Alle Beiträge von lamiacucina

Chemie-Ingenieur. Passionierter Koch-Dilettant. Mediterrane Küche, Molekulargastronomie.

Remake: Fragole con lamponi

Fragole e lamponi

Einmal mehr konnte ich nicht warten. Zu schön haben sie ausgesehen. Einmal mehr: Hohle Schönheit. Innen leer. Geschmacklos. Schrott. Einmal mehr der Griff zu meinem Erdbeer-Booster-Rezept hier. Und einmal mehr: auf diese Art werden sogar Kohlrabi-ähnliche Erdbeeren essbar. Und einmal mehr fällt mir dazu die Aussage eines Fachmannes ein, der über 30 Jahre seines Lebens der Aufzucht von Erdbeeren gewidmet hat: Ernst Niederer aus dem Sankt-Gallischen Berneck. Die Quintessenz seiner züchterischen Erfahrung fasste er in einem Radiointerview im Jahre 2003, als ihm der Prix Bio verliehen wurde, etwa so zusammen: Einerseits sei es ihm gelungen, besonders aromatische Erdbeeren zu züchten, die sich aber allesamt nur als beschränkt lager- und transportfähig zeigten. Andererseits seien allen Versuche, lager- und transportfähigen Erdbeersorten Aroma anzuzüchten, wenig Erfolg beschieden gewesen.  (Zitat aus meinem Gedächtnis). Gegensätzliche Charakteristiken, die sich ausschliessen.  Was aber nicht heisst, dass halbverfaulte Erdbeeren gute Erdbeeren sein müssen. 🙂

Zutaten
500 g Erdbeeren
300 g Himbeeren (aufgetaute)
100 g Puderzucker
Saft von 1 Orange
1 dl Rotwein (Douro oder Rioja ohne Eichenholzausbau)
1 Elf. Cognac
2 Elf. Grand-Marnier

Vorbereitung
(1) Erdbeeren waschen, halbieren und in Coupeschalen oder tiefe Teller verteilen.
(2) Die Himbeeren mit dem Zucker mischen und 30 Minuten ziehen lassen, dann durch ein feines Sieb streichen, Orangensaft mit der Himbeer-pulpe mischen und nochmals durchstreichen.
Zubereitung
(3) Die restlichen Zutaten zum Himbeersaft/Orangensaft geben und mischen.
Anrichten
(4) Himbeer-salsa über die Erdbeeren geben und eine Stunde bei Raumtemperatur ziehen lassen.

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Seid umschlungen, Suppentassen

Spinatcreme mit Verschlingungen

Spinatcrème-süppchen mit verschlungen eingebauten Pizzateig-Grissini. Kulinarisch ist sowas wirklich nicht zwingend, hat aber im Kochkurs zur Erheiterung und künstlerischen Entfaltung von uns reichlich erwachsenen Kindern beigetragen. Gekocht in der Vorspeisengruppe der Basler Kochschule in Anlehnung an das Buch von Oskar Marti: Frühling in der Küche. Dass das Süppchen ausgezeichnet schmeckte, verdient aber doch noch Erwähnung.

Zutaten
für 4 Personen
für das Süppchen:
70 g Kresse, Garten- oder vorzugsweise Brunnenkresse
300 g junger Spinat
10 g Butter
1 Schalotte, fein gehackt
4 cl Cognac
1.5 dl Rahm
50 g Mascarpone
6 dl Gemüsebrühe heiss
30 g Butter
wenig Zitronensaft, Salz, Pfeffer

für die Schlingen:
ca. 200 g Pizzateig, fertiger
ggf. wenig Wasser, Sesam oder Mohn

Knoten und Spiralen Brücken und Verstrebungen
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Zubereitung
für das Süppchen:
(1) Kresse und Spinat waschen und rüsten, in kochendem Salzwasser kurz blanchieren und kalt abschrecken.
(2) Schalotte in 10 g Butter andünsten, mit Cognac ablöschen, Rahm und Mascarpone zugeben, die heisse Gemüsebrühe zugeben und etwa 10 Minuten leise kochen.
(3) 30 g Butter und die blanchierte Kresse und den Spinat zugeben, kurz erhitzen, dann pürieren. Nicht mehr kochen, damit die Suppe sich nicht verfärbt. Würzen.

für die Schlingen:
(4) Teig in 4 lange Streifen schneiden, zu Würstchen formen.
(5) Teig um die Henkel und Ränder von 4 feuerfesten Suppentassen schlingen, mit wenig Wasser bestreichen und ggf. mit Mohn oder Sesam bestreuen.
(6) Die Tassen auf einem Kuchenblech im auf 220°C vorgeheizten Ofen (Ober-/Unterhitze, mittlere Schiene) ca. 10-15 Minuten backen, etwas abkühlen lassen und mit der Suppe befüllen.

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Gnocchi all’aglio orsino

Bärlauch-Kartoffel-Gnocchi
Bärlauch-Kartoffel-Gnocchi. Der Bärlauch ist bei uns, wie auf dem untern Bild aus dem Basler Bois de Boulogne (Lange Erlen) schon viel zu alt. Alter Knoblauch und alter Bärlauch riechen für mich ordinär, mag ich nicht. Bei einer Ausfahrt habe ich auf halber Jurahöhe zufällig noch ganz jungen gefunden. Bärlauch-Gnocchi werden wie hier bei kochknecht oft aus normalen Gnocchi mit Bärlauchpesto zubereitet. Weil Frau L. die Gnocchi als Beilage zu ihrem Marsalaschnitzel will und Bärlauch absolut unpassend dazu findet, verstecke ich ihn halt im Gnocchi-Teig, dann riecht und schmeckt er, nicht zuletzt auch durch den Kochprozess, sehr diskret, sehr fein. Das hat sogar Frau L. zugeben müssen.
Alter Bärlauch im Bois de Boulogne

Zutaten
0.5 kg festkochende Kartoffeln, gut gelagerte (Charlotte)
1 Ei
10-15 g junge Bärlauchblättlein ohne Stiel, max. 10 cm lang, gewaschen und gut getrocknet
10 g flüssige, braune Butter
80 g Weichweizendunst, je nach Restfeuchte der Kartoffeln.
Hartweizengries zum Bemehlen der Gnocchi
Muskat, 1 Tlf. Salz, Pfeffer
Butter zum Anschwenken

Bärlauch-Ei-Creme auf Kartoffelbrei mit dem Daumen abgerollt
Bärlauch-Ei-Creme auf Kartoffelbrei mit dem Daumen abgerollt

Zubereitung
(1) Kartoffeln ungeschält auf dem Dampfsieb weichgaren (etwa 20 Minuten).
(2) Heiss schälen, in Scheiben schneiden und auf einem Kuchengitter im auf 120°C vorgeheizten Backofen in Umluft antrocknen. Ofentüre zwischendurch öffnen damit die Feuchtigkeit entweicht. Nach 10 Minuten herausnehmen. Noch heiss durch die Kartoffel-presse drücken. Nach jedem Pressvorgang gleich etwas vom Weizendunst draufsieben.
(3) Das Ei, Butter, Muskat, Salz und den in feinste Streifen geschnittenen Bärlauch mit einem Stabmixer zu einer möglichst feinen, grünen Creme mixen, zu dem Kartoffelpüree geben und mit einem Gummispachtel vorsichtig vermischen, nicht kneten. Falls der Teig zu nass ist, noch etwas Weizendunst einarbeiten.
(4) Teigstücke auf einem mit Hartweizengriess bemehlten Brett zu fingerdicken Strängen rollen. Diese in etwa 2cm lange Stücke schneiden und bis zum Kochen auf ein mit Weizendunst bestäubtes Backpapier oder Tuch legen. Ich rolle sie noch über das Rillenbrett, dann erhalten sie die charakteristische Saucenaufnehmende Rillung auf der einen, und die Höhlung auf der andern Seite.
(5) Gnocchi portionenweise in viel siedendem Salzwasser kochen lassen, bis sie aufsteigen. Weitere 2 Minuten ziehen lassen. Dann mit einer Schaumkelle herausheben, abtropfen lassen und in wenig heisser Butter schwenken.

Anmerkung
Dazu gabs wieder einmal Marsalaschnitzel, der Anstoss dazu kam von Sivie aus den Kuechengeistern. Das nennt man in der Technik Rückkopplung. Zu Kartoffel-Gnocchi siehe auch Kartoffelgnocchi zäh oder zart ?
Bärlauchgnocchi und Marsalaschnitzel

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пирожки итальянские

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Russische Piroggen mit einer italienisch verbrämten Ricotta- und Mortadella-Füllung. Frau L. stopft unbekümmert um die politischen Folgen Italienisches in russische Hüllen und setzt dem Ganzen noch eine Zarenkrone auf. Das klingt in meinen Ohren wie Don Camillo und Beppone, auf kulinarischer Ebene. Wer erinnert sich nicht an den streitbaren Geistlichen mit dem Pferdegrinsen und den unversöhnlich roten, kommunistischen Bürgermeister. Beide lagen sich andauernd in den Haaren und passten doch irgendwie zusammen. Russisch haben die aber sicher nicht gesprochen.

Zutaten
für den geriebenen Ricotta-teig:
300 g Weissmehl
1 Tlf. Salz
150 g kalte Butter
150 g Ricotta, abgetropft

für die Füllung:
150 g Ricotta abgetropft
2 Elf. Marsala
100 g Mortadella, fein gehackt
1/2 Bund glatte Petersilie
1/2 Tlf. Herbes de Provence oder italienische Gewürzkräuter
1/2 Bund Schnittlauch
Salz, Pfeffer
Cayennpfeffer, Piment d’Espelette
3 Elf. Sbrinz oder Parmesan, frisch gerieben
1 Eiweiss, leicht verklopft zum Verkleben der Taschen
1 Eigelb, zum Bestreichen

Dreifache Faltigkeit des Teiges Mortadella: rot angehaucht
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Vorbereitung
für den geriebenen Ricotta-teig:
(1) Mehl und Salz in die vorgekühlte Teigschüssel des Rührwerks sieben. Kalte Butter in Flöckchen unter das Mehl mischen und mit dem Flachschläger (Kenwood: K-Haken) zunächst langsam, dann schnell zu einer krümeligen Masse verrühren.
(2) Ricotta zugeben, kurz weiterrühren bis der Teig klumpt. Von Hand rasch zu einer Kugel formen und 1 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(3) Teig ca. 3 mm dick wie bei einem Blätterteig zu einem langen, rechteckigen Band auswallen, in 3 Teile falten, mit Folie zudecken und 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.
(4) Das Teigpaket, Faltkante links und rechts, nochmals zu einem langen, rechteckigen Band auswallen, in 3 Teile falten, mit Folie zudecken und nochmals 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen. Der Teig ist mit diesen beiden einfachen Touren gebrauchsfertig .

für die Füllung:
(5) Ricotta in einer Schüssel mit einer Gabel zerdrücken und mit den Zutaten mischen. Würzen.

Füllung und Krönung Salbung mit Eigelb
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Zubereitung
(6) Den Teig halbieren und dünn, ca. 2 mm dick auswallen. Mit einem 8cm und einem 10cm Ausstecher die gleiche Menge kleine (Deckel) und grosse Rondellen (Böden) ausstechen.
(7) Füllung auf die grossen Böden verteilen, Ränder mit Eiweiss bestreichen. Deckel darüberlegen, vorstehenden Ränder umlegen, mit kleinen Falten an die Deckel drücken. Mit Eigelb bestreichen und mit einer Gabel einstechen.
(8) Im auf 200°C vorgeheizten Ofen (Ober- und Unterhitze, mittlere Schiene) ca. 20 Minuten backen.

Anmerkung
Ausbeute: 15 Piroggen. Gegessen haben wir sie als Beilage zu Spargelgemüse. Gute, Mortadellawürzige Füllung. Die Piroggen gehen schön rund auf. Das Rezept wurde u.a. durch Quark-Piroggen in Betty-Bossy, Backen pikant, inspiriert. Etwas Füllung blieb übrig, die ergab einen guten Brotaufstrich.

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Polenta con capperi e pomodorini

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Gebratene Polentaschnitten mit confierten Tomätchen und Radicchio verde sowie einer aromatischen Kapernvinaigrette. Die Vinaigrette passt sehr gut zu den süssen Tomätchen, diese halten den leicht bitteren Radicchio in Schach und der Mais übernimmt bescheiden die Rolle des Magenfüllers.

Zutaten
4 kleine Mahlzeiten
für die Polentaschnitten:
150 g Polentagries
8 dl Gemüsebrühe
30 g gute Butter
Salz, Pfeffer, Muskat, 1 Lorbeerblatt, 2 Zweige Thymian
1 Knoblauchzehe
Kochbutter zum Anbraten

für die confierten Tomaten:
4 Zweige Cherrytomätchen (Datteri, Olivette)
Puderzucker, Salz, Pfeffer, Olivenöl, 4 Knoblauchzehen

für die Kapernvinaigrette:
40 g Kapern gesalzen
2 kleine, junge Knoblauchzehen
0.8 dl Olivenöl
0.5 dl Weissweinbalsamessig (meiner von Gölles)
Pfeffer, Rosmarinzweig

6 Radicchio verde oder ein halber Bund Rucola als Salatgarnitur
30 g Kapern gesalzen als Garnitur

Polentabrei in die Form gestrichen Polentaschnitten am Anbraten
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Vorbereitung
(1) Gemüsebrühe mit den Gewürzen in einem Tee-ei aufkochen, zugedeckt 5 Minuten stehen lassen, dann die Gewürze entfernen. Das Polentagriess in die heisse Brühe einrieseln lassen und solange kochen bis ein dicker Brei entstanden ist, würzen mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss, dann die Butter einrühren.
(2) Eine U-Form (1L) mit Klarsichtfolie auslegen und den heissen Maisbrei einfüllen. Kräftig auf den Tisch schlagen, damit Luftblasen entfernt werden und über Nacht abkühlen lassen. Wer keine Form hat streicht 2 cm dick auf ein mit Backpapier belegtes Kuchenblech aus.
(3) 50 ml Weissweinbalsamessig mit einigen Rosmarinnadeln versetzen und über Nacht stehen lassen.

Zubereitung
(4) Kirschtomätchen halbieren, mit den jungen Knoblauchzehen auf ein Blech legen und mit wenig Puderzucker fein bestäuben. Salzen, Pfeffern, mit einem Schuss Olivenöl begiessen und ca. 60 Minuten bei 100°C im Ofen confieren
(5) Alle Kapern zur Entsalzung 2-3 mal 2 Minuten mit warmem Wasser wässern, das Waschwasser jeweils abgiessen. 2/3 der Kapern feinstmöglich hacken und mit dem Olivenöl und dem Rosmarinessig zu einer Vinaigrette anrühren. Pfeffern.
(6) Polenta aus der Form stürzen, in Scheiben schneiden und in wenig Kochbutter langsam beidseitig anbraten.

Kapern in Salz Angerichtet
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Anrichten
Radicchio oder Rucolablättchen auf den Teller drapieren. Die warmen Tomätchen dazulegen, mit der Kapernvinaigrette beträufeln, die restlichen ganzen Kapern, ja wo sind sie denn ? auf dem Fototeller glatt vergessen, und die gebackenen Maisschnitten dazugeben.

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Pasta con Cima di rapa

Pasta con Cim di rape

Theatergängern wird die Bemerkung der Frau von Stein über ein Geschenk des abwesenden Herrn von Goethe bekannt vorkommen: Aha ! Ein Kunstwerk ! von Makkaroni eines ! Die winzige Änderung im Textbuch möge man mir nachsehen. Aus dem geplanten Kunstwerk, der Verkleinerung des unten abgebildeten, ist aber dennoch nichts geworden. Mein Kunstwerk dekonstruierte sich unterwegs auf dem Weg in den Teller. Egal, zum Wesen der Kunst gehört ja bekanntlich die Abstraktion. Makkaroni mit Cima di Rapa, Stengelkohl. Diesen gibts jetzt bei den italienischen Gemüsehändlern harassenweise im Angebot.
Vorlage für das Kunstwerk

Zutaten
Vollmahlzeit für 2 Personen

für die Förmchen:
130 g Pasta (Ziti oder kurze Maccheroni)
150 g Cima di rapa (die aussortierten groben Blätter und dicke Stengel)
Salz, Pfeffer
Butter zum Einfetten von 6 Muffinförmchen

für den Guss:
1 dl Halbrahm
1 Ei
25 g Parmesan frisch gerieben
1/2 Peperoncino, entkernt, in feinsten Würfelchen
5 g Maizena
Salz, Pfeffer

für die Garnitur:
150 g Cima di rapa (die aussortierten feineren Blätter und Stiele)
1/2 Peperoncino
einige junge Knoblauchzehen
natives Olivenöl
Salz, Pfeffer

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Zubereitung
(1) Pasta ca. 4 Minuten in kochendem Salzwasser garen, den in mundgerechte Stücke geschnittenen Cima di rapa dazugeben und weitere 4-6 Minuten weitergaren, bis die Pasta al dente sind. Abgiessen.
(2) die Pasta samt Gemüse kunstvoll, Ikebana-mässig in 6 eingebutterte Muffinsförmchen stopfen, die Zutaten zum Guss verkleppern und in die Förmchen füllen.

Einfach, aber italienisch Kunstvoll, aber nicht italienisch
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(3) ca. 25 Minuten in der untern Hälfte des auf 200°C vorgeheizten Ofens gratinieren..
(4) Die zweite Portion Cima di rapa unzerschnitten etwa 2-3 Minuten in kochendem Salzwasser blanchieren, in kaltem Wasser abschrecken.
(5) Parallel dazu in einer beschichteten Bratpfanne 2-3 Elf. Olivenöl erhitzen, die Knoblauchzehen und die entkernten, in feine Streifen geschnittenen Peperoncino im heissem Öl anbraten, die abgetropften Cima di rapa zugeben (zusammen mit dem Rest, der in den Förmchen nicht Platz hatte) und kurz mitandünsten.
(6) Das Dünstgut in vorgewärmte, tiefe Teller drapieren. Die Pasta-kunstwerke vorsichtig aus den Muffinsfömchen lösen und in die Mitte des Tellers plazieren.

Anmerkung
Allzulange Maccheroniröhren habe ich beim Ikebanastecken mit ungekochten Spaghetti verstärkt. Dafür habe ich vergessen, die Förmchen einzufetten, das Herausnehmen der Kunstwerke gestaltete sich deshalb sehr, sehr kummervoll. Die Teller sahen jedenfalls am Schluss chaotisch aus. Action Sculpturing, auch das eine Kunstrichtung. Cima di rapa, trotzdem ein wunderbares Gemüse, davon hat schon Franz von einfach koestlich berichtet.

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CH-2882 St. Ursanne

St. Ursanne Brücke
Der Besuch liegt zwar schon gut 4 Wochen zurück, wir wollten hier nur zum Mittagessen einkehren, doch alle halbwegs akzeptablen Gasthäuser waren gleichzeitig geschlossen. Die einzige offene, verrauchte Bierkneipe haben wir auf dem Absatz drehend gleich wieder verlassen. Gelegenheit, sich das Besucher- und Gastronomieentleerte Städtchen wieder einmal in aller Ruhe näher anzusehen, wenn auch mit knurrendem Magen. Wir haben uns am Abend zuhause an einem Käsefondue schadlos gehalten. Rauchfrei. CH-2882 St. Ursanne weiterlesen

Vorbereitung auf den 19.04.2008

Apfelprost
Am 19. April findet in Frankfurt oder gleich daneben in fressack‘ Gasthof Engel das zentraleuropäische Bloggertreffen statt. Im kulinarischen Teil sind köstliche Schweinereien und Äppelwoi angekündigt. So unvorbereitet gehe ich nicht dahin. Ich habe mich drum vor Wochen mit einem guten, schweizerischen Apfelschampus eingedeckt und mich langsam steigernd an Apfelwein angewöhnt. In einer Woche wird die letzte Flasche leer sein und ich voll auf Apfelwein konditioniert. Schmeckt übrigens ausgezeichnet. Weitgehend durchgegoren, feine Perlage und das leere Glas riecht auch noch nach einer Stunde angenehm nach Apfelwein. 8 Sorten sollen drin sein, die ich aber mit meinen bescheidenen apfeldegustatorischen Fähigkeiten nicht mehr unterscheiden kann. Wer mir beim nächsten Schuh- oder Kleidereinkauf eines dieser unsäglichen Industrie-Prosecco-Cüpli anbieten will, soll mir doch lieber einen Apfelschaumwein einschenken. Prost Apfel bzw. umgekehrt.

Carciofi arrostiti

Carciofi spinosi
Carciofi Spinosi Sardi. Die kleinen, stachelbewehrten, aber aromatischen Artischocken aus Sardinien sind seit ein paar Wochen wieder erhältlich. Der schöne, essbare Blumenstrauss geht zum Anschauen zunächst mal mit Gratulation an Bolli’s Kitchen, die heute, wenn ich richtig geraten habe, ihr einjähriges Jubiläum feiert. Danach werden die Blumen gebraten. Als aromatische Vorspeise oder Beilage.

Zutaten
Vorspeise oder Beilage für 4 Personen
4 Artischocken aus Sardinien oder Sizilien, mit gelben Stacheln und langem Stiel und Blättern
2 Elf. Olivenöl
2 Elf. weisser Balsamessig (Gölles)
Fleur de sel, Pfeffer
ggf. Saft einer halben Zitrone

Artischocken im Zitronenbad Anbraten der Scheiben
Artischocken im Zitronenbad Carciofi, Anbraten der Scheiben

Zubereitung
(1) Je nach Alter 1/3 bis 1/2 der Spitze abschneiden. Mit einem scharfen Messer die äusseren, zähen Blattteile (Spitzen) einkürzen und alle grünen Stellen des Stiels rigoros entfernen.
(2) In der Längsachse halbieren, mit einem Pariserlöffel das Heu entfernen, wenn man sie nicht gleich brät, zwischenlagern in Wasser mit etwas Zitronensaft, dann gut trocknen und in ca. 3 mm dicke Scheiben schneiden.
(3) Portionsweise in heissem Olivenöl anbraten, wenn sie gar sind und etwas Farbe haben, auf Küchenpapier entfetten, am Schluss nochmals erhitzen, mit dem Essig ablöschen und mit Salz und Pfeffer würzen.

Und weil der Blumenstrauss etwas stachlig ausgefallen ist, gibts als Zugabe noch Koteletts vom Limousin-Kalb. Dafür bin ich 70 km weit gereist. Ein paar Stunden in einer Senfmarinade mariniert, dann in Butter und Olivenöl langsam angebraten, immer wieder damit übergossen. Kein Tag für Vegetarier.

pariertes Kotelett vom Limousinkalb Kotelett gebraten mit Artischocken
pariertes Kotelett vom Limousinkalb Kotelett gebraten mit Artischocken

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Remake: Gemüse-Kräutersalz light

Gemüse im Cutter
Brunnenkresse und Gemüse mit Meersalz gecuttert. Das gibt nach dem Trocknen ein würziges Leichtsalz mit ca. 50% Natriumchloridgehalt, die restlichen Bestandteile sind vegetabil und ein Schlückchen Wein ist auch noch gleich mitgetrocknet worden. Diese Weiterentwicklung meiner Verdure triturate (die ihrerseits auf einer Idee von Alexander Herrmann beruht) ist wesentlich würziger als meine alte Rezeptur. Ein Würzsalz, das ich überall verwende, wo sonst Streuwürze aus dem gelben Döschen (Frau L. ihr Döschen !) zum Einsatz gelangt. Einzige Einschränkung: nicht für klare Suppen und Lösungen geeignet, weil die Faserbestandteile noch drin sind. Im Unterschied zum löslichen, chemisch gestreckten Leichtsalz, das Ilka in ihrem Eintrag kürzlich vorgestellt hat. Energiebilanz für mein Salz ? Lieber nicht.

im Einfülltrichter des Cutters Gemüsesalz nass zerrieben
im Einfülltrichter des Cutters Gemüsesalz nass zerrieben
Gemüsesalz nach dem Trocknen Gemüsesalz gemörsert
Gemüsesalz nach dem Trocknen Gemüsesalz gemörsert

Zutaten
ca. 50 g Schalotten
ca. 150 g Stangensellerie
ca. 150 g Petersilienwurzel
ca. 150 g Brunnenkresse
60 g Meersalz gereinigt
ca. 1 dl Weisswein, möglichst wenig

Zubereitung
(1) Gemüse waschen und wenn nötig grob schneiden.
(2) Nacheinander (beginnend mit den hoch wasserhaltigen: Schalotten, Stangensellerie, Brunnenkresse etc.) im Cutter zu einem feinen Püree cuttern, nach Bedarf mit Weisswein etwas verflüssigen.
(3) Salz (wägen !) zugeben und mitcuttern.
(4) Das Püree auf einer flachen Glasschale (ich nehme die Mikrowellenschale) oder einer Backtrennfolie auf Backblech etwa 1 cm dick ausstreichen.
(5) Über Nacht (etwa 8 Stunden) im Backofen in Umluft bei 75°C trocknen lassen. Danach mit einer Teigkarte abkratzen und die Kristallbrocken im Cutter oder Mörser fein pulverisieren. Nochmals wägen, daraus den Salzgehalt ermitteln.

Anmerkung
Jeder Ansatz kommt bei mir etwas anders raus, da ich vorzugsweise jene Gemüse verwerte, die überzeitig sind. Die erstmals zugegebene Brunnenkresse ergab einen kräftigen Würzschub. Sogar Frau L., meinen „Erfindungen“ gegenüber sonst skeptisch eingestellt, braucht seit kurzem davon. Soll der Herr Lafer ruhig sein Kalahari Salz ans Spaghettiwasser schütten und die Cornelia Poletto Himalaya Salz verwenden. Das sind nichts als esoterische Glaubensbekenntnisse vielbeschäftigter und deshalb leichtgläubiger Zeitgenossen, die cleveren Geschäftsleuten aufgesessen sind.

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Weinrallye 10: Chenin blanc

Leere Gläser
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Chenin blanc. Eine hier eher spätreifende Traubensorte, die in der Schweiz keine Tradition hat. Bis vor wenigen Jahren war deren Anbau sogar gänzlich verboten. Noch heute dürfen Neubepflanzungen nur unter vorgängiger Bewilligung vorgenommen werden. Wie ist es doch schön, in einem Staate leben zu dürfen, in welchem fleissige Beamte die Bürger vor dem Anbau und Konsum gesundheitsgefährdender Getränke bewahren. Im Ernst: der Staat wird wohl irgendwelche Überschussverwertungszahlungen leisten und sich darum ein Mitspracherecht bei der Sortenwahl ausbedungen haben.

Entsprechend mager und trostlos das Resultat bei meiner Weinsuche: Kein schweizerischer Chenin blanc aufzutreiben. Das innovative Weingut Les Balisiers im Kanton Genf Les Balisiers hat 2004 auf Lyra-Spalier 3,5 Hektaren mit Chenin Blanc bepflanzt. Die Weine sind offenbar immer noch im Stadium der Mikrovinifizierung und noch nicht im Handel. Ein anderes Weingut im Kanton Wallis ist ausverkauft. 

Ein kurzer und trockener Beitrag zum Weinrallye #10 – Chenin blanc, diesen Monat vom Blog originalverkorkt durchgeführt.

Wer sich als Konsument über die gesetzlichen Hürden des Weinbaus ein Bild machen will, darf sich am Weinbaugesetz des Kanton Wallis gütlich tun.

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Wasserstriwla con Asparagi e Agretti alla milanese

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Wasserstriwla ? google: meinten Sie Wasserstrahl ? Neeeeiiiiin !!! Wasserstriwla sind die elsässische Version der schwäbischen Spätzle, genauer: der Knöpfle. Das Elsass liegt gemäss New York Times dort, Where German Gemutlichkeit Meets French Finesse. Mit etwas Übung geraten die Wasserstriwla ganz ordentlich, viele sind fein, die paar dicken Brummer werden fürs Foto etwas nach unten geschoben, nur Frau L. meint, dass ich damit keine Chancen hätte, in eine schwäbische Familie eingeheiratet zu werden. Heiliges Blechle, das war wohl ein Scherz, Frau L. ? Wer als mit Ihnen Verheirateter elsässische Spätzle macht, hat doch keine derartigen Ambitionen ! Für mich der Anlass, das von Ilka und Ulli von RezKonvSuite erhaltene Geschenk, ein schwäbisches Spätzlebrett samt Schabeblechle handschabend einzuweihen.

Das Rezept stammt aus dem Buch Die Auberge de l’Ill von P. und J-P. Haeberlin, Econ-verlag. Sie werden aber in diesem 3-Sterne-Lokal auch nicht anders hergestellt als bei schwäbischen Hausfrauen. Nicht einmal handgeschabt. Eines der wenigen, einfachen Rezepte aus dem Buch, drum sind Jahre vergangen, bis ich zum ersten Mal etwas daraus koche. Mein Beitrag zum DKdUW.

ZutatenDKduW
200 Gramm Mehl, ich nehme Emmentaler Knöpflimehl: Weichweizendunst mit etwas Dinkel drin
3 Eier
1 Eigelb
1-2 Elf. Wasser nach Bedarf
1 Prise Salz, Muskatnuss
Butter zum Anbraten

Die Linke schabt, die Rechte fotografiert Abgetropft
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Zubereitung
Originaltext von Ilka:
(1) Mehl in eine Schüssel vorlegen, Eier und Salz zugeben. Mit einem großen Kochlöffel oder in der Küchenmaschine (bei mir: 10 Minuten) rühren bis er Blasen wirft. Mit Klarsichtfolie verschließen und noch wenigstens eine halbe Stunde ruhen lassen.
(2) Topf mit Salzwasser zum Kochen bringen.
(3) Etwa 2 Esslöffel Teig auf das Spätzlebrett geben, das man vorher kurz ins kochende Wasser getaucht hat, und mit dem ebenso nassen Teigschaber (man kann auch eine Palette nehmen oder ein großes Messer) flach streichen.
(4) Nun dünne Streifen ins kochende Salzwasser schaben. Roh gehen Spätzle sofort unter und steigen erst wieder auf, wenn sie gar sind. Mit einem Sieblöffel herausnehmen mit kaltem Wasser abschrecken, auf einem Tuch ausbreiten und kühl stellen.
Genauso hab ichs gemacht und es ging. Es ging sogar sehr gut.
(5) mit einem Elf. Butter in einer beschichteten Bratpfanne langsam anbraten.

Anbraten der Wasserstriwla Friedlich vereint
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Damit sich die Beilage auf dem Teller nicht langweilen musste, habe ich noch Spargeln dazugemacht, alla milanese, also mit etwas Parmesankäse und brauner Butter überschmolzen mit einem Spiegelei. Mein Rezept hab ich hier schon mal gebracht. Und weil die Spargeln derzeit noch teuer sind, hab ich sie mit einem halben Bund Agretti (Mönchsbart) gestreckt. Und weil im badischen die Spargeln gerne mit Chratzete (einem zerrissenen Eieromelett) gegessen werden, finde ich, dass Spätzle allerarten auch zu Spargeln passen. Dass Agretti auch zu Spätzle passen, hat eben nysa bewiesen. Fünf (5) Pfannen (Spätzle, Spargeln, braune Butter, Mönchsbart, Spiegelei) auf vier (4) Herdlöchern gleichzeitig zu erwärmen, brachte mich ganz schön ins schwitzen. Da hört die German Gemutlichkeit auf.

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