Waldenburg liegt am oberen Ende des vorderen Frenkentals (auch Waldenburgertal genannt). Hier führte bereits in römischer Zeit die Passstrasse über den Oberen Hauenstein durch. Waldenburg war über Jahrhunderte ein wichtiger Umschlagsplatz für Waren aller Art, es war einer der Hauptübergänge von Deutschland ins schweizerische Mittelland und weiter Richtung Süden. Warum nicht mal anhalten ?
1244 wurde „Waldenburch“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name geht auf Walenburg zurück, „Burg der Walen“, der Welschen, das hatten wir doch schon bei den Walnüssen, siehe hier.
Im Mittelalter gehörte das Gebiet zum Besitz des elsässische Klosters Murbach, später dem Grafengeschlecht der Froburger. 1230 wurde am Gotthard die erste hölzerne Brücke, die Teufelsbrücke, über die bis dahin für den Warentransport unpassierbare Reuss gebaut und der Gotthardpass als schnelle Transitstrecke erschlossen. Um diese Zeit gründete Hermann von Froburg das Städtlein Waldenburg zur Sicherung der Passtrasse über den Obern Hauenstein. Er umgab die beiden Strassen mit zwei Toren und einem Mauerring. Links und recht oberhalb des Stadtchens wurde das Städtchen von zwei Burgen gesichert.

In der nordwestlichen Mauerecke hausten die Edlen von Arnolsdorf (Arisdorf) im einzigen Steinhaus, dem späteren Pfarrhaus.

1366 kam das Städtchen in den Besitz des Bischofs und 1400 der Stadt Basel. 1797 nächtigte Napoléon Bonaparte bei der Durchreise von Bern nach Basel im Ort. 1833 wurde Waldenburg Bezirkshauptort im neu gegründeten Kanton Basel-Landschaft. Nachdem der Passverkehr über den Oberen Hauenstein durch den Bau der Centralbahn Basel-Olten vollständig zum Erliegen gekommen war, drohte die Gemeinde Waldenburg zu verarmen. Durch die Gründung der Uhrenfabrik Société d’Horlogerie à Waldenburg im Jahre 1853 versuchte die Gemeinde den wirtschaftlichen Niedergang aufzuhalten.

Und weil die Mitte Anfangs des 19. Jahrhunderts aus einem ehemaligen Kornhaus erbaute Kirche in Waldenburg so hässlich aussieht, habe ich die Kirche von Niederdorf abgelichtet, zwei Dörfer weiter unten im Tal. Gehört zur selben Kirchgemeinde.
1880 wurde das Tal duch eine Schmalspurbahn von 750 Millimetern Spurweite (zwischen Liestal und Waldenburg erschlossen. 1953 wurde die Linie elektrifiziert. Durch das Städtchen schlendernd, wurde ich plötzlich einer schwarzen Rauchfahne gewahr. Die Dampfloki „Gedeon Thommen“, benannt nach dem Initianten der Waldenburger Bahn und ehemaligen Besitzer der Uhrenfabrik, wurde eingeheizt. Viel interessanter, als alte Kirchengemäuer zu besichtigen.

Im Internet gibts dazu ein Video, zur Freude aller Dampfbahnfans:
Quellen: Gemeinde Waldenburg



















































