Heute ist wieder Weinrallye, der Tag, an dem von an Wein interessierten Weblogs über ein zuvor bestimmtes Thema geschrieben wird. Diesmal über die Faszination Wein. Der event durch Bernhard Fiedler von Bernhard Fiedler’s Weinblog betreut.
Weinbau ist harte, aufreibende Arbeit, kein Tag, kein Unwetter zieht vorüber, ohne Spuren im Rebberg zu hinterlassen. Sonne, Regen, Hagel, Trockenheit, Frost bestimmen den Alltag des Winzers. Der Kreislauf der Jahreszeiten, angefangen vom Rebschnitt bis zum Einbringen der Ernte mit all den Problemen wie der Gefahr des Verrieselns und der Fäulnis, fordern vom Winzer viel Fachwissen. Sind die Trauben endlich gelesen, ist die Arbeit des Önologen gefordert, der die Entwicklungsphasen des jungen Weines vom Fass bis zur Flasche überwacht, und idealerweise mit einem Minimum an Eingriffen einen charaktervollen, Lage- und sortentypischen Wein erzeugt. Wer sich die Arbeit vergegenwärtigt, die in dieses Getränk investiert wurde, versteht, warum Weinfreunde ihre Weine fachgerecht verkosten und beim Geniessen gebührend würdigen. Wer sich die über Jahrhunderte herangezogene, unermessliche Vielfalt der Rebe vergegenwärtigt, versteht, warum Weinfreunde immer wieder von neuem fasziniert sind von der Variabilität der Erscheinungsformen der Rebe und ihres Endproduktes, des Weines. Eine Faszination, die immer noch wirkt, obwohl die archaische Herstellung von Wein längst durch Technikeinsatz im Rebbau und Keller verdrängt wurde.
Meine Wein-„karriere“ habe ich in den sechziger Jahren mit dem Jahrgang 1949 begonnen. Eine Flasche Lagrein-Kretzer, Schloss Rametz. Der Name ist das einzige, woran ich mich noch erinnere. Anfänglich waren es unbedeutende Weinchen, meist die Schweizer Lokalfavoriten, Pinot noir, Chasselas sowie Elsässer Muscat. Gefolgt von den Entdeckungen, die Reisen in andere Länder mit sich brachten. Rieslinge, Italiener, Burgunder. Später die totale Kehrtwende zu Weinen aus dem Bordeaux. Heute, nachdem ich das Ausprobieren aller möglichen Sorten und Provenienzen längst hinter mir habe, bin ich „altersmilde“ geworden, weniger stur, offen für alles, was mir schmeckt. Treu nach wie vor den guten Weines des Bordeaux und den deutschen Rieslingen, ein paar Italiener, Spanier, Portugiesen und, nicht zuletzt als Folge des Weinrallyes, wieder ein paar Schweizer Weinen.

Womit könnte man das besser feiern als mit einer Flasche Wein. Eine Wiederentdeckung: Muscat Petit grain, diesmal nicht aus dem Elsass wie vor bald 40 Jahren, sondern von Robert Gilliard, aus dem Wallis. 2008.
hellgelb, klar, in der Nase die fruchtig-aromatische Frische der Muskatellertraube. Im Gaumen die aromatische Kraft des Muskateller, sauber. Ein Wein zum entspannen. Ein idealer Sommerwein. mit nur 12 Vol-% Alkohol. Ich mag diese Art Weine immer noch. Noch ein Glas bitte.












































