
Zweiter Teil des Besuches in Beromünster. Erster Teil siehe hier. Der Stiftsbezirk schliesst unmittelbar an die westliche Begrenzung des Städtchens Beromünster an. Die Stiftshäuser sind kreisförmig um die Stiftskirche angeordnet. Gesichert ist, dass zu Beginn des 11. Jahrhunderts Graf Ulrich der Reiche von Lenzburg eine im Kern bis heute erhaltene frühromanische Basilika als Schenkung errichtete und das Stift mit umfangreichen Gütern und Rechten ausstattete.
Der Kernbesitz des Stiftes lag im Michelsamt, der Region um Beromünster, umfasste aber auch Güter und Rechte im Gebiet des Sempachersees, des Wiggertales und der Innerschweiz und reichte in Streubesitzungen bis in die Nord- und Westschweiz und nach Süddeutschland (Auggen).
Das Lenzburger Stift kam im Jahr 1173 an die Grafen von Kyburg, 1264 an die Habsburger. In den durch die Besitzwechsel verursachten Händeln wurde die Stiftskirche durch Brände und weitere Zerstörungen mehrfach beschädigt. Nach der Eroberung des habsburgischen Aargaus durch die Eidgenossen 1415 gelangte das Stift mit dem ganzen Michelsamt an Luzern. Die bisherigen Chorherren, die mehrheitlich aus dem Aargauer Adel stammten, wurden nach und nach durch solche aus Luzerner Patrizierfamilien abgelöst. Die herrschaftlichen Stiftshäuser (Chorhöfe) rings um die Kirche zeugen noch heute vom Reichtum der damaligen Auftraggeber.

Die mehrere hundert Jahre alten Chorherrenhäuser stehen rund um die Kirche angeordnet und geben dem Stift ein Bild, das in seiner Form einzigartig ist. Jedes Chorherrenhaus hat seinen eigenen Namen, seine eigene Architektur und seine individuelle Geschichte. Die Anlage besteht insgesamt aus rund 40 Gebäuden. Eigentümerin ist die seit über 1000 Jahren bestehende Stiftung.



Die im 11. Jahrhundert erbaute, dreischiffige, romanische Basilika erhielt im 17. und 18. Jahrhundert ein barockes Gepräge mit reicher Rokoko-Ausstattung. Sie bildet mit dem angrenzenden Kreuzgang, dem Kapitelshaus und der Galluskapelle ein beeindruckendes Ensemble.

Altarausstattung und Kanzel zählen zu den Meisterwerken des süddeutschen Spätrokoko. Erbaut vom Wessobrunner Altarbauer Lorenz Schmid. Das Chorgestühl (1606-1610) der Gebrüder Fischer ist eines der Schönsten der Schweiz.

Der Taufstein stammt von 1778. Der vergoldete Deckelaufbau wurde durch einen einheimischen Künstler geschnitzt.


Der Franzoseneinfall von 1798 hat das Stift seiner wirtschaftlichen Basis beraubt. Schwerer als der Verlust eines grossen Teils des Kirchenschatzes und die finanzielle Belastung durch Kriegssteuern wog die Auflösung der Feudalrechte durch die Revolution. Dadurch verlor das Stift seine Besitzungen und die damit verbundenen Einkünfte.
Quellen
wiki
Chorherrenstift Beromünster




















































