CH-4051 Basel: Bergwanderung (2)

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Basel, Spalenberg Sonntags

Wo waren wir letzte Woche sitzen geblieben ? Richtig, am Spalenberg, bei einem Glas Bier im Hofgarten des Löwenzorns. Auf gehts, den Spalenberg wieder hoch, an der Universität vorbei, den gelahrten Herrn des Bildhauers Alexander Zschokke freundlich zugeblinzelt, zum Petersplatz.

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Skulptur Lehrer und Schüler
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Haus zum Graben

Die alten Bäume dieser Anlage spenden den im Sommer so begehrten Schatten. An heissen Tagen planschen die Kinder im Brunnen.

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Petersplatz, Brunnen
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Petersplatz, Wildtsches Haus

Der Platz ist nicht immer so ruhig wie heute, Samstags findet hier der beliebte Flohmarkt statt.

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Petersplatz, Wildtsches Haus, Flohmarkt

Weiter am Stachelschützenhaus vorbei, einem Gebäude, das lange dem Wehrsport diente. Der Rat Basels förderte im 15. und 16. Jhdt. die Schiessausbildung an der Armbrust, denn das Gerät war wirkungsvoll. Auch einfachen Soldaten gelang es damit, berittene Reiter auf Distanz abzuschiessen. Der Name Stachel stammt vom Spannbogen, der, anfänglich aus Holz gefertigt, in höher entwickelten Modellen aus Stahl gefertigt wurde. Das Spannen erforderte Kraft, das Schiessen nur eine ruhige Hand.

Weiter zum Spalentor, einem der schönsten Stadttore in der Schweiz. Früher war es in die äussere Stadtmauer integriert. Die Briefkästen mit dem Basler Dybli drauf wurden 1843/44 von Melchior Berri entworfen. Sie stellten damals in den Stadtquartieren den Anschluss ans Postnetz sicher und werden noch heute bedient.

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Stachelschützenhaus, 1519/20
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Spalentor, 1398, Feldseite
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Briefkasten am Spalentor
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Spalentor, Stadtseite

Genug auf dem Spalenberg herumgekraxelt. Wenige Meter Höhenunterschied bringen uns auf den Heuberg, am Spiesshof, dem schönsten Basler Renaissancebau vorbei bis zur Abzweigung auf den Gemsberg. Kurzes Meckern auf der Brunnensäule, dem ersten Brunnen Basels mit einer Gussplastik aus Eisen. Blick in die idyllische Wohnlage des unteren Heubergs und wieder am Löwenzorn vorbei zum Spalenberg.

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Spiesshof
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Spiesshof, Tor 16. Jhdt.
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Heuberg
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Brunnen am Gemsberg
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Die Gemse, 1861, guckt auf ihren Berg
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Unterer Heuberg
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unterer Teil des Gemsberges
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Kolonialwaren am Spalenberg
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Oele, Suedfruechte, Zucker, der Tee, der Kaffee: vergangene Zeiten

Am Spalenberg ein kurzer Blick in den Spalenhof, einem auf romanischen Grundmauern gebauten Bau, der im Mittelalter im Besitz des Ritters Heinrich von Ramstein, später eines Bürgermeisters war. 1956 erwarb die Stadt Basel die Liegenschaft, die heute u.a. einem Kleintheater dient. Am Andreasplatz lockt der nächste Wirtshausgarten.

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Justitia am Spalenhof, ca. 1565
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Andreasplatz mit Affenbrunnen

Von der Schneidergasse rasch wieder über die Mittlere Brücke, an der auf das nächste Schiff wartenden Dame Helvetia vorbei.

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Frau Helvetia mit gepacktem Köfferchen

Ab ins heimische Klingental, einem ehemaligen Frauenkloster. Allwo Frau L. mit dem Nachmittagstee hinter einem der Dachfensterchen auf mich wartet. Basel hat übrigens noch viele Berge.

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Kloster Klingental, Wandbild Webergasse
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im heimischen Klingental

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Kaltes Buffet

Regelmässigen Lesern dürfte bekannt sein, dass wir seit einiger Zeit einmal die Woche in die Kantine des Universitätsspitals Basel essen gehen. Neben der Auswahl aus dem Tagesmenu, dem Spezialitätenmenu, dem Wahlmenu und dem Vegetariermenu gibt es hier ein kaltes Buffet in Selbstbedienung.  Früchte und Käse hab ich nicht fotografiert. Teller füllen, egal mit was, an der Kasse auf die Waage legen. Preis nach Gewicht. Zahlen.  Essen. Kantinenküche ?  Kantinenküche ! Noch einmal rund ums Büffet gelaufen:

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Bataviasalat, Mischsalat, Rucola
Kaltes Buffet 2_2010 07 23_8252
Tofusalat, Ofengemüsesalat, kalte Tomates provencales
Kaltes Buffet 3_2010 07 23_8253
Nudelsalat, Tomatensalat, Selleriesalat, Rote Betesalat
Kaltes Buffet 4_2010 07 23_8254
Kartoffelsalat mit Majo, Apfel-Staudensellerie-Curry-Salat, Nudelsalat, Tomatensalat
Kaltes Buffet 5_2010 07 23_8255
Thonsalat, gekochter Karottensalat, Rindfleischsalat
Kaltes Buffet 6_2010 07 23_8256
Kalte Kalbsschnitzel paniert, Thoncreme, kalte Lachsschnitzel
Kaltes Buffet 8_2010 07 23_8258
Rote Betesalat, Selleriesalat, Tomate-Mozzarella-Pesto
Kaltes Buffet 7_2010 07 23_8257
Kalte Zucchiniwürfel gebraten, Tofusalat, frischer Zucchinisalat

Neulich haben wir uns sogar als Gäste „immatrikuliert“. Mit Badge isst man günstiger 🙂

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Fagioli con tonno, Lauwarmer Bohnen-Thonsalat

Fagioli con tonno 0_2010 07 21_8240_ed

Lauwarme Borlottibohnen, Thon, Zwiebeln. Salatsauce. Nichts Besonderes, wenige Zutaten, ein einfaches Sommergericht für leicht kühle Sommerabende, wie wir es in Rom vor 40 Jahren beim Bohnenkoch in der Trattoria Er Faciolaro, Via dei Pastini 13, gleich hinter dem Pantheon, gerne gessen haben.

Zutaten
Hauptgericht für 2 Personen

250 ml Borlottibohnen
1 Dose bester Thunfisch an Olivenöl
1 kleine, rote Zwiebel in Streifen
1 Stange Staudensellerie (weggelassen, war keiner da), kleingeschnitten
gleiche Teile (je ein Schöpflöffel)
Olivenöl extra
Rotweinessig
Rotwein
Salz, Pfeffer
1 Bund glatte Petersilie

Zubereitung
(1) Bohnen über Nacht in kaltem Wasser einweichen. Wasser abgiessen. In frischem, leicht gesalzenem Wasser garkochen. Bei unsern Bohnen dauert das rund 20 Minuten. Bei spindeldürren, jahrelang gelagerten Bohnen ist die Versteinerung oft so fortgeschritten, dass empfohlen wird, das Wasser nicht zu salzen oder eine Prise Natron zu verwenden.
(2) Bohnen abgiessen, Flüssigkeiten beifügen, würzen, allenfalls nochmals leicht erwärmen. Zum Schluss den abgetropften Thon und die Petersilie zugeben.

Anmerkung
Anstelle von Wein und Essig kann man auch sehr gut Zitronensaft verwenden, anstelle von Petersilie Salbeiblätter.

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Essigzwiebeln

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Die Ernte meines Besuches in Lörrach wurde gleich zu Essigzwiebelchen verarbeitet. Prinzipiell nach dem gleichen Rezept wie schon für Gewürzgurken beschrieben.

Zutaten
Für ein 1 L Konservenglas
knapp 1 kg weisse Zwiebelchen, ein paar werden übrigbleiben
500 ml Apfelessig
320 ml Wasser
1 Tlf. Zucker
1 Tlf. Salz

10 g Senfkörner
2 g weisse Pfefferkörner
1 Nelke
3 frische Lorbeerblätter
3 Zweige Dill
3 Zweige Estragon, französischer
1 kleiner Peperoncino

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(1) Zwiebelchen putzen, wenn nötig die äusserste Zwiebelschicht entfernen.
(2) Essig mit dem Wasser, Zucker und Salz aufkochen, erkalten lassen.
(3) Die Zwiebelchen lagenweise mit den Gewürzen und Kräutern in das Konservenglas schichten und mit dem abgekühlten Essigwasser übergiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen. Nicht benötigtes Essigwasser wird an den nächsten Tagen zum Ergänzen benötigt.
(4) Glas öffnen, Wölbung eines Siebes gegen die Öffnung halten und den Essig vollständig abgiessen und auffangen. Danach aufkochen, Trubstoffe absieben, erkalten lassen und wiederum in die Gläser zurückgiessen. Verschliessen und 1 Tag kühl stellen.
(5) gleiches Prozedere wie unter (4) ein drittes Mal wiederholen. Nun den Essig nach dem aufkochen und sieben auf 60°C erkalten lassen, pro Liter Flüssigkeit 800 mg Sorbinsäure zufügen, erkalten lassen und wieder in die Gläser zurückgiessen.
Gläser verschliessen und mind. 6 Wochen im Keller stehen lassen.

Mit den bereits früher angesetzten:

Gewürzgurken und

Eingelegten Curry-Zucchini

sind nun die Beilagen für ein baldiges herbstliches Raclette beisammen. Fehlt bloss noch ein guter Käse. Auch diese hohe Hürde werden wir noch nehmen.

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Sangria Sorbet

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Einige stecken schon mitten in den Ferien. Zum Beispiel Bolli, die von ihrer Entdeckung des Jahres schwärmt: Confiture de Sangria. Konfitüren esse ich kaum, in Spanien war ich noch nie, in Mallorca schon gar nicht, Sangria habe ich noch nie probiert. Spanien bietet zu gute Weine, als dass man sich den Kopf mit Sangria zudröhnen müsste. Und doch, wenn ich für uns zuhause gebliebenen ausnahmsweise und gänzlich unverbindlich ein Sangria-Sorbet zubereiten würde ?

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Fruchtmischung nach Bolli

Zutaten
2 Bio-Orangen, Saft
und Abrieb einer halben Orange
1.5 Bio-Zitrone, Saft
und Abrieb einer halben Zitrone
1 Pfirsich
2 Tellernektarinen
total ca. 500 ml Fruchtsaft
80 g Puderzucker
80 g Traubenzucker
250 ml guter spanischer Rotwein, ¡Discúlpeme! señor Alejandro Fernández
2 g Agarpulver
Spur Salz

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Pfirsichmus
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In der Sorbetmaschine

Zubereitung
(1) Zitrusfrüchte auspressen.
(2) Steinfrüchte entkernen und in Stücke schneiden. Orangen- und Zitronen-Abrieb dazureiben. Mit dem Mixer zu einer homogenen Creme mixen, durch ein Sieb filtrieren. Die beiden Säfte vereinigen.
(3) Agar in 100 ml Rotwein aufkochen, etwa 1 Minute leise köcheln lassen, dann mit dem Rest des Rotweins verdünnen, und alles mit dem Fruchtsaft mischen. Die beiden Zucker unter Rühren auflösen. Prise Salz hinzu.
(4) über Nacht kalt stellen. Der vorab probierte Probeschluck vom Pfirsich-Zitrusfrucht-Wein-Gemisch bestätigt mein Vorurteil: brrr… nichts für mich.
(5) in der Eismaschine zu Sorbet drehen.

Anmerkung
Ich hatte die Fruchtsäfte bereits kühl gestellt, beim Mischen mit der Wein-Agar-lösung flockte der gelierende Agar teilweise aus. Ich wärmte deshalb die ganze Mischung nochmals kurz auf etwa 50°C, fuhr mit dem Stabmixer durch, bis alles wieder gelöst war und stellte sie dann kalt.
Das kühle Sorbet schmeckt zwar nicht schlecht, der herbe Wein kommt deutlich hervor, die geringe Menge des Zuckers erlaubt sogar das Servieren als Zwischengang in einem Menu der 80-er Jahre. Etwas für Sangriafreunde. Ich bleibe bei Rotwein. Mein Himbeer-Sorbet Rothschild mit Wein hat mir besser gefallen. Ich bin offensichtlich kein Sangria-Typ.

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Spanako-Pita-Lasagne

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Die Ferien rücken näher. Die Inhalte von Tiefkühler und Kühlschrank müssen geleert reduziert werden. Tiefkühlspinat vom letzten Winter, selbstgemachte Lasagneblätter, Strudelblätter, Feta, Quark … alles muss weg. Ein wenig Monambelles, etwas von Tobias und das Durcheinander von mir.  Spanako=Spinat, Pita=Torte, Lasagne=Nudelplatten. Die Lasagneplatten sind keine zwingende, kulinarische Notwendigkeit in dieser Torte, umgekehrt geben die Strudelblätter der Lasagne Halt und einen goldenen, knusprigen Deckel 🙂

Zutaten
200 g Feta Käse
150 g Rahmquark, abgetropft
10 tiefgefrorene Spinatwürfel, aufgetaut und ausgedrückt: 300 g
ein Paket Fertig-Strudelteig, 120 g, 4 Platten knapp 40 cm Kantenlänge
8 Lasagneplatten, aus dem Tiefkühler, ungekocht
3 Bundzwiebeln, in Ringe geschnitten
2 Eier
2 Knoblauchzehen
Olivenöl
Salz und Pfeffer, Muskatnuss

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zwei Lagen Spinatfülle
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zwei Lagen Quark-Feta-Creme-Fülle

Zubereitung
(1) Bundzwiebeln schneiden und in wenig Olivenöl andünsten. Spinat grob hacken und damit vermischen.
(2) etwa 150 g Fetakäse grob zerbröseln und mit einer Gabel mit dem Rahmquark zu einer Creme vermischen. Mit Salz und Pfeffer nachwürzen.
(3) Rest des Fetakäse zum Spinat bröseln, Knoblauchzehe fein hacken und untermischen. Würzen mit Salz, Pfeffer und Muskat. Von den Eiern ein Eigelb reservieren, Rest aufschlagen, dazugeben und alles gut mischen.
(4) Die Backform mit Olivenöl einpinseln. Mit der Hälfte der Strudelteigblätter die Backform auslegen. Zwischen die einzelnen Blätter Öl pinseln. Dann die Hälfte der Spinatfülle in die Form geben. Mit den Lasgneplatten abdecken. Darauf die Hälfte der Quark-Fetacreme streichen, wiederum mit Lasagneplatten abdecken. Darauf den Rest der Spinatfülle geben, mit Lasagneplatten abdecken, den Rest der Fetacreme draufstreichen, die überstehenden Ränder der Strudelteigplatten darauf klappen, und den Rest des Strudelteigs darauf legen. Wiederum jede Schicht mit Öl einpinseln.
(5) Mit dem zurückbehaltenen Eigelb den Deckel einpinseln. Die Oberfläche in Portionenrechtecke anschneiden.
(6) Die Form ca. 50 Minuten bei 180 Grad (U-/O-hitze, unterer Teil des Ofens) backen.

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Namenlose Schnitzel, Escalopines sine nombre, Schnitzel Nelly

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Frau Nelly, vor etwa 50 Jahren die unbestrittene Salatpäpstin der Schweiz, schrieb 1954 zu diesem Rezept: Sie brauchen keine weiteren Beweise Ihrer Kochkunst. Stellen Sie Ihrem Auserwählten einmal diese Kalbsschnitzel auf, und er wird begeistert sein ! Es wäre sehr nett, wenn Sie mir vom Erfolg ihres kleinen Diners berichten würden…

DKduWDas hätte ich als Auserwählter, von Frau L. Bekochter, ja gerne getan. Frau Nelly Hartmann ist aber leider 2006 im Alter von 97 Jahren verstorben.

Frau Nelly Hartmann-Imhof gab zwischen 1948-1970 im Eigenverlag monatlich ein kleines Büchlein mit Anleitungen für Küche, Heim, Garten und Kindererziehung heraus. Samt einem Kalender, der für jeden Tag ein neues Menu anbot. Ihr Kalender war hier eine der ersten Frauenzeitschriften, ohne Klatsch und Glamour, ohne Inserate für Autos, Alkohol oder Tabak.

Die frühen Ausgaben haben wir uns vor Jahren nachträglich bei Frau Nelly persönlich, in Leinen gebunden, beschafft. Für Sonntag, 14. November wird im Band 1954 ein  namenloses Rezept empfohlen: Schnitzel mit Oliven angebraten, auf Speckscheiben gelegt, erst mit Tomatenconcassee, dann mit Spiegeleiern überdeckt. Obwohl das Buch nur ein gebundenes Konvolut von Monatsheften ist, soll das mein Beitrag für den DkdUW sein.

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Warten auf das Ei, überdeckt mit Tomaten-Oliven-Concassée

Zutaten
für 2 Personen

3 kleine Kalbsplätzli
3 ganze Eier
3 mittlere Tomaten, entkernt, gewürfelt
4-6 dünne Scheiben mageren Speck
etwa 15 grüne und schwarze Oliven, entkernt, halbiert
1 Knoblauchzehe, fein gehackt
1 kleine Schalotte, fein gehackt
1 kleiner Bund Petersilie, fein geschnitten
1 Zweig Estragon, die Blätter
Salz, Pfeffer, [zusätzlich: Piment d’Espelette]

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Fleisch mit den Oliven

Zubereitung
(1) In einer Pfanne die gehackte Schalotte mit dem fein gehackten Knoblauch in wenig Bratbutter andünsten, die Tomatenwürfel und die gehackte Petersilie zugeben, mit Salz, Pfeffer und Piment d’Espelette würzen und etwa 5 Minuten auf kleinem Feuer zu einem Concassée köcheln.
(2) Zwei leicht eingefettete, hitzebeständige Formen mit etwas Speck auslegen.
(3) Schnitzel in wenig Mehl wenden, zusammen mit den halbierten Oliven in heisser Bratbutter in einer zweiten Pfanne beidseitig kurz anbraten, dann salzen und auf die Speckscheiben legen.
(4) Das Tomatenconcassée in die Fleischpfanne schütten, damit den Bratfond aufkratzen und über die Schnitzel verteilen.
(5) Die beiden Formen im auf 230°C vorgeheiztem Ofen etwa 5-10 Minuten überbacken (eigentlich nur ein warmhalten).
(6) Indessen aus den Eiern Spiegeleier braten, die gebratenen Eier auf die Tomatenwürfel geben und mit Estragonblättern bestreuen.

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Die Schnitzel befinden sich unter der warmen Decke

Anmerkung
Uns hat dieses Retro-Rezept ausgezeichnet geschmeckt. Die südliche, bessereVariante eines Holstein-Schnitzels. Wir konnten uns bislang noch nicht über einen Namen einigen. Frau L. plädiert für Schnitzel Nelly. Ich neige eher zu Namenloses Schnitzel. Die Oliven und das Ei haben so etwas Spanisches an sich, also Escalopines sine nombre.  Mal sehen, welcher Name sich durchsetzen wird.

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CH-4051 Basel: Bergwanderung (1)

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Basel, Spalenberg

Basel, obwohl recht flach, ist voller Berge, Hügel, Berge. Wenn ich schon nicht zum Ausreisen in die hehre Alpenwelt komme, könnte ich euch doch auf eine Wanderung auf die Basler Berge mitnehmen. Ganz ohne alpine Ausrüstung, nicht mal Wanderschuhe braucht ihr. Die Wanderung beginnt auf 220 m Meereshöhe. Am Rhein.

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Basler Dybli vor dem Hotel des trois Rois
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Brunnen am Petersberg, Petersgasse

Für die ersten 15 Meter Höhenunterschied benutzen wir die Spiegelhofbergbahn, ein versteckter Lift, der uns  auf halber, aber immer noch schwindelerregender Höhe des Petersberges entlädt.  Schöne  Häuser in dünner Bergluft. Der Flachsländerhof war seit 1460 im Besitz des Ritters und Bürgermeisters Hans von Flachsland, in dessen Familie der Hof über 300 Jahre lang blieb.

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Eingang zum Flachsländerhof
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Goldgelockte Weiber am Pfaffenhof Nr. 44
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Ecke Peterskirchplatz
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Petersgasse Blick auf Peterskirche

Östlich der Petersgasse trifft man unvermittelt auf einen Zeugen der Telekommunikation aus dem 19. Jhdt. Das Uhrenhäuslein. Darin war die Mutter aller Basler Uhren installiert, diese gab über 24 Drähte ihres Mastes den Zeitimpuls an die andern öffentlichen Uhren weiter. Heute hat der Turm mit seinen Isolatoren keine Funktion mehr.

Vom Petersberg setzt sich die Strasse auf gleicher Höhe fort zum Nadelberg, links ein schmaler Durchblick in die schauerliche Tiefe des Imbergässleins, rechterhand erfreut das Auge das Schöne Haus. Sitz reicher Kaufleute,  das Haupthaus im Hof um 1271 erbaut für den Krämer Conrad Ludwig mit kostbaren Deckenmalereien aus dem 13. Jhrdt.  Nach verschiedenen Anbauten und Umgestaltungen im Verlauf der Jahrhunderte ist es seit 1968 Seminargebäude der Uni Basel.  Weiter am Nadelberg 29 ein Nischenbrunnen aus dem Jahre 1831.

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Telekommunikationstower
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Imbergässli Richtung Rathausturm
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Treppenturm Schönes Haus Nadelberg 6
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Nischenbrunnen

Danach setzt sich der Nadelberg fort bis zur Einmündung in den Spalenberg, wo der Blick auf eine allerliebste Fassadenmalerei trifft:

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Haus zum Kirschbaum

Wenige Schritte den Spalenberg hinunter, kostbare Höhenmeter preisgebend, dann rechts wieder Richtung Gemsberg hinauf, hinein in den Hofgarten des Restaurants Löwenzorn, die wohlverdiente Zwischenstärkung auf der Bergwanderung. Der Garten ist übrigens schon lange nicht mehr das, was er einmal war.

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Sobald das Bier ausgetrunken ist, gehts weiter, auf den Gemsberg und Heuberg. Nächsten Sonntag.

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Tellernektarinen, Saturnia Nektarinen

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links Teller-Pfirsich, rechts Teller-Nektarinen

Tellerpfirsiche, Saturnia, bei uns vor 5 Jahren noch weitgehend unbekannt, sind zu einem festen Teil des hiesigen Früchteangebots geworden. Mittlerweise werden sie von verschiedenen Händlern geführt. Sie haben eine gelb- rotbackige Haut mit weissem, süss-saftigem Fruchtfleisch. Ein reifes und gutes Exemplar schmeckt besser als ein nomaler Pfirsich.
Neu für mich sind heuer Nektarinen Saturnia, also Tellernektarinen. Diese sind von einer dunkelroten Haut überzogen. Darunter verbirgt sich ein hellgelbes, saftiges Fruchtfleisch, mit herrlich süßem Geschmack ! Kein Vergleich zu Allerwelts-Nektarinen.

Seit Jahren kaufe ich keine Nektarinen mehr ein, weil diese trotz dunkelroter Färbung meist unreif in den Handel kommen und eher einem Kohlrabi als einer Frucht gleichen. Hoffen wir, dass dieses Schicksal den Tellernektarinen nicht widerfahren wird.

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Sabayon de mûres au Porto mit süssem Geheimnis

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Ich widerhole mich. Süsse Früchte essen wir am liebsten unverarbeitet. Ausgenommen Johannisbeeren und Brombeeren. Je nach Ernte und Besonnung sind diese sogar uns zu sauer. Dann muss ich in die Trickkiste greifen. Ich setze die Beeren auf einen süssen Brombeer-coulis, überdecke und verstecke den Coulis mit einem leichten Portwein-Sabayon und gratiniere das Dessert kurz. Mein Beitrag für den event des gaertnerblogs. Betreut  diesmal von Barbara.

Garten-Koch-Event

Zutaten
für 4 Personen

ca. 300-400 g reife Brombeeren

für den Brombeercoulis:
150 g Brombeeren (von der obigen Menge abgezweigt)
50 g Zucker

für das Portwein-Sabayon:
2 Eigelb
40 g Puderzucker
50 ml weisser Portwein
100 g Schlagrahm

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Quick & Dirty Sabayon

Zubereitung
für den Brombeercoulis:
(1) Brombeeren grob zerschneiden, Zucker zufügen, mit dem Handmixer kurz durchfahren (Achtung Spritzer) und das Gemisch etwa 5 Minuten leise köcheln lassen. Die Mischung durch ein Sieb abfiltrieren und den Saft zu sirupartiger Konsistenz einkochen. Etwa wie ein flüssige Konfitüre.
(2) Den Coulis dünn auf feuerfeste Schalen verteilen. Die Brombeeren am Stielansatz eben abschneiden, so dass sie aufrecht stehen können. Die begradigten Beeren auf den Coulis setzen (ankleben).

für das Portwein-Sabayon:
(3) Rahm schlagen.
(4) In einem Topf Wasser auf 95°C erhitzen. In einem kleinern Topf die Eigelb, den Puderzucker und den Portwein vorlegen. Den kleinen in den grossen Topf stellen und mit den Rührbesen des Handmixers schlagen bis die Masse schaumig und dickflüssig ist, den geschlagenen Rahm unterziehen und mit der Masse den Brombeercoulis nappieren (überziehen). Nicht über die Brombeeren giessen !
(5) 2-5 Minuten unter den auf 230°C vorgeheizten Backofengrill stellen, bis die Eimasse bräunliche Flecken zeigt.

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Das süsse Geheimnis: der Coulis, nicht etwa der Mann im Löffel

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Nachgekocht: Gebratene Paprika, Sült Paprika

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Anikò von Paprika meets Kardamom schwärmte begeistert von der heiligen Dreifaltigkeit der ungarischen Spitzpaprika. Hierzulande ungarische Spitzpaprika zu finden, ist nicht einfach. Spanische gibts jede Menge, auch die italienischen cecei gibts immer wieder, türkische sowieso. Mit viel Geduld habe ich letztlich dann doch noch welche von einem Grosshändler aus Szegvár gefunden. In zwei 500 g Beuteln, in welchem hellgelbe und je ein roter und grüner Spitz-Paprika war. Für den, der keine ungarischen Tanten hat, besser als nichts.

Zutaten
für 2 Personen
500 g Spitzpaprika (hellgelbe und 2 rote)
1 Zwiebel
Rapsöl
5 Eier
Salz, Pfeffer
glatte Petersilie

Sült Paprika 1_2010 07 17_8120

Zubereitung
(1) Paprika aufschneiden, Kernhaus entfernen, waschen. Mit Küchenpapier trocknen. In mundgerechte Stücke schneiden und in eine Schüssel geben. Wenig Öl hinzugeben und von Hand gut mischen. Auf ein mit Backpapier belegtes Ofenblech geben und im vorgeheizten Ofen bei 240°C (obere Hälfte) während ca. 20 Minuten leicht anrösten. Ggf. Grill zuschalten. (Ich habe sie im Ofen gebraten, damit die Küche weniger heiss wird).
(2) Indessen in einer grossen Pfanne die feingeschnittene Zwiebel in wenig Öl glasig andünsten, die Paprika, sobald diese fertig sind, zugeben. Die Eier aufschlagen und verquirlen, mit Salz und Pfeffer würzen, dazugeben und bei niedriger Temperatur stocken lassen. Petersilie unterziehen.
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Weissbrot und Weisswein passen gut dazu. Die Paprika, die ich zum ersten Mal gegessen habe, schmeckten erstaunlich mild, haben aber gut gerochen und im Gericht sehr gut geschmeckt. Kanns gerne wieder mal geben. Auch wenn gestocktes Ei nicht anders aussieht wie gestocktes Ei.

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Leichte Dill-Senfsauce Cresta

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Leichte Sauce für warme Tage zu kaltem Fleisch, Fleischkäse etc. Das Rezept hat uns der Koch eines Hotels im Engadin einst verraten. Kurz und knapp. Ohne Umschweife und Blablabla zum Rezept. Hier sehr selten 🙂

Zutaten
1 Becher neutraler Joghurt (Bifidus, 180 ml)
1-2 Elf. Senf mittelscharf
1 Tlf. Zucker
2 Elf. gehackter Dill
1 Elf. Weissweinessig

Zubereitung
Alles verrühren und kühl aufbewahren. Mindestens 2 Stunden ziehen lassen.

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