2021 wird vielen Winzerinnen und Winzern als katastrophal schlechtes Jahr in Erinnerung bleiben. Im Waadtland, wie an manch andern Orten in der Schweiz, führten heftige und häufig wiederkehrende Niederschläge zu riesigen Ernteausfällen. Der falsche Mehltau war nur schwer unter Kontrolle zu kriegen, denn bei Regen können Fungizide kaum ausgebracht werden, weil sie gleich wieder abgewaschen würden.
Dass man mit Intelligenz und akribischem Einsatz auch schwierige Zeiten überwinden kann, beweist unser (Einkaufs)-Besuch bei Marco, einem befreundeten, passionierten Winzer.
Wir verbanden unseren Besuch im Waadtland mit einem Malakoff-Essen. Frau H. kannte die regionalen Käsebeignets noch nicht, inzwischen ist auch sie davon begeistert. Während der Coronazeit hatte ein Wirt die geniale Idee, vor der Türe seines über Wochen geschlossenen Restaurants einen Tiefkühler aufzustellen, in welchem er vorgebackene, tiefgekühlte Malakoffs take-away anbot. Aufzuwärmen im Backofen. Wir haben sie probiert. Toll. Handeln statt Jammern.

Danach fuhren wir zu Marco. Die 4000 Flaschen Merlot und Chasselas, die er jährlich produziert, heimsen Jahr für Jahr Medaillen ein. Die produzierte Menge ist jedoch zu klein, um Werbung dafür zu machen. Zu gross ist die Nachfrage.

In seinem originalen 1943-er Jeep fuhr er uns in seinen Rebberg. Rundum waren viele Rebberge bis zu 100% von Mehltau verwüstet. Sein Rebberg hingegen: ein Oase. Sein Merlot (dessentwegen er von den Nachbarn anfangs belächelt wurde), steht Ende September in voller Pracht da. Noch ein paar Sonnentage, dann kann geerntet werden. Dasselbe gilt für den Chasselas, dieser mit bewusst dichter gehaltener Laubwand.


Marcos Erfolgsrezept:
Zum Einsatz kommen nur die für den biologischen Weinbau erlaubten Kupfer und Schwefelbrühen. Keine synthetischen Pestizide und Herbizide.
Halbierung der Konzentration der ausgebrachten Kupfer- und Schwefelbrühe, dafür etwas häufigere Spritzeinsätze.
Tägliche Kontrolle des Rebzustandes und konsequente Eliminierung befallener Pflanzenteile bereits im Anfangsstadium.
Der Rebsorte angepasste Laubarbeiten, die zu einer lockeren, luftigen und schnell abtrocknenden Laubwand führen.
Begrünung des Bodens.
Die erste Reihe überlässt er den mutigen Vögeln, ein zentral aufgestellter Lautsprecher mit Raubvogelkreischen hindert sie am tieferen Vordringen in den Rebberg.

Zwei kleine Beispiele für: Think positive & positive things will happen…




















































