Archiv der Kategorie: Gemüse

Chili-Quitten

Chili-Quitten
Chili-Quitten

Heute ist Weinrallye und weil dieses Rallye Vorrang hat, muss das Essen zurückstehen. Aber weil man von Wein nicht satt wird, hier aber niemand hungrig vom Tisch muss, doch noch ein kleines Rezeptchen, das ich demnächst für ein anderes Gericht benötige: Eingemachte Chili-Quitten. Auch dieses aus dem hier erwähnten Büchlein Quitten von Lucas Rosenblatt.

Zutaten
500 g Quitten, dazu habe ich eine schöne italienische verwendet, die scheinen mir weniger faulfleckig als die Schweizer.
4 dl Wasser
Saft einer Limette
150 g Zucker
1 frische rote Chilischote, ich habe 2 1/2 Stück von den kleinen, runden namenlosen (Rotoli ?) genommen. In der nicht verwendeten Hälfte kroch eine winzige Raupe. Ein scharfes Luder. Und wenn sich die ein Vogel gepickt hätte ?
1 Lorberblatt
1 Tlf. Meersalz

Chili-Quitten vorher
Chili-Quitten vorher

Zubereitung
(1) Quitten mit einem trockenen Tuch abreiben um den Flaum zu entfernen, waschen, schälen, vierteln und Kernhaus entfernen. Die Fruchtviertel würfeln. Ich habe sie, dem Bild des Rezeptes zufolge in Scheiben geschnitten. Erst nachher habe ich aufgrund der Rötung der Scheiben realisiert, dass es sich fürs Foto im Buch um rohe Scheiben gehandelt haben muss. Der übliche Foodfotografentrick.
(2) Die Quitten umgehend in das Limettenwasser legen, dann laufen sie nicht an. Mit allen Zutaten aufkochen, bis sie weich sind. Meine waren in 2 Minuten bereits musig-weich wie Boskoopäpfel.
(3) heiss in Vorratsgläser füllen und verschliessen.

Anmerkung
Ein gutes, scharfes Quittenkompott. Als Beilage zu Bollito misto.

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Popcorn deluxe

Mit Polenta und Maiskörnern gefüllte Fenchelschiffchen
Mit Polenta und Maiskörnern gefüllte Fenchelschiffchen

Maiskörner in einer schaumigen Maispolenta in Fenchelhälften gratiniert. Das Rezept ist inspiriert durch die Fenchelköchinnen Frau Sammelhamster und Frau Deichrunner sowie Meisterkoch Heinz Winkler, der die  Rezeptidee beisteuerte. Allen FenchelfreundInnen dringend ans Herz gelegt.

Der Maiskolben
Der Maiskolben

Zutaten
für 2 Hauptspeisen:
2 mittlere Fenchelknollen
2 dl Weisswein
1 Schalotte, fein geschnitten
3 dl Gemüsebrühe
Salz, Pfeffer

für die Polenta:
60 g Polentamehl
3 dl Milch
Salz, Pfeffer, Muskat
1 schöner Maiskolben
40 g gute Butter
40 g Gruyèrekäse frisch gerieben
1 dl Halbrahm
ein paar Chilifäden

garender Fenchel
garender Fenchel
Maiskorn in Nussbutter
Maiskorn in Nussbutter

Zubereitung
(1) Weisswein mit der Schalotte aufkochen, Brühe zugeben und würzen. Die Fenchelknollen putzen und in der Fläche teilen. Die 4 Hälften weichkochen (etwa 10-15 Minuten). Abtropfen lassen, zähe Teile des Strunks entfernen, dann die Herzen herausschneiden, so dass Schiffchen entstehen. Diese samt Herzen in eine gebutterte Gratinform legen. Brühe nicht wegwerfen.
(2) Den Maiskolben etwa 10 Minuten auf dem Dampfsieb vorgaren, die Körner auslösen. Butter in einem kleinen Topf zu hellbrauner und wohlriechender Nussbutter kochen, vom Herd ziehen und die Maiskörner einrühren. Salzen.
(3) Die gewürzte Milch aufkochen, Maismehl einrieseln lassen und je nach verwendetem Mais Rühren bis ein Maisbrei -Polenta- entstanden ist (hier ist ein 2 Minuten-Mais durchaus zulässig). Polenta mit den Maiskörnern vermischen und mit dem grössten Teil des Reibkäses vermischen.
(4) Den Rahm steif schlagen und in Portionen unter die Polenta ziehen.
(5) Die Schiffchen mit der Maismasse füllen, am Schluss ein paar zurückbehaltene Maiskörner und den Rest Reibkäse überstreuen.
(6) Im vorgeheizten Backofen bei 210°C (Unter-/Oberhitze, Schiene 2) ca. 20 Minuten gratinieren, gegen Ende übergrillen und mit ein paar Chilifäden verzieren.

Anmerkung
Tolles Gericht. Die Brühe nicht wegwerfen, gibt eine gute Suppengrundlage.

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Quitten-Burger

Quitten-Cottage-cheese-Burger
Quitten-Cottage-cheese-Burger

In Apfelwein weichgekochte Quittenscheiben, mit Schnittlauch-Cottage-Käse hinterfüllt. Die Quitten-Apfelweinreduktion, vermischt mit Walnussöl gibt die Vinaigrette zu der Kräuterbeilage.
Quitte Quo vadis ? Da und dort findet man sie noch auf Märkten, Jahr für Jahr seltener. Mensch weiss je länger, je weniger damit anzufangen. Warum denn immer nur Kürbisse, diese geschmacksarmen Langweiler ? Ausser Quittenpaste habe ich auch noch nie viel damit gemacht. Wäre da nicht der Quittenevent, betreut von Sus im Gaertnerblog. Und 5 kg Quitten im Keller. Die Idee für mein Rezept habe ich im Büchlein Quitten von Lucas Rosenblatt und Freddy Christandl, erschienen im Verlag FONA, ISBN 3-907108-47-7 gesehen. Bloss: ausser Quitten und Cottage-Cheese waren die meisten der verlangten Zutaten nicht im Hause. So musste ich etwas improvisieren. Und Apfelwein anstelle von süssem Apfelsaft war eine sehr gute Improvisation.
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Zutaten
Leichtes Essen für 2 Personen
2 mittlere Birnenquitten (im Bild)
2 dl Apfelwein (ich nahm französischen cidre)
1 Peperoncino, Kerne entfernt, in feinste Würfelchen geschnitten
5 Korianderkörner, zerdrückt
1 Tlf. Sojasauce
Salz, Pfeffer
2 Elf. Weinbalsamessig (Gölles)
4 Elf. kalt gepresstes Baumnussöl
180 g Cottage-Cheese 1/4 fett
Kräuter: was halt da war, 1 Bund Schnittlauch, Petersilie, Rucola

Quittenschwemme
Quittenschwemme
Käsebeil
Schweres Gerät: Käsebeil

Zubereitung
(1) Quitten mit einem trockenen Tuch zur Entfernung der Behaarung abreiben, dann waschen. Schälen und mit einem grossen Messer (mit einem Käsebeil geht das leichter) in 2 cm dicke Scheiben schneiden, Kerngehäuse und verholzte Stellen herausschneiden.
(2) Apfelwein, Peperoncinowürfelchen, Koriander und Sojasauce in einem weiten Topf erhitzen, darin die Quittenscheiben bei kleiner Hitze und mit Deckel garkochen (etwa 10 Minuten, je nach Sorte). Aus dem Fond nehmen und beiseitestellen.
(3) Den Fond auf etwa 50 ml einkochen lassen, etwas abkühlen, bevor er geliert den Essig zugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken und das Baumnussöl unterrühren.
(4) Cottage-Cheese mit reichlich Schnittlauchröllchen vermischen, würzen mit Salz und Pfeffer.
(5) Kräuter bereitstellen. Im Original wurden dazu noch Brüsseler Endivien verwendet.
(6) Quittenscheiben in die Mitte legen, Loch und Fläche mit Cottage-Cheese decken, nächste Quittenscheibe etc.. Salat auslegen und alles mit der Quittenvinaigrette überziehen.

Quittenscheiben in Cidre
Quittenscheiben in Cidre
Fertiger Burger
Fertiger Burger

Anmerkung
Ein erfreulich leichtes Gericht, die Quittenscheiben waren viel weniger süss als Äpfel, wohlschmeckend, eher Gemüse als Frucht. Und am meisten freut mich, dass ich mit der neuen Kamera erstmals auch bei Nacht brauchbare Innenaufnahmen machen kann. Den „unordentlichen Kräuterheuhaufen auf dem Teller“ (Frau L.) habe ich überhört.

Quitte by night
Quitte by night

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Verdure in barchetta

Zucchinistreifen, confierte Tomaten und Mozzarella im Gemüseschiffchen
Zucchinistreifen, confierte Tomaten und Mozzarella im Gemüseschiffchen

Gemüse, in einem Schiffchen aus Auberginen. Einsteigen bitte. Das flache Schiffchen in Form einer Schuhsohle ist zwar kaum seetüchtig, aber was solls ? Dazu singen wir das Tessiner Lied „Vieni sulla barchetta“, zum Üben Pfeiltaste drücken:

Die Ladung: Confierte Tomätchen, Zucchinistreifen und Büffelmozzarella. Gute Schwimmkenntnisse empfohlen.

Auberginenscheiben am Rösten
Auberginenscheiben am Rösten
Fracht geladen
Fracht geladen

Zutaten
1 mittlere Aubergine
3 kleinere Zucchini
14 Kirschtomätchen (Datterini)
1 Büffelmozzarella
2 Knoblauchzehen
1 kleines Zweiglein Rosmarin
Puderzucker
Pfeffer, Salz
Olivenöl extra

Zubereitung
(1) Kirschtomätchen halbieren, mit einer in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe und einigen Rosmarinnadeln auf ein Blech legen und mit wenig Puderzucker fein bestäuben. Salzen, Pfeffern, mit einem Schuss Olivenöl begiessen und ca. 60 Minuten bei 105°C im Ofen confieren.
(2) Aubergine längs in ca. 6-8 mm dicke Scheiben schneiden, beidseitig mit Olivenöl einpinseln und in zwei hitzebeständige Glasteller legen (ich nehme die verwaisten Deckel von Pyrexschüsseln). Im vorgeheizten Backofen bei 220°C (Grill) beidseitig grillieren, bis sie hellbraun und fast gar sind. Salzen. Ofen auf 200°C (Ober- und Unterhitze) schalten.
(3) Die grüne Haut der Zucchini mit einem Julienneschneider oder einer Mandoline zu feinen Spaghetti schneiden.
(4) Mozzarella in kleine Würfelchen schneiden und abtropfen lassen.
(5) confierte Tomätchen, rohe Zucchinispaghetti, feinst gewürfelte Knoblauchzehen und Mozzarella auf die Auberginenscheiben auslegen, salzen und pfeffern, mit einem Faden Olivenöl begiessen und im Ofen überbacken bis der Käse geschmolzen ist (5-8 Minuten). Auf den (heissen) Glastellern servieren.

fertig gebacken
fertig gebacken
auch Resten dürfen ins Bild
auch Resten dürfen ins Bild

Auberginenabschnitte, skalpierte Zucchini in Scheiben und sonstige Resten in Olivenöl anbraten und würzen: gibt den Nachschlag.

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Restenstrudel

Restenstrudel
Restenstrudel

Frau L. bemängelt (nicht zum erstenmal) meine unhaushälterische Koch- und Einkaufspraxis: Einkaufen-Anbrauchen-Restenvergessen-Nächstes Rezept. Sie will nicht dauernd meine Resten verbrauchen müssen. So hat sich wieder einiges im Kühlschrank angesammelt, das den Platz verstellt und zu vergammeln droht. In einer umfassenden Aktion verpacke ich alles, alles in einen Strudel. Abgeguckt vom Kartoffelstrudel bei crazycook von kochsinn.

Zutaten
Restenverwertung für 2 Personen:
3 Blätter Strudelteig
3 Elf. Quark
4 Elf. Vollrahm
1 grosse Kartoffel (250 g)
je eine Handvoll tiefgekühlte, eisverkrustete Erbsen und Bohnen

dazu aus dem permanenten Vorrat:
50 g Parmesan, frisch gerieben
1 Peperoncino
1 Ei
Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Kümmel
natives Olivenöl
flüssige Butter

das appetitliche Füllmaterial
das appetitliche Füllmaterial

Zubereitung
(1) Kartoffel schälen, in 3 mm dicke Scheiben schneiden und beidseitig langsam in wenig Olivenöl sorgfältig anbraten, übereinanderliegende Scheiben vermeiden. Wenn sie hellbraun sind, beiseite stellen.
(2) den in Streifen geschnittenen Peperoncino in derselben Pfanne leicht anrösten, die gefrorenen Gemüse dazugeben -das Eis zischt kräftig- und kurz mitgaren, salzen, pfeffern.
(3) „Guss“ verkleppern aus einem Ei, den Quark- und Rahmresten, dem Reibkäse, würzen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss und wenig Kümmel.
(4) erstes Strudelblatt auf ein Tuch auslegen und mit flüssiger Butter bepinseln, zweites Blatt auflegen, ebenfalls bepinseln, dasselbe mit dem dritten Blatt. 2/3 der Fläche mit dem „Guss“ bestreichen, die erkaltete Gemüse/Kartoffelmischung draufgeben und mit Hilfe des Tuchs zusammenrollen. Den Strudel dick mit Butter einpinseln.
(5) 30 Minuten auf einem mit Backpapier belegten Blech bei 170°C (Umluft) backen. Zwischendurch etwas Butter nachpinseln.

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Melanzane rosse di Rotonda

Melanzane rosse di Rotonda
Melanzane rosse di Rotonda

Melanzane rosse, rote Auberginen. Via Slow Food Schweiz über die COOP-Läden angeboten. Ein fast unwirkliches orange-rot knallte mich in der Gemüseabteilung an. Schauerlicher noch als die strassenarbeitersignalfarbene Kleidermode der 80-er oder 90-er Jahre. Sowas Orangenes hätte ich auch gerne mal auf dem Teller. Dem beigelegten Faltblatt der Slow Food entnehme ich, dass die rote, afrikanische Aubergine (solanum aethiopicum) mit der gewöhnlichen, violetten (solanum melingena) nichts gemein habe. Sie wurde im 19. Jhdt. durch italienische Kolonialsoldaten aus Afrika mit nach Hause gebracht und werde seither fast ausschliesslich im 4000-Seelen-Städtchen Rotonda in der Basilicata angebaut. Sie habe einen ausgeprägteren, exotischeren Geschmack als die violette Aubergine. In Italien wird sie meist in Essig und Öl eingelegt oder getrocknet. Das Fruchtfleisch ist saftig und färbt sich auch Stunden nach dem Schneiden nicht dunkel. Der intensive Duft erinnert an Feigenkakteen. Aromatischer Geschmack mit einer ganz leichten Bitternote. In der Gegend von Rotonda werden sie auch als Tomaten-Auberginen bezeichnet.

Vor ein paar Tagen wusste ich von deren Existenz noch nichts, drum mache ich sie mal vorsichtig wie tomates provençales.

Gebacken und halbiert
Gebacken und halbiert

Zutaten
500g Melanzane rosse
für die Knoblauchpaste:
1 Knoblauchzehe
2-3 Elf. natives Olivenöl
2-3 Elf. selbstgemachte Brotbrösel
1 Tlf. Herbes de Provence bzw. meine erbe mediterranee
Salz

überziehen mit Knoblauchpaste
überziehen mit Knoblauchpaste
fertig gebacken
fertig gebacken

Zubereitung
Waschen, Deckel abschneiden, etwa 3 mm tief einhöhlen, salzen, die Knoblauchpaste aufstreichen, im auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober-, Unterhitze) ca. 30 Minuten backen.

Anmerkung
Sie schmecken wirklich so, wie im Faltprospekt versprochen. So gute Auberginen hab ich noch nie gegessen, saftiger als die violetten Styroporbomben. Kein Wunder, essen die Bauern von Rotonda alle selbst. Und niemand weiss davon. Das Angebot scheint bei den hiesigen Kunden auf wenig Interesse gestossen zu sein, die mehrheitlich unverkaufte Ware, mittlerweile angeschrumpelt und nicht mehr verkaufsfähig, ist heute aus dem Laden entfernt worden.

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Caponata

Caponata
Caponata
Giorgio Locatelli
Giorgio Locatelli

In diesem sizilianischen Klassiker werden im Original kleingeschnittene Gemüsewürfel: Aubergine, Zucchini, Sellerie, Fenchel, einzeln fritiert und mit Sultaninen, Kapern, Tomatenwürfeln und Pinienkernen in einer süss-sauren Sauce, der agrodolce, mariniert. Köstlich auf geröstetem Brot serviert oder als Beilage zu Fleisch. Oft wird sie im Topf gekocht um die Friture zu vermeiden, siehe Bolli: Bolli’s Kitchen oder zorra’s Kochtopf, was der Caponata aber eine weichere Textur gibt. Ich hab sie gerne etwas knackiger, und mache sie nach der bewährten Ofen-Ratatouille-methode von Frau L. Wichtig bei dieser Ofen-Caponata ist das Marinieren, das die verschiedenen Aromen erst zu einer Einheit verschmilzt. DKduW Für die Zutaten und Mengen verwende ich das Rezept aus dem Buch von Giorgio Locatelli Made in Italy, ISBN 978-3-88472-799-7. Ein schöner Mann und ein dicker Wälzer, der bei mir aber auch schon 6 Monate herumsteht. Geeignet für Novizen der italienischen Kochkunst. Viel Warenkunde und eine gute Einführung darüber, wie Italiener über das Essen denken. Für Fortgeschrittene bietet er schöne Geschichten, viele Rezepte, leider aber wenig, das man nicht schon von anderswoher (z.B. Marcella Hazan oder dem Silbernen Löffel) schon kennt. Mein Beitrag zum DkduW.

Zutaten
Beilage für 4 Personen
1 Aubergine, ca. 400 g
1 Zwiebel
2 Rippen Stangensellerie
1 kleine Fenchelknolle
1 Zucchini, ca. 250 g
alle Gemüse in 1-2 cm grosse Würfel geschnitten
etwa 12 kleine Datterini-Tomätchen, halbiert
1 Bund Basilikum, zerzupfte Blätter
40 g Sultaninen
40 g Pinienkerne, frisch angeröstet
wenig Puderzucker
3 Tlf. Kapern
ca. 1 dl natives Olivenöl
5 Elf. Rotweinessig
4 Elf. Passato di pomodoro
Salz und Pfeffer

Gemüse nach dem Ofenrösten
Gemüse nach dem Ofenrösten
und ab in die Tomaten-Heia
und ab in die Tomaten-Heia

Zubereitung
(1) Aubergine, Zucchini, Fenchel und Staudensellerie würfeln, mit etwa 5 Elf. Olivenöl begiessen und von Hand intensiv mischen, damit die Gemüsewürfel komplett mit Öl überzogen sind. Zwiebel separat würfeln.
(2) Mit einem feinen Sieb Puderzucker gleichmässig und fein aufstäuben (ein Hauch, nicht dessertmässig !).
(3) ca. 10 Minuten bei 230°C im Backofen in Heissluft+Grill backen. Bei Halbzeit die Zwiebeln hinzugeben.
(4) Wenn die Gemüseecken anfangen braun zu werden: rausnehmen
(5) Vom Blech nehmen und in eine vorgewärmte, grosse Schüssel geben. Die übrigen Zutaten: restliches Olivenöl nach Bedarf, Essig, Sultaninen, Pinienkerne, Kapern, Passato, rohe Tomätchen, sowie die zerpflückten Basilikumblätter zugeben, würzen, mit Folie abdecken und bei Raumtemperatur mindestens 2 Stunden ziehen lassen.
Durch das langsame, geschlossene Abkühlen verbinden sich die unterschiedlichen Aromen. Dank der Ofenmethode bewahrt jedes Gemüse seine Eigenart. Wenns pressiert, stelle ich die Schüssel 30 min bei 40°C in den zweiten Ofen. Der Basilikum wird dann halt etwas schwarz.

Anmerkung
Ich habe dazu etwas Zitronenbulgur serviert.

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Remake: Gemüseterrine

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Gemüseterrine

Nachkochen lohnt sich. Die gute Gemüseterrine, die wir bei fast jedem Besuch bei den Sicher-Schwestern (14 GM-punkte) essen und die ich freihand nachgekocht habe, hat Folgen gezeitigt. Grete Sicher war über meinen Nachkochversuch so erfreut, dass sie mir gleich ihr Originalrezept geschenkt hat. Anstelle der winzigen Dreiecksform mache ich sie nun gleich in der 1 Liter U-Form. Ganz nahe am Original. Gleichviel Arbeit, doppelter Genuss. Schade, dass ich wegen Hitze unkonzentriert bei der Sache war. So schludrig darf das Gemüse nicht geschnitten und eingefüllt werden. Aber es war nur eine Hauptprobe. Das soll meine künftige Staatsterrine geben. Für allfällige Staatsbesuche, wenn denn welche kommen sollten.

Zutaten
2 rote, 2 gelbe Paprika mit dem Sparschäler enthäutet (ich hatte leider orange und rot eingekauft, die sich farblich kaum unterscheiden)
1 mittlerer Lauch. Anstelle von Lauch nimmt Grete Sicher blanchierte, gut abgetrockneten Lattichblätter zum Auskleiden der Terrine. Aber ich spalte fürs Leben gerne Lauch.
1 mittelgrosser Broccoli, 1 Karotte, 1 kleines Stück Knollensellerie.

für die Royale:
2 dl Halbrahm
1 dl Milch
3 ganze Eier (62g)
Pfeffer, Salz, Muskatnuss, Koriander gemahlen, 1/2 Elf. Zitronenabrieb. Kräftig würzen.

für die Schnittlauchsauce:
100 g saurer Halbrahm oder halbfetter Quark
1 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb

Terrine beim Befüllen
Terrine beim Befüllen
Terrine Schnittbild
Terrine Schnittbild

Zubereitung
(1) Terrinenform (Staedter Dreieck, U, 1 Liter) mit [Erg. 06.2024: hitzebeständiger] Küchenfolie ausschlagen.
(2) Lauch (vom grünen Teil) in ca. 20 cm lange Blattstücke schneiden, ca. 3 Minuten in siedendem Salzwasser blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken. Dicke Blätter mit einem dünnen Messer in zwei Schichten spalten, die nur noch halb so dünn wie das originale Blatt sind. Das geht oft auch durch Gegeneinanderreiben zwischen den Fingern. Blätter mit Küchenpapier gut trocknen.
(3) Die Terrine quer zur Länge mit den geteilten Lauchblättern belegen.
(4) Die Peperoni den Einbuchtungen entlang aufschneiden und mit einem geeigneten Sparschäler enthäuten. Die Stücke ca. 4-5 Minuten in siedendem Salzwasser blanchieren. Abschrecken in kaltem Wasser. Stücke mit Küchenpapier gut trocknen, dann in etwa 7-10 mm breite, möglichst lange Streifen schneiden. Beiseite legen.
(5) Broccoli in Salzwasser unter Zugabe einer Msp. Backpulver kurz blanchieren. Abschrecken in kaltem Wasser. Röschen auslösen. Sonstige Gemüse im Dampfsieb sehr knackig garen, dann soweit erforderlich in 1 cm Stäbchen schneiden.
(6) Royale zubereiten: Ei mit [korr. 11.10: Milch und] dem Halbrahm gut verkleppern und kräftig würzen.
(7) Lauchbelegte Form mit der Royale einpinseln. Dann zuerst die Wandung mit den Peperonistreifen dicht an dicht belegen (Farben abwechseln). Das Innere der Terrine mit dem restlichen Gemüse.
(8 ) Die gemüsegefüllte Terrine mit der Royale ausgiessen, die Form kräftig auf den Tisch schlagen, damit die Zwischenräume ausgefüllt werden. Zuoberst eine Schicht aus Peperoni legen, dann die Lauchstreifen überklappen, zuletzt die Küchenfolie überziehen und die Form mit dem Deckel zudecken.
(9) Terrine 1 Stunde in einem Wasserbad im Ofen bei 160°C garen. Wassertemperatur mind. 90-95°C. Badhöhe 3/4 der Terrinnenhöhe.
(10) Terrine herausnehmen, erkalten lassen und über Nacht in den Kühlschrank stellen. Anrichten mit der Schnittlauchsauce.

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Artischocken mit Orangen-Hollandaise

Artischocken essbereit
Die Spargelsaison ist vorbei, längst sind die grossen, runden Artischocken aus der Bretagne, die Camus de Bretagne auf dem Markt. Gelegenheit, die von Ursula von kochfun für Spargeln servierte Orangenhollandaise in den Sommer hinein zu verlängern….. als dip für die Artischocken.

Zutaten
2 grosse Artischocken (für 2 Personen)

für die Orangen-Hollandaise:
1 unbehandelte Orange
2 Eigelb
1 EL Zitronensaft
1 Elf. Campari (von mir zum Rezept hinzugefügt)
75 Gramm Butter
1 TL Balsamico
Salz, Pfeffer, Zucker

Zubereitung
(1) Stielende mit einem kräftigen Messer abschneiden, so dass die Distel waagrecht steht. Unschöne Blätter abreissen, die äussersten Blattspitzen mit einer Schere stutzen, unter fliessendem Wasser abspülen und sofort Zitronensaft auf die Schnittstellen streichen. Oder in ein kleines Becken mit Wasser legen, in welchem eine Messerspitze Ascorbinsäure (Vitamin C) aufgelöst ist.
(2) In viel gesalzenem Wasser während ca. 40-50 Minuten garen (Garprobe mit Nadel und degustatorisch an einem abgezupften Aussenblatt).
(3) Die Orange waschen und die Schale zur Hälfte sehr fein abreiben. Die Orange auspressen. Den Saft mit Eigelb, Salz, Pfeffer, Zucker, 1 Tlf. Orangenabrieb, Campari und dem Zitronensaft in den Einsatz eines Wasserbades geben. Alles bis knapp unter den Kochpunkt erhitzen, dabei fortwährend mit dem Schneebesen cremig schlagen. Die Butter in Würfel schneiden und nach und nach unterrühren. Mit Balsamico abschmecken und eventuell mit Salz und Pfeffer nachwürzen. In vorgewärmte Schälchen giessen und neben der abgetropften Artischocke servieren.

Anmerkung
Zum Essen die Blätter ringsum abzupfen, das fleischige Blattende in die Sauce tauchen und abschlotzen. Sind alle Blätter weg, kommt der Boden mit der verbliebenen Sauce dran.

So grün, wie die frischen Artischocken nach dem Anschneiden aussehen, bleiben sie nach dem Kochen leider nicht. Die Zitronensäure ist verantwortlich für das Grauwerden. Siehe: Warum grünes Gemüse grau wird
Artischocken, kochbereit

Dippen Dippen Dippen Der Boden
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Wer sie lieber mit einer Vinaigrette isst, findet bei Véronique von Wie Gott in Deutschland ein Rezept und eine detailliertere Anleitung zum Kochen und Essen.

[Vorgefertigter Beitrag]

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Morchelmousseline mit weissen Spargeln

Morchelmousseline mit Spargeln

Ein Rezept von Vinzenz Klink, dem wortgewaltigen, unermüdlichen und virtuosen Küchenmeister, Schnittlauch-Schnellschneider und Streiter für Kochkultur. Mutig hab ich das Wasserbad mal unbenützt gelassen und die Hauruck-Mousseline fast nach Vorschrift nachgekocht. Die frischen Morcheln treten neben dem zarten, weissen Spargel recht dominant auf. Mit getrockneten würde ich das Gericht nicht probieren. Die klassische Kombination hat uns dennoch sehr gut gefallen. Die Mousseline wirkt schön leicht, obwohl sie auch ihre 50 g Butter intus hat.

Zutaten
für 2 Personen:
500 g geschälter Stangenspargel

für die Mousseline:
2 Eigelb
80 g frische, kleine Morcheln
3 EL geschlagener Rahm
4 EL Gemüsebrühe
1 TL Zitronensaft
50 g Butter
2 Schalotten feingehackt (ich hab nur eine verwendet)
1 Blatt Estragon (getrocknet)
1/8 l Weißwein (mein Chablis)
Salz, Pfeffer

Zubereitung
(1) Morcheln halbieren, kurz unter fliessendem Wasser waschen und auf Küchenpapier trocken legen.
(2) Gehackte Schalotte in (der vielen) Butter andünsten, Morcheln kurz mitdünsten. Mit Weißwein und Gemüsebrühe ablöschen, 1 Blatt Estragon zugeben und auf die Hälfte einkochen. Absieben und die Morcheln/Schalotten in einem Pfännchen beiseitestellen.
(3) Die Spargel schälen und in Salzwasser mit einer Prise Zucker und Muskatnuss in ca. 15 Min. garen.
(4) Unterdessen die reduzierte Butter-Morchelbrühe (die etwas unansehnlich bräunlich-grau aussieht) und den Zitronensaft in einen Topf geben und aufkochen. Die Eigelbe mit dem geschlagenen Rahm vermengen und in die kochende Flüssigkeit einschlagen. Den Topf sofort vom Feuer nehmen und kräftig weiterschlagen. Weiterschlagen bis sich alles etwas abgekühlt hat. Mit Pfeffer und Salz abschmecken. Mousseline über den Spargel giessen und die parallel dazu kurz erwärmten Morcheln samt Schalotten darübergeben.

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Gemüsecurry

Gemuesecurry

Für die Gemüsejalousie habe ich viel weniger Gemüse verbraucht als geplant. Die Restmengen alles andere als ausgewogen. Dafür ist ein Gemüsecurry ideal, dem Curry sind die Verhältnisse der Gemüse nicht so wichtig. Die Currysauce habe ich aus meinem Riz Casimir entliehen.

Zutaten
Vollmahlzeit für 2 Personen, die Mengenverhältnisse der Gemüse sind zufällig
300 g Kefen (Zuckerschoten)
100 g Erbsen gefroren
70 g dicke Bohnen (fave) enthülst
2 grosse Rüebli
2 Tomaten
1 Fenchel
1 Msp. Kurkuma

für die Currysauce:
1 dl Halbrahm
2 Elf. Creme fraîche (Restenverwertung)
1 mittlere Schalotte, fein geschnitten
1 Knoblauch, fein geschnitten
10 g Ingwer, fein gewürfelt
3-4 Tlf. Madras Currypulver
2 Tlf. Gewürzmischung siehe unten
Salz, Pfeffer, Zitronenabrieb, Zitronensaft
Butter

Gewürz-Mischung, frisch gemahlen aus:
2 cm Zimtstange
1 ganzer Sternanis
5 Kardamomsamen (Inhalt etwa einer Kapsel)
5 Curryblätter, getrocknet
2 Tlf. Korianderkörner
1 Tlf. Kreuzkümmel
Gemuesecurry. Stelldichein der gegarten Gemüse

Zubereitung
(1) Fave enthülsen, 2 Minuten im Dampf garen und Kerne herauslösen.
(2) Kefen putzen, 4 Minuten auf dem Dampfsieb garen, in kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen.
(3) Ruebli schälen, der Länge nach halbieren und schräg schneiden. In einem Topf in wenig Butter anziehen lassen, mit etwas Wasser ablöschen, salzen und knackig gar kochen bis die Flüssigkeit eben verdampft ist.
(4) Fenchel putzen und in ca. 4 mm dicke Scheiben schneiden, in wenig gesalzenem Wasser mit einer Messerspitze Kurkuma knackig garkochen.
(5) In einer grossen Sauteuse die feingeschnittene Schalotte, den Knoblauch und alle Gewürze in Butter kurz anziehen lassen, mit Rahm und der Creme ablöschen, aufkochen, salzen, die gegarten, abgetropften Gemüse sowie die geviertelten Tomaten zugeben, heiss werden lassen und mit etwas Zitronensaft und -abrieb würzen.

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Gemüse-Jalousie im Blätterteig

Gemüsejalousie gebacken

Gemüse eingezäunt. Die Spielregeln sind einfach: Nicht mehr als 3 Gemüse, egal was, aber zueinanderpassend. Gegart nach Belieben. Kräuter. Reibkäse. Butter-Fertig-Blätterteig. Backofen. Alles ohne Eier-Rahm-Guss. Knusprig, kein durchfeuchteter Teig. Geschmackvoll.
Gemüse aufgebahrt

Zutaten
1 Butter-Fertig-Blätterteig (Migros) 42x26cm
Je 100 g Gemüse nach Belieben (ich habe frische Kefen sowie Ruebli und Fenchel wie hier verwendet)
50 g Sbrinz (oder Parmesan) frisch gerieben
2 Elf. frische Kräuter nach Belieben (ich habe Petersilie, Liebstöckel verwendet)
1 Eigelb mit wenig Halbrahm verdünnt

für das Garen meiner Gemüse:
Butter, Noilly-Prat, Currypulver, Salz, Pfeffer

Frei und eingefangen
Gemüse Gemüsejalousie gebacken>

Zubereitung
Die gewählten Gemüse nach Belieben garen und gut abtropfen lassen. Meine Gemüse:
(1) Kefen und Fenchel putzen und 3 Minuten auf dem Dampfsieb garen, in kaltem Wasser abschrecken, abtropfen lassen und in Streifen schneiden.
(2) Ruebli schälen, der Länge nach halbieren und schräg schneiden. In einem Topf in wenig Butter anziehen lassen, mit einem Schuss Noilly-Prat und etwas Wasser ablöschen, Messerpitze Curry und Salz dazugeben und knackig gar kochen bis die Flüssigkeit eben verdampft ist.
(3) Gemüse gut abtropfen lassen, dann mit dem Käse mischen und würzen.
(4) Blätterteig entrollen, in 2 Streifen schneiden: Boden 40×12 cm, Deckel 40×14 cm. Bis zum Gebrauch kühl stellen.
(5) Boden mit Eigelbrahm bestreichen, Gemüsefüllung draufgeben, Rand freilassen.
(6) Den Deckel bemehlen, der Länge nach falten und mit einem scharfen Messer im Abstand von 1 cm einschneiden. Auseinander falten und vorsichtig auf das Gemüse legen. Die Ränder gut andrücken und die Teigoberfläche mit Eigelbrahm bepinseln.
(7) Die Jalousie im vorgeheizten Backofen bei 210°C zirka 30-40 Minuten backen (Unter-/Oberhitze, unterste Schiene). Warm servieren.

Gemüsejalousie angeschnitten

Anmerkung
Ich habe die Einschnitte des Deckels zu lang gemacht, der Transfer des Gitters entsprechend mühevoll. Beim nächstenmal nur noch kurze Schnitte machen oder den Deckel erst auf dem Gemüse mit Hilfe einer Rasierklinge einschneiden. Blätterteig aus gehärteten Industriefetten wäre einfacher zu handhaben, schmeckt aber auch danach. Dass sich auch Käse einzäunen lässt, kann man hier nachlesen.

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