Da steht sie in alter Schönheit seit einem halben Jahr: eine der ehemaligen Perronhallen des ersten, im Jahre 1860 erbauten Basler Bahnhofs der Centralbahn. Die Schweizer Centralbahn, SCB, war mit einer Streckenlänge von 332 Kilometern eine der fünf grossen privaten Eisenbahngesellschaften der Schweiz. 1902 wurde die SCB in die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) integriert. Der alte Basler Bahnhof musste den heutigen, grösseren Gebäuden und Hallen weichen. Dazu wurde die Halle abgebaut und für die nächsten 110 Jahre in Olten als Schreinerei und Lagerschuppen im Industriewerk der Schweizerischen Bundesbahn wieder aufgestellt.
Zehn Jahre war der Dampfbahn-Verein Zürcher Oberland DVZO auf der Suche nach einem Unterstand für den historischen Wagen- und Lokomotivenbestand des Vereins. 2005 wurde er zufällig bei der SBB in Olten fündig: ein alter Schuppen, der exakt auf das zur Verfügung stehende Gelände beim Bahnhof Bauma passte. Kurz danach wurde die historische Bedeutung des alten Schuppens erkannt und der alte Basler Centralbahnhof konnte aus seinem Schattendasein erlöst werden. Die Halle ist ein wichtiger Zeitzeuge aus den Anfängen der Eisenbahnindustrie und steht heute unter Denkmalschutz.
Erbaut wurde sie damals im Schweizer Laubsägeli-stil des ausgehenden Biedermeiers, sie ist 101 Meter lang, rund 20 Meter breit, zehn Meter hoch und überdacht zwei Bahnhofgeleise und einen Mittelperron.
Säulen und Giebeldach sind aus Holz, die verzierten Winkelelemente aus Gusseisen, das Giebeldreieck beim Portal besteht aus drei im Laubsägestil verzierten, hölzernen Rhomben. Diese waren nicht mehr vorhanden und mussten nach alten Plänen, die im Basler Staatsarchiv schlummerten, nachgebaut werden.
united parcel service
Brissago-Klasse
Nach der Demontage der Halle zeigte sich, dass der Zustand der Gusseisenträger durch Haarrisse schlechter war, als erwartet. Die Halle hatte sich in den Jahrzehnten zudem verzogen und die Statik musste verstärkt werden. Die Kosten für die Rekonstruktion der Bahnhofhalle betrugen beinahe 6 Millionen Franken, die durch Spenden, den Verein und einem substantiellen Beitrag des Kantons ZH aufgebracht wurden. Sogar Basel beteiligte sich mit 50’000.-.
Fotografierbar war nur die „moderne“ Elektrolok Be 4/4 15 , Baujahr 1931 der Bodensee-Toggenburg-Bahn BT 15. Die Dampfloks waren tief im Dunkel der Halle oder anderweitig untergebracht.
Der Goldpokal steht schon wieder hier. Überreicht vom bienenfleissigen Wortmeister: Herrn Bee. Eine kurze Woche darf ich mich am gleissenden Glitzerglanz des Kübels erfreuen, dann wird er weitergereicht.
Was wohl auf diesem historischen Bild trocken geübt wird? Ein Willkommengruss für den Feind? Die Überwindung der Wasserscheu bei Kampfschwimmern? Oder soll damit ein Waschbrettbauch antrainiert werden?
Die Vieldeutigkeit der Interpretation macht die Sache spannend. Gesucht ist eine witzige Bildunterschrift in Prosa oder Reim!
Die Regeln stehen hier. Wer teilnimmt, sollte einen Blog besitzen, damit er im Gewinnfalle die langjährige Tradition des Freitagstexters fortführen kann.
Der Wettbewerb läuft bis Dienstag, 10. Mai 2016, 23:59:59 Uhr.
Mittwoch, 11. Mai 2016 wird der Gewinner unter Ausschluss des Rechtswegs gekürt und der Pokal virtuell übergeben. Die Siegerin/der Sieger verpflichtet sich, am Freitag, 13. Mai 2016 den nächsten Freitagstexter auszurichten und wird dafür in die hall of fames aufgenommen. Wenn das nichts ist!
Neuer Lieblingssalat. Aus Resten, die für die Rucola-Ziegenkäse-Ravioli mit Kohlrabi keine Verwendung gefunden haben. Das Nussöl mit dem Pedro-Ximenez-essig macht aus Rohkost etwas Köstliches und Kostbares. Kurzfutter, weil Morgen an dieser Stelle der Freitagstexter gastieren wird.
Erfahrene Blogleser merken sofort auf, wenn jemand irgendwo etwas kocht, das Potential zum häuslichen Nachkochen besitzt. Zumal, wenn sich Wildheuerin Micha über ihre gelungene Kreation (zu Recht) selber freut. Statt Gnocchi gibts hier jedoch Ravioli, den Rucola blanchiere ich nur teilweise, das gibt mehr Geschmack, da mein Rucola nicht wild wächst, und die Ravioli wende ich im buttrigen Kohlrabisud.
Ein Ausflug nach meinem Geschmack. Einfaches Mittagessen mit gutem Preis-Leistungsverhältnis im Engel in Sirnach, mitten im ländlichen Thurgau. Ein paar Kilometer südlich liegt die einzige Kloster-Bierbrauerei der Schweiz. Doch vor dem Bier erst die Pflicht:
Fischingen taucht im ersten Drittel des 12. Jahrhunderts als klösterliche Gemeinschaft im thurgauischen Tannzapfenland auf. Gegründet von Bischof Ulrich II. von Konstanz als bischöfliches Eigenkloster mit Männer- und Frauenkonvent. Fischingen erlebte zu Beginn des 12. Jahrhunderts eine erste, aber nur kurze Blütezeit. Wirtschaftlich blieb das Kloster lange Zeit völlig vom Bischof in Konstanz abhängig. 1440 zerstörte ein Brand alle hölzernen Bauten. Das war beinahe das Ende.
Mit der Eroberung der Landgrafschaft Thurgau durch die sieben eidgenössischen Orte geriet die Herrschaft Tannegg mit Fischingen bis 1798 unter die gemeinsame Fuchtel der Alten Eidgenossenschaft. Trotz Bemühungen der neuen Schirmherren gelang es aber nicht, das Kloster nachhaltig zu stärken. Die Reformation löschte das Klosterleben sogar völlig aus. Auf Betreiben der katholischen Orte wurde dem Kloster erneut Leben eingehaucht. Der Aufschwung, der gegen Ende des 16. Jahrhunderts eintrat, ist der energischen Führung zweier Aebte zuzuschreiben. Reformierte, ehemalige Klosterpfarreien konnten zur Rückkehr zum alten Glauben bewogen werden. Das Leben der heiligen Idda (Ita) von Toggenburg wurde als Legende vermarktet und verlieh dem Kloster neue Strahlkraft.
„Hier ligt Idda in disem Grab Die eine Gräffin von Kärchberg war Vermählt dem Graff von Toggenburg. Im Jahr 1226 selig Sie sturb zum trost viller frommen Leuthen. Mit Wunderzeichen thuot Leuchten“.
Nach der Legende habe einst ein Rabe Iddas Ehering gestohlen. Ein Jäger fand den Ring im Nest des Vogels. Als Iddas Ehemann den Ring an der Hand des Jägers bemerkte, bezichtigte er Idda der Untreue. Er liess den Jäger töten und stürzte Idda im Jähzorn aus dem Fenster seiner Toggenburg. Gott habe sie aber wegen ihrer Unschuld durch einen Engel auf wundersame Art und Weise gerettet. Später klärte sich der Irrtum auf, aber Idda widmete ihr Leben Gott.
Mit der Gründung der St. Iddabruderschaft wuchs der Pilgerstrom ständig an. Fischingen wurde zu einer bedeutenden Stätte am alten Pilgerweg von Konstanz nach Einsiedeln.
Im 17. und 18. Jahrhundert wurde die Klosteranlage im Barock- und Rokokostil umgebaut. 1685–1687 eine neue Klosterkirche errichtet, 1705 eine neue, der heiligen Idda geweihte Kapelle. Danach war die Schuldenlast derart gross geworden, dass das Mönchskapitel die Bauarbeiten einstellen musste. Nach dem Einmarsch der Franzosen musste das Kloster auf seine Herrschaftsrechte verzichten, durfte aber -mit Einschränkungen- zunächst weiter bestehen.
1836 übertrug der Kanton Thurgau die Verwaltung des Klosterbesitzes dem Staat. Die Klostergüter wurden verkauft. 1848 beschloss der Kanton die Aufhebung aller Klöster.
Nach einer Zwischennutzung als Textilfabrik erwarb 1879 der katholische Männerverein St. Iddazell das Kloster und eröffnete darin die katholische Waisen-, später Erziehungsanstalt St. Iddazell, die später -nach Aufdeckung von Missbrauchsfällen- in den Fokus der öffentlichen Kritik geriet. 1976 erfolgte die Umwandlung in ein Sonderschulheim.
Die Kirche mit der Iddakapelle ist heute im Besitz der Katholischen Kirchgemeinde Fischingen. Das Kloster gehört dem Verein. Nach dem Fall des Verbots der Errichtung neuer Klöster in der Bundesverfassung, 1973, zogen 1977 wieder Benediktinermönche in die alten Gebäude ein. Sie teilen sich die Anlage mit dem Verein, der das Seminarhotel, ein Restaurant, die Töpferei, eine Schreinerei und die Schule führt. Seit 2015 ist in einem Betriebsgebäude die Brauerei Pilgrim untergebracht. Endlich sind wir bei der Brauerei angekommen. So viel nacherzählen macht Durst!
Vor über 40 Jahren übernahm Martin Wartmann, Brauer und Bier-Kaufmann, die Leitung der Actienbrauerei Frauenfeld und entwickelte das «Ittinger Klosterbräu», mein Hausbier seit Jahren. Das Ittinger Bier wurde später von einer industriellen Grossbrauerei übernommen. Es schmeckt mir immer noch, auch Frau L. benutzt es gern als Pflegespülung nach dem Haarwaschen.
Martin Wartmann, weiterhin im Brauereigeschäft aktiv, hat vor 2 Jahren im Kloster Fischingen wieder von vorne angefangen. Seine Zielsetzung ist, mit professionell hergestellten, qualitativ hochstehenden (und hochpreisigen) Bieren eine Marktnische zu besetzen. Insgesamt werden jährlich rund 300’000 Flaschen Klosterbier in 3 Kategorien „craft beer collection“, „Bière d’abbaye“ und dem flaschenvergorenen „Bière Grand cru“ anvisiert. Seit die Craft-Beer-welle von Amerika kommend Deutschland überschwemmt, und ich als Weintrinker von Bier kaum viel mehr weiss, als dass es schäumt, habe ich mir die ganze Kollektion im Doppel (9 Sorten) gekauft (wirklich!) und werde Flasche um Flasche durchprobieren. Vielleicht bleibt ja was hängen. Schon die erste Probe bestätigte den himmelweiten Unterschied zu den Lagerbieren des Schweizer Ex-Bierkartells. Ich fürchte, dass für die Haare von Frau L. nichts übrig bleiben wird.
Wer hat denn Angst vor Spinnen? einfach auf das Bild der Spinne klicken, und schon folgt die (zahme) Spinne dem Cursor wie ein braves Hündchen. (benötigt Adobe shockwave player).
Nachdem wir diese Phobie überwunden haben, holen wir uns beim Metzger Kalbsspinne. Dazu muss der Metzger sein Kalb auf französische Art zerlegen (wer weiss, wo er onglet kriegt, weiss auch, wen er nach araignée de veau fragen muss). Irgendwo, ungefähr zwischen Unterschale und Nuss (hab noch nie ein Kalb zerlegt) steckt ein kleines, bindegewebsreiches Stück Muskelfleisch, auf jeder Seite des Hinterbeins eines. Beim Rind etwa 300 g schwer, beim Kalb kleiner. Entsprechend rar ist das Fleisch: Ein aus vier Muskelköpfen bestehender Skelettmuskel. Mittendurch läuft ein Sehnenband, das vom Metzger herausgeschnitten wird. Letztlich hat man solch unansehnliche Schnitzelchen, die mangels Nachfrage meist in der Wurst oder im Hackfleisch enden:
Der Metzger meinte, ich solle sie als Schnitzel panieren und braten, das war mir aber doch zu gewagt. Ich habs mit einem Ragout probiert. Voller Erfolg: butterzart und doch irgendwie mit Charakter im Biss. Kräftiger, guter Geschmack. Wunderbares Fleisch.
Ragout von der Kalbsspinne an Senfsauce
Zutaten
300 g Kalbsspinne, pariert
1 Schalotte, geschält, fein gehackt
1 EL Ghee
50 ml Weisswein
30 ml Weinbrand
250 ml Geflügelfond
1 EL Moutarde de Meaux
weisser Pfeffer
wenig Meersalz
50 ml Rahm
Zubereitung
(1) Spinnenschnitzel zu Ragout schneiden. Im heissen Butterfett kurz allseitig anbraten. Herausnehmen und warm stellen. Schalotte in derselben Pfanne leicht andünsten, dann ablöschen mit Weisswein und Weinbrand, Bratensatz aufkratzen. Geflügelfond, Senf und das Fleisch zugeben und auf kleinster Flamme zugedeckt 1 Stunde ziehen lassen (die Temperatur blieb immer knapp unter 80°C).
(2) Fleisch herausnehmen, Sauce absieben und auf etwa 30 ml einkochen, Rahm zugeben und mit Salz und Pfeffer würzen. Nachwürzen mit etwas Senf und Weinbrand. Fleisch wieder zugeben, nicht mehr kochen.
Dazu Knöpfli und Kefen.
Das war so gut, dass ich das gleich nochmals machen muss.
Wie alt sie tatsächlich war, hat sie nicht verraten. Damen frägt man nicht nach ihrem Alter. Der Farbe nach könnte sie 12-18 Monate alt gewesen sein. Hingegen weiss ich, dass sie der Familie Morucha aus Spanien entstammt und sich heute als Côte de boeuf präsentiert. Die Kuh soll sich ausschliesslich an der Luft aufgehalten und von Rauhfutter gelebt haben.
Anlässlich des letzten 8plus8-Kochkurses bei Lucas Rosenblatt brachte der Paketbote ein paar Kilogramm Hochrippe in das Lädeli. Siehe Headerbild. Zwei Stunden später war alles verkauft. Auch ich habe zugegriffen und mir einen Gentlemans cut erobert.
Nun bin ich bekanntermassen weder Grilleur noch Fleischbrater und mache die Hochrippe immer noch so, wie ich ein Bistecca alla fiorentina seit Jahrhunderten mache: ohne SchnickSchnack wie Sous-vide, Niedertemperatur oder Rückwärtsbraten: Kurz in rauchheissem Fett angebraten, dann ab in den Ofen. Keine Marinade, nur Salz und Pfeffer, basta. Einzige Konzession an die Moderne: die Dame im Ofen erhielt ein Thermometer zwischen die Rippen. Und die Dame am Tisch Kampotpfefferbutter auf die Rippe.
Côte de boeuf Morucha
Zutaten
600 g Côte de boeuf, Morucha, 6 Wochen am Knochen abgehangen
schwarze Pfeffermischung
Fleur de Sel
Bratöl
Kampotpfefferbutter (Kampotpfeffer, Schalotte, Chili, Butter)
Zubereitung
(1) Fleisch waschen, trockentupfen, mit gemörserter Pfeffermischung einreiben, in einen Beutel legen und vakuumieren, 48h in den Kühlschrank legen.
(2) 4 h vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen mit einem Blech mit Gitter auf 160°C U/O-hitze aufheizen.
(3) Stahlpfanne aufheizen (8/9), wenig Bratöl rein, Fleisch allseitig total 4 Minuten anbraten. Thermofühler rein und ab auf das Gitter in den Ofen. Ca. 25 Minuten bis Kerntemperatur 60°C braten. Nach Halbzeit einmal wenden. Mit Fleur de Sel bestreuen. 10 Minuten auf dem Gitter an der Wärme (Tellerwärmer, 60°C) abstehen lassen.
Zum Niederknien. Zart. Voller Geschmack, der auf der Zunge Flamenco tanzt. Hab noch nie sowas gegessen. Heidi, Rösli, Chleb und Vreneli, die mit ausländischem Kraftfutter gemästeten, schweizerischen Vielzweckeinheitskühe (liefern viel Milch, Katzenfutter, Leder, daneben noch essbares Fleisch und selten Hornmehl) können mit der spanischen señora oder señorita (oder was auch immer, ich sehe das dem Fleisch nicht an) nicht mithalten. Schweizer Vielzweckfleischzüchter Olé ! Tut etwas! Machts nach! Schweizer Metzger, euer Problem ist das Label „Schweizer Fleisch“. Wundert euch nicht, wenn wir lieber die Beilage essen. Solange gute wie schlechte Qualität im selben Vertriebskanal zum Einheitspreis verkauft werden, ist Fleischkauf in der Schweiz eine Lotterie mit vielen Nieten.
Das Zeitfenster, in welchem man einen Blick auf Schloss Mauensee, nordwestlich von Sursee auf einer Insel im See gelegen, erhaschen kann, währt nur kurz. Zwei Wochen später hätte sich das Schloss im dichten Blätterwerk des Naturschutzgebietes rund um den See versteckt.
Burg und Herrschaft Mauensee gehörten im 13. Jahrhundert je zur Hälfte den Grafen von Habsburg und Freiherren von Grünenberg. Nach dem Sempacherkrieg, 1388, zerstörten die Eidgenossen die Burg. Von der ursprünglichen Anlage ist nicht mehr viel übrig geblieben. 1455 kaufte die Stadt Luzern See und Insel samt dazu gehörender Lehensherrschaft. Nach Handwechseln innerhalb des Surseer und Luzerner Patriziats gelangte der Besitz 1600 an die Luzerner Patrizierfamilie Schnyder von Wartensee, die das heutige Schloss samt einer Hauskapelle errichtete. Der Bau wurde damals mit einer Umfassungsmauer mit hohem Turm umgeben, die an den vier Ecken von kleineren Türmchen flankiert waren. Die Fortschritte in der militärischen Belagerungstechnik liessen jedoch Mauern und Türme bald zum blossen Zierat werden.
Im 17. und 18. Jahrhundert wechselte Mauensee wiederholt seine Eigentümer. 1811 gelangte Mauensee an die Zofinger Familie Eggstein, welche Kapelle, Ecktürme und Umfassungsmauer zugunsten der Seesicht abreissen liess. Nach weiteren Handwechseln kaufte 1942 der Luzerner Patrizier Karl von Schuhmacher, Gründer und Herausgeber der Weltwoche, Schloss und See.
Der heutige Besitzer Uli Sigg (Wirtschaftsjournalist, Unternehmer mit langjähriger China-Erfahrung, Kunstsammler chinesischer Gegenwartskunst, Mäzen, in jungen Jahren Schweizer Meister im Achter-Rudern) kaufte und renovierte das Schloss 1998.
Aus der Ferne erinnert das Schloss und seine Zugänge an ein barockes Luzerner Landschlösschen.
Unter allen bisher besichtigten Schlössern ist Schloss Mauensee das Lieblingsschloss von Frau L.. Da sitzt aber schon der Herr Sigg drin und der will es nicht hergeben. Und überhaupt haben wir kein Geld für derartige Träume. Vergeblich suchte ich ihr, die schmucke, blaue Bushaltestelle „Schloss“ der Linie 63 als Ersatz schmackhaft zu machen. Ein tüchtiger Schreiner hätte schnell ein Fenster für den Seeblick ausgespart und eine Türe, sprich Eingangportal eingesetzt. Ein paar Sitzkissen, ein Anschluss für den Teekocher… und fertig wäre unser Schloss gewesen. Aber das blaue Häuschen gehört der Buslinie Rottal, und die will es uns auch nicht hergeben.
Do re mi fa so la si… wir kaufen uns ein Häuschen, ein casetta in Kanada…
Das Thema Morcheln und Grünspargel lässt mich noch nicht los. Jedes Jahr im Frühjahr dasselbe. Kürzlich assen wir bei Madame Douce Steiner als Zwischengericht „Grüne Spargelspitzen und Morcheln auf Sauerampfer Sauce, kleine Blätterteigkissen, Estragon Schaum“. Ein stimmiges Gericht. Ich habs versucht aus dem Gedächtnis nachzukochen. Madame Steiner verwendete zwar den dominanteren Sauerampfer. Den verträgt das Rheuma von Frau L. wegen der Oxalsäure jedoch schlecht. So behalf ich mir mit dem milderen Blutampfer und streckte diesen noch mit ein paar Blättchen Bärlauch.
Grünspargel und Morcheln auf Ampfersauce
Zutaten
Hauptmahlzeit für 2 Personen
Ampfersauce:
eine Hand voll kleine Blutampferblättchen, das erste, was im Juragärtchen wächst. Bei Sauerampfer weniger verwenden.
eine Handvoll Bärlauchblätter, Verhältnis dem Geschmack anpassen
2-3 EL Sauerrahm
Kräutersalz
weisser Kampot Pfeffer
Grünspargel:
1 Bund dünner „Wildspargel“ von der Adria oder aus Apulien
Butter
Fleur de Sel
weisser Kampotpfeffer
Morcheln:
100 g frische, schöne Morcheln
1 Schalotte, geschält, gehackt
Butter
1 TL frische Thymianblättchen
3 EL Weisswein
Würzen mit: Salz, Cayenne, Pfeffer, ein paar Tropfen Zitronensaft, wenig Biozitronenabrieb
als Garnitur:
frisch gebackene Butter-Blätterteigfleurons
ein paar junge Blutampferblättchen
Grünspargelstücke mit der Ampfersauce
Zubereitung Ampfersauce:
(1) Ampfer waschen, trocken tupfen, fein hacken und in den Standmixer geben. Bärlauch kurz blanchieren, kalt abschrecken, auspressen und in den Standmixer geben. Sauerrahm zugeben und das Grünzeug fein mixen. Würzen mit Kräutersalz und weissem Pfeffer.
Estragonschaum:
(2) Schalotte, Estragonblätter und Pfefferkörner mit dem Rahm fein mixen. Abschmecken. Das gibt natürlich keinen richtigen Schaum. In einem Vorversuch machte ich erst ein Sabayon, das schmeckte mir aber zu wenig nach Estragon.
Grünspargel:
(3) Enden der Grünspargel abbrechen. Spitzen etwa 4 cm lang abschneiden. Stangen in 1-2 cm grosse Stücke schneiden.
(4) Spargelstücke auf dem Dampfeinsatz eines Topfes etwa 6 Minuten „blanchieren“. Herausnehmen und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Mit der Hälfte der Sauerampfersauce mischen, nachwürzen und warm stellen.
(5) Spitzen in einer beschichteten Bratpfanne in Butter anbraten, einen Schuss Wasser zugeben und mit geschlossenem Deckel etwa 5 Minuten garen. Mit Fleur de Sel und Pfeffer bestreuen.
Morcheln:
(6) Die Morcheln waren so schön, dass ich sie für einmal ganz belassen habe, Stiele abschneiden. In sprudelndem Salzwasser etwa 10 sek. blanchieren, mit einem Sieb herausheben und über einem Gefäss abtropfen lassen.
(7) Schalotte in Butter anziehen, Morcheln und Thymianblättchen zugeben, kurz mitdünsten, dann mit dem Abtropfsaft der Morcheln und dem Weisswein ablöschen und zugedeckt garen, bis die Morcheln knapp gar sind. Deckel abnehmen und Flüssigkeit verdampfen lassen.
finish:
Spargelstücke mit der Ampfersauce in vorgewärmte Teller vorlegen, Spargelspitzen, Morcheln und Blätterteigfleurons dazu legen. Wenig Estragonschaum dazu geben.
Im allerletzten Moment sogar mit dem Estragonschaum
Verglichen mit dem Original nicht schlecht gelungen.
Die Dorfbewohner von Trin dürften sich ob meiner Ravioli wundern. Normalerweise sind das einfache, viereckige Bauernravioli, gefüllt mit Dörrbirnen. Serviert an heisser Butter oder brauner Zwiebelschwitze mit Bergkäse. Das Dorf Trin liegt zwischen Ems und Flims. Kriegen tut man sie aber auch in andern Orten der Surselva. Die Dörrbirnen weichte ich statt in Trinser Bergquellwasser in Rotwein ein. Das Einweich-„wasser“ kochte ich zu dickem Sirup ein und tropfte den entstandenen vin cotto als Sauce auf die Teller. Dafür liess ich den Zucker in den Ravioli weg. Sonst hielt ich mich nahe am klassischen Rezept, wenn man von Teig und Form absieht. Wunderbare, bäurische Teigtaschen zwischen Süss, Sauer und Salzig. Einfach und problemlos in der Herstellung.
Ravioli mit Dörrbirnenfüllung
Zutaten
für etwa 50 runde Ravioli (eigener Ravioliteig)
110 g Weissmehl Typ 00
110 g Semolina (De Cecco, rimacinata)
2 g Salz
160 g Eigelb (L.: 5 Eigelb, 1 Vollei)
1 EL Olivenöl
9 weichgedörrte Speckbirnen, 200 g
Wasser zum Einweichen (L.: ca. 2 dl Rotwein)
25 g Butter
1-2 EL dunkle Brotbrösel (aus altem Pailassebrot geröstet)
2 EL Zucker (L.: weggelassen)
20 ml Birnenschnaps, wenn er gut ist: 30 ml
Salz
schwarzer Pfeffer
Prise Zimt
1 Zwiebel, streifig geschnitten
50 g Butter
50 g Alpkäse (L.: reifer Comté Fort St. Antoine)
fakultativ: farbige Bio-Heublumen
Zubereitung Füllung:
(1) Stiele und Fliegen der Birnen wegschneiden, Birnen grob zerteilen und über Nacht in Rotwein einlegen, dann hacken. Den Wein vom Einweichen langsam zu Sirup einköcheln.
(2) Butter in einer Pfanne schmelzen, Birnen, Brösel und (Zucker) beigeben. 5 Minuten dünsten. Ablöschen mit dem Birnenschnaps, mit Salz, Pfeffer und Zimt abschmecken. Trocken dünsten. Kalt stellen.
Ravioli:
(3) Alle Teig-Zutaten zu einem festen, nicht klebrigen Teig verkneten, 1 Stunde ruhen lassen. 50 g Portionen mit der Pastawalze hauchdünn zu 6-7 cm breiten Bahnen ausrollen. Die Bahn quer halbieren. Die Füllung mit Teelöffeln in Abständen von ca. 7 auf die eine Bandhälfte setzen, mit wenig Wasser umpinseln, dann die zweite Bandhälfte auf die erste legen, leicht andrücken, Luft herausdrücken und mit einem Margeriten-Ausstecher (L.: 6 cm) runde Ravioli ausstechen.
(4) Das Ravioli zusammenkneifen. Auf einem Trockengestell oder einem mit Semolina bestreuten Tuch zwischenlagern.
(5) Reichlich Butter leicht bräunen, Hitze runter, Zwiebelstreifen zugeben und langsam blond dünsten.
(6) p.P. 5-8 Ravioli in heissem Salzwasser 4 Minuten garziehen lassen. Mit Drahtkelle herausheben, in den Zwiebeln schwenken. Den eingekochten Rotwein (vin cotto) auf vorgewärmte Teller zeichnen. Ravioli auf anrichten. Mit Käse bestreuen.
Bio-Dörrbirne, Ach wie bald, ach wie bald, schwinden Schönheit und Gestalt (W. Hauff)
Meine Rezeptquelle ist der Verkehrsverein Trin, dasselbe Rezept wird aber im Internet von verschiedenen Autorinnen als das überlieferte Rezept ihrer Grossmutter bezeichnet. Da scheinen sich alle auf dieselbe Grossmutter zu berufen. Trotzdem, die Empfehlung des Verkehrsvereins: „die müssen Sie probiert haben„, kann ich nur unterschreiben. Meine Idee, die Teller mit Bio-Heublumen zu bestreuen, hob mich kurz in die Sphären einer romantischen Bergwelt. Doch wurde ich von Frau L. mit der Bemerkung „Ravioli mit Heublumen-Dressing“ wieder auf die Erde geholt.
Ein verdienstvoller und doch zwiespältiger Mann, der Johann Ludwig, Schlossherr zu Kastelen. 1595 in Bern geboren, 1650 im badischen Breisach gestorben. Nach der Schule, die er als Sohn des Landvogts von Morges in Genf besuchte, diente er 1611-16 als Page am Hof des Fürsten Christian von Anhalt-Bernburg.
1618-25, zu Beginn des Dreissigjährigen Kriegs, war er Offizier unter den Fahnen deutscher, protestantischer Fürsten (Anhalt, Brandenburg, Braunschweig), wurde 1620 gefangen genommen und mehrfach verwundet. Danach trat er in den Dienst des schwedischen Königs Gustav Adolfs. 1625 war er Oberst und Generalquartiermeister im polnischen Feldzug der Schweden.
1627 kehrte er in seine Heimatstadt zurück, wurde Kriegsrat, 1629 Mitglied des kleinen Rates. Wurde von den reformierten Ständen mit der Ausarbeitung einer gemeinsamen Verteidigungsstrategie beauftragt. Darin verlangte er eine stehende Truppe, einen ständigen General und massive Aufrüstung. Doch die notorisch zerstrittenen reformierten und katholischen Stände wollten davon nichts wissen, die Angst vor dem siegreichen Oesterreich, vor den hohen Kosten und die friedensverwöhnte Beharrlichkeit waren stärker.
Mit der Entlassung Wallensteins durch den Kaiser und der Landung Gustav Adolfs zeichnete sich ein Umschwung des Kriegsglücks zu Gunsten der Reformierten ab. Die Warnung Gustav Adolfs an die Schweiz, dass er sie zum Kriegsschauplatz machen werde, falls sie den Spaniern ihre Alpenpässe öffnen würden, hatte Wirkung. 1632 einigten sich katholische und reformierte Stände auf eine bedingte Neutralitätserklärung. 1633 wurde von Erlach zum Oberbefehlshaber des Grenzschutzes im bernischen Aargau ernannt, da im benachbarten Oberrheingebiet und im Elsass die Schweden eingebrochen waren. Nebenbei erwarb er die Herrschaft sowie die Burg Kasteln. Die Tagsatzung verpflichtete von Erlach zu strikter Neutralität. Für einen weltgewandten Kriegsmann von seinem Schlage eine unmögliche Einschränkung. Er unterstützte den schwedischen Feldherrn, Herzog Bernhard von Weimar, erst verdeckt, dann offen mit Rat, mit Aufklärung und Nachschub, geriet letztlich im Februar 1638 in der Schlacht bei Rheinfelden als kombattanter, „nebenamtlicher“ Stabschef Bernhards von Weimar in österreichische Gefangenschaft. Für die Katholiken ein krasser Neutralitätsbruch. Nach dem Sieg Bernhards und der Kapitulation Rheinfeldens im März kam er wieder frei. Die katholischen Stände regten sich fürchterlich darüber auf, dass der Herzog die Stadt von der Schweiz aus überfallen hatte, bezichtigten Bern der Begünstigung des Herzogs. An einer ausserordentlichen Tagsatzung bat von Erlach um seine Entlassung, die angenommen wurde.
Im Sommer 1638 trat Hans Ludwig von Erlach im Rang eines Generalmajors in Schwedisch-Weimarischen Dienst. Bernhard, obgleich offiziell schwedischer General, war durch mangelnde Unterstützung der Schweden schon 3 Jahre zuvor in Verhandlungen mit Kardinal Richelieu getreten und erhielt von den Franzosen jährliche Subsidiengelder zum Unterhalt der Weimarischen Truppen. Der innere Widerspruch, dass eine katholische Macht die Sache der Reformierten unterstützte, mag heute verwundern, dabei muss aber berücksichtigt werden, dass erstens Macht mehr gilt als Prinzipien. Zweitens die Heeresführer damals selbstständige General-Kriegs-Unternehmer waren, die für Anwerbung, Unterhalt, Besoldung und Bewaffnung ihrer Soldaten meist selber aufkommen mussten, dafür aber von ihren Auftraggebern pauschal (und fürstlich) entlohnt wurden. Blieben die Zahlungen aus, hielt sich das Kriegsvolk anderweitig und durch Marodieren schadlos nach dem Sprichwort: „Krieg ernährt den Krieg“.
Bernhard von Weimar beauftragte von Erlach mit der Fortführung der Belagerung der österreichischen Festung Breisach (Baden-Württemberg), deren Kommandant, Hans Heinrich von Reinach, sich im Dezember 1638 ergab. Danach ernannte Bernhard von Weimar von Erlach zum Stadtgouverneur.
Während der Vorbereitungen zu dem neuen Feldzug gegen die Kaiserlichen starb Bernhard von Weimar 1639 in Neuenburg. Vor seinem Tod bestellte er Ludwig von Erlach zum Vollstrecker seines Testamentes und stellte ihn an die Spitze seiner Truppen. Um Bernhards Erbe stritten alle im Krieg begriffenen Mächte. Entgegen der letzten Verfügung Bernhards, die eroberten Gebiete am Oberrhein einem seiner Brüder zu übergeben, führte Hans Ludwig von Erlach unverzüglich Unterhandlungen mit Kardinal Kardinal Richelieu.
Die weimarische Armee wurde in der Folge unter französischen Oberbefehl gestellt, die besetzten österreichischen Gebiete wurden an Frankreich übergeben, von Erlach wurde in seiner Stellung als Gouverneur von Breisach und Oberbefehlshaber der weimarischen Truppen bestätigt und erhielt die französische Staatszugehörigkeit. Dazu eine hohe Gratifikation, die er zum Ausbau von Schloss Kastelen brauchte.
Als „Gubernator“ von Breisach hatte Erlach bedeutenden Einfluss auf die französischen Feldzüge am Rhein und in Süddeutschland. 1646 vermittelte er die Mission des eidgenössischen Gesandten Johann Rudolf Wettstein am Friedenskongress von Münster und Osnabrück.
1647 wurde Erlachs Position weiter gefestigt, indem er zum ranghöchsten Generalleutnant unter dem Oberbefehl Turennes aufstieg. Das Porträt oben stellt Erlach als Generalleutnant mit dem Kommandostab der französischen Krone dar. 1648 entschied er als Kommandant des Reservekorps die Schlacht von Lens (Flandern) gegen die Spanier.
1649 wurde er u.a. Kommandant der französischen Armee im Reich.
Die Franzosen blieben fällige Zahlungen schuldig, die Truppen murrten, verlangten Sold oder ihre Entlassung und gebärdeten sich mehr und mehr als Sauhaufen. Das notleidende Volk war der fremden Truppen überdrüssig. Ende 1649 erkrankte Erlach schwer. Auch eine Kur im Sauerbrunnen von Bad Peterstal-Griesbach führte zu keiner Besserung. Hans Ludwig Erlach verstarb am 26. Januar in Breisach. Beigesetzt wurde er zunächst bei seinem Schloss, später in der von ihm gestifteten Kapelle in Schinznach.
Kirche Schinznach-Oberflachs
Seine Witwe forderte vom französischen König vergeblich die noch ausstehenden 200’000 livres, kaufte sich in Basel dennoch ein Stadtpalais in der St. Johannsvorstadt, den heutigen Erlacherhof, verstarb 5 Jahre später und ruht an seiner Seite.
Unter dem Wappenschild der von Erlach
Hier liegt der mächtige Mann, von der heutigen Wahrnehmung vergessen, im steinernen Sarkopharg. Die Glocke, die ihn dereinst erwecken wird, steht bereit. Die Engel, die ihm seinen bezahlten Platz im Himmel anweisen sollen, warten seiner.
Beim Blättern im Wall Street Journal bin ich noch auf ein weiteres Rezept von Massimo Bottura gestossen. Das Rezept stamme von seiner Grossmutter und werde samt einem Beutel Brotbrösel als Abschiedsgeschenk an die Restaurantgäste verteilt. Rezept und Zutaten entsprechen etwa dem, was in Italien bei Passatelli üblich ist. In seinem 3-Sterne-Restaurant werden sie anders zubereitet: die Passatelli kriegen noch Topinambur, Sellerie und Trüffel verabreicht. Serviert in Spanferkelbrühe, dazu mit Cotechino gefüllten Morcheln. Mein Gott. Ich strebe nicht nach Sternen und halte mich lieber an die Grossmutter. Aber die Grossmutter gibts nur mit amerikanischen Hohlmassen. Und mit Cups stehe ich auf Kriegsfuss. Was sucht man doch immer in der Ferne, wenn das Gute so nah liegt? Wie etwa bei Ariane von Tra dolce ed amaro. Sie macht das perfekt und erst noch in Gramm.
Passatelli in brodo con spugnole
Zutaten
4 Personen
100 g weisse Semmelbrösel
100 g bester Parmigiano Reggiano, frisch gerieben
Abrieb einer halben, unbehandelten Zitrone
2 Eier
Salz
weisser Kampotpfeffer
Muskatnuss
1.5 Liter gute Brühe (L.: halb Geflügelbrühe, halb Kalbsbrühe von einem Tafelspitz)
Einlage:
100 g frische Morcheln
Zubereitung
(1) Semmelbrösel und Parmigiano miteinander mischen, Salz, Pfeffer und Zitronenabrieb hinzufügen und die Eier einarbeiten; zunächst mit dem Knethaken der Küchenmaschine, ähnlich wie bei einem Pastateig. Nach ein paar Minuten kommt der Teig zusammen, dann noch von Hand durchkneten. Der Teig soll weder zu fest noch zu weich sein, so dass er noch gut durch die Kartoffelpresse geht.
(2) Brühe aufkochen. In einem zweiten Topf Wasser aufkochen und salzen. Morcheln längs halbieren und putzen. In dem sprudelnden Salzwasser etwa 10 sek. blanchieren, mit einem Sieb herausheben, in die Brühe geben und dort nachgaren lassen. Das Blanchieren ist wichtig, entfernt Sand und Trübstoffe.
(3) Den Teig durch die gröbste Einlage (8mm) der Kartoffelpresse direkt in die kochende Brühe drücken. Nach 1 Minute kommen sie hoch und sind gar. Naseweis wie ich bin, hab ich sie erst in separat siedendes Salzwasser gedrückt und wollte damit Trübungen in der Brühe vermeiden. Durch das Abgiessen und Umplatzieren waren Kollateralschäden an den langen Strängen unvermeidlich.
Festtagsessen. Wie die wohl mit einem 5-jährigen Sbrinz von Beeler, anstelle des Parmesans, schmecken würden?
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