Aspromonte (2): Gallicianò

Neuer Tag. Neues Wanderziel. Gallicianò, ein Dorf mit 40 Einwohnern (wenn alle da sind), das seinen grekanischen Charakter gut bewahrt hat. Doch erst muss der Fiumare Amendolea überquert werden. Barfuss durchs kalte Bergwasser. Danach gehts 600 Meter obsi.

Unterwegs treffen wir auf viele wilde Artischockensträucher, deren Blüten aber noch zu wenig entwickelt sind sowie die kleinblütige Bergminze, Nepitella (Calamintha Nepeta).

Duftende Verführung: Der Ginster ist in voller Blüte, obwohl die Natur auch in Kalabrien gute zwei Wochen dem Normalfahrplan hinterherhinkt.

Optische Verführung: durch die leuchtend rote Schmetterlings Orchis (Anacamptis papilionacea)

Optisch-haptische Verführung: In Felsritzen lockt der Nabel der Venus (Umbilicus)

Wenig verführerisch: Opuntien, hier mit Meersicht, ein invasiver Neophyt. Bei Kühen und Ziegen trotz ihrer Stacheln beliebt.

Und immer wieder die Fiumare, hier der Zusammenfluss des Fiumare Amendolea (links) mit dem Fiumare di Condofuri (rechts)

Hinter einem Bergvorsprung, gut versteckt vor räuberischen Sarazenen, liegt das grekanische Gallicianò. Der Blick auf Ikonen, Himmel und Meer.

Mittag und wir am Ziel: Grekanisch, italienisch und Neugriechisch.

Mittagessen in der Cooperativa: Schöner Antipastoteller und nahrhafte Pasta (Ditali) mit Kartoffeln, Bohnenkernen, grünen Bohnen und Pancetta, gewürzt mit Fenchel, gekocht von Frauen des Dorfes. Wasser und der allgegenwärtige (gute) Rotwein aus Plastikflaschen.

Nach dem Mittagessen führt uns der Griechisch-orthodoxe Ortskundler Mimmo (ein pensionierter Architekt) durch sein (mit Mitteln der EU) schön herausgeputztes Dorf, das Ortsmuseum und das winzige, orthodoxe Kirchlein. Die katholische Kirche will er uns nicht zeigen, über die falschgläubige Konkurrenz redet man lieber nicht.

Die öffentlichen Kommunikationsmittel sind nicht mehr auf dem letzten Stand der Technik, doch besitzt hier fast jeder sein telefonino.

Abstieg durch die blumenreichen Weiden des Aspromonte. Die kalabresischen, krummhörnigen Ziegen waren leider eher dem Fressen als den Touristen zugewandt.

Nachtessen in der Azienda: Als Primo frische, hausgemachte Fileja calabrese mit Ceci, Tomatensauce und Ziegenschmorsud. Bestreut mit geriebener Ziegenricotta salata. Hauptgang: (Unmengen) von zart geschmortem Ziegenfleisch.

Wird fortgesetzt.

Aspromonte (1): Amendolea

Blumenwandern im Aspromonte. Eine organisierte Gruppenreise für 14 Botanikfreunde. Eigentlich nichts für mich, doch Frau H. schwärmte so vom südkalabresischen Nationalpark, dass ich mich anstecken liess. Wir wandern, die botanisch allwissende Reiseleiterin erklärt und übersetzt, die kalabresischen Ragazzi des lokalen Trekkingunternehmens organisieren: Wanderrouten, Unterkunft, Gepäck, Abendessen, Picknick, Birra, Vino, Caffè, Alles. Im angenehm modernisierten Schlafwagen werden wir nach Kalabrien gerollt. Kaffee inbegriffen. Ab Milano Centrale.

Ankunft in Villa San Giovanni am späten Morgen. Gegenüber werden wir von Messina und dem Aetna begrüsst. Transfer in das grekanische Bergdorf Pentedattilo (Pente Daktylos = fünf Finger) am Fusse des Nationalparks Aspromonte. Fünf hohe, weithin sichtbare Felstürme überragen das Dorf. Wie andere, strategisch gut gelegene Dörfer im Aspromonte, ist es eine griechische Gründung, die aus dem 7. Jhdt. vor Chr. datiert.

Die griechischen Ansiedler, auch spätere Zuzüger aus dem mittelalterlich-byzantinischen Raum, haben ihre Sprache über mehr als zwei Jahrtausende als Alltagssprache beibehalten und fast ausschliesslich oral weitergegeben. Das waren ja auch meist Hirten. Im Laufe der Jahrhunderte hat sich daraus, vermischt mit Italienisch, ein eigenständiger Dialekt, das Grekanisch, herausgebildet, der von wenigen Einheimischen immer noch gesprochen wird. Wer der Altgriechischen Sprache mächtig ist, wird wohl einige Sprachfetzen verstehen können. Mit der Zeit wurden die Griechisch-Kalabrier zu einem vergessenen Volk in Italien und Europa. Den Bemühungen des deutschen Philologen Gerhard Rohlfs (1892-1986) um Erhalt und Verschriftlichung dieser Sprache ist es zu verdanken, dass das Grekanisch noch nicht ausgestorben ist.

Unwetter und Erdbeben verursachten in vergangenen Jahrhunderten schwere Schäden. Die Einwohner emigrierten an die Küste, der Ort entleerte sich. In den vergangenen Jahren wurden einige Häuser wieder restauriert.
Wir wandern um die 5 Felstürme herum in die Blumen. Unglaublich schön und berührend.

Nach dem Rundgang um und durch Pentedattilo Transfer mit dem Kleinbus in die Unterkunft, die Azienda agrituristica von Ugo Sergi in Amendolea. Umgeben von eigenen Plantagen mit Zitronen, Mandarinen, Orangen und vor allem (abgeernteten) Bergamotten.

Bezaubernder Blick auf Meer und die Fiumara Amendolea. Fiumare bilden tief in die Gebirge eingeschnittene Täler mit einer breiten Schotterebene. Fiumare werden nicht von Quellen gespeist, sondern leiten Regen ab. In der niederschlagsarmen Zeit sind sie meist ausgetrocknet, können sich aber bei starkem Regen in reißende Gewässer verwandeln.

Nach einem Picknick und als Einstimmung klettern wir gefühlte 400 Meter hoch auf die Ruinen von Alt-Amendolea, auch das eine griechische Gründung. Die Tafeln sind hier oft 3-sprachig angeschrieben: Oben Grekanisch. Mitte Italienisch. Unten Neugriechisch.

In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts war die Apenninenhalbinsel politisch zersplittert. Nach der Einwanderung der Langobarden blieben Apulien, Kalabrien und Sizilien zunächst noch unter byzantinischer Herrschaft, doch konnten die Byzantiner die Einwohner nicht vor den ab dem 9. Jhdt. zunehmenden, arabischen Einfällen schützen. Da weder die römisch-deutschen Kaiser noch die oströmischen Herrscher wirksamen Schutz vor Einfällen der „Sarazenen“ boten, griffen die lokalen Machthaber zur Selbsthilfe. Sie nahmen normannische Söldner in ihre Dienste (Pilger, nicht erbberechtigte Söhne, Glücksritter und sonstige Abenteurer). Die Söldner aus dem Norden nutzten das Machtvakuum aus und begannen sich dauerhaft zu etablieren, begannen eigene Herrschaftsbereiche aufzubauen.

Der Ursprung der Burg Amendolea liegt in der normannischen Zeit; die Gründung wird Richard von Amendolea, einem Normannen, zugeschrieben. Die Burg wurde im 13. Jahrhundert auf Anordnung von Friedrich II. (der Staufer) zerstört. In den folgenden Jahrhunderten wurde sie wieder aufgebaut, war Zankapfel zwischen lokalen Adelsfamilien (u.a. Amendolea und Ruffo). Nach dem Ende der Feudalzeit 1806 verfiel die Burg.

Gemeinsames Abendessen mit den Ragazzi in der Azienda: Salat, Gemüsefrittata, Catalognagemüse, Parmigiana di Melanzane, Peperonata. Wasser (volles Glas) und roter Gaglioppo (leeres Glas).

wird fortgesetzt.

Frühlingsgrün-Quiche

Der tägliche Morgenspaziergang mit den beiden Hunden durch den nahen Wald bedeutet uns viel. Im Unterschied zu einem Fitnessabo kostet er nichts, das Training findet in freier Natur statt und erlaubt dazu, je nach Jahreszeit, essbare Pflanzen zu sammeln.

Kürzlich waren es Brunnenkresse, Bärlauch, Blüten von Lungenkraut, (Pulmonaria officinalis), junger Giersch und rote Waldnelke (Silene dioica, nur für Bitterfreunde), Teile der Ernte im Uhrzeigersinn drapiert.

Zutaten und Zubereitung

1 Bio-Kuchenteig (Convenience)
1 handvoll gehackte Haselnüsse

400 g gemischte Kräuter
400 g Jungspinat
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
100 g entsteinte Taggiasca Oliven
1/2 TL Salz
3 Eier
2 dl Crème fraîche
Muskatnuss, Salz, schwarzer Pfeffer
100 g Feta
wenig Jungspinat als Deko

(1) Ofen auf 200°C UL vorheizen
(2) Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in wenig Butter dünsten.
(3) Kräuter und Spinat im Dampfgarer 1 Minute bei 110°C vorgaren. Gut ausdrücken und fein hacken.
(4) Den Boden einer 24cm Springform mit Backpapier auskleiden, den Teig in die Form platzieren, den Boden mit den gehackten Haselnüssen bestreuen.
(5) Spinat, Kräuter, halbierte Oliven, Zwiebel und Knoblauch mischen und auf den Boden verteilen.
(6) Crème fraîche und Eier aufmixen, würzen und über den Kräuterspinat giessen.
(7) 40 Minuten auf der untersten Schiene des Ofens backen. Formenrand entfernen, mit Feta, Dekospinat und Blüten bestreuen.

Inspiration : Tante Betty

Damit verabschieden wir uns aus dem Jura-April-Schnee für einige Wandertage in das südlicher gelegene Kalabrien.

Spaghetti alla gricia

Mit Frau H. sind für mich gemeinsame Theaterbesuche nach jahrelanger Abstinenz wieder möglich geworden. Im Headerbild das Ukraine-leuchtende Opernhaus Zürich, wo meine Lieblingssängerin, die charmante Koloraturgurgel und Primadonna assoluta, dazu Intendantin der Salzburger Pfingstfestspiele, Signora Cecilia Bartoli, einen vielbejubelten Auftritt als selbstbewusste Isabella in Italienerin in Algier (Giaccino Rossini) gab. Das Zürcher Remake der letzten Salzburger Pfingstfestspiele. Hier der Trailer:

Die von Mustafa, dem Bey von Algier, gekaperten italienischen Seemänner werden im zweiten Akt von Isabella aus der Gefangenschaft befreit und aus einem 20 Liter-Kessel mit Spaghetti verpflegt. Weisse Spaghetti, ohne Parmesan, ohne Sauce, ohne nichts. Zum Verhungern aus kulinarischer Sicht, wäre da nicht Rossinis beschwingte Musik:

Signora Bartoli bedankt sich mit Ilya Altukhov (l) Lawrence Brownlee (l), Pietro Spagnoli (r) und der Squadra azurra für den tosenden Schlussapplaus.

Auf der nächtlichen Heimfahrt in den Jura gingen mir die weissen Spaghetti nicht mehr aus dem Kopf. Warum nicht Spaghetti auf römische Art mit (reichlich) Guanciale und Pecorino romano? An diesem Rezept gibt es nichts mehr zu erfinden, schon gar nicht zu verbessern. Genau zuhören und zusehen, sich von der Begeisterung und dem römischen Dialekt von Max Mariola anstecken lassen. Und nachkochen, dann kommt alles gut.

Quelle: Chef Max Mariola

Spaghetti alla gricia

Zutaten und Zubereitung

für 2 Personen:

200 g Spaghetti
80 g Guanciale
60 g Pecorin romano (junger)
Weisswein
Salz, schwarzer Pfeffer

(1) Guanciale in knapp 1 cm dicke Würfel oder Streifen schneiden. Ohne Fett in einer grossen Sauteuse Pfanne bei kleiner Hitze langsam erwärmen. Der Guanciale soll nur leicht schmelzen, nicht knusprig oder gar trocken werden. Guanciale herausheben und warm stellen.
(2) Bodensatz mit etwa 50 ml Weisswein ablöschen und etwas einreduzieren. Falls zuviel Fett abgesondert wurde, davon nur etwa 2/3 verwenden.


(3) Gleichzeitig Spaghetti in reichlich kochendem Salzwasser 2 Minuten kürzer als nach Packungsanweisung kochen, herausheben und in die Sautese mit dem Guanciale-Weissweinsud geben und den Sud unter Rühren aufsaugen lassen. Pfeffern.
(4) Nach und nach den feinstgeriebenen Pecorino mit kleinen Mengen des heissen Nudelwassers untermischen. Wenn alles schön cremig ist, den Guanciale zugeben.

Auf meinem Bild befinden sich noch ein paar gebratene Artischockenspalten. Von wegen Gemüse und Gesundheit.


Gefüllte Kohlrabi

Andy von Lieberlecker feiert heute sein 10-Jähriges Jubiläum: herzliche Gratulation. Unter andern bin ich eingeladen, etwas aus seinem Blog nachzukochen. Das tue ich gerne, weil ich seinen Blog mag. Zumal ich bei ihm ein Rezept von Alain Passard fand, das ich noch nicht kannte: Gefüllte Sellerietartes mit Meerrettich. Leider auf instagram, das ich dafür wieder extra reaktivieren musste. Löschen kann man ja nichts mehr. Was einem da an Werbung zugemutet wird, ist einfach unglaublich.

Andy verwendete Kohlrabi (chou-rave) statt Knollensellerie (célerie-rave); eine Entscheidung, die bestimmt auch Maître Alain Passard gefallen würde. Da mir die gemischten Kräuter für die Füllung fehlten, ersetzte ich sie durch ein wunderbares schmeckendes Unkraut, das in jedem Garten Mitteleuropas gedeiht: Cardamine hirsuta L., (behaartes Schaumkraut oder Springkraut) gesammelt von Frau H.. Im Geschmack erinnert es an  Gartenkresse, enthält Senföle, viel Vitamin C und Mineralstoffe. Passend zu Meerrettich.

Zutaten und Zubereitung

Menugang für 4 Personen

2 mittelgrosse Kohlrabi
1 Lauchstange
1 Schalotte
gemischte Kräuter (L.: eine grosse Handvoll Springkraut)
frisch geriebener Meerrettich
Salz und Pfeffer aus der Mühle
Abrieb einer Bio Zitrone
Parmesan, frisch gerieben

4 EL Gemüsejus (Le Saucier)
weisser Portwein
Butter

(1) Kohlrabi schälen, an den Polen Standflächen abschneiden, dann die Kugel halbieren. Aus den Hälften mit Hilfe eines Messers und einem Pariserlöffel gleichmässig dünne Körbchen aushöhlen. (Gegen das Sonnenlicht halten, dann sieht man leicht, ob sie perfekt gelungen sind), salzen und pfeffern. Offene Seite nach unten auf ein Dampfsieb legen und 8 Minuten bei 100°C garen. Jus auffangen und beiseitestellen
(2) die Kohlrabiabschnitte, den Lauch und die Schalotte fein schneiden und mit etwas Olivenöl in einer Pfanne 10 Minuten schmoren. Frisch geriebenen Meerrettich und die gehackten Kräuter bzw. Unkräuter sowie den Zitronenabrieb daruntermischen. Abschmecken mit Salz und Pfeffer.
(3) die Kohlrabi Förmchen mit der Masse füllen. Darüber etwas abgeriebene Zitronenschale, eine Umdrehung aus der Pfeffermühle und frisch geriebenen Parmesan geben
(4) im auf 180° C vorgeheizten Ofen 35 bis 40 Minuten backen.
(5) Aus dem aufgefangenen Kohlrabifond mit 4 EL Gemüsejus, einem Schuss weissem Portwein und Butter ein kleines Sösschen montieren.

2 mal Sellerie nach Alain Passard

Zwei einfache Rezepte von Alain Passard aus einem einzigen Sellerie. Er füllt Sellerie-Ravioli mit Sauerampfer, den ich jedoch wegen der enthaltenen Oxalsäure meide und durch Spinat, selbstgesammelte Brunnenkresse und etwas Meerretich ersetze. Aus den nicht verwendeten Abschnitten des Knollensellerie kochen wir uns eine kleine Selleriecrèmsuppe. Auch die mit einem kleinen, witzigen Dreh nach dem Meisterkoch.

Ravioles de Célerie-rave

Zutaten und Zubereitung

1 mittlerer Knollensellerie
100 g Spinat und/oder Brunnenkresse
gesalzene Butter
Fleur de Sel, weisser Kampotpfeffer, frischer Meerrettich

(1) Sellerie schälen, halbieren und von den Mitten aus mit Hilfe einer Mandoline oder Aufschnittmaschine in hauchdünne Scheiben schneiden, max. 1 mm dick. (ergab bei meinem Sellerie 18 Stück)
(2) flache Teller auf 80°C vorheizen.
(3) Ein Stück Backpapier auf die Grösse einer grossen, flachen Pfanne zuschneiden. In der Pfanne wenig Salzbutter mit etwas Olivenöl schmelzen, so dass der Boden vom Fett eben bedeckt wird. Die Selleriescheiben leicht überlappend einlegen, mit einem Glas Wasser knapp überdecken. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
(4) Das zugeschnittene Backpapier auflegen und ca. 2 Minuten leise köcheln lassen. Von der Herdplatte auf ein Holzbrett ziehen.
(5) Parallel dazu Spinat/Brunnkresse waschen. Trockenschleudern. In einem Topf 1 EL Salzbutter erhitzen, Spinat/Brunnkresse zugeben und etwa 1 Minuten darin dünsten. Gut ausdrücken und fein hacken. Würzen mit Salz, Pfeffer und Meerrettich.
für die Montage:
(6) Die Hälfte der Selleriescheiben auf 2 Teller verteilen. Je einen gehäuften TL Spinat/Brunnkresse mittig auflegen und mit den restlichen Selleriescheiben zudecken. Andrücken.
(7) Den Garfond der Selleriescheiben (ca 1-2 EL) erhitzen und über die Ravioli giessen. Ein paar Tropfen Olivenöl und Fleur de Sel und fertig ist ein wunderschöner Gemüsegang.

Anrichtekünstler dürfen die Ravioli auch halbmondförmig zusammenklappen. das muss aber nicht sein.

Velouté de célerie-rave à la moutarde

Zutaten und Zubereitung

200 g Abschnitte des Knollensellerie
200 g Milch (gleichviel wie Sellerie)
1 EL Butter
1 EL Olivenöl
1 EL Dijonsenf à l’ancienne
Salz, weisser Kampotpfeffer

(1) Sellerieabschnitte in 1 cm grosse Würfel schneiden
(2) Die Milch in einem Topf mit der Hälfte der Butter und des Öls sowie den Selleriewürfeln aufkochen, ca. 15 Minuten auf reduzierter Hitze weichgaren
(3) Cremig mixen, die restliche Butter und das Öl, sowie den Senf untermixen. Abschmecken. Die Velouté soll dick fliessen und darf nicht dünn sein.

Beides zusammen gibt ein wunderbares, komplettes Selleriemenu.

Champignons: Durchhalten mit Alain Passard

Das aktuelle Kriegsgeschehen macht keine Lust auf dekadente Völlereien. Da kommt mir ein einfaches Rezept vom grossen Gemüsekoch Alain Passard gerade recht: ein Fricassée von Champignons an einer Glaçage aus Jurawein (Savagnin, Côte du Jura), Butter und Olivenöl. In 5 Minuten auf dem Tisch.

Quelle: Le point/Alain Passard

Champignons mit Chicorée

Zutaten und Zubereitung

Vorspeise für 2 Personen

2 Chicorée de Bruxelles
ca. 130 g kleine Champignons (etwa 12 Stück)
30 g Butter
Olivenöl
ca. 60 ml Jurawein aus der Savagnintraube, Vin jaune oder ein einfcher Cõte du Jura
Fleur de Sel, weisser Pfeffer
Petersilie, glatt (L.: ich hatte nur krausen), klein geschnitten

(1) die geputzten Champignons vierteln oder halbieren.
(2) Butter und wenig Olivenöl in einer grossen, flache Kasserolle erhitzen, Champignons darin kurz dünsten, ablöschen mit dem Jurawein, sofort bedecken und 30 Sekunden ziehen lassen.
(3) Champignons auf heissen Tellern anrichten.
(4) Indessen den Jus in der Kasserolle leicht einkochen, die gezupften Chicoréeblätter durch den Jus ziehen, nicht garen, zu den Pilzen legen, restlichen Jus auf den Teller träufeln. Abschmecken mit Fleur de Sel und Pfeffer. Mit Petersilie überstreuen.

Geschmack und Duft des Juraweins verbinden sich köstlich mit den Champignons, die al dente viel besser schmecken, als wenn man sie -wie ich bislang- halb tot kocht.

F-25150 Pont-de-Roide (Doubs 35)

Wenn schon nicht Paris, dann ein Katzensprung über die französische Grenze, nach Pont-de-Roide. An den Ufern des Doubs. Wieder einmal. Frau H. kennt hier eine schöne Gratwanderung entlang der Crêt des Roches in einem Naturschutzgebiet. An den Schattenhängen über Goumois liegt noch Schnee, tief unten glitzert der Doubs. Der Himmel blau, eiskalt.

Wieder runter nach Saint Hippolyte und nach wenigen Kilometern sind wir in Pont-de-Roide. Natürlich kein Vergleich mit Paris. Rund 4000 Einwohner. Schönstes Gebäude der Stadt: das Hôtel de Ville.

Hässlichstes Gebäude: der Lidlschuppen (links daneben, ohne Bild). Die übrigen Häuser irgendwie dazwischen. Mittagessen im Restaurant La Tannerie am Ufer des Doubs. Einfach, ordentlich, freundlich. Danach hoch zum Parkplatz des Fort des Roches auf 615 Meter Höhe.

Die Festung Fort des Roches wurde zwischen 1874 und 1880 am Rande einer Klippe errichtet, die sie an seiner Nord- und Westseite unzugänglich macht. Sie überwachte das Doubs-Tal, die Straße von Vesoul nach Saint-Hippolyte, die umgebenden Plateaus und sicherte das südlich von Montbéliard gelegene Fort Mont-Bart vor Umgehung. Die Kommunikation erfolgte zu Beginn mit optischer Telegrafie.

Als Folge der Niederlage von 1871 und des Verlusts von Elsass-Mosel (im französisch-deutschen Krieg) wurde von Dünkirchen bis Nizza ein neues Verteidigungssystem von isolierten polygonalen Forts errichtet. Insgesamt wurden 212 Forts, 18 Schanzen und 156 Festungen neu erbaut.

Endlose Gänge,

die teils an verlassene psychiatrische Kliniken erinnern. Sinnbild des kriegerischen Irrsinns.

Das Design der Latrinen scheint seit 2000 Jahren keine Fortschritte gemacht zu haben; jene z.B. in Ostia antica im alten Rom waren in Marmor gehauen und auf Sitzhöhe angebracht. Siehe Bild bei wiki

Nur in der Küche wächst hoffnunfsfrohes Suppengrün aus dem Festungsgraben in den Fensterausschnitt.

Nach dem Rückfall des Elsass-Mosel 1918 an Frankreich verschob sich die Grenze wieder an den Rhein. Die meisten Fortifikationen der Nord-Ost-Flanke verloren an militärischem Wert, weil sie zu tief im Landesinneren lagen. Sie wurden grossenteils aufgegeben oder 1936 in die spätere Maginotlinie integriert.

Nach soviel Düsternis & Dunkelheit durften wir auf der Wanderung entlang der Felskrete Sonnenschein und erste Frühlingsblüten (unten das immergrün Felsenblümchen) geniessen. Die Welt könnte ohne Kriege so schön sein.

Chicorée & Apfel: Süssholz raspeln mit Alain Passard

Paris. Für das Nachtlager war ich zuständig. Frau H. übernahm die Organisation des Fressnapfs. Sie entschied sich, wenn schon, dann gleich für den 3-Sternekoch Alain Passard im Restaurant L‘ Arpège. Bekannt für seine vegetarischen Gerichte. Da das Abendmenu für 490€ (eine Person ohne Getränk) zu Buche geschlagen hätte, entschieden wir uns für den deutlich günstigeren Mittagslunch. Doch es kam alles anders. Paris wurde abgesagt, Krieg ist Krieg. Wir bleiben im Jura. Bei Kartoffeln und Salat.

Kein Grund zu trauern. Alle grossen Köche hinterlassen heutzutage ihre Spuren im Internet. Auch Alain Passard. Dieser mit einer Serie von einfachen Gemüserezepten für Kochanfänger, die er vor etwa 10 Jahren, jeden Samstag, im Auftrag für Le point, einem französischen, politischen Wochenmagazin, herausgab. Der Koch und seine Rezepte faszinierten mich: ich beschloss das eine oder andere Rezept nachzukochen.
Quelle: Le point/Alain Passard

Chicorée & Apfel

Zutaten und Zubereitung

Vorspeise für 2 Personen
zwei kleine Chicorée (Brüsseler, franz.: Endives)
1 rotbackiger Apfel
30 g Butter
Fleur de Sel
wenig Süssholz, fein abgerieben (L. mangels Süssholz: Lakritzstange)
wenig Zitronenabrieb

(1) Den Apfel beidseitig bis zum Kernhaus in feinste, 1 mm dicke Scheiben schneiden
(2) Chicorée längs halbieren, zwischen jedes Blatt (vorsichtig) eine Apfelscheibe klemmen.
(3) Butter sanft erwärmen (4 von 9). Chicoréehälften auf der Schnittfläche in der Butter langsam und sanft anbraten. Anfänglich zugedeckt. Die Butter darf nicht verbrennen.
(4) Nach 20-25 Minuten herausnehmen und mit Süssholz oder Lakritz, Zitronenabrieb und Fleur de Sel würzen.

Einfacher gehts nicht mehr. Um den beidseitig angeschnittenen Apfel noch ganz zu verwerten, schnitt ich die verwertbaren Reste in kleine Würfel, briet diese in Butter leicht an, und schmeckte sie mit Salz und weissem Pfeffer sowie wenig Calvados ab.
Alain Passard empfiehlt das Gericht als Beilage zu Entenbrust. Da sich die Enten im Rhein vor unserm Hause partout nicht einfangen lassen wollten, nahm ich Tagliolini als Entenersatz.

Paris muss warten oder wird gar ein Traum bleiben. „Seit 5:45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen“. Das mussten wir uns doch schon einmal anhören. Wohin Appeasement führt, beweist die Geschichte. Wer sich gegen die Machtansprüche geisteskranker Diktatoren nicht wehrt, geht über kurz oder lang unter. Heute die Ukraine. Morgen wir. Freiheit hat ihren Preis.

CH-2953 Château de Pleujouse

Wenn nach 2 Tagen harter Arbeit im Garten der Kühlschrankinhalt am Sonntag vor Saint Valentin an Schwindsucht leidet, der Supermarkt in Bassecourt geschlossen ist, der eigene Garten ausser Feldsalat noch nichts liefert, ja, dann überlassen wir das Kochen gerne wieder einmal dem Schlossherrn im nahen Jura-Schlösschen Pleujouse.

Hoch über den Caquerellepass (830 m.) via La Malcôte hinunter in das kleine Dörfchen, das sich am Eingang des engen Talkessels nach der Baroche hin öffnet, einem Teil der Ajoie (dt. Elsgau). Im Dorf (das sich dt. Blitzhausen nannte) wohnen keine 100 Einwohner mehr.

Auf einem felsigen Gebirgsvorsprung hoch über dem gleichnamigen Dorf steht die um 1100 erbaute Burg der Herren von Pleujouse und dominiert die Umgebung. Die Familie gehörte zu den Edelfreien und besass mehrere Güter in der Ajoie. Ab dem 13. Jhdt. gehörte die Burg den Fürstbischöfen von Basel, die sie -in steter Geldnot- den Herren von Pleujouse, nach dem Aussterben des Geschlechts an weitere Adlige verliehen bzw. verpfändeten.  1444, im Verlauf des Konflikts zwischen Basel und dem oberrheinischen, habsburgischen Adel, wurde die Burg von den Eidgenossen abgebrannt. Die Burg wurde durch die damaligen Lehensmänner, die Grafen von Ortenburg wieder aufgebaut und blieb bis 1792 in der Herrschaft Ajoie des Fürstbistums Basel.

1792-1813 gehörte das Territorium der Freiberge zu den französischen Departementen Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin. Das Schloss Pleujouse wurde als französisches Nationaleigentum verscherbelt. Seit dem Wiener Kongress 1815 gehörten die Freiberge bis1978 zum Kanton Bern, ab 1979 zum Kanton Jura.

Der Rundturm stammt aus dem 13. Jahrhundert, das mächtige Wohnhaus, das heutige Schloss, aus dem 16. Jahrhundert.

1924 kam das heruntergekommene Schloss in den Besitz der Association des Amis du Château de Pleujouse. Der Verein renovierte und gestaltete es mehrmals um. 1980 fiel das Schloss erneut einem Brand zum Opfer, wurde 1988 als Gasthaus wieder hergestellt. Lange Zeit stand es leer, wer will schon in einem derart abgelegenen Gasthaus wirten? Seit 2002 wird das Haus vom Ehepaar Catherine und Gérard Praud geführt, beides erfahrene Gourmetköche, sie einheimisch, er Bretone. Trotz der einsamen Lage, weitab von den Heerstrassen des Tourismus, sind die beiden mit ungebrochenem Enthusiasmus am Kochen. 

Hier der dritte Gang des Valentinsmenus:

La gourmande turbotin, poularde de Bresse, truffe noire en osmose. Le parfum suave du basilic, baies de Pondichéry

Am hinteren Ende des Tälchens liegt das Dörfchen Asuel (dt. Hasenburg), Ein Strassendorf mit rund 200 Einwohnern, einer Sägerei, einer Wirtschaft und einer Kirche aus dem Jaher 1839 mit dem typischem Burgunderhut.

Hoch über dem Dorf wiederum eine verfallene Burg. Die Burg war mit andern Familiengütern vom letzten Hasenburger (1479) gegen eine Leibrente an den Bischof von Basel gekommen, der schon früher Herrschaftsrechte innehatte. Der Bischof liess die Burg allmählich zerfallen; im 16. Jahrhundert wurde sie verlassen und diente den Bauern fortan als Steinbruch.

Viel zu sehen gibt es von der Burg nicht mehr. Besser erhalten als die Burg ist der zu Füssen der Ruine angelegte Weltkriegsbunker aus Beton. Aber auch der bröckelt, und das nach erst 80 Jahren.

Und ich bin wieder einmal völlig am Thema „Valentinstagmenu“ vorbei geschrammt.

Triangoli a righe mit Petersilienwurzel, Lauch

Ein dunkler, langer und kalter Winter im Jura. Das Lagergemüse wird in den Läden knapp. Die ersten Januar-Erdbeeren streiten sich derweil mit dem Wintergemüse um die Gunst der Konsumenten. Sieger werden wahrscheinlich die Erdbeeren, sie bestehen jeden Vergleich mit Kohlrabi. Lassen wir sie streiten und greifen zu Wurzelpetersilie, füllen sie mit feinster Ricotta in frühlingshaft gestreifte, frische Ravioli.

Pastateig hell:
150 g Weissmehl, Type 00
50 g Hartweizendunst (Semola di grano duro, rimacinata)
1 ganzes Ei
2 Eigelb
1 EL Olivenöl

Pastateig grün:
100 g Bio-Spinat, daraus das Chlorophyll als Spinatmatte extrahiert
200 g Hartweizendunst (Semola di grano duro, rimacinata)
1 ganzes Ei
1 Eigelb
1 EL Olivenöl

Raviolifüllung:
350 g Bio-Ricotta
1 Schalotte
80 g Petersilienwurzel, fein gewürfelt
40 g Parmesan, frisch gemahlen
Salz, weisser Pfeffer

Lauch:
1 Stange Lauch, längs halbiert, in feine Streifen geschnitten, grün und hell getrennt
3 EL Sherry
70 g Saurer Rahm
Salz, weisser Pfeffer

(1) Die Zutaten zum hellen Pastateig in der Küchenmaschine zu einem Teig kneten. In einen Vakuumbeutel vakuumieren und bis zum Verbrauch (innert 3 Tagen) kühl lagern.
(2) Spinat mit kaltem Wasser überdecken und in einem Standmixer zu einer Spinatsuppe mixen. Die Suppe in einem Topf auf ca. 90°C erhitzen, das sich zusammenballende Chlorophyll mit einem Teesieb abschöpfen und sehr gut abtropfen lassen.
(3) Die Zutaten zum grünen Pastateig in der Küchenmaschine zu einem Teig kneten. In einen Vakuumbeutel vakuumieren und bis zum Verbrauch (innert 3 Tagen) kühl lagern.

Raviolifüllung:
(4) Peterliwurzelwürfel mit der gehackten Schalotte in wenig Butter anbraten. Abkühlen lassen. Mit der Ricotta und dem Parmesan mischen und abschmecken

Ravioli:
(5) Die beiden Teige portionsweise zu 30 cm langen Bahnen (2 mm dick) auswalzen. Grüne Teigbahn in Streifen schneiden und auf eine helle Bahn zu einem Streifenmuster drücken.
(6) Die gemusterte Bahn weiter auswalzen bis sie weniger als 1 mm dick ist.
(7) Bahn in ca. 6-7 cm grosse Rechtecke schneiden. Auf des Rechteck einen TL der Füllung geben und zu einem dreieckigen Ravioli formen.
(8) vor Verwendung ca. 4 Minuten in siedendes Salzwasser geben und darin ziehen lassen.

Lauch:
(9) Grüne Lauchstreifen 3 Minuten bei 120°C im Dampfgarer garen. Beiseitestellen.
(10) Weisse Lauchstreifen in wenig Olivenöl kurz dünsten, Sherry zugeben und etwas einkochen. Mit Rahm verrühren und abschmecken. Grüne Lauchstreifen unterrühren. und abschmecken.

Anrichten:
(11) Ravioli in wenig geschmolzener Salzbutter schwenken und auf oder neben dem Lauchbett anrichten.


Kichererbsen-Tempeh-Sticks mit Black Garlic Aïoli und Karotten-Linsen

Die sticks sind eine vegane Zubereitung aus Tempeh und Kichererbsen. Vor einiger Zeit bei Micha gesehen (Quelle Veganista), gegessen und für sehr gut befunden. Nun ja, vegane Würstchen braucht kein Mensch. Damit retten wir weder das Weltklima noch verbessern wir das Tierwohl. Zudem an Gemüsegerichten kein Mangel besteht. Wenn ich unbedingt Wurst will -selten genug-, esse ich eine echte Wurst. Dass diese Tempeh-Sticks aussehen wie Würstchen, ist der einfacheren Herstellung zuzuschreiben; Würfel zu formen, wäre entschieden aufwändiger. Das Rezept habe ich, wie meist, leicht verändert und an meine Vorräte adaptiert.

Zutaten und Zubereitung

Kichererbsen-Tempeh-Sticks

200 g Bio-Tempeh
125 g Sonnenblumenkerne (L.: halb halb Sonnenblumenkerne und Cashewnüsse)
1/2 TL Peperoncino, getrocknet und gemahlen
1/2-1 TL Harissapaste
1/2 TL Kreuzkümmel, zerdrückt
2 TL Schwarzkümmelsamen, ganz
2 TL Pimenton de la vera, gemahlen
100 g Kichererbsenmehl
60 g Pflanzenmilch (L.: Sojamilch)
4 EL Sojasauce (L.: Tamari)
2-3 EL Randensaft (der Farbe wegen)
1 EL Olivenöl
2 TL Majoran, getrocknet, gerebelt
1 TL Bergbohnenkraut, getrocknet, gerebelt
Salz, Pfeffer

(1) Für die Sticks Kerne und Nüsse in einer Pfanne ohne Öl bei mittlerer Hitze goldbraun anrösten. Tempeh grob zerbröseln. Die abgekühlten Kerne, Tempeh mit den Kräutern und Gewürzen in der Küchenmaschine oder dem Cutter mit der Pulse-Taste zu einer groben Masse verarbeiten. Oder mit einem scharfen Messer hacken.
(2) Masse in eine Schüssel geben, Kichererbsenmehl, Sojasauce, Pflanzenmilch, Randensaft und Olivenöl dazugeben und alles gut mischen. Mit den Händen zu einem klebrigen, homogenen Teig kneten.
(3) Vom Teig 50 g abstechen und mittig auf ein Stück Frischhaltefolie (25 cm lang) legen. Mit feuchten Händen auf einer flachen Unterlage zu einer 7 cm langen Rolle formen. Die Folie wie ein Bonbon fest einrollen und an den Enden verzwirbeln, sodass ein runder, würstchenartiger Stick entsteht. Die sticks in einem Topf mit Dämpfeinsatz zugedeckt oder im Dampfgarer 30 Min. über Wasserdampf bei 100°C garen, abkühlen lassen und aus der Folie wickeln.
(4) Kurz vor dem Servieren 1 EL Öl und eine Flocke Butter in einer Pfanne erhitzen und die Sticks darin rundherum 3 – 4 Min. bei mittlerer Hitze anbraten.

Der Hund frissts mit Begeisterung, weshalb ich mir den Nachkocherfolg stolz an meine Fahne hefte.

Black Garlic Aïoli

Rezeptidee nach Andreas Caminada.

Eine ganze Faust fermentierter, schwarzer Knoblauch, die schwarzen Zehen aus der Haut befreit
20 g Eigelb
10 g Essig
10 g Sojasauce
4 g Salz
3 Tropfen Tabasco
schwarzer Pfeffer
1 dl Sonnenblumenöl
ca. 50 ml Olivenöl

(5) Black Garlic möglichst klein hacken, in einem Mixbecher im Essig und der Sojasauce kurz einweichen (sonst benimmt er sich wie Lakritz-Gummibärchen). Restliche Zutaten – ausser dem Öl – dazugeben und kurz anmixen. 
(6) Bei laufendem Mixstab erst das Sonnenblumenöl in einem Strahl langsam einfliessen lassen, danach dasselbe mit Olivenöl bis zur gewünschten Konsistenz. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Wem der normale Knoblauchgeschmack fehlt, mixt noch eine frische Zehe hinzu.

Karotten-Linsen

80 g Berglinsen
80 g Karotten, in kleine Späne geschnitten
1/4 Chilischote, fein gehackt
1 Knoblauchzehe, zerdrückt
1 kleine Schalotte, gehackt
1 Lorbeerblatt
3 EL Tomatenpassata
Salz, schwarzer Pfeffer

(7) Linsen auf einem Sieb unter fliessendem Wasser waschen. Chili, Knoblauch, Schalotten und Karotten mit dem Lorbeerblatt in 3 EL Olivenöl andünsten. Tomatenpassata und Linsen dazu und alles mit Wasser überdecken. Ca. 20 Minuten leise köcheln, bis die Flüssigkeit eingedampft ist.

Eine Sauce ist dazu unbedingt erforderlich, ohne schmecken die sticks etwas trocken. Ebenso passend wie die schwarze Knoblauch Mayo ist ein guter Kalbsbratenjus, natürlich nicht vegan, aber wir Flexitarier essen ja alles. Hier mit Schwarwurzel-Karottengemüse und Linsen. Daran werde ich weiter arbeiten, die nächste Packung Tempeh liegt im Kühlschrank: Geplant ist eine Version mit Curry und etwas mehr Olivenöl.

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