
Fährt man, vom Oberengadin her kommend, das Bergell hinunter, so überschreitet man in Castasegna die Landesgrenze. Hier beginnt das Valchiavenna als natürliche Fortsetzung des schweizerischen Val Bregaglia. Nach wenigen Kilometern erreicht man Chiavenna. Chiavenna, ein alter Transitort; hier teilen sich die altrömischen Passrouten entweder über den Splügenpass oder den Septimer-Saumpfad. Beide enden an der Julier-Route. Für uns ist Chiavenna eines der schönsten Alpenstädtchen, Italianità alpin. I-23022 Chiavenna weiterlesen
Remake: Canocèi, blaue Periode

Canocèi, eines meiner ersten Internet-Rezepte. Tortelloni, gefüllt mit Kartoffelpüree, aromatisiert mit ganz wenig Zimt und viel brauner Butter. Die werden bei mir in regelmässigen Abständen angefertigt. Schliesslich koche ich nicht (nur) für den Blog, sondern auch für die lamiacucina GmbH. Und die verlangt immer wieder nach den alten, guten Köstlichkeiten. Da ich meine blaue Periode noch nicht ganz ausgelebt habe, gibts diesmal gleich zwei Füllungen, die eine mit normalen Kartoffeln (Amandine), die andere mit blauen Kartoffeln (Vitelotte). Das Rezept habe ich im Lauf des Jahres leicht geändert, drum nochmals zum Rezept Remake: Canocèi, blaue Periode weiterlesen
Rinderconsommée mit souffliertem Markknochen

Klare Rinderconsommée, darin ein Markbein, aus welchem das Mark gelöst, geschmolzen, mit mie de pain (frische, weisse Toastbrotbrösel ohne Kruste) gemischt, gewürzt und mit geschlagenem Eiweiss leicht souffliert wurde. Auf Bistro-Französich etwa: l’os à moelle soufflée. Mein definitiver Beitrag zum Bistro-event des Kochtopfs. Ich weiss, mit diesem unzeitgemässen Rezept, das so ganz und gar nicht in die Ernährungspyramide der Gesundheitsapostel passt, manövriere ich mich im Bistro-event ins Abseits. Mir hats aber geschmeckt und Spass gemacht. Frau L. hat verzichtet, „zu fett“, dabei hab ich kein Gramm Fett zugesetzt, alles Natur. Kurz: ich lasse meine Quiche Alsacienne légère ausser Konkurrenz mitlaufen und reiche mein Markbein als offiziellen Beitrag ein. Natürlich nicht mein Markbein, irgendeiner voll- oder minderjährigen Kuh ihres. zum Rezept Rinderconsommée mit souffliertem Markknochen weiterlesen
Strisce all’uccelletto

Das war vor Jahren irgendwo im Piemont als wir, aus der Toskana herkommend, in einer kleinen, bescheidenen Osteria Rast machten. Der Name der Ortschaft ist längst vergessen. Der Name der Osteria auch. Der freundliche Oste empfahl uns seine Strisce all’uccelletto. Die hingegen haben wir nicht vergessen. Seither steht dieses bescheidene Alltags-Gericht bei uns auf der häuslichen Speisekarte, nachempfunden von Frau L.. Der Name spricht für sich: uccello = Vogel, tipo all’uccelletto = tagliata a piccoli pezzetti = in kleine Streifen geschnitten. Genügend davon zubereiten, dann reichts auch für gefrässige Vögel. zum Rezept Strisce all’uccelletto weiterlesen
Gnocchi di castagne

Kastaniengnocchi aus tiefgefrorenen oder frischen Kastanien, serviert mit einer Baumnussauce. Das Rezept zum Reisebericht Soglio: Kastanien und Anderes. Das Gnocchirezept habe ich gefunden bei der Fondazione Garbald Castasegna, einer Stiftung für Kunst und Wissenschaft, ansässig im einzigen Gottfried Semper-Bau südlich der Alpen. Zu den Gnocchis ist eine Parmesan-Rahm-Bouillon-Sauce mit Petersilie vorgesehen. Mir gefällt aber die geröstete Baumnuss-Sauce von Lavaterra, die sie im Baumnuss-event des Kochtopfs zu ihren trilli vorgestellt hat, viel besser. Drum tausche ich die Sauce aus. Toskana ins Bergell. Die sollen sich gefälligst vertragen. zum Rezept Gnocchi di castagne weiterlesen
Fasan nach Jägerart
Gestern stand Fasan auf unserm Menuplan. Böse Überraschung am Morgen, der Fasan war weg. Kühlschrank leergeräumt. Die Überwachungskamera im Hausgang hat den Täter in flagranti fotografisch festgehalten. Leider nur fotografisch. Mit grünem Hütchen. Danach verlor sich aber jede Spur. Tut mir leid. Das hier vorgesehene Rezept für Fasan fällt deshalb aus. Tröstlich, dass heute in BollisKitchen Fasan auf dem Menuplan steht. Zufälle.
Quittenpaste streng nach Reinheitsgebot

Der tag Weihnachtsgebäck ist irreführend. Hier wird nichts gebacken. Quittenpüree wird gekocht und gerührt bis weiche, fruchtige Quittenpaste entsteht. Paste. Hat jemand was von Gummibärchen gesagt ?. Das Quittenbrot von Ilka, der Quittenkönigin des Jahres, hat mich angeregt, den von uns sonst bei Sprüngli in Zürich zugekauften Quittenkonfekt wieder einmal selbst herzustellen. Ich mach ihn zum ersten Mal. Nach Frau L.’s Anweisungen und Rezept, mit der strikten Auflage, ihr Quittenreinheitsgebot (Quitte, Wasser, Zucker) nicht zu übertreten. Dabei wären Zimt und Ingwer schon bereit gelegen. Erst nach Ablegung eines entsprechenden Gelübdes übergab Sie mir das Rezept Quittenpaste streng nach Reinheitsgebot weiterlesen
In 80 Tagen !
Während andere in dieser Zeit um die Welt reisen, werde ich mich in dieser Zeitspanne abrackern, aus frischen Oliven etwas essbares zu machen. Beim Italiener gabs diese frischen grünen Jumbo-Oliven, ich konnte nicht widerstehen, sah schon das frische Olivengemüse als Beilage zu Fisch. Eine probiert: Grauenhaft bitter. Ungeniessbar. Als Freund alles Bitteren vertrage ich zwar einiges. Aber das war dann doch zuviel. Im Internet hätte man das ja alles nachlesen können. Vorher. Das Netz liefert wenigstens im Nachhinein ein Rezept: Einlegen und Kochen mit Aetznatron (Gefahrenklasse 8). Nein doch lieber nicht. Tagelange Versuche mit dem milderen Backpulver. Bitter bleibt bitter.
Neue Suche, neuer Lichtblick: Aufkochen mit 10% Kochsalz, 40 Tage stehen lassen. Erneut aufkochen mit 8%iger Kochsalzlösung. Erneut 40 Tage warten. Aha, da wird offenbar mit Hilfe der Osmose die Bitterkeit rausgezogen. Schauen, ob wir die misshandelten Früchte noch retten können. Auf Wiedersehen in 80 Tagen !
Weight Watchers oder der Krampf um Kalorien
Rund ein Drittel der Schweizer Bevölkerung ist übergewichtig. Das renommierteste Gewichts-Abnahmeunternehmen der Welt, Weight Watchers, vertreibt seine Produkte und sein Konzept in der Schweiz zusammen mit COOP unter dem Label COOP Weight Watchers: „wenig(er) Kalorien und Anleitung, wie Sie Ihre Ernährung langfristig umstellen können und so zu Wohlbefinden und Ihrem Wunschgewicht finden“.
Ich habe am 3.11.07 in Basel (aufgrund einer Meldung in der NZZ) folgende Deklarationen und Preise erhoben:
| Produkt |
COOP Weight-Watcher Erdnüsse |
COOP Pittjes Erdnüsse |
Migros Party Erdnüsse |
| Herstellung | ohne Salz und ohne Fett geröstet | gesalzen, mit Fett geröstet | gesalzen, mit Fett geröstet |
| deklarierter Energie-inhalt |
2510 kJ !!! |
2493 kJ |
2480 kJ |
| Preis pro 100 g | Fr. 2.60 | Fr. 1.80 | Fr. 1.60 |
Weniger Kalorien ???? Was man sich mit den ungesalzenen Weight Watchers Erdnüssen im Vergleich zur fetten, gesalzenen Erdnusskonkurrenz zuviel anfrisst und antut (30 kJ/100g) muss mit etwa 13 Minuten Staub saugen wieder abgebüsst werden. Toll. Da verzichte ich lieber ganz auf Erdnüsse und spare mir damit 18 Stunden Staub saugen.
CH-7610 Soglio: Kastanien und Anderes
Alt und bequem, wie wir geworden sind, beginnen wir unsere Wanderung in Borgonovo, einem hübschen Strassendorf mit Häusern aus dem 17. und 18. Jhdt., laufen entlang der Via Bregaglia über Coltura bis Promontogno und nehmen dort das Postauto bis Soglio. Soglio liegt auf einer Sonnenterrasse mit wundervollem Ausblick auf die Bergeller Alpen. Das Dorf, bestehend aus vielen kleinbäuerlichen Häuslein, Ziegen- und Kuhställen und den fünf im 16. und 17. Jhdt durch die einflussreiche Dynastie der Familie von Salis-Soglio erbauten Palazzi. Im Bild der Palazzo Salis (Casa Battista), heute ein gepflegter Albergo mit schönem Garten. CH-7610 Soglio: Kastanien und Anderes weiterlesen
Sauerkrautgratin für Zahnlose
Definitiv kein Gourmetgericht. Aber einfach zuzubereiten. Ein Gratin bestehend aus Sauerkraut, Schinkenwürfeln und Kartoffelpüree. Einst kreiert für eine nette, aber etwas zahnarme Tante. Und seither bei uns immer wieder mal zubereitet, obwohl die Tante längst verstorben ist. So schlecht kann er also doch nicht sein, der Gratin. Sauerkrautgratin für Zahnlose weiterlesen
Taglierini al paté di olive

Einfaches, aber unglaublich gutes Pastagericht. In Rosmarinöl geschwenkte Taglierini mit frisch gemachter Olivenpaste. Sowas können nur die Italiener erfinden. Letzte Woche im Ristorante Malakoff in Bellinzona gegessen. Signora Rita Fuso, Kompliment ! Und sofort von mir nachgekocht. zum Rezept Taglierini al paté di olive weiterlesen

