…es führt kein andrer Weg nach Küssnacht.
Hier Vollend ichs – Die Gelegenheit ist günstig.
Dort der Holunderstrauch verbirgt mich ihr,
Von dort herab kann sie mein Blitz erlangen,
Des Weges Enge wehrt den Gaffern.
Mach deine Rechnung mit dem Himmel, Frau,
mit etwas Glück wird es nicht regnen
Denn heut will ich den Schnappschuss wagen,
und das schönste Bild mir
Im ganzen Umkreis des Gebirgs gewinnen.
auf dass wir still und harmlos weiterziehen können,
Denn fünf nach fünfe fährt das Schiff
Nach einem Bierchen ziehn wir unsres Weges fort,
Böses denkt, wer denkt an Mord.
(frei nach Schiller)

In der Hohlen Gasse soll Wilhelm Tell 1307 den habsburgischen Landvogt Hermann Gessler erschossen haben. Nach Aegidius Tschudi (1505-1572), dem ersten Schweizer Geschichtsschreiber, wurde um die 1530 zur Erinnerung an die Tat an der Hohlen Gasse ein Heilig Hüsli (Kapelle) erbaut, die 1638 vollständig neu errichtet wurde. Die heutige Hohle Gasse war einmal die Strasse von Küssnacht nach Immensee. Als der Verkehr zunahm, wurde 1937 eine Umfahrungsstrasse gebaut, welche die Hohle Gasse vom motorisierten Strassenverkehr entlastete. Die alte Strasse wurde mit Steinblöcken verengt.


Der ach so romantische Name Küssnacht lässt sich ganz banal auf eine Siedlung des römischen Gutsherrn Cossinius zurückführen, die um das Jahr 830 dem Kloster St. Leodegar in Luzern vermacht wurde. Später nahm der Einfluss von Luzern ab, als sich die Schwyzer hier festsetzten und noch vor dem Sempacherkrieg eine Zollstätte errichteten.

1424 wurde Küssnacht ein Bezirk des Kantons Schwyz mit eigenem Rat und Gericht. 1833 und 1847 führten parteipolitische Kämpfe zu kurzzeitigen Besetzungen durch Schwyzer- und Tagsatzungstruppen. Küssnacht galt von jeher als berühmte Reisedestination. Goethe und Uhland statteten Küssnacht einen Besuch ab. Auch der bayrische König Ludwig II. sowie der portugiesische König Dom Luis weilten hier. Die belgische Königin Astrid verunglückte 1935 in der Nähe. Was die hier alle suchten, ist mir nicht bekannt. Die Aussicht auf den See ist zwar durchaus hübsch. Der Seeplatz ist jedoch mit Autos verstellt. Das Luzerner Eichhof-Bier aus dem Heineken-Konzern ist trinkbar. Am Seeplatz und im Unterdorf liegen mehrere Gasthöfe, Bürger- und Fachwerkhäuser. Alle proper und nett.

















































