
Stein am Rhein, am Ausfluss des Bodensees in den Rhein gelegen, besucht man am besten im Winter, oder vor der Ferienzeit. Bevor unabsehbare Touristenströme das Städtchen besetzt halten. Alex von foto & fornelli war schon hier. Nun habe auch ich (wieder einmal) an einem der wenigen Sonnentage Ende Mai den Weg hieher gefunden.
Wie alle dem Rhein entlang gelegenen Orte ist auch die Geschichte von Stein am Rhein durch seine Lage am Fluss geprägt. Aufgrund archäologischer Funde ist bereits in der Spätantike eine kleine, römische Befestigung belegt, welche den Rheinübergang vor den Überfällen der Alemannen schützen sollte.
Im Mittelalter und der frühen Neuzeit kam Stein vor allem strategische Bedeutung zu, da es über eine der wenigen Brücken über den Rhein verfügte. Die spätmittelalterliche Rheinbrücke wurde bei Kämpfen zwischen Russen und Franzosen während der Franzosenzeit zerstört.

Im Jahre 1007 verlegte König Heinrich II. das Benediktinerkloster St. Georgen von Hohentwiel/Singen hieher, um den Verkehrsknotenpunkt abzusichern. Stein am Rhein wird 1267 erstmalig als Stadt urkundlich erwähnt. Grund- und Marktherr der Stadt war das in der Altstadt am Rhein gelegene Kloster. Die hohe Gerichtsbarkeit gehörte zuerst den Herzögen von Zähringen, später den Kastvögten des Klosters St. Georgen, den Freiherren von Hohenklingen, schliesslich der süddeutschen Adelsfamilie Klingenberg.
1457 gelang es den Stadtbehörden, die Vogteirechte mit einem finanziellen Kraftakt von der überschuldeten Familie Klingenberg zu erwerben und so den Status der Reichsfreiheit zu erlangen.
Das gut erhaltene, neulich renovierte Schloss dominiert auf einem schmalem Bergsporn das Städtchen und stammt etwa aus der Mitte des 13. Jhdt. Die Freiherren von Hohenklingen, Vögte des Klosters St. Georgen, erweiterten die Anlage mit Ringmauer, Palas, Kapelle und Wirtschaftsgebäuden. Nach 1484 bezogen die Zürcher die Burg in ihr Hochwachtennetz ein. Seit 1863 besteht hier eine beliebte Gastwirtschaft.

1459 verbündete sich Stein mit Zürich und Schaffhausen, um sich vor Übergriffen der Habsburger zu schützen. Stein am Rhein versuchte in dieser Zeit, seine Stellung als Handelsort und Marktzentrum durch den Erwerb umliegender Orte zu entwickeln. Es gelang der Stadt aber nicht, die Schirmherrschaft über das Kloster St. Georgen zu erwerben, da Zürich ihr zuvorkam. Danach geriet sie aber mehr und mehr unter die Oberhoheit des mächtigen Zürichs, das seine Nordgrenze am Rhein sichern wollte.
1484 begab sich Stein aus finanziellen und politischen Gründen vollständig unter die Schutzherrschaft Zürichs und kam so definitiv zur Eidgenossenschaft. Nach der Aufhebung des Stifts in der Reformation baute Zürich als Rechtsnachfolger des Klosters schrittweise seine Landesherrschaft über Stein auf.
Die Zugehörigkeit zu Zürich endete in der Helvetik, als Stein im Mai 1798 an Schaffhausen angeschlossen wurde. Zwar versuchte Stein 1802 wieder zu Zürich zurückzukehren, musste aber schliesslich mit der Inkraftsetzung der Mediationsverfassung 1803 seine Zugehörigkeit zu Schaffhausen akzeptieren.
In den malerischen Gassen und auf dem Rathausplatz bezaubern zahlreiche Bürgerhäuser den Betrachter mit ihren Erkern und Fassadenmalereien aus verschiedenen Epochen. Das im 16. Jahrhundert erbaute Rathaus diente früher als Kaufhaus.






Beeindruckend das Kloster St. Georgen, eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Klosteranlagen der Schweiz. Die Abtei war bedeutend für die Entwicklung der Stadt Stein am Rhein. Das Kloster wurde in romanischer Zeit gegründet und in der Zeit vom 15. bis zum frühen 16. Jahrhundert mehrfach umgebaut. Das Kloster wurde in der Reformation aufgehoben. Heute ist es ein Museum.
Zu Mittag gegessen haben wir im modernen Restaurant Chlosterhof (das Restaurant Sonne hatte Schliesstag). Sehr schöner Ausblick auf den Rhein, freundlicher Service, ordentliches Essen. Teuer. Kalbsschnitzel mit Serrano-Schinken und Frischkäse gefüllt an leichter Trüffelsauce, Basilikumlinguine und Spargelspitzen.
Mit vollem Magen nimmt das Interesse an Kultur ab. Fortsetzung des Spaziergangs. Interessant das Bürgerasyl, ehemaliges Spital zum Heiligen Geist, das fünf um einen Hof versammelte Gebäude umfasst, welche die historische Entwicklung vom mittelalterlichen Klosterspital zum städtischen Spital und zum Armen- und Waisenhaus spiegeln.
Bevor wir die Heimreise antraten, noch den unvermeidlichen, kleinen Abstecher an den Untersee, nach Mammern, allwo die kleine Dorfbäckerei des Jakob Weber die besten (und teuersten) Salzstangen der Welt herstellt.

Quellen: Wiki, www.steinamrhein.ch








































