CH-8253 Diessenhofen: am Hochrhein

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Hauptstrasse mit Zeitglockenturm (1545)

Gute 20 Fussminuten oberhalb der ehemaligen Klosteranlage Paradies, Nähe Schaffhausen, liegt Diessenhofen am Hochrhein.
In Zeiten des Rhein-Iller-Donau-Limes stand hier auf dem Sporn der Burg Unterhof ein römischer Wachturm. Als Nachfolger der abziehenden römischen Truppen besiedelten Alemannen die Gegend. Im Jahr 757 gelangte die Siedlung als Schenkung in Besitz des Klosters St. Gallen. Graf Hartmann III. von Kyburg erhob den Ort 1178 zur Stadt, die er Truchsessen zur Verwaltung übergab.

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Burg Unterhof, Sitz der Ministerialen von Kyburgern und Habsburgern
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Burg Unterhof und Schifflände von der deutschen Rheinseite aus gesehen
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Bannerherr (mit blauem Auge ?) und dem (Kyburger) Stadt-Wappen.

Verglichen mit Schaffhausen und Stein am Rhein blieb Diessenhofen aber immer ein bescheidener Marktort. Die Stadt diente den Machthabern vor allem zur Sicherung ihrer Besitzungen beidseits des Rheines und genoss deshalb wenig Freiheiten. Das Gewerbe deckte wohl die einfachsten Bedürfnisse der Stadt und ihres kleinen Marktgebiets, war aber zahlenmässig zu klein, um sich in Zünften zu organisieren. Die Bevölkerung lebte von Landwirtschaft und Fischerei. Die Stadt bezog ihre Einnahmen aus der Besteuerung des Salzhandels, Brücken- und Durchgangszöllen. 1264 gingen mit dem Aussterben der Kyburger deren Besitzungen an Habsburg über, die damit ihre Vorlande hübsch arrondieren konnten.

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Stadtsicht von der deutschen Seite her
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Oberes Amtshaus und Blick auf deutschen Badestrand

Seit 1292 führt eine Holzbrücke über den Rhein, die 1814 überdacht wurde. Nach einem Grossbrand 1371 wurde das meist aus Holzhäusern bestehende Städtchen neu aufgebaut. Grosszügig erliessen die Habsburger für ein paar Jahre die Steuern. Nach den militärischen Niederlagen gegen die Eidgenossen verloren die Habsburger allmählich ihren Einfluss. Den Bürgern gelang es, ihre Rechte auszuweiten. Ab 1415 wurde Diessenhofen reichsfrei. Bei der Eroberung des Thurgaus durch die Eidgenossen, 1460, wurde das Städtchen belagert und eingenommen, durfte jedoch seine Stadt- und Zollrechte weitgehend behalten.

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Wohnhaus Oberhof
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Rathaus (1760)

In der Zeit der Helvetischen Republik wurde der Bezirk Diessenhofen 1798 dem Kanton Schaffhausen angegliedert. Zwei Jahre später kam der Bezirk dann definitiv zum Kanton Thurgau. Um 1830 setzte die Industrialisierung mit den ersten Stofffärbereien und -druckereien sowie zwei Ziegelfabriken ein.

Direkt am Rhein findet sich ein ehemaliger Verteidigungsturm aus dem Jahre 1391. Ab 1616 als Gefängnis, im 19. Jahrhundert von einer Stoffärberei zum Aufhängen und Trocknen von Textilien  genutzt.

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Hänkiturm

Zwischen Diessenhofen und Schaffhausen liegen die im 13. Jahrhundert gegründeten Klosteranlagen St. Katharinental und Paradies, die bis zu ihrer Aufhebung im 19. Jahrhundert von Frauenkonventen besetzt waren. Nachdem das Kloster Katharinental die existenzgefährdenden Wirrungen des Reformationszeitalters überstanden hatte, erlebte es unter der Priorin Josepha Dominica von Rottenberg eine neue Blütezeit. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts ließ die Priorin durch Vorarlberger Baumeister anstelle des alten Klosters die heutige barocke Klosteranlage errichten; Sie gilt als ein bedeutendes Beispiel des süddeutschen Barocks.

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Klosterkirche St. Katharinental
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In der Cafeteria der Anstalt gibts Automatenkaffe und schöne Aussicht
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Eingangsportal der barocken Klosteranlage
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Auch an Schatten haben die Barock-Architeken gedacht

Gleich gegenüber, auf der deutschen Seite thront das Schlösschen Rheinburg, eine 1866 im Stil der Neo-Renaissance erbaute Privatvilla eines Schaffhauser Unternehmers. Nach einer wechselvollen Geschichte als vegetarische Kolonie, Erziehungsanstalt für Töchter aus höheren Ständen, Klinik, Sanatorium, Unterkunft für Kriegsevakuierte, Kinderheim, Kibbuz für Überlebende des deutschen Albtraums und letztlich als neurologische Klinik, wurde die baufällige Anlage durch die deutsche Unternehmerfamilie Gross erworben und mustergültig renoviert. Ehemalige Rebberge unterhalb des Landgutes wieder angepflanzt und in 20-Jähriger Aufbauarbeit hervorragende Weine gekeltert, an die ich mich heute noch mit Vergnügen erinnere. 2003 wurde das Weingut an den Markgrafen von Baden verpachtet, der die Gailinger Weine separat ausbauen lässt. Da ich mich seither vermehrt den Schweizer Weinen zugewandt habe, ist der Draht zu den Gailinger Weinen leider abgerissen.

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Klostergarten am Rhein und Blick auf die Rheinburg in Gailingen (D)
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passt genau ! Bei hohem Wasserstand muss umgestiegen werden

Quellen:
wiki Diessenhofen
wiki St. Katharinental

Himbeersenf: Die deutsche Versuchung

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Süsse Senfsorten lassen mir Durchschnittsschweizer normalerweise die Haare sträuben. Kürzlich kam ich in einem Kochkurs in Lucas Rosenblatts Werkstatt in Genuss von Pulpo-Lollipops mit Himbeersenf. Ei, schmeckte das gut ! Ich habe den Senf mit reduziertem Zuckergehalt zuhause nachgekocht. Nicht mit Pulpo, den isst hier ausser mir niemand: mit fein aufgeschnittenen Scheiben von kaltem (gekauftem) Roastbeefaufschnitt. Dabei habe ich alle Bemerkungen von Frau L. zu süssem Senf und blutigem Fleisch tapfer schweigend hinuntergeschluckt. Und wer verlangte Nachschlag ?

Zutaten
für 2 Portionen

15 g Senfpulver (gelbe Senfsaat, frisch gemahlen und gesiebt oder Coleman’s Mustard powder)
50 g Pommerysenf (Körnersenf)
1 kleine Prise Kardamompulver
3 dünne Scheiben Ingwer frisch
30 g Himbeeressig
30 g Honig
100 g Himbeeren

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Zubereitung
(1) Honig mit den Himbeeren, Gewürzen und der Hälfte des Essigs ca. 5 Minuten leise kochen lassen, bis die Himbeeren zu Mus zerfallen sind.
(2) Senfmehl mit dem restlichen Essig verrühren, zum Himbeer-Essigmus geben und je nach gewünschter Schärfe 2-3 Minuten bei milder Hitze weiterköcheln.
(3) Etwas abkühlen,  den Körnersenf zugeben, mit dem Stabmixer kurz durchmixen und durch ein Sieb streichen.
(4) mit Salz und ggf. Himbeeressig abschmecken.

Je länger frisch gemahlenes Senfpulver mitkocht, desto milder wird der Senf (Die Schärfe verursachenden Senfölglykoside zersetzen sich). Eine Art Schnellreifung, so dass der Senf ohne zusätzliche Lagerung sofort verwendet werden kann. Im Kühlschrank aufbewahren.

Frau L. befand, solch blutrünstige Bilder wie das folgende, dürfe ich Salat essenden Mädchen nicht vorsetzen. Also Augen zu und wegklicken ! Und ich musste Tage später alles ein zweites Mal kochen. Ohne dass das Bild wesentlich anders geworden wäre. Siehe Bild 1.

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Bild aus dem Ausschuss bzw. outtake, wie das heute heisst

Errötete Zucchini-Feta-Burger

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Und ich habe es geahnt. Noch ist nicht fertig mit Zucchetti. Wer wohl den längeren Atem hat ? Heute mit Zucchini-Feta-Burgern, die ich in einer Rote Bete-Panko-Panade paniert habe. Ich hoffte, dass das giftige Pink der Panade die Zucchini erschrecken und zu einer vorzeitigen Einstellung des Wachstums veranlassen würde. Doch der Teller schmeckte wohl viel zu appetitlich, als dass sich die grünen Gesellen von fleischigem Aussehen schrecken liessen.

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Rote Bete-Panko-Brösel-Mischung beim Trocknen im Ofen. Schmeckt gut !

Zutaten
für die Rote Bete-Panko-Brösel:
100 g Panko
1-2 dl Biotta Randensaft
Prise Salz

für die Zucchini-Burger:
total 700 g kleine Zucchini, davon das Zucchini-Innere, ca. 400 g
20 g Couscous
1 Elf. Salz
40 g Brotbrösel, selbstgemacht
1 Frühlingszwiebel, fein gehackt
80 g Fetakäse
3 Elf. Petersilie, glatt, fein gehackt
ca. 1 Tlf. Mekeleischagewürz, für die äthiopische Vier-Gewürzmischung fülle ich folgende Zutaten in eine Gewürzmühle: gleiche Teile Bockshornklee, Kreuzkümmel, Fenchel und Ajowansamen (Ajowan gibts bei I. Holland)

zum Panieren:
1 Ei, verkleppert
Mehl

für den Zucchinikaviar:
ca. 250 g der obigen Zucchini, der grüne, äussere Anteil
2 Elf. Olivenöl mit Zitrone
2 Elf. weisser Balsamessig (Gölles)
Salz, Koriander gemahlen, weisser Pfeffer

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Zucchini Burger unpaniert

Zubereitung:
für die Rote Beten-Panko-Brösel:
(1) Panko mit soviel Randensaft tränken, das dieser eben aufgenommen wird und die Brösel gleichmässig rot sind. Salzen. Auf ein beschichtetes Kuchenblech ausbreiten und bei 110°C Umluft ca. 1-2 Stunden trocknen. Die Masse gelegentlich zerhacken und wenden. Die Masse, sobald sie trocken ist, in einer Mandelmühle mahlen und nochmals kurz nachtrocknen. Trocken aufbewahren.

für die Zucchini-Burger:
(2) Zucchini waschen und auf der Mandoline die äussere, grüne Schicht zu Julienne abhobeln (reservieren für den Zucchinikaviar). Das weisse, Innere, auf der Röstiraffel hobeln, mit dem Salz mischen und 30 Minuten Wasser ziehen lassen. In einem Vliestuch gut ausdrücken. Die Zucchiniraspel mit Couscous, Bröseln und den restlichen Zutaten mischen. Würzen. 20 Minuten ziehen lassen. Dann 50 g schwere Burger formen.

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Fleischpflanzerl ?

(3) Burger im Mehl wenden, durchs Ei ziehen und mit den roten Pankobröseln panieren. In Olivenöl langsam bei niedriger Hitze (werden rasch dunkel) allseitig anbraten.

für den Zucchinikaviar:
(4) Die Zucchini-Julienne in quadratische Würfelchen schneiden, gut salzen und 30 Minuten stehen lassen. In ein Vliestuch geben und das Wasser auspressen. Die Würfelchen mit wenig Zitronenöl und Essig anrühren und würzen.

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ergibt 10 Burger

finish:
Zucchinikaviar (im Prinzip ein feingewürfelter Salat) in einem Metallring flach auf die Teller verteilen. Burger drauf. Fertig. Nein, die Burger brauchen nicht zu erröten. Kein Grund, sich zu schämen.

Zitat aus dem Buch Eiholz, Eine Kindheit im Zentrum der Welt, Otto Scherrer, Limmatverlag, 2005, Erinnerungen aus den 40-er Jahren aus einer vergangenen, bäuerlichen Umwelt:
„Mit 40 cm langen Zucchetti war kein Geschäft mehr zu machen…. Wir mussten sie selber essen. Wir verabscheuten das gewürfelte, verkochte Zeug, das aus diesen Gewaltsdingern produziert wurde, wie kaum etwas anderes. Es musste weggeputzt werden. Brechreiz hin oder her“.

CH-8500 Frauenfeld: Hip-hop, Energiewende, Kunst und Häuser

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Kühlturm der Thurgoil ?

Nein, wir waren nicht am Frauenfelder hip-hop-open-air-festival. Viel mehr als hippiges Gehoppe interessierten mich die Bemühungen der Schweiz, die Energiewende doch noch zu schaffen. Angekündigt war die Energiewende nach Fukushima von den Damen im Bundesrat ja sehr schnell. Mit der Umsetzung scheint es jedoch 2 Jahre später zu harzen. In Warth, gleich hinter Frauenfeld, versucht man das Problem mit einem Turm aus Holzscheiten zu lösen. Der wurde im Auftrag des Thurgauer Kunstmuseums vom japanischen Künstler Tadashi Kawamata aus Oil of Thurgau (Thurgauer Holzscheiter, D: Scheite) kunstvoll hoch geschichtet.

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würde meinen Energiebedarf im Jura für die nächsten zehn Jahre decken

Daselbst assen wir zu Mittag. Eingekesselt von lauter Assekuranzvertretern der Basler Versicherung, die hier an einer Tagung der Versicherungsvertreter zwei Tage Ferien vom Vertreten machten. Bei Wasser. Ganz im Gegensatz zu uns, die wir uns ein halbes Fläschchen Wein gönnten. Danach noch ein paar Schrittchen durch den Rosengarten an den ehemaligen Klausen der Kartäusermönche vorbei. Siehe auch meinen früheren Bericht über das Kloster Warth.

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Kloster Warth, jedem Mönch sein Häuschen
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Fischweiher und Rebberg des Klosters

Nach dem essen ins nahegelegene Frauenfeld, der Hauptstadt des Thurgau, erbaut auf „unserer lieben Frau [Maria]“ geweihter Flur. Hier in einer Ansicht aus „Gemeiner loblicher Eydgnoschafft Stetten, Landen und Voelckeren, Chronick wirdiger thaaten Beschreybung“ (Stumpfsche Chronik, aus wiki). Heute sieht die „geweihte Flur“ jedoch eher „entweiht“ aus:  Bild NZZ

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Frauenfeld, Holzschnitt aus der Stumpfschen Chronik, 1547/48

Die Siedlung „frowinfelt“ entstand im zweiten Drittel des 13. Jahrhunderts in unmittelbarer Nachbarschaft zum Jahrzehnte zuvor erbauten Turm des Frauenfelder Schlosses. Ab 1286 ist Frauenfeld als Stadt bezeugt, die damals unter habsburgischer Landesherrschaft stand.

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Schloss Frauenfeld, so sah es schon vor  beinahe 500 Jahren aus

Während einer kurzen Periode der Reichsunmittelbarkeit des Thurgaus zwischen 1415 und 1442 stand Frauenfeld unter der Schirmherrschaft eines Reichslandvogts, danach gehörte es bis 1460 zu Österreich. 1460 wurde die Landgrafschaft Thurgau von den sieben eidgenössischen Orten Zürich, Luzern, Uri, Schwyz, Unterwalden, Zug und Glarus erobert und als „gemeine Herrschaft“ verwaltet. Ab 1504 residierte der von den Eidgenossen gewählte Thurgauer Landvogt in Frauenfeld.

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Katholische Stadtkirche St. Nikolaus, Frauenfeld

Frauenfeld trat bis 1531 überwiegend zum reformierten Bekenntnis über. Ab 1720 wurden die Katholiken nicht mehr in städtischen Ämtern geduldet. Pfarrkirche der Stadt Frauenfeld war ursprünglich die Laurentiuskirche in Oberkirch. In der Stadt gab es nur die bei dem Stadtbrand 1771 abgebrannte St. Nikolauskapelle. Die heutige Kirche wurde 1904–06 erbaut und bestimmt mit neo-barockem Pomp die heutige Stadtsilhouette.

Von der eidgenössischen Tagsatzung genehmigt, der Thurgau war ja gemeine Herrschaft, wurde 1641 an der jetzigen Stelle die evangelische Kirche erbaut. Das Kirchenschiff und der obere Teil des Turmes wurden wegen Baufälligkeit 1927 abgebrochen und durch einen im Bauhaus-stil gehaltenen, langweiligen Neubau ersetzt. Das rot leuchtende Chorfenster stammt von unserem Lieblingsmaler, Augusto Giacometti (1877 – 1947) und zeigt den Weg Christi von der Geburt bis zur Erhöhung.

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Kirchenfenster Augusto Giacometti

Seit 1712 wurden in Frauenfeld mehrmals Tagsatzungen abgehalten (in regelmässigem Wechsel mit Baden), von 1742 bis 1797 tagten die Eidgenossen schliesslich ständig hier.
In den Jahren 1771 und 1788 wurde die Stadt von verheerenden Feuerbrünsten heimgesucht, bei denen die meisten alten Häuser zerstört wurden. Das heutige Stadtbild wird daher durch spätbarocke und klassizistische Repräsentationsbauten geprägt, die teils durch die an den Tagsatzungen teilnehmenden Stände erbaut wurden  (Luzerner Haus, Berner Haus).

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Haus zum Schwert
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Berner Haus (zur Gedult)
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Luzernerhaus
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Noch mehr Autos als in der Altstadt gibts vor dem Postamt zu sehen

Zucchini total: mein Kampf wider die gelbe Gefahr

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Zucchini auf drei Arten

Anfangs kämpften sie mit der Kälte, wollten nicht mehr wachsen. Dann waren eines Tages die wenigen Blätter von Hagel zerfetzt. Mit der Hitze der letzten Tage sind sie nun erwacht: meine Zucchetti(ini). Doch diesmal hab ich euch erwischt. Klein, teils noch mit Blüten. 10 Stück (600 g) auf einmal. Weg damit.

Zucchini auf dreierlei Art

als Zucchinipesto, Zucchinikaviar und gebratene Zucchinischeibchen. Drei Texturen. Drei Geschmäcker. Serviert mit Minze-Basilikum-Orangen-Taboulé.

Zutaten
Hauptmahlzeit für 2 Personen

für das Taboulé:
150 g Bulgur (oder couscous)
1 dl Orangensaft (aus der Flasche)
1/3 Tlf. roter Pfeffer geschrotet
Salz
2-3 Elf. weisser Balsamessig (Gölles)
2-3 Elf. Orangenöl (Olivenöl mit Orangen gepresst)
etwas Zitronensaft
10 Pfefferminzblätter
10 Basilikumblätter

für den Zucchinikaviar:
150 g mit der Mandoline gut zündholzdick geschnittene Zucchinistreifen vom äusseren (grünen) Teil
Salz
weisser Pfeffer
1 Elf. Olivenöl
1 Elf. weisser Balsamessig

für den Zucchinipesto:
250 g Abschnitte vom innern (weissen Teil) der Zucchini
eine Handvoll Basilikumblättchen
25 g Pinienkerne
1 grosse Knoblauchzehe
30 g Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer
ca. 70 ml Olivenöl extra

für die gebratenen Zucchini:
5 der kleinsten Zucchini quer in Scheiben geschnitten
Salz
weisser Pfeffer
Olivenöl

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Orangen-Minze-Basilikum-Taboulé, vor dem Dämpfen

Zubereitung
für das Taboulé:
(1) Bulgur in reichlich Wasser ca. 10 Minuten einweichen. Wasser abgiessen. Bulgur mit dem Orangensaft versetzen und nochmals 10 Minuten quellen lassen. Dämpfeinsatz in einen Topf mit etwa 2 dl kochendem Wasser stellen und den Einsatz mit einem Vliestuch auskleiden. Bulgur samt Orangensaft auf das Tuch schütten, Deckel drauf und ca. 10 Minuten dämpfen.
(2) Den gegarten, lockeren Bulgur entnehmen und mit dem Öl und Essig mischen. Würzen mit Salz und Zitronensaft. 10 Minuten vor dem Servieren die gehackten Kräuter unterziehen.

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Zucchinikaviar

für den Zucchinikaviar:
(3) Die Zucchini-Julienne in quadratische Würfelchen schneiden, gut salzen und 30 Minuten stehen lassen. In ein Vliestuch geben und das Wasser auspressen. Die Würfelchen mit wenig Öl und Essig anrühren und würzen.

für den Zucchinipesto:
(4) Die Zucchiniabschnitte in 2 cm grosse Würfel schneiden, gut salzen und 30 Minuten stehen lassen. Mit Küchenpapier trocknen und in heissem Olivenöl allseitig anbraten. Vollständig abkühlen lassen.
(5) Pinienkerne ohne Fett anrösten.
(6) Zucchini, Knoblauchzehe, Basilikumblättcher, Pinienkerne, Pfeffer und etwas Meersalz in den Mixbecher geben. Das Olivenöl auf langsamer Stufe untermixen. Den Käse zum Schluss untermixen. Abschmecken. Mit wenig Olivenöl überdecken. Im Kühlschrank lagern.

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Zucchini und Blüten gebraten

für die gebratenen Zucchini:
(7) Zucchinischeiben einsalzen, 30 Minuten stehen lassen. Mit Küchenpapier trocknen und in in heissem Olivenöl beidseitig anbraten. Salzen, pfeffern. Die verwertbaren Blüten hacken und kurz mitgehen lassen.

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im Urwalddunkel lauert ewig dräuend die gelbe Gefahr

Die Zeit wird zeigen, ob der Gegner endgültig besiegt darniederliegt oder ob er sich von diesem dreifachen Schlag je wieder erholen wird.

Spaghetti mit Oliven und Ricotta salata

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Bei Temperaturen über 30°C wird hier kaum mehr gekocht, und wenn doch, dann muss es einfach gehen: Spaghetti kochen, abgiessen und mit Zutaten mischen. Fertig.  Die Idee hiezu hab ich im letzten Konsumblättchen gefunden. Drei Voraussetzungen sollten jedoch dazu erfüllt sein:

1) die Hitze darf nicht so hoch sein, dass an das Kochen von Spaghettiwasser nicht zu denken ist.
2) gute Taggiasca-Oliven, meine waren von Nicolò Polla, eingelegt in gutem Olivenöl.
3) die selbstgemachte Ricotta salata, Damit muss etwa 2 Wochen vorher begonnen werden. Sonst halt Parmesan verwenden.

Zutaten

für 2 Portionen

250 g Spaghetti
1/2 Bund glatte Petersilie, klein geschnitten
1/2 Bund Basilikum, zerzupft (im Original: Petersilie)
50 g Taggiasca Oliven, entkernt, in Olivenöl, grob gehackt
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1/2 Biozitrone, Rinde gerieben und Saft
4 Elf. Olivenöl (aus dem Olivenglas)
Salz fürs Kochwasser, Pfeffer

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Zubereitung
Die gekochten Spaghetti mit den Zutaten vermischen. Mit Ricotta salata bestreuen.

Die Ricotta salata hab ich aus 300 g käuflicher Ricotta selber gemacht: Den Schritt, die Ricotta auch noch selber zu machen, spare ich mir. Mein Warenhaus um die Ecke hat den besten, den man in der Schweiz kaufen kann. Im Netz sind genügend Anleitungen zu finden, wie man aus Milch und Zitronensaft oder Calciumlactat oder Lab Ricotta herstellt.

Spaghetti alle Olive 2013 07 24_1148

(1) Ricotta aus der Packung nehmen und in ein weisses Passiertuch aus Vlies legen. Mit ein paar Lagen Küchenpapier umwickeln und gut ausdrücken. Ich lege den Packen über Nacht in den Kühlschrank und wechsle das nassgewordene Küchenpapier ein- bis zweimal am Abend und frühmorgens. So verliert die Ricotta bis zu einem Drittel des Gewichts.
(2) Die Ricotta mit Hilfe einer Gabel zerdrücken und mit 1-2 Tlf. Fleur de sel mischen (gut salzen, aber nicht versalzen) und nochmals während dreier Tage mit Küchenpapier auf dieselbe Weise weiter trocknen.
(3) Die brösetrockene Ricotta in eine mit Küchenfolie ausgelegte Darioleform pressen, herausnehmen und in einem Stück frischem Vliestuch offen im Kühlschrank ein paar Tage weiter reifen lassen.

Danach hat man ein würziges Zigerstöckli, das man über Pasta reiben kann.

CH-5643 Sins: Hitzetag

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Zugersee, zwischen Arth und Walchwil

In unserer Dachklause war und ist es unerträglich heiss. Also flügelten wir im geflügelten Automobil luftgekühlt an den Zugersee aus. In den Sternen in Walchwil. Frau L. verträgt weder Hitze noch friert sie gern, konnte sich nicht entscheiden, ob sie im Hause oder draussen sitzen will. „Gut“ sagte ich ihr, „dann machen wir einmal, was ich will“ 😉 und bat sie an einen Platz unter schattigen Kastanien direkt am See.

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Flügeltürenflitzer [Symbolbild]

Hier ass es sich angenehm, wie in den Ferien. Die Familie Weder pflegt hier noch die alte Schule der Gastlichkeit, von der mancher Jungkoch noch etwas lernen könnte.

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Hinten der Innerschweizer Aetna, die Rigi
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Rartaouillesalat auf Auberginenkaviar, Peperoniterrinen und Mozzarella.
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Kartoffelrosen, von der Sonne geküsst

Wer wieder nach Basel will, muss irgendwo über die Reuss. Da es über die Reuss nicht allzuviele Stege gibt, kreuzen sich manche Wege in Sins. Der Ortsname Sins stamme vom gallo-römischen Sentias und bedeute «bei den Wegen», weiss wiki. Sins war schon in früheren Jahrhunderten ein wichtiger Brückenort; noch heute steht hier eine der bedeutendsten, gedeckten Holzbrücken. 1640-41 von Zug erbaut. Gegen Widerstand der Stadt Luzern, die in Gisikon eine eigene Brücke besass und ihre Zolleinnahmen gefährdet sah.

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Sinser Reussbrücke (Aufnahme April 2013)
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100 Meter nebenan können Eilige über eine moderne Betonbrücke fahren

Um 1230 gründeten die Habsburger nordwestlich des heutigen Ortes Sins das Städtchen Meienberg. Dieses befestigte Städtchen (noch heute ist ein von Schafen beweideter Mauergraben zu sehen) wurde 1386 nach der Schlacht bei Sempach von den Eidgenossen geplündert und völlig niedergebrannt. Meienberg konnte sich mangels wirtschaftlicher Kraft nie mehr von diesem Schlag erholen und sank zu einem Weiler herab, blieb aber Gerichtsort. Das wirtschaftliche und politische Zentrum der Gemeinde verlagerte sich an die Reuss hinunter. Hier gab es seit Mitte des 13. Jahrhunderts eine Fähre über den Fluss. 1415 eroberte Luzern das Amt Meienberg, musste es aber 1425 an den gemeinsamen Besitz der Eidgenossen zurückgeben. Aus den eroberten Gebieten wurden die Freien Ämter gebildet, eine Gemeine Herrschaft. „Neu-Meienberg“ wurde erst später zu Sins umgetauft.

Das aus dem Mittelalter stammende Amtshaus im Weiler Meienberg wurde 1575 wieder aufgebaut:

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Amtshaus Meienberg

Die Transkription gotischer Kursiven habe ich auch beim dritten Anlauf nicht geschafft. Die modernen Einfamilienhäuser, die den alten Dorfplatz rekonstruieren sollen, störten mich beim Übersetzen. Vielleicht wars auch die Hitze oder der Ligornetto.

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Während des Zweiten Villmergerkriegs, einem der unseligen Religionskriege, kam es im Juli 1712 zu einem Gefecht rund um die Brücke und die Pfarrkirche. Den katholischen Innerschweizern gelang es um den Preis von 500 Toten, die reformierten Berner zu vertreiben.  5 Tage später gewannen die Berner jedoch die entscheidende Schlacht in Villmergen. 1847 im Sonderbundskrieg zerstörten die Zuger „ihre“ Brücke zur Hälfte, um den Vormarsch von Dufours Truppen zu stoppen. mussten dann 2 Wochen später trotzdem kapitulieren.

Etwas nördlich des modernen Dorfzentrums von Sins befindet sich auf einer erhöhten Geländestufe der frühere Kirchenbezirk. Erhalten geblieben sind die barocke Pfarrkirche Maria Geburt (1748) und das im Jahr 1726 errichtete Gemeindehaus, das bis 1953 als Pfarrhaus diente.

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Quelle:
wiki

Pfirsich-Rucola-Salat mit Parmesan

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Bislang habe ich diese Kategorie Salate etwas verächtlich unter „Mädchensalate“ abgehakt.  Immer diese alten Männer und ihre Vorurteile. Bis ich ihn, inspiriert durch ein Rezept von Lucas Rosenblatt, einmal selber zubereitet habe. Die pfeffrige, zitronensaure Frische mit dem würzigen Hintergrund hat uns derart gut gefallen, dass der Salat inzwischen zu unserem Standardsommerrepertoire gehört. „Mädchen“ wissen es eben besser.

Zutaten
Vorspeise für 4 Personen
4 reife, weisse Pfirsiche, ode 6 Tellerpfirsiche
3 Elf. Zitronensaft
1 Prise Fleur de Sel

100 g Rucola
Parmesan

Sauce:
1/2 Tlf. rosa Pfeffer
1/2 Tlf. Koriandersamen
10 Körner Telly-Cherry Pfeffer (L.: schwarzer Sarawakpfeffer)
10 Körner weisser Sarawak Pfeffer
3 Zimtblüten
15 g Zucker
1 dl trockener Riesling
3 Elf. Orangenöl
4 Elf. weisser Balsamessig Gölles
1 Tlf. Fleur de Sel

Pfirsich-Rucola-Salat 2013 07 24_1128

Zubereitung
(1) Pfirsiche auf der dem Stielansatz gegenüberliegenden Seite kreuzweise einritzen und dann max. 20 Sekunden in kochendes Wasser tauchen. Mit kaltem Wasser abschrecken und die Haut abziehen. In Spalten schneiden und mit dem Zitronensaft und einer kleinen Prise Salz mischen.
(2) Alle Gewürzkörner im Mörser zerdrücken. Zucker hell karamellisieren, vom Feuer ziehen, das Gewürzpulver zugeben und im geschmolzenen Zucker kurz glacieren. Mit dem Wein ablöschen (spritzt) und bei kleiner Hitze köcheln, bis sich der Karamell aufgelöst hat.
(3) Essig und Orangenöl mischen, mit dem grössten Teil der Gewürz-Karamell-lösung und Salz abschmecken und noch lauwarm mit den Pfirsichspalten mischen.
(4) Kurz vor dem servieren den Rucolasalat und die Parmesanspäne untermischen.

Rote Grütze mit Lorbeereis

Rote Grütze und Lorbeereis 2013 07 17_1040

Rote Grütze – Rødgrød. Die norddeutsche & skandinavische Beerenspeise. Etwas, das die Schweizer für einmal nicht erfunden haben. Wie bei allen Klassikern gibt es von diesem Gericht unzählige Rezeptvariationen, die meisten sind uns entweder zu süss, die Früchte zermanscht oder zu Konfitüre verkocht, mit Wasser gekocht, mit Fruchtsaft statt mit Früchten hergestellt, milchig-trübe, mit Puddingpulver aus Bielefeld oder mit Eischnee angerührt, mit Stärkemengen, die für ein festes Fruchtbonbon ausreichen. Kurz: nichts für uns. Bei einer kurzen Blog-Internetrecherche bleibt für uns nur wenig Gutes in den ersten 5 google Seiten hängen, wie z.B. dieses hier aus Bremen, das hier aus Hamburg oder jenes aus einem Hamburger Verlagshaus.

Diese erschreckende gastronomische Leere in google 😉 ruft geradezu danach, dass wir „Südländer“ die Sache selbst in die Hand nehmen und uns, unbelastet von nordischen Traditionen -auch wenn das vermessen klingen mag-, eine rote Grütze nach eigenem Gusto kochen. Früchte in Fruchtsaft gekocht, abfiltriert und das klare Dekokt mit frischen Früchten versetzt. Mehr Frucht geht nicht.

Rote Grütze 2013 07 16_1020
Rote Grütze nature

Zutaten
900 g frische, rote und blaue Beeren, wozu ist denn jetzt Beerenzeit ?  (z.B. Himbeeren, Johannisbeeren rot, Cassisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Kirschen, evtl. Erdbeeren). Davon 100 g für die Deko beiseitestellen.
250 ml Fruchtsaft [Rosenblatt: Apfelsaft; Lamiacucina: Cassis]
75 g Zucker (süsse Beeren brauchen weniger Zucker)
1 Elf. Hibiskusblüten [nur wenn Apfelsaft als Fruchtsaft verwendet wird]
Saft einer halben Zitrone
15 g Weizenstärke
20 ml roter Portwein

Zubereitung
(1) 400 g der weniger schönen Beeren für den Beerenfond mit Zucker und Zitronensaft verrühren und 10 Minuten stehen lassen.
(2) Fruchtsaft mit den Hibiskusblüten aufkochen, die gezuckerten Beeren zugeben, nochmals aufkochen, auf ein Holzbrett ziehen und zugedeckt weitere 15 Minuten ziehen lassen.
(3) Anschliessend ohne Druck (damit der Fond nicht trübe wird) langsam durch ein Sieb abtropfen lassen. (*)
(4) Die Stärke mit dem Portwein kalt glattrühren.
(5) Den abgetropften Beerenfond aufkochen, die angerührte Stärke zugeben und etwa 3 Minuten kochen, bis der Fond klar wird und der Stärkegeschmack weg ist. Vom Feuer ziehen, dann die restliche Hälfte der Früchte (die festeren Johannisbeeren, Blaubeeren, Brombeeren, Cassis) zugeben, die weichen Früchte (Erdbeeren in Spalten, Himbeeren, Kirschen) erst zugeben, wenn die Grütze lauwarm abgekühlt ist.
(6) Die Grütze etwa 6 Stunden kühl stellen bis sie leicht angeliert ist. Vor dem Servieren mit frischen Beeren und Pfefferminze garnieren.

(*) Den Trester der abgesiebten Früchte nicht wegwerfen.  Daraus ein Fruchtcoulis mixen oder mit einem neutralen Essig ein paar Tage anstellen, das gibt einen guten Fruchtessig.

und was gibt es bei Hitze schöneres, als die Grütze mit einem Lorbeerkranzeis zu veredeln ?

Lorbeereis

Zutaten
250 ml Vollmilch
1.5 dl Vollrahm
1 Vanilleschote Tahiti
4-6 fein geschnittene, frische Lorbeerblätter
3 Eigelbe
50 g Zucker
50 g Invertzuckersirup

Zubereitung
(1) Das Vanillemark aus der Schote nehmen und mit wenig Zucker verreiben.
(2) Milch und Rahm mit der leeren Vanilleschote, dem Vanillezucker und den Lorbeerblättern aufkochen und mindestens 30 Minuten ziehen lassen.
(3) Eigelb und restlichen Zucker schaumig schlagen. Das Milch-Rahmgemisch absieben und nochmals aufkochen.

Lorbeereis 2013 07 10_0878
Lorbeer und Vanille

Das kochende Gemisch in die Eigelb rühren und bei kleiner Hitze unter ständigem Rühren pochieren, bis die Masse leicht anzieht (ich mache das in der Kenwood Cooking Chef bei 92°C)
(4) Die heisse Masse durch ein feines Sieb passieren, zugedeckt 3 Stunden durchkühlen. Danach in der Eismaschine frieren. Über Nacht im Tiefkühler reifen lassen. Vor Gebrauch 10 Minuten in den Kühlschrank stellen.

Beide Rezepte entstammen, von mir leicht geändert, der Küche von Lucas Rosenblatt.

CH-4058 Basel: Aida. By the life guard cavalry of Her Majesty

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Wenn ich schon nicht mehr nach London Knightsbridge komme, so kommt doch wenigstens die Militärkapelle der Queens Life Guard nach Basel. Vor meine Haustüre. Mit 29 Rossen, grossen Pferdetransportern, Hufschmid, Veterinär, Stallburschen und Stallburschinnen im Kampfanzug. Um hier am alljährlichen Basel Tattoo (die achte Ausgabe) aufzuspielen. Den Triumphmarsch aus Verdis Aida. Nebst anderem. Hier ein paar Impressionen.

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Die Kleinsten haben immer die grössten Pferde

Dann ist es soweit. Aufmarsch vom Quartier in die Area de Basler Kaserne.

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The Queens Lifeguard Cavalry vor der Claramatte
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Major Paul Wilman sitzt erst später auf

Gleich hinter den Engelländern marschieren die Italiener:

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Auf 4 Rädern marschiert es sich leichter

Dann kommen noch mal soviele Pferde, die Fanfara a cavallo dei Carabinieri. Mit Tressen, Troddeln, Kokarden und Federbüschen (die rot-weissen Staubwedel am Nebelspalter).

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Die italienischen Pferde mit lackierten Hufen
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Il commandante. Ordensbehängt.

Dann heisst es warten bis zum Auftritt:

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ob weiss…
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ob braun…
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ob grau…
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Auch ein Officer hat Durst
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Der rote Haarbusch wird gegen den gelben ausgewechselt
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Der güldene Helm gibt bei 33°C recht warm
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Ebenso die wollenen Gamaschen der Pferde
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Auf das königliche Motto wird getrommelt: Dieu et mon droit, Gott und mein Recht

Während sich die Engelländer mit Rossini und leichter Kavallerie befassen, konzentriert man sich am Eingang auf den italienischen Auftritt.

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Tä täterää, Tä täterää Die italienische Nationalhymne „Fratelli d’Italia“

Nach den Fratelli gibts noch italienische Schlager, wie O Sole Mio, Funiculì Funculà und volare. Italiener und Engelländer dürfen sich mit dem Gefangenenchor aus der Oper Nabucco noch einem militärischen Thema widmen. Dann gehts für alle 60 Rosse wieder an den Schatten und in die Hafersäcke.

Selbst die Aufwischaktion ist choreografiert

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Tanz der Wischfahrzeuge
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Vollbesetzte Tribüne am Basel Tattoo

CH-6000 Luzern: Ein Mann sieht Rot

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Der Besuch in Luzern Mitte Juli galt (schon wieder) einem Kochkurs bei Lucas Rosenblatt. Vorab besuchte ich, wie immer, den Markt. Alles wie immer. Bunt geblümelt, wie jeden Sommer.

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Der Markt an den Juli- Samstagen strahlt in allen Farben

Auffallend, wie sich die dominierenden Farben auf Märkten je nach Saison verändern.

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Beschattungsrot am Käsewagen
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Ferrarirot beim Olivenschmid

Ein paar Wochen zuvor dominierte noch Grün. Nun hat sich die Farbtemperatur des Marktes eindeutig ins Rote verschoben. Nicht nur bei Produkten, auch bei der Infrastruktur. Wie war das schon in der Astronomie mit dem Phänomen der Rotverschiebung ?

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Nachrötungsrot am Ufer der Reuss
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Herzblutrot in Holzwolle gepackt
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Erdbeerrot, die Letzten
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Walderdbeerrot, eine Steigerung
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Schweizer Wäschekorb-Rot, was damit wohl transportiert werden soll ?
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Sonnenstorenrot der Frau Gössi

Ach so, bald ist erster August. Die Pistole bleibt im Holster.

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