
Weite Reisen sind nicht mehr unsere Sache. Zumal bei Hitze. So haben wir unsern wöchentlichen Ausflug, auch schon wieder ein paat Wochen her, in den südlichen Schwarzwald gemacht. Wo es aber nur unwesentlich kühler war, als in Basel. Die Reise führte uns erst durchs Wiesental hinauf bis Todtnau, dann über den Notschrei auf die Schauinslandstrecke, von dort wieder hinab in das Münstertal nach Staufen. Vorbei am Restaurant Spielweg, das von Arthurs Tochter so warm empfohlen wurde. Ich wusste gar nicht, dass das hier und so nahe an Basel liegt.
Staufen liegt am Ausgang des Münstertales, wo sich das Tal zur Rheinebene hin ausweitet. Weit sichtbar liegt die Burgruine der Herren von Staufen auf dem Schlosshügel. Hier oben verwalteten die Herren von Staufen einst ihre Lehensgüter während beinahe 500 Jahren. Seit Beginn des 12. Jhdts. bis 1602. Eine bemerkenswerte Kontinuität. Die Herren von Staufen waren übrigens nicht verwandt mit dem Adelsgeschlecht der Hohenstaufen.
Zunächst traten die Herren von Staufen als Ministerialen der Zähringer in Erscheinung, mit dem Aussterben der Zähringerherzöge 1218 als Gefolgsleute der Grafen von Freiburg. Mit dem Ausweiten der Herrschaftsgebiete der Habsburger im Breisgau schlossen sie sich diesen an. So hält man sich für lange Zeit oben. Unter den gefallenen Gefolgsleuten der Habsburger bei der Schlacht bei Sempach von 1386 sind übrigens zwei Herren von Staufen verzeichnet. Die Stadt Staufen (wie auch Freiburg) wurde ein Teil des habsburgischen Vorderösterreichs; die Freiherren bekleideten ab dem 15. Jhdt. verschiedene habsburgische Verwaltungsposten in Vorderösterreich.

Seinen Besitz hatte das Geschlecht in den umliegenden Gemeinden des Breisgaus und des Dreisamtals. Die Herren von Staufen lebten eine zeitlang recht gut an den beiden Haupteinnahmequellen aus dem Münstertal: der Vogtei über das Kloster St. Rudpert sowie an den ihnen verliehenen Schürfrechten an einigen Silber/Blei-Minen.



Dadurch entwickelte sich Staufen in der Mitte des 13. Jhdts. von einem Dorf zu einem prosperierenden Städtchen. Eine Marktstrasse wurde angelegt, eine Stadtmauer mit Toren wurde hochgezogen. Die brauchte es aber auch bald wegen Streitigkeiten mit der Stadt Freiburg ums liebe Geld. Von Mauern und Toren gibt es leider nur noch sehr wenige Spuren.
Im 14. und 15. Jhdt. gerieten die Herren von Staufen zunehmend in eine finanzielle Schieflage. 1602, nach dem Tod des Freiherrn Georg Leo von Staufen fielen Burg, Stadt und sämtliche Besitzungen, mittlerweile alles österreichische Lehen, an die Habsburger zurück. Schwedische Truppen besetzten im Dreißigjährigen Krieg die Stadt und brannten 1632 die Burg nieder. Vorübergehend wurde Staufen an die Herren von Schauenburg verpfändet und kam 1738 an das Kloster St. Blasien im Hochschwarzwald.


1806 kam Staufen an das Großherzogtum Baden. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs, am 8. Februar 1945, wurde Staufen durch einen Luftangriff der Alliierten in Schutt und Asche gelegt, Krieg.

Das Stadtbild ist neben einigen repräsentativen Gebäuden eher das einer kleingliedrigen, dörflichen Siedlung. Ein kleines, aber sehenswertes Städtchen. Pech dass bei kleineren geothermischen Bohrungen durch eine Gipskeuperschicht eine Wasserschicht angebohrt wurde, die unter grossem Druck stand. Durch die Wasseraufnahme wandelt sich das Anhydrit im Gipskeuper zu Gips um und verdoppelt dabei sein Volumen. Beinahe 250 Häuser wurden durch die Erdhebungen zum Teil schwer beschädigt.
Gegessen haben wir auf der Herfahrt an der Schauinslandstrasse im Hotel Die Halde. Ein Tipp von Lucas Rosenblatt. Hier haben wir gutbürgerlich und ausgezeichnet gegessen. Pfifferlingssuppe, Tomatenterrine mit Ziegenkäse, rosa gebratene Rindsfiletstreifen mit Spätzle und Pfifferlingen, als Dessert Schwarzwälder Heidelbeeren mit Joghurt-Holunder-sorbet. Ein sehr schönes, sehr ruhig gelegenes Hotel.


Quellen:
wiki
Badische Seiten






























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