
Kalt wars. Draussen flöckelte es leicht. Das geflickte Schultergelenk von Frau L. schmerzte. Nach dem Mittagessen raus aus der geheizten Bude, dem Rappel entfliehen: nach Zofingen. Was mir ganz unerwartet erlaubt, den abonnierten LiebhaberInnen meiner sonntäglichen Reiseberichte einen neuen Artikel abzuliefern.
Die historische Altstadt von Zofingen ist eine der am besten erhaltenen der Schweiz. Sie hat die Form eines unregelmässigen Rechtecks. Die aus dem frühen 14. Jahrhundert stammenden Ringmauern wurden Anfangs des 19. Jhdt. abgerissen, da sie militärisch wertlos geworden waren.
Zofingen ist eine Gründung der Grafen von Frohburg, die ihr Territorium gegen Ende des 12. Jahrhunderts südlich und nördlich des Hauenstein-Hügelzuges mit acht Stadtgründungen zu sichern begannen. Der am Handelsweg von Basel nach Luzern gelegene Ort wurde zu einem Markt- und Verwaltungszentrum ausgebaut. Gegen Ende des 12. Jh. wurde die heutige Zofinger Stadtkirche in ein Chorherrenstift umgewandelt; Stift und Dorf wurden zur Stadt mit Markt- und Münzrecht erhoben.
Um 1250 begann der Niedergang der Frohburger, die sich in drei Linien aufgeteilt hatten. Sie mussten im Jahr 1274 fast ihren gesamten Besitz an König Rudolf I. verkaufen. 1299 erwarben die Habsburger Zofingen, den Ursprungsort der Frohburger. Unter der Herrschaft der Habsburger erweiterte Zofingen seine Autonomie.
Während der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Luzern und den Habsburgern hielt Zofingen treu zu den Habsburgern und kämpfte am 9. Juli 1386 in der Schlacht bei Sempach an deren Seite. Auf dem Brunnenstock der Alt-Schultheiss Niklaus Thut, der in der Schlacht sein Leben verlor, der Stadt aber ihr Fähnlein rettete, wofür sie ihm ein Denkmal errichtete. Das zentrale Wahrzeichen ist die Stadtkirche St. Mauritius, die ehemalige Kirche des Chorherrenstiftes. Am Kirchplatz steht der St. Urbanhof, die Lehensverwaltung des nahe gelegenen, ehemaligen Klosters St. Urban.
Nachdem der habsburgische Herzog Friedrich IV. 1415 während des Konzils von Konstanz in Ungnade fiel, forderte der deutsche König Sigmund die Eidgenossen auf, den Aargau im Namen des Reiches zu erobern. Bern liess sich nicht lange bitten, und marschierte 1415 kampflos in die Stadt ein. Entgegenkommenderweise wurden nicht nur die bestehenden Rechte bestätigt, die Autonomie der Stadt konnte erweitert werden. Die Stadt prosperierte unter der Herrschaft der Berner. Zünfte wurden gegründet. 1528 beschloss der Rat von Bern die Einführung der Reformation. Das Chorherrenstift fiel der Säkularisation zum Opfer. Das heutige Erscheinungsbild wurde im 17. und frühen 18. Jahrhundert geprägt, als die Holzhäuser aus dem Mittelalter nach und nach durch Steinbauten im Barockstil ersetzt wurden. Die bernische Herrschaft erlosch 1798 mit der Bildung des helvetischen Kantons Aargau.
Auffallend die schöne Markthalle. Das gegenwärtige Gebäude entstand 1726 und diente mit der offenen Schaal (Fleischerei) im Erdgeschoss und der Tuchlaube im Obergeschoss einem doppelten Zweck. Heute werden hier nur noch die Wochenmärkte abgehalten. Dienstag und Samstags.

Zum herumstapfen wars uns dann doch zu kalt, schnell noch in der Bäckerei Leutwyler ein Luzerner Weggen gekauft, ein dunkles Sauerteigbrot, so gut wie ich es in Luzern noch nie erhalten habe. Das allein lohnte den Ausflug ! Rappelfrei kehrten wir wieder nach Hause zurück.
Quellen: google und homepage Zofingen.












































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