
Blick aus dem Küchenfenster hatten wir zwar schon. Aber da Barbara gerne Bilderlinks sammelt, wollen wir uns nicht verweigern und Frühling steht auch noch bevor. Der Blick war letztes Wochenende jedenfalls derart grau verhangen, das Wetter garstig, trübe, kalt und windig, dass wir uns nur auf ein paar Schritte nach draussen begeben haben. Dem Rheinknie entlang hoch, bis zum Park Solitude und wieder zurück nach Hause. 45 Minuten insgesamt ohne, 60 Minuten mit Fotografieren.
Alles der Riviera entlang, wie hier das rechte, Kleinbaslerische Ufer des Rheins benannt wird, vorbei an den uferseitigen Mauern des ehemaligen Kartäuserklosters, das nach der Reformation Ende 17. Jhdt. erst als Erziehungs- und Züchtigungsanstalt für Waisen und gefangene Häftlinge genutzt wurde und auch heute noch als Waisenhaus genutzt wird. Die grünen, gusseisernen Basiliskenbrunnen aus dem Jahre 1884 sind Teil des Basler Stadtbilds. Heute sprudeln noch 27 dieser Brunnen.
Oberhalb der Wettsteinbrücke führt der Weg entlang an noblen Wohhäusern, unten am Rhein sieht man da und dort Fischergalgen, früher auch Fischwaagen genannt. Die grossen Netze wurden mit Hilfe des Auslegearms vor allem nachts im Wasser versenkt und damit nach Salm (Lachs) gefischt. Heute dienen die Häuschen meist als winzige WE-Häuschen, da die Salmfischerei mangels Salm eingestellt werden musste. Trotz Bau einzelner Fischtreppen werden Lachse am Oberrhein erst wieder in Einzelexemplaren gesichtet.
Weiter zieht sich der Weg entlang des Rheines, vorbei an den Fabrikgebäuden der grossen Chemiefabrik bis zum Park Solitude.
Seit 1996 beherbergt der Solitudepark ein Museum, das ganz den Werken von Jean Tinguely gewidmet ist. Am Museum angekommen, rechtsumkehrt, der Bise den Rücken gekehrt, ein Blick auf den vereisten Brunnen geworfen und auf Schleichwegen durchs Quartier, zurück nach Hause.
Im Park erfreut das Auge die Villa des Emanuel Hoffmann-Preiswerk. Wohnhaus des Fabrikgründers und späterer Direktoren. Der Park wurde von der Stadt Basel bereits 1924 erworben.
Im Hof des Waisenhauses, der Eingang ist nicht auf der Rheinseite, steht der Caritasbrunnen aus dem Jahr 1677. Die Caritas als Personifikation der werktätigen Liebe, im Arm trägt sie nicht etwa einen Haufen Schnee um damit der Nachbarn Gören zu bewerfen, nein, ein zugeschneites Kind.
Am Lindenberg steht eines der bemerkenswertesten Baudenkmäler Kleinbasels, der Hattstätterhof. Dessen Hauptgebäude wurde in ungefähr der heutigen Form 1501 vollendet und geht auf Eucharius Holzach zurück. Den heutigen Namen erhielt es von einem späteren Besitzer, dem Söldnerobristen Claus von Hattstatt, der sein Geschäft im Dienste von Schweden, Spanien, Frankreich und der Niederlande versah. Das Geschlecht der Hatstatt besass umfangreiche Güter, u.a. die Burg Hohenhattstatt im Elsass und andere auf der deutschen Seite des Rheins, Claus von Hattstatt (+1585) war aber gleichzeitig Basler Bürger.
Eine Stunde in der Stadt gewandert und wir sind kaum einer Menschenseele begegnet.





























































