Perfekter Cappuccino in der Kaffeerösterei The Barn, Coffee Roasters.
An der Saarbrückerstrasse erfreuen mich in Stein gehauene Apostrophe:
„Einer acht’s;
der andre betracht’s;
der dritte verlacht’s;
was macht’s?“
Koffer im Hotel Ackselhaus an schönster, ruhiger Lage am Prenzlauerberg deponiert, veganes Mittagessen im Hermann’s am Rosenthaler Platz (Prenzlau verpflichtet) und gemächlich stadtwärts gebummelt: an einem Backsteinpalast in der Auguststrasse vorbei, mit Bauklötzchen wie aus dem Anker Baukasten 1905-06 erbaut.
Vor dem Sophieneck winkt mir der Fernsehturm ein erstes Mal verschämt zu:
Die Hauseingänge führen manchenorts in Hinterhöfe. Schön gepflegte, bunt bemalte oder versprayte, vergammelte: hier lässt sich leben.
Neben den Hackeschen Höfen das Haus Schwarzenberg, ein Ort, der seinen authentischen Charakter neben Kommerz und Kitsch bewahrt hat. Ein sich immer wieder erneuerndes Eldorado der graffitikunst.
Irgendwie über den ausufernden Alexanderplatz -den ich aus Döblins Roman anders in Erinnerung hatte- in Richtung Amtsgericht Mitte.
An den Weltkriegsruinen der Franziskaner Klosterkirche vorbei, wo heute anstelle klösterlicher Meditation weltliche Siesta gepflegt wird.
Imposant das Amtsgericht Mitte, 1896-1904 erbaut: treppauf und treppab als Symbol für deutsche Rechtssprechung, in Jugendstil und wilhelminischem Barock.
Mit der U2 unter der Spree durch zum Märkischen Ufer, schon die Haltestelle ist den Besuch wert:
Wären hier am Spreekanal nicht die strengen Formen des preussischen Baustils zu sehen, man könnte sich in Venedig wähnen.
Und immer wieder dieser Turm, hier mit Velo und Löschwassereinspeisung.
Doch, ich bin in Berlin angekommen. Hier der Beweis.
Wieder mit der U2 zur Stadtmitte, zu Fuss an den Gendarmenmarkt. Theatralischer Platz mit klassizistischer Imponierarchitektur. Hier der französische Dom. Der Löwe mit geflügeltem Reiter ziert das Konzerthaus.
Vor der Humboldt-Universität verscherbeln die Gelehrten Helmoltz&Humboldt philosophische und triviale Bücher. Meist triviale.
An der Neuen Wache vorbei zum Theaterverein: Bei so vielen Baudenkmälern ist Effizienz gefragt, Theatervereinshaus, Berliner Dom, Deutsches Historisches Museum und Fernsehturm, alles in einem Bild vereint, was will man mehr?
Noch näher ran:
So nahe der Museumsinsel laufe ich gleich drum herum: das Bode-Museum, gespiegelt im neuen Annex des Pergamonmuseums.
Am Bode Museum gerade zur richtigen Tageszeit.
Die anmutigen Spreetöchter hinter dem Bode Museum laden zum Ausruhen ein.
Die U8 bringt mich vom Alexander zum Kottbusser Tor, die U3 ans Schlesinger Tor, die Haltestelle mit der berühmten Kurve.
In Fussweite zur Oberbaumbrücke. Die muss ich einfach gesehen haben. Die Museen können warten bis zum nächsten Besuch.
Vom Bahnhof Warschauerstrasse mit der S-Bahn wieder an den Alexander. Nach Hause auf den Prenzlauerberg. Man beachte die Steigung. Nach Hause? Nach Hause!






















































































































































