Ciliege al Aceto Balsamico

Ciliege al Aceto BalsamicoKirschenkompott an Balsamicosauce. Ein ernstes Wort an meine Leser: Ich bitte Euch, nein, ich flehe Euch an, gehet hin, kaufet die Zutaten und kocht dieses Kompott nach. Einfaches Rezept, wenig Drumherum, aber das Resultat ist unglaublich. Nicht einfach die Summierung der zugesetzten Aromen, da entsteht etwas Neues. Besser sind Kirschen nur noch direkt ab Baum. Und wahrscheinlich hier. Das Rezept habe ich aus einem Kochkurs von Lucas Rosenblatt mitgebracht, original ist es nur Beilage zu Cannoli. Für mich ist das Kompott so stark und so selbstständig, dass es keine Begleitung um sich braucht. Das Rezept steht auch in Rosenblatts Buch Balsamico ISBN 3-03780-221-9. zum Rezept: Ciliege al Aceto Balsamico weiterlesen

Ravioli al limone

Ravioli al limone
Die besten Zitronenraviolis Mitteleuropas gibts bei Mario Gamba in München, im Restaurant Aquarello. Ich war zwar noch nie dort, aber ein geübter Rezepteleser merkt ja sofort, was ein Rezept hergibt. Die zweitbesten Zitronenravioli gibts bei mir. Wen wunderts, ich mach sie ja frei nach dem Rezept von Mario Gamba. Und da ich diese Raviolis seit 2 Jahren etwa alle 3 Monate herstelle, weiss ich mittlerweile auch, auf was es dabei ankommt. All das, was dazu in Gambas Buch Cucina del sole, ISBN-3-89910-216-9, nicht steht, ist hier bei mir nachzulesen. Wer die Zitronenravioli lieber etwas herzhafter, alpenländischer, gesünder hätte, wird bei Genussmousse fündig. Vielleicht sind auch das die Besten. Hab sie nur noch nicht probiert. Ravioli al limone weiterlesen

Wurst-Käsesalat mit Lindenbaumblättern

Wurst- Käsesalat mit LindenblätternWurst-Käsesalat wird wie andere einfache Dinge meist unterschätzt. Dem Biergarten zugewiesen. Dabei liegt dessen Raffinesse gerade in seiner Einfachheit, vorausgesetzt die Qualität der Zutaten stimmt. So ist es nicht verwunderlich, dass sich Spitzenköche jeden Sommer wieder mit diesem Thema befassen. In jüngster Zeit wieder Karl-Josef Fuchs in Nachgesalzen mit comments die sich wesentlich interessanter lesen als die vergangenen Nachrichten von der G-7-Konferenz. In der „NZZ am Sonntag“ vom 27. Mai 2007 meldet sich Stefan Wiesner vom Gasthof Rössli in Escholzmatt zu Wort. Der verschlossene Tüftler aus dem Entlebuch, Erfinder der geräucherten Schneesuppe und anderer skurriler Einfälle, präsentiert einen witzigen Wurst-Käsesalat mit Apfelwürfeln, Baumnüssen und Lindenbaumblättern. Da ein solcher Baum vor unserm Hause steht, der Nachschub für die nächsten 50 Jahre somit gesichert ist, ein Grund mehr, das Rezept auszuprobieren. Wer Zeit hat, kann sich das Video des Schweizer TV anschauen (link im Abschnitt Reise zu den 4 Jahreszeiten) um zu sehen, wie Stefan Wiesner Schnee räuchert. Verrückt ? Genial ? zum Rezept: Wurst-Käsesalat mit Lindenbaumblättern weiterlesen

Türggenribel

Türggenribel mit RatatouilleChristoph Columbus entdeckte den Mais in der Karibik und brachte die ersten Pflanzen nach Europa. Zunächst wurde er in Spanien und Italien angebaut, ersetzte wegen des höhern Ertrags in armen Schichten der Bevölkerung den teuren, raren Weizen. Später gelangte er in den Orient und zuletzt auch nach Mitteleuropa. Im 17. Jahrhundert langte er im föhnigen Rheintal an. Hier fand die wärmeliebende und robuste Maispflanze klimatisch ideale Bedingungen vor. Allmählich wurde der Türggen (von der Bezeichnung «grano turco», türkischer Weizen) rasch das Hauptnahrungsmittel der ärmeren, bäuerlichen Bevölkerung. Mit der neuzeitlichen Ernährung (Pasta) wäre er fast verschwunden, wurde als Arme-Leute-Gericht (Spottname: Hühnerfutter) zunehmend verschmäht. Dem Einsatz der Vereinigung Rheintaler Ribelmais ist der Beginn einer Renaissance zu danken, die in der Erlangung des AOC-Labels im August 2000 einen grossen Erfolg zeitigte. zum Rezept: Türggenribel weiterlesen

Ofen-Ratatouille

Ratatouille rohSeit Wochen hab ich den Eindruck, dass ein unheimlicher, virulenter Ratatouille-Virus umgeht. Ratatouille in Bolli’s Kitchen, Chausson de Ratatouille in Berlin Kitchen, Ratatouillepüree in EinfachKöstlich usw. usw. Da ich mich gern von solchen Viren anstecken lasse, muss ich meine Virus-Variante halt auch noch rausbringen: Ofenratatouille nature oder als Nudelsalat. Meine Ratatouille ist eher trocken, leicht confiert und caramelisiert. Ratatouille, das im Gemüsesaft schwimmt, hab ich weniger gern, damit verknüpfen sich mir schreckliche kulinarische Kindheitserinnerungen. zum Rezept: Ofen-Ratatouille weiterlesen

Migros Anna’s Best: Thai Green Beef-Curry

Vor 2 Wochen hab ich im post Mehr Zeit zum Leben die Offensive der Schweizer Grossverteiler zur Verkaufsförderung ihrer Convenience-Produkte glossiert. Das appetitliche Green Beef-Curry auf dem Migros-Plakat hat mich zum Sündenfall verleitet: Ich habe eine solche Packung gekauft und klammheimlich für mich zubereitet und gegessen. Bild links das Plakat. Bild rechts mein Tellerchen. Der Macis Liebstöckel ist aus meinem Garten, Blattkoriander hatte ich keinen.
Meh Zeit zum LebenMigros Annas Best Thai Green Beef-Curry

Damit meine Leser am Genuss teilhaben können, habe ich das Resultat der Verkostung protokollarisch festgehalten: Migros Anna’s Best: Thai Green Beef-Curry weiterlesen

TGRWT #3 is here !

Blog-Event TGRWT #2Evelin aus Talinn von bounteous-bites hat das hosting der neuesten Runde des food-pairing events übernommen. Diesmal geht es darum Erdbeeren mit Koriander zu kombinieren.

Sie schreibt: „Never heard of the event? Really? Or just curious whether it really is what you think it is? Well, TGRWT is about pairing ingredients that have similar volatile aroma compounds. Or in less words – smell alike. It is about bringing together certain ingredients just because chemistry tells you to do so. Why are we talking about smell, but not taste? It’s been discovered that only 20% of what we „taste“ is perceived by the tongue and 80% by the receptors in the nose. Ingredients that have similar volatile aroma compunds should, in theory, go together well. Wanna test?

Bild anklicken und Ihr seid auf dem Blog von Evelin mit den Teilnahme-bedingungen. Ich werde auch wieder teilnehmen. Weiss auch schon was ganz Lustiges.

Avocado Toast

Avocadotoast belegtEin Toast aus der Alltags-küche, mit dem sich geschlechterspezifische Essgewohnheiten untersuchen lassen. Toastbrot wird mit etwas gekochtem Schinken, der Avocado und einer mit Senf und Estragon aromatisch gewürzten Quarkcreme überzogen und überbacken. Weibliche Gäste schätzen dieses Gericht auf Anhieb und kochen es oft nach. Männliche Gäste dagegen monieren den Fleischmangel (bäääh), den Quark (bäääh) und überhaupt sei ihnen ein saftiges Steak lieber. Den Toast gibts bei uns schon seit 25 Jahren. Die Herkunft unklar. Vermutlich Marianne Kaltenbach. Ich erinnere mich nur noch, dass wir das Rezept an einem Sonntag lasen, uns dann sofort in den gelben Käfer gesetzt haben um im nächstgelegenen Autobahnshop die nötigen Avocados samt Quark zu beschaffen (Sonntags war damals ja noch Ruhetag). Der Toast ist schnell zubereitet und schmeckt wirklich gut, sogar mir, der ich ja ausnahmsweise auch mal ein Steak schätzen würde. zum Rezept:

Avocado Toast weiterlesen

Insalata Antinori

Insalata Marchese AntinoriAn der Piazza degli Antinori in Florenz steht der prachtvolle Palazzo Antinori, ein Renaissance-Palast. Darin befinden sich die Zentrale des Antinori Imperiums, die Familien-Stadtresidenz und die Cantinetta Antinori. Hier kehrt man gerne ein, wenn man müde vom Erlaufen der Kunst, sich Mittags an einem kühlen Ort erfrischen will. Die Weine des Hauses Antinori (auch die besseren) werden glasweise ausgeschenkt. Renaissance und schönes Wetter machen durstig. Eines der kleinen Gerichte, die hier serviert werden, ist der Insalata nicoise. Wir haben ihn vor ein paar Jahren hier gegessen, für gut befunden und zuhause nachgemischt (was für einmal ein leichtes Unterfangen war). Seither gehört er zu unsern Sommerstandards. Ich habe ihn mit dem Namen des Hauses geadelt; schliesslich wird er ab und zu auch von Piero Antinori bestellt, wenn er gerade in seinem Stadtpalais zu wohnen geruht.  Zum Thema salade niçoise gibts noch die umfassende Zusammenstellung bei den Kochpiraten und den zeitlosen Gewinner von Blog-Event IV. Zum Thema Florenz:  Impressionen des bekannten italienischen foodblogs fiordizucca aus einseitig weiblicher Sicht. zum Rezept: Insalata Antinori weiterlesen

Brasato al Barolo

Altes Wandrelief Ochsengasse BaselZartheit, Saftigkeit und Würzigkeit. Genau das macht einen guten Schmorbraten aus. Leider gerät er immer mehr in Vergessenheit. Wer nimmt sich noch die Zeit, einen Braten sanft und respektvoll über Stunden hinweg zu schmoren ? Dieser Brasato ist der destriero della cucina, das Schlachtross von Frau L., mit dem sie die Kritiker der traditionellen Küche erfolgreich überrennt, aus dem Sattel wirft und zu andächtigem oder schmatzendem Schweigen verdammt. Um allfällige Missverständnisse zu vermeiden: dieser destriero ist ein manzo (Rind) und kein cavallo (Pferd). zum Rezept: Brasato al Barolo weiterlesen

Filetto di Lucioperca al Coriandolo

Lucioperca al CoriandoloEigentlich hätte das eine Rotbarbe werden sollen. Am Dienstag weit und breit keine Rotbarben zu haben, Frau L. besteht auf Fisch, Dienstag ist mein Kochtag, Widerrede zwecklos. Dann halt Zanderfilet Royal aus irgendeiner Zucht in Estland. Und ich tue so, als ob ich eine Rotbarbe in der Pfanne hätte. Der Fisch wird nature angebraten und kommt auf einen angewärmten Teller mit frischem, bestem Olivenöl, aromatisiert mit ganzen Korianderkörnern und einem feinen Mirepoix aus Zitrone und Tomaten. Mal beisst man auf Zitrone, mal auf Tomate, mal auf Korianderkörner, alles abgemildert mit Olivenöl. Sensationell. Ich weiss nicht mehr wo ich das gegessen und wem ich es nachgekocht habe (Fredy Girardet?). Jedenfalls wars so gut, dass Frau L. meinen Vertrag in der lamiacucina GmbH als Hilfskoch auf Zusehen hin verlängert hat. Als Sättigungsbeilage (ich kann mich nicht genug satthören an diesem Wort) habe ich knackig gedünstete Pfefferminzgurken serviert. Dem Zander hats gefallen, mal so südlich und so ganz ohne Dill. zum Rezept: Filetto di Lucioperca al Coriandolo weiterlesen

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